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Japan

Küsten · Tottori

Sanddünen von Tottori

鳥取砂丘とっとりさきゅうTottori Sakyū

Eine kleine Wüste am Japanischen Meer

Die Sanddünen von Tottori (Tottori Sakyū) sind die bekanntesten Küstendünen Japans und ziehen sich rund 16 Kilometer am Japanischen Meer östlich der Stadt Tottori entlang. Aufgebaut aus Sand, den der Sendai-Fluss heranträgt und Winterwinde landeinwärts wehen, erreichen sie stellenweise rund 50 Meter über dem Meer.

Nationalpark · 1963UNESCO Global Geopark · 2010

Überblick

Die Sanddünen von Tottori liegen an der Küste unmittelbar nördlich der Stadt Tottori, zwischen der Mündung des Sendai und dem Gebiet Fukube. Das gesamte Dünenfeld erstreckt sich über rund 16 Kilometer; gemeint ist meist der geschützte Kernbereich nahe dem Besucherzentrum, mit einem großen Kamm, dem Uma-no-se („Pferderücken“), der zwischen einer Senke und dem Meer rund 47 Meter aufragt.

Die zentralen Dünen wurden 1955 Naturdenkmal und liegen im Nationalpark San’in Kaigan sowie im UNESCO-Global-Geopark San’in Kaigan. Windrippeln, lawinenartige „Sandvorhänge“ an steilen Hängen und ein saisonaler Teich namens Oase ziehen Wanderer, Fotografen und Gleitschirmflieger an.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben Kiefernpflanzungen gegen Flugsand und veränderte Sedimentfracht des Flusses dazu geführt, dass sich Pflanzen auf den Dünen ausbreiten. Freiwillige entfernen regelmäßig Bewuchs, um die offene Sandlandschaft zu erhalten.

Landschaft und Entstehung

Der Sand stammt aus Granit des Chūgoku-Gebirges, der verwittert und vom Sendai ins Meer getragen wird. Wellen und Strömungen verteilen ihn entlang der Küste, und kräftige Nordwestwinde im Winter wehen ihn landeinwärts, wo er sich über Zehntausende von Jahren zu Dünen auftürmt. Schichten vulkanischer Asche des Daisen und anderer Vulkane in den Dünen markieren ältere Oberflächen und zeigen, dass die Dünen in mehreren Phasen entstanden.

Höhepunkte

  • Uma-no-se

    馬の背Uma-no-se

    Höchster Kamm der zentralen Dünen, etwa 47 m, mit steiler Flanke zum Meer.

  • Fūmon

    風紋fūmon

    Vom Wind in den Sand gezeichnete Rippelmuster, am schönsten frühmorgens.

  • Saren

    砂簾saren

    „Sandvorhänge“ – Streifen, die entstehen, wenn feuchter Sand steile Hänge hinabrutscht.

  • Oase

    オアシスoashisu

    Saisonaler Teich in der Senke hinter dem Uma-no-se, im Winter und Frühling von Quellen und Regen gespeist.

  • Sandmuseum

    砂の美術館Suna no Bijutsukan

    Museum neben den Dünen mit großen Sandskulpturen zu wechselnden Themen.

Ökologie

Dünenpflanzen wie Hamabōfū, Strandwinde und Sandsegge sind an wandernden Sand und Salzgischt angepasst. Die Ausbreitung eingeschleppter und heimischer Gräser über den offenen Sand ist das wichtigste Naturschutzproblem.

Flora

  • Hamabōfū

    ハマボウフウhamabōfū

    Küsten-Doldenblütler, dessen Wurzeln tief in den Sand reichen.

  • Strandwinde

    ハマヒルガオhamahirugao

    Rosa Blüten auf den Dünen im Mai und Juni.

Fauna

  • Düneninsekten

    Ameisenlöwen und im Sand lebende Käfer bewohnen den lockeren Sand.

Kultur

Die Dünen inspirierten den in Sakaiminato geborenen Fotografen Ueda Shōji, dessen inszenierte Figuren im Sand aus den 1940er- bis 1980er-Jahren zu Klassikern der japanischen Fotografie wurden. Am Dünenrand entwickelten Bauern Verfahren für den Anbau im Sand; Tottori ist für Rakkyō (Japanische Frühlingszwiebeln) von den Sandfeldern bei Fukube bekannt.

  • Ueda Shōji

    植田正治Ueda Shōji

    Fotograf, berühmt für seine surrealen Kompositionen in den Dünen; ein ihm gewidmetes Museum steht am Fuß des Daisen.

  • Rakkyō-Felder von Fukube

    福部のらっきょうFukube no rakkyō

    Zwiebelfelder im Sand östlich der Dünen, im Herbst violett blühend.

Geschichte

  1. 1955

    Die zentralen Dünen werden Naturdenkmal.

  2. 1963

    Gründung des Nationalparks San’in Kaigan.

  3. 2010

    San’in Kaigan wird Global Geopark (seit 2015 UNESCO-Global-Geopark).

  4. 2012

    Das Sandmuseum eröffnet in einem festen Gebäude.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Mild; ab Mai blüht die Strandwinde.

Sommer

Mittags wird der Sand sehr heiß; morgens und abends ist es am schönsten.

Herbst

Im Oktober und November blühen die Rakkyō-Felder; klares Licht zum Fotografieren.

Winter

Kräftige Winde formen den Sand, gelegentlich bedeckt Schnee die Dünen.

Routen und Wege

  • Vom Besucherzentrum zum Uma-no-se

    Rund 15–20 Minuten zu Fuß über den Sand bis auf den Kamm und ans Meer.

  • Aktivitäten auf den Dünen

    Gleitschirmkurse, Sandboarding und Kamelritte in ausgewiesenen Bereichen.

Praktische Hinweise

  • Busse fahren vom JR-Bahnhof Tottori in etwa 20 Minuten zu den Dünen.
  • Schuhe tragen, die voller Sand werden dürfen, und im Sommer Sonnenschutz mitnehmen.
  • Schriftzüge in den Sand zu schreiben ist per Präfekturverordnung verboten.

Häufige Fragen

Wie groß sind die Sanddünen von Tottori?

Rund 16 km entlang der Küste und bis zu etwa 2,4 km breit; der höchste Kamm, der Uma-no-se, misst etwa 47 m.

Sind die Dünen von Tottori eine Wüste?

Nein. Es sind Küstendünen in feuchtem Klima, aus Sand des Sendai, den Winterwinde landeinwärts wehen.

Wie kommt man zu den Sanddünen?

Mit dem Bus vom Bahnhof Tottori in etwa 20 Minuten.

Kann man in Tottori auf Kamelen reiten?

Ja, nahe dem Eingang werden in einem ausgewiesenen Bereich Kamelritte angeboten.

Quellen

  1. 1.山陰海岸国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  2. 2.日本ジオパークネットワーク (öffnet in neuem Tab) — 日本ジオパークネットワーク
  3. 3.鳥取県 (öffnet in neuem Tab) — 鳥取県

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