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Japan

Japanisch lernen

Japanische Grammatik: Grundlagen

文法ぶんぽうbunpō

Verb am Ende, Partikeln dahinter, Kontext überall

Im Japanischen steht das Verb am Satzende, die Rolle jedes Substantivs markiert eine nachgestellte Partikel, und Verben und Adjektive werden nach Zeit, Verneinung und Höflichkeit gebeugt – nicht nach Person oder Zahl. Artikel und grammatisches Geschlecht gibt es nicht.

Die japanische Grammatik gilt als schwierig, ist aber in weiten Teilen erstaunlich regelmäßig. Es gibt nur zwei nennenswerte unregelmäßige Verben, kein Genus, keine Pluralendungen im europäischen Sinn und keine Artikel – für Deutschsprachige, die mit der, die, das und vier Fällen aufgewachsen sind, eine Erleichterung. Ungewohnt ist der Aufbau: Das Verb steht am Ende, Bestimmungen stehen vor dem, was sie bestimmen, und vieles bleibt ungesagt, wenn der Zusammenhang es klärt.

Die folgenden Punkte bilden das Gerüst jedes Anfängerkurses und der JLPT-Stufen N5 und N4.

Satzbau: Das Verb kommt zuletzt

Der Grundsatz endet mit dem Verb: 私は パンを 食べます (watashi wa pan o tabemasu), wörtlich „ich Brot esse“. Deutschsprachige kennen die Endstellung aus dem Nebensatz („…, weil ich Brot esse“). Die übrigen Satzglieder sind recht frei verschiebbar, weil Partikeln ihre Rolle anzeigen. Fragen behalten die Wortstellung und bekommen am Ende die Partikel か: 食べますか (tabemasu ka?).

Bestimmungen stehen immer vor dem Bestimmten. Ein Relativsatz steht vor seinem Substantiv: 昨日 買った 本 (kinō katta hon), „das Buch, das ich gestern gekauft habe“, wörtlich „gestern gekauftes Buch“.

Partikeln

Partikeln sind kurze Wörter nach einem Substantiv, die seine Funktion markieren – vergleichbar mit Kasusendungen oder nachgestellten Präpositionen. Sie sicher zu beherrschen, ist die wichtigste Aufgabe der Anfangsgrammatik.

Am längsten dauert der Unterschied zwischen は (wa) und が (ga): は stellt das Thema vor, also worum es im Satz geht, が markiert das grammatische Subjekt, oft eine neue oder betonte Information. 象は鼻が長い (zō wa hana ga nagai), „Was Elefanten betrifft, der Rüssel ist lang“, verwendet beide.

  • は (wa)

    Themapartikel: „was … betrifft“. Geschrieben は, gesprochen wa.

  • が (ga)

    Subjektpartikel, oft für neue oder betonte Information.

  • を (o)

    Direktes Objekt, entspricht etwa dem Akkusativ: 水を飲む (mizu o nomu), Wasser trinken.

  • に (ni)

    Ziel, Zeitpunkt, indirektes Objekt (etwa Dativ): 七時に (shichiji ni), um sieben Uhr.

  • で (de)

    Ort einer Handlung oder Mittel: 駅で (eki de), am Bahnhof; バスで (basu de), mit dem Bus.

  • の (no)

    Besitz und Verbindung von Substantiven, ähnlich dem Genitiv: 私の本 (watashi no hon), mein Buch.

  • と / も / から / まで

    und, mit / auch / von, ab / bis.

Verben: Gruppen und Formen

Verben gehören zu drei Gruppen. Godan-Verben (Gruppe 1) verändern ihre Endsilbe durch die Vokalreihen, etwa 書く kaku, 書きます kakimasu, 書かない kakanai. Ichidan-Verben (Gruppe 2) enden auf -iru oder -eru und lassen einfach -ru fallen: 食べる taberu, 食べます tabemasu, 食べない tabenai. Unregelmäßig sind nur する (suru, tun) und 来る (kuru, kommen); する verbindet sich mit Tausenden von Substantiven: 勉強する (benkyō suru, lernen).

