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Japan

Japanisch lernen

Hiragana

平仮名ひらがなhiragana

Die erste Schrift, die alle Lernenden kennenlernen

Hiragana ist die japanische Grundsilbenschrift aus 46 Zeichen, von denen jedes eine Silbe wie ka, shi oder n wiedergibt. Sie schreibt Endungen, Partikeln und einheimische Wörter; jedes japanische Wort lässt sich in ihr darstellen.

Hiragana ist die runde, fließende Schrift, die geschriebenes Japanisch zusammenhält. Mit ihr schreibt man die Partikeln, die Subjekt und Objekt markieren, die Endungen von Verben und Adjektiven und viele Alltagswörter. Kinder lernen sie zuerst, und Bilderbücher sind vollständig in Hiragana gesetzt.

Für Lernende ist sie das Tor zur Sprache. Wer Hiragana beherrscht, kommt ohne lateinische Umschrift aus, spricht genauer aus und kann Kanji gleich mit ihren Lesungen lernen. Bei regelmäßigem Üben sitzt die Grundtabelle meist nach ein bis zwei Wochen.

Die Grundtabelle (Gojūon)

Die Tabelle heißt Gojūon, „fünfzig Laute“, nach ihrem traditionellen Raster aus fünf mal zehn Feldern. Die Spalten folgen den Vokalen a, i, u, e, o, die Zeilen den Konsonanten k, s, t, n, h, m, y, r und w. Einige Felder sind außer Gebrauch gekommen, deshalb hat das moderne Japanisch 46 statt fünfzig Grundzeichen. Japanische Wörterbücher sind nach dieser Tabelle geordnet, nicht nach dem lateinischen Alphabet.

Für deutsche Leser wichtig: Die Umschrift folgt dem Hepburn-System, das sich an der englischen Aussprache orientiert. し (shi) klingt wie „schi“, ち (chi) wie „tschi“, つ (tsu) wie „zu“, und y ist das deutsche j. を spricht man o und verwendet es nur als Objektpartikel; ん ist das einzige Zeichen für einen einzelnen Konsonanten.

aiueo
–あ aい iう uえ eお o
kか kaき kiく kuけ keこ ko
sさ saし shiす suせ seそ so
tた taち chiつ tsuて teと to
nな naに niぬ nuね neの no
hは haひ hiふ fuへ heほ ho
mま maみ miむ muめ meも mo
yや yaゆ yuよ yo
rら raり riる ruれ reろ ro
wわ waを o (wo)
nん n

Stimmhafte Laute: Dakuten und Handakuten

Zwei kleine Zeichen erweitern die Tabelle. Zwei Striche rechts oben, Dakuten genannt, machen den Konsonanten stimmhaft: か ka wird zu が ga, さ sa zu ざ za, た ta zu だ da und は ha zu ば ba. Ein kleiner Kreis, das Handakuten, verwandelt die h-Reihe in p: は ha wird zu ぱ pa. Das z der Umschrift ist ein stimmhaftes s wie in „Sonne“, das j ein „dsch“.

ぢ und づ klingen wie じ und ず und kommen nur in wenigen Wörtern vor, meist dort, wo in einer Zusammensetzung ein ursprüngliches ち oder つ stimmhaft wird, etwa in はなぢ (hanaji, Nasenbluten).

aiueo
gが gaぎ giぐ guげ geご go
zざ zaじ jiず zuぜ zeぞ zo
dだ daぢ jiづ zuで deど do
bば baび biぶ buべ beぼ bo
pぱ paぴ piぷ puぺ peぽ po

Zusammengezogene Laute (Yōon)

Silben wie kya, sho oder ryu schreibt man mit einem Zeichen der i-Spalte und einem kleinen や, ゆ oder よ. Die Größe ist entscheidend: きよ ist kiyo mit zwei Silben, きょ dagegen kyo mit einer. Solche Verbindungen sind in sinojapanischen Wörtern allgegenwärtig, etwa in とうきょう (Tōkyō) und りょこう (ryokō, Reise).

