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Japan

Niigata · Stadt

Sado

佐渡市さどしSado-shi

Insel des Goldes, der Verbannten und des Nō im Japanischen Meer

Sado ist eine große Insel im Japanischen Meer vor Niigata, die seit 2004 eine einzige Stadt bildet. Bekannt ist sie für ihre Goldminen – seit 2024 UNESCO-Welterbe –, ihre Geschichte als Verbannungsort, die Nō- und Volkstheatertradition und als Ort, an dem der Nipponibis in Japan wieder angesiedelt wurde.

Überblick

Sado liegt etwa 35 Kilometer vor der Küste Niigatas und besteht aus zwei parallelen Höhenzügen – dem Ōsado-Gebirge im Norden und dem Kosado-Hügelland im Süden –, zwischen denen sich die fruchtbare Kuninaka-Ebene erstreckt. Die Insel gehört zu den größten Japans außerhalb der vier Hauptinseln; ihre Küste ist felsig und stark gegliedert, die Dörfer bestehen aus Holzhäusern.

Jahrhundertelang schickte der Hof Missliebige hierher in die Verbannung, darunter einen abgedankten Kaiser, den Mönch Nichiren und den Nō-Dichter Zeami. Ab 1601 machten die Gold- und Silberminen von Aikawa Sado zu einer der bedeutendsten Edelmetallquellen der Welt; das Shogunat verwaltete die Insel direkt. Die Minen, die bis 1989 in Betrieb waren, wurden 2024 als „Goldminen der Insel Sado“ in die Welterbeliste aufgenommen.

Die Mischung aus höfischer, samuraischer und bergmännischer Kultur lebt in den vielen Nō-Bühnen, im Volkslied Sado Okesa und im Dämonentrommeln fort; das Taiko-Ensemble Kodō hat die Insel international bekannt gemacht. Zudem wurde auf Sado der Nipponibis (Toki) vor dem Aussterben bewahrt und wieder ausgewildert.

Sehenswürdigkeiten

  • Sado Kinzan und Dōyū no Wareto

    道遊の割戸Dōyū no wareto

    Ein durch Tagebau in zwei Hälften gespaltener Berg über den Sōdayū-Stollen der Edo-Zeit bei Aikawa.

  • Flotationsanlage Kitazawa

    北沢浮遊選鉱場Kitazawa fuyū senkōba

    Terrassenförmige Betonruinen einer Erzaufbereitung aus den 1930er-Jahren in Aikawa.

  • Seifengoldmine Nishimikawa

    西三川砂金山Nishimikawa sakinzan

    Frühe Goldgewinnung, bei der ganze Hänge mit umgeleitetem Wasser abgetragen wurden; Teil des Welterbes.

  • Shukunegi

    宿根木Shukunegi

    Dicht bebautes Dorf der Schiffbauer und Reeder, als historisches Ensemble geschützt.

  • Myōsen-ji

    妙宣寺Myōsen-ji

    Nichiren-Tempel mit fünfstöckiger Pagode, einem Wichtigen Kulturgut.

  • Toki-Waldpark

    トキの森公園Toki no Mori Kōen

    Zucht- und Informationszentrum für den Nipponibis in der Kuninaka-Ebene.

  • Senkaku-Bucht

    尖閣湾Senkaku-wan

    Klippen und Brandungspfeiler an der Nordwestküste bei Aikawa.

Stadtviertel

  • Aikawa

    相川Aikawa

    Die frühere Bergbaustadt mit Statthalteramt, Mine und Goldbergbaumuseum.

  • Ryōtsu

    両津Ryōtsu

    Wichtigster Fährhafen an der Ostküste, am Kamo-See.

  • Ogi

    小木Ogi

    Hafen im Süden, bekannt für Tarai-bune-Zuberboote und die Earth Celebration.

  • Mano

    真野Mano

    Gebiet der alten Provinzhauptstadt und des Provinztempels sowie des Grabes Kaiser Juntokus.

  • Kuninaka-Ebene

    国中平野Kuninaka heiya

    Zentrale Reisebene, in deren Feldern die Ibisse nach Nahrung suchen.

Geschichte

Sado bildete seit alters eine eigene Provinz und galt spätestens in der Heian-Zeit als Ort der fernen Verbannung. Der abgedankte Kaiser Juntoku wurde nach dem Jōkyū-Krieg 1221 hierher verbannt und starb auf der Insel; Nichiren verbrachte ab 1271, Zeami ab 1434 sein Exil auf Sado.

Die Entdeckung reicher Gold- und Silberadern bei Aikawa 1601 veränderte die Insel grundlegend. Das Tokugawa-Shogunat setzte einen Statthalter ein, und Aikawa wuchs zur Bergbaustadt mit Zehntausenden Einwohnern. Nach der Meiji-Restauration förderten erst der Staat, dann Mitsubishi weiter, bis der Bergbau 1989 endete. 2004 schlossen sich alle Gemeinden der Insel zur Stadt Sado zusammen.

  1. 1221

    Der abgedankte Kaiser Juntoku wird nach dem Jōkyū-Krieg nach Sado verbannt.