Verben werden nach Zeit (Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit), Verneinung und Höflichkeit gebeugt, nicht nach Person – ich, du und sie „essen“ alle gleich. Die te-Form wie 食べて (tabete) verknüpft Sätze und bildet viele Konstruktionen, darunter die Verlaufsform 食べている (tabete iru, ist gerade beim Essen).

FormGruppe 1: 書く (schreiben)Gruppe 2: 食べる (essen)Unregelmäßig: する (tun)
Wörterbuchform (einfach)書く kaku食べる taberuする suru
Höflich (masu)書きます kakimasu食べます tabemasuします shimasu
Einfache Verneinung書かない kakanai食べない tabenaiしない shinai
Einfache Vergangenheit書いた kaita食べた tabetaした shita
te-Form書いて kaite食べて tabeteして shite

Höfliche und einfache Sprache

Schon in der ersten Lektion begegnen Lernenden zwei Stile. Der höfliche Stil mit Verben auf -masu und Substantiven mit です (desu) gilt gegenüber Fremden, Kollegen und im Geschäft – grob vergleichbar mit dem Siezen. Der einfache Stil mit Wörterbuchformen und だ (da) ist unter Freunden und in der Familie üblich und wird auch innerhalb längerer Sätze gebraucht. Darüber hinaus gibt es Keigo, das System der ehrerbietigen und bescheidenen Sprache in Beruf und Dienstleistung.

  • Keigo

    敬語keigo

    Die Höflichkeitssprache mit respektvollen, bescheidenen und höflichen Formen.

Adjektive, Substantive und Zählwörter

Das Japanische kennt zwei Adjektivklassen. i-Adjektive wie 高い (takai, hoch, teuer) werden wie Verben gebeugt: 高くない (takakunai, nicht hoch), 高かった (takakatta, war hoch). na-Adjektive wie 静か (shizuka, ruhig) verhalten sich eher wie Substantive und erhalten vor einem Substantiv ein な: 静かな町 (shizuka na machi), eine ruhige Stadt.

Substantive ändern sich nicht nach der Zahl: 本 (hon) ist ein Buch oder viele. Mengen drückt man mit Zählwörtern aus, die an die Zahl treten und sich nach Form oder Art des Gezählten richten – ähnlich wie „drei Blatt Papier“ oder „zwei Stück Kuchen“: 三本 (sanbon) für drei lange, dünne Dinge wie Stifte oder Flaschen, 三枚 (sanmai) für flache wie Fahrkarten, 三人 (sannin) für drei Personen.

Weglassen, was klar ist

Subjekt und Objekt entfallen regelmäßig, wenn der Zusammenhang sie klärt. 行きます (ikimasu) allein kann „ich gehe hin“, „wir fahren hin“ oder „sie geht“ bedeuten. Wer gewohnt ist, das Subjekt immer zu nennen, empfindet das zunächst als fremd; es gehört aber zum natürlichen Japanisch, und ständiges 私 (watashi, ich) wirkt hölzern.

Häufige Fragen

Ist japanische Grammatik schwer?

Eher ungewohnt als unregelmäßig. Verben haben kaum Ausnahmen, und es gibt weder Genus noch Pluralbeugung; Satzstellung, Partikeln und weggelassene Subjekte verlangen aber ein Umdenken.

Was ist der Unterschied zwischen wa und ga?

は (wa) markiert das Thema, also worüber gesprochen wird, が (ga) das grammatische Subjekt, oft eine neue oder betonte Information. Den Unterschied lernt man nach und nach an vielen Beispielen.

Gibt es im Japanischen Zeitformen?

Es unterscheidet Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit. Die Nicht-Vergangenheit deckt Gegenwart und Zukunft ab; Verlauf und Zustand drückt man mit Formen wie -te iru aus.

Gibt es im Japanischen „du“ und „Sie“?

Nicht als Pronomen in derselben Weise. Höflichkeit steckt in den Verbformen und in Keigo; Anreden vermeidet man meist und verwendet stattdessen den Namen mit -san.

Quellen

  1. 1.The Japan Foundation – Japanese-Language Education (öffnet in neuem Tab) — The Japan Foundation
  2. 2.JF Standard for Japanese-Language Education (öffnet in neuem Tab) — The Japan Foundation
  3. 3.JLPT – N1-N5: Summary of Linguistic Competence (öffnet in neuem Tab) — The Japan Foundation / JEES

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