yayuyo
kきゃ kyaきゅ kyuきょ kyo
sしゃ shaしゅ shuしょ sho
tちゃ chaちゅ chuちょ cho
nにゃ nyaにゅ nyuにょ nyo
hひゃ hyaひゅ hyuひょ hyo
mみゃ myaみゅ myuみょ myo
rりゃ ryaりゅ ryuりょ ryo
gぎゃ gyaぎゅ gyuぎょ gyo
jじゃ jaじゅ juじょ jo
bびゃ byaびゅ byuびょ byo
pぴゃ pyaぴゅ pyuぴょ pyo

Kleines tsu und lange Vokale

Ein kleines っ verdoppelt den folgenden Konsonanten und fügt eine kurze Pause ein: きって (kitte, Briefmarke) ist etwas anderes als きて (kite, komm). In der Umschrift erscheint das als Doppelkonsonant.

Lange Vokale schreibt man, indem man einen Vokal anhängt: おかあさん (okāsan, Mutter), おにいさん (onīsan, älterer Bruder). Langes o wird meist mit う geschrieben, wie in とうきょう (Tōkyō) und がっこう (gakkō, Schule), langes e meist mit い, wie in せんせい (sensei, Lehrer). Die Vokallänge unterscheidet Bedeutungen und muss von Anfang an mitgelernt werden.

Partikeln mit Sonderschreibung

Drei Partikeln behalten historische Schreibungen. Die Themapartikel schreibt man は, spricht sie aber wa; die Richtungspartikel schreibt man へ und spricht e; die Objektpartikel ist を, gesprochen o. Auch こんにちは (konnichiwa) endet deshalb auf は: Der Gruß war ursprünglich eine Wendung im Sinne von „was den heutigen Tag betrifft“.

Wie man Hiragana lernt

Wer Zeile für Zeile lernt und jedes Zeichen in der richtigen Strichfolge von Hand schreibt, behält die Formen besser als durch bloßes Lesen. Merkbilder helfen bei ähnlichen Zeichen wie ぬ und め, さ und ち oder は und ほ.

Nach der Tabelle festigt nichts so schnell wie Lesen: Kinderbücher, Lektüren für Lernende und Lehrbuchdialoge. Auch das Tippen am Smartphone oder Computer trainiert das Erkennen, weil die Eingabe über Kana läuft und erst dann in Kanji umgewandelt wird.

  • Strichfolge

    筆順hitsujun

    Grundsätzlich von oben nach unten und von links nach rechts; die richtige Folge hält die Handschrift lesbar.

  • Verwechslungskandidaten

    ぬ/め, ね/れ/わ, さ/ち, る/ろ, は/ほ und い/り sind die üblichen Stolpersteine.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, Hiragana zu lernen?

Bei täglichem Üben können die meisten Lernenden die 46 Grundzeichen nach ein bis zwei Wochen lesen. Flüssiges Lesen braucht länger und entsteht durch regelmäßigen Umgang mit Texten.

Reichen Hiragana, um Japanisch zu lesen?

Für Kinderbücher und Lehrbuchdialoge ja. Alltagstexte schreiben die meisten Inhaltswörter aber in Kanji und Lehnwörter in Katakana.

Warum spricht man „shi“ und nicht „si“?

Die übliche Hepburn-Umschrift gibt die tatsächliche Aussprache wieder, die eher „schi“ klingt. Andere Systeme wie Kunrei-shiki schreiben si, beschreiben aber denselben Laut.

Was unterscheidet Hiragana von Katakana?

Beide geben dieselben Laute wieder. Hiragana dient für einheimische Wörter und Grammatik, Katakana vor allem für Lehnwörter, ausländische Namen und Hervorhebungen.

Quellen

  1. 1.The Japan Foundation – Japanese-Language Education (öffnet in neuem Tab) — The Japan Foundation
  2. 2.現代仮名遣い(昭和61年内閣告示第1号) (öffnet in neuem Tab) — 文化庁 (Agency for Cultural Affairs)
  3. 3.MARUGOTO Japanese Language and Culture (öffnet in neuem Tab) — The Japan Foundation

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