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Japan

Niigata · Stadt

Nagaoka

長岡市ながおかしNagaoka-shi

Burgstadt des Feuerwerks und des Wiederaufbaus am Shinano

Nagaoka ist die zweitgrößte Stadt der Präfektur Niigata, eine frühere Burgstadt am Shinano im Gebiet Chūetsu. Berühmt ist sie für ihr Feuerwerk am 2. und 3. August, eines der drei größten Japans, und für eine Geschichte, die vom Boshin-Krieg, dem Luftangriff von 1945 und dem Chūetsu-Erdbeben 2004 geprägt ist.

Überblick

Nagaoka liegt in der Mitte der Präfektur Niigata, dort, wo der Shinano das Hügelland verlässt und in die Echigo-Ebene eintritt. Über zweieinhalb Jahrhunderte war die Stadt Sitz des Nagaoka-Lehens der Familie Makino; heute ist sie Handels- und Industriezentrum des Chūetsu-Gebiets mit Maschinenbau- und Feinmechanikbetrieben und einer Technischen Universität.

Das Selbstverständnis der Stadt ist eng mit dem Wiederaufbau nach Katastrophen verknüpft. Im Boshin-Krieg 1868 brannte Nagaoka nieder, beim amerikanischen Luftangriff vom 1. August 1945 wurde es weitgehend zerstört, und 2004 richtete das Chūetsu-Erdbeben schwere Schäden an. Das Feuerwerk am 2. und 3. August über dem Shinano erinnert an die Kriegsopfer und die Toten des Luftangriffs und ist zum Sinnbild dieser Widerstandskraft geworden.

Durch Eingemeindungen seit 2005 reicht die Stadt heute von der Küste bei Teradomari bis zum Bergdorf Yamakoshi, dem Ursprungsort der Zierkarpfen, und umfasst ländliche Braugebiete wie Koshiji.

Sehenswürdigkeiten

  • Yamamoto-Isoroku-Gedenkmuseum

    山本五十六記念館Yamamoto Isoroku Kinenkan

    Museum zum Leben des in Nagaoka geborenen Admirals, nahe seinem Geburtshaus.

  • Kawai-Tsugunosuke-Gedenkmuseum

    河井継之助記念館Kawai Tsugunosuke Kinenkan

    Auf dem Grundstück von Kawais Wohnhaus; erzählt die Geschichte Nagaokas im Boshin-Krieg.

  • Aore Nagaoka

    アオーレ長岡Aōre Nagaoka

    Rathaus, Arena und überdachter Platz von Kuma Kengo, verkleidet mit heimischem Zedernholz.

  • Yūkyūzan-Park

    悠久山公園Yūkyūzan Kōen

    Hügelpark mit dem Schrein der Familie Makino und Tausenden Kirschbäumen.

  • Echigo-Hügelpark

    国営越後丘陵公園Kokuei Echigo Kyūryō Kōen

    Staatlicher Park im Hügelland, bekannt für seinen Rosengarten.

  • Fischmarktstraße Teradomari

    寺泊魚の市場通りTeradomari sakana no ichiba-dōri

    Reihe von Fischläden und Grillständen an der Japanmeerküste.

Stadtviertel

  • Zentrum Nagaoka

    長岡駅周辺Nagaoka-eki shūhen

    Nachkriegsraster rund um den Bahnhof, der auf dem Gelände der Burg steht.

  • Yamakoshi

    山古志Yamakoshi

    Bergbezirk mit Reisterrassen, Koi-Teichen und Stierkämpfen (Ushi no tsunotsuki).

  • Settaya und Koshiji

    摂田屋Settaya

    Brauviertel: In Settaya stehen alte Sake-, Miso- und Sojasaucenbrauereien, in Koshiji große Sakehersteller.

  • Teradomari

    寺泊Teradomari

    Alter Hafen an der Japanmeerküste, früher Übergangsort nach Sado.

  • Tochio

    栃尾Tochio

    Hügelstädtchen, bekannt für seinen großen frittierten Tofu (Aburage).

Geschichte

1618 übernahm die Familie Makino Nagaoka und regierte bis zur Meiji-Restauration. Im Boshin-Krieg strebte der Lehensminister Kawai Tsugunosuke eine bewaffnete Neutralität an, doch die Kämpfe mit der Armee der neuen Regierung zerstörten 1868 die Burgstadt. 1870 verwendete das verarmte Lehen eine Spende von hundert Ballen Reis nicht zur Speisung, sondern zur Gründung einer Schule – die Episode „Kome Hyappyō“ wurde zum Inbegriff der Investition in Bildung.

Später wuchs Nagaoka, begünstigt durch das Higashiyama-Ölfeld, zur Industriestadt. Nach dem Luftangriff 1945 entstand das Zentrum auf neuem Straßenraster. Das Chūetsu-Erdbeben vom 23. Oktober 2004 schnitt Yamakoshi von der Außenwelt ab; die Bewohner wurden per Hubschrauber evakuiert.

  1. 1618

    Makino Tadanari wird Herr von Nagaoka und legt die Burgstadt an.