  2. 1271

    Der Mönch Nichiren wird nach Sado verbannt und verfasst hier wichtige Schriften.

  3. 1434

    Der Nō-Meister Zeami wird nach Sado verbannt.

  4. 1601

    Goldfund bei Aikawa; bald darauf übernimmt das Shogunat die direkte Kontrolle.

  5. 1896

    Die Minen gehen aus Staatsbesitz an Mitsubishi über.

  6. 1981

    Die letzten wilden Nipponibisse Japans werden zur Zucht eingefangen; das Trommelensemble Kodō wird auf Sado gegründet.

  7. 1989

    Ende des Bergbaus auf Sado.

  8. 2004

    Alle Städte und Dörfer der Insel fusionieren zur Stadt Sado.

  9. 2008

    Erste Auswilderung in Gefangenschaft gezüchteter Nipponibisse auf Sado.

  10. 2024

    Die Goldminen der Insel Sado werden UNESCO-Welterbe.

Kultur

Sado gilt als Insel der darstellenden Künste. Über dreißig Nō-Bühnen sind erhalten, viele an Dorfschreinen, und in der warmen Jahreszeit spielen Laiengruppen. Das Oni-daiko, ein Dämonentrommeln, das bei Frühlingsfesten von Haus zu Haus zieht, ist in Dörfern auf der ganzen Insel verbreitet; Sado Okesa und Aikawa Ondo stammen aus der Bergbaustadt. Das in Ogi ansässige Ensemble Kodō hat das japanische Taiko auf Bühnen in aller Welt gebracht. Zum Inselalltag gehörten auch die Tarai-bune von Ogi: runde Zuberboote, mit denen man in den Felsbuchten Muscheln und Algen sammelte.

Feste

  • Earth Celebration

    Internationales Festival von Kodō in Ogi jeden August, mit Konzerten und Workshops.

  • Aikawa Kōzan Matsuri

    相川鉱山祭Aikawa Kōzan Matsuri

    Sommerfest der Bergbaustadt mit Sado-Okesa-Tänzen auf den Straßen.

  • Oni-daiko bei Frühlingsfesten

    鬼太鼓ondeko

    Bei den Schreinfesten im April ziehen Dämonentrommler von Haus zu Haus, um Unheil zu vertreiben.

Essen

  • Kan-Buri

    寒ブリkan-buri

    Wintergelbschwanz, rund um die Insel gefangen.

  • Reis von Sado

    佐渡米Sado-mai

    Koshihikari aus ibisfreundlichem Anbau in der Kuninaka-Ebene.

  • Austern vom Kamo-See

    加茂湖の牡蠣Kamo-ko no kaki

    Austern aus dem Brackwassersee bei Ryōtsu.

  • Sake

    地酒jizake

    Mehrere Inselbrauereien brauen Sake aus Sado-Reis.

Unterwegs vor Ort

  • Autofähren und Tragflügelboote verbinden Niigata mit Ryōtsu; eine Fähre verkehrt zwischen Naoetsu (Jōetsu) und Ogi.
  • Inselbusse fahren von Ryōtsu durch die Kuninaka-Ebene nach Sawada und Aikawa sowie entlang der Küsten; auf abgelegenen Strecken ist das Angebot dünn.
  • Für die Nordküste, Shukunegi und die kleineren Nō-Bühnen ist ein Mietwagen am praktischsten.

Ausflüge

  • Niigata

    新潟市Niigata-shi

    Die Präfekturhauptstadt jenseits der Meerenge, etwa eine Stunde mit dem Tragflügelboot.

  • Ōsado Skyline

    大佐渡スカイラインŌsado Sukairain

    Bergstraße über den nördlichen Höhenzug ab Aikawa mit Blick auf beide Küsten.

  • Ōno-game

    大野亀Ōno-game

    Landspitze im äußersten Norden, im Frühsommer von Taglilien bedeckt.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Was umfasst das Welterbe „Goldminen der Insel Sado“?

Das 2024 eingetragene Welterbe umfasst die Seifengoldmine Nishimikawa und die Minen von Aikawa-Tsurushi, in denen über Jahrhunderte, vor allem in der Edo-Zeit, Gold in Handarbeit gewonnen wurde.

Wie viel Zeit sollte man für Sado einplanen?

Zwei bis drei Tage reichen für Aikawa, die Kuninaka-Ebene, Ogi und Shukunegi; als Tagesausflug von Niigata lässt sich nur ein Teil der Insel besuchen.

Was ist ein Tarai-bune?

Ein rundes Zuberboot aus Holz mit Bambusreifen, mit dem in den Felsbuchten um Ogi Muscheln und Algen gesammelt wurden. Im Hafen von Ogi können Besucher mitfahren.

Kann man auf Sado Nipponibisse sehen?

Im Toki-Waldpark sind Ibisse zu sehen; die ausgewilderten Vögel leben frei und suchen oft in den Reisfeldern der Kuninaka-Ebene nach Nahrung.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.佐渡市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 佐渡市
  3. 3.World Heritage List (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  4. 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

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