  2. 1868

    Boshin-Krieg: Nagaoka fällt nach heftigen Kämpfen; Kawai Tsugunosuke wird tödlich verwundet.

  3. 1870

    Kome Hyappyō: Gespendeter Reis wird verkauft, um die Kokkan-Schule zu finanzieren.

  4. 1906

    Nagaoka erhält Stadtrecht.

  5. 1945

    Ein Luftangriff am 1. August zerstört den größten Teil des Zentrums.

  6. 1982

    Eröffnung des Jōetsu-Shinkansen mit Halt in Nagaoka.

  7. 2004

    Das Chūetsu-Erdbeben; Yamakoshi wird evakuiert.

  8. 2005

    Beginn der Eingemeindungen von Yamakoshi, Tochio und weiteren Orten; die Stadt reicht nun bis zur Küste.

  9. 2012

    Das von Kuma Kengo entworfene Bürgerzentrum Aore Nagaoka öffnet am Bahnhof.

Kultur

Die Bürgerkultur Nagaokas beruft sich auf die Kome-Hyappyō-Geschichte und die Idee des Wiederaufbaus durch Bildung. Das Feuerwerk ist das große öffentliche Ereignis: riesige Kugelbomben, die „Phönix“-Darbietung für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und die weißen Shiragiku-Bomben zum Gedenken an die Kriegstoten. In Yamakoshi finden von Frühjahr bis Herbst Stierkämpfe (Ushi no tsunotsuki) statt, ein Wichtiges Immaterielles Volkskulturgut; der Bezirk gilt zudem als Wiege der Nishikigoi-Zucht.

Feste

  • Feuerwerk von Nagaoka

    長岡まつり大花火大会Nagaoka Matsuri Ōhanabi Taikai

    Jedes Jahr am 2. und 3. August über dem Shinano; am 1. August geht eine Gedenkfeier für die Opfer des Luftangriffs voraus.

  • Stierkampf in Yamakoshi

    牛の角突きushi no tsunotsuki

    Kämpfe zwischen Stieren, die abgebrochen werden, bevor ein Tier verletzt wird; regelmäßig von Frühjahr bis Herbst.

Essen

  • Ingwer-Soja-Ramen

    長岡生姜醤油ラーメンNagaoka shōga shōyu rāmen

    Sojasaucen-Ramen mit kräftiger Ingwernote, seit der Nachkriegszeit ein lokaler Klassiker.

  • Aburage aus Tochio

    栃尾の油揚げTochio no aburage

    Dicker, übergroßer frittierter Tofu, gegrillt und mit Sojasauce und Frühlingszwiebeln gegessen.

  • Sake

    地酒jizake

    Nagaoka gehört zu den Städten Japans mit den meisten Sakebrauereien.

  • Gegrillter Fisch in Teradomari

    浜焼きhamayaki

    Fisch und Tintenfisch am Spieß, gegrillt an den Marktständen der Küste.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Nagaoka liegt am Jōetsu-Shinkansen, etwa anderthalb Stunden von Tokio und rund 20 Minuten von Niigata entfernt.
  • Die Shin'etsu-Hauptlinie führt nach Kashiwazaki und Naoetsu, die Jōetsu-Linie nach Ojiya und Uonuma.
  • Busse verbinden den Bahnhof mit Yūkyūzan, Settaya und den Außenbezirken; Yamakoshi und Teradomari erreicht man am besten mit dem Auto.

Ausflüge

  • Niigata

    新潟市Niigata-shi

    Präfekturhauptstadt und Fährhafen nach Sado, 20 Minuten mit dem Shinkansen.

  • Ojiya

    小千谷Ojiya

    Stadt des Ojiya-Chijimi-Ramiestoffs, der Koi-Zuchten und der Hegi-Soba.

  • Echigo-Yuzawa

    越後湯沢Echigo-Yuzawa

    Thermal- und Skiort des „Schneelands“, 30 Minuten mit dem Shinkansen.

  • Insel Sado

    佐渡Sado

    Goldmineninsel, erreichbar über die Fährhäfen Niigata oder Naoetsu.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wann findet das Feuerwerk von Nagaoka statt?

Jedes Jahr am 2. und 3. August über dem Shinano, unabhängig vom Wochentag.

Was hat es mit „Kome Hyappyō“ auf sich?

1870 erhielt das kriegszerstörte Lehen Nagaoka hundert Ballen Reis als Hilfe. Der Gefolgsmann Kobayashi Torasaburō ließ sie verkaufen und davon eine Schule gründen, weil Bildung die Zukunft sichere.

Wie weit ist Nagaoka von Tokio entfernt?

Mit dem Jōetsu-Shinkansen etwa anderthalb Stunden.

Wofür ist Yamakoshi bekannt?

Für Reisterrassen, Koi-Zucht und Stierkämpfe – und als Bergdorf, das nach dem Chūetsu-Erdbeben 2004 abgeschnitten war und evakuiert werden musste.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.長岡市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 長岡市
  3. 3.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

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