Berge · Nagano
Kiso-komagatake
木曽駒ヶ岳きそこまがたけKiso-komagatakeHöchster Gipfel der Zentralalpen, über dem Seilbahnkar Senjōjiki.
Der Kiso-komagatake (木曽駒ヶ岳), 2.956 m, ist der höchste Gipfel der Zentralalpen (Kiso-Gebirge) in der Präfektur Nagano. Eine Seilbahn bringt Besucher in das Gletscherkar Senjōjiki in rund 2.600 m, von dort ist der Granitgipfel in etwa zwei Stunden erreicht.
Überblick
Die Zentralalpen bilden eine schmale Granitkette zwischen dem Kiso-Tal im Westen und dem Ina-Tal im Osten; ihr höchster Punkt ist der Kiso-komagatake mit 2.956 m. Bekannt ist er vor allem für das Kar Senjōjiki an seiner Ostseite – das „Kar der tausend Tatami“ –, in dem die 1967 eröffnete Komagatake-Seilbahn an der höchstgelegenen Seilbahnstation Japans ankommt.
Die Seilbahn macht den Kiso-komagatake zu einem der am leichtesten erreichbaren Hochgipfel des Landes: Ein fast 3.000 m hoher Gipfel lässt sich von Komagane aus an einem Tag besteigen. Die Zentralalpen, lange ein Präfekturnaturpark, wurden 2020 zum Quasi-Nationalpark erklärt.
Landschaft und Entstehung
Der Kiso-komagatake besteht aus Granit der späten Kreidezeit, der entlang von Verwerfungen am Rand des Ina-Tals gehoben wurde. Eiszeitliche Gletscher schürften die Kare Senjōjiki und Nōgaike aus; Moränen und geschliffener Fels sind gut zu erkennen. Die Verwitterung des Granits liefert hellen Grus (masa) und scharfe Felszacken wie den Hōken-dake, dessen Felsnadel über dem Kar aufragt.
Höhepunkte
Kar Senjōjiki
千畳敷カールSenjōjiki kāruGletscherkar in etwa 2.600 m mit Blumenwiesen, Schneefeldern bis in den Juli und einem Hotel an der Seilbahnstation.
Hōken-dake
宝剣岳Hōken-dake2.931 m hohe Felsspitze über Senjōjiki, auf einer ausgesetzten, mit Ketten gesicherten Route überschritten.
Nōgaike
濃ヶ池NōgaikeKleiner Karsee an der Nordseite des Gipfels.
Ökologie
Die Zentralalpen liegen zwischen Nord- und Südalpen und teilen viele ihrer Hochgebirgspflanzen. Die Wiesen von Senjōjiki blühen ab Juli, die Grate tragen Zwergkiefern. Das Alpenschneehuhn verschwand in den 1960er-Jahren aus dem Gebirge; nachdem 2018 ein einzelnes Weibchen aufgetaucht war, wird seit 2020 wieder eine kleine Population aufgebaut.
Flora
Chinguruma
チングルマchingurumaPrägt die Schneetälchen im Kar.
Komakusa
コマクサkomakusaWächst auf dem Granitgrus der Grate.
Kurumayuri
クルマユリkurumayuriOrangefarbene Lilien in den Sommerwiesen von Senjōjiki.
Fauna
Alpenschneehuhn
ライチョウraichōGegenstand eines Wiederansiedlungsprogramms des Umweltministeriums.
Japanischer Serau
カモシカkamoshikaIn den Wäldern und an Felshängen zu sehen.
Kultur
Der Komagatake Jinja mit inneren Schreinen auf dem Gipfel und Talschreinen auf der Kiso- und der Ina-Seite machte den Berg zum Verehrungsziel; in der Edo-Zeit stiegen Pilger aus dem Kiso-Tal in großer Zahl hinauf. Im August 1913 geriet eine Schulexpedition aus Nakaminowa am Gipfelgrat in einen Taifun; der Schulleiter und zehn Schüler starben. Ihr Gedenkstein inspirierte Nitta Jirōs Roman „Seishoku no Ishibumi“ (1976).
Komagatake Jinja
駒ヶ岳神社Komagatake JinjaGipfelschreine sowie Talschreine in Kiso und im Dorf Miyada auf der Ina-Seite.
Gedenkstein für das Unglück von 1913
遭難記念碑sōnan kinenhiStein am Grat nahe der Abzweigung zum Nōgaike, der an die Opfer erinnert.
Geschichte
Edo-Zeit
Pilger aus dem Kiso-Tal steigen zum Komagatake Jinja auf dem Gipfel.
1913
Eine Schulgruppe aus Nakaminowa gerät in einen Taifun; elf Menschen sterben.
1967
Die Komagatake-Seilbahn nach Senjōjiki wird eröffnet.
2020
Ausweisung des Quasi-Nationalparks Chūō Alps.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Die Seilbahn fährt, doch Senjōjiki ist bis in den Juni verschneit und lawinengefährdet; höher hinauf nur mit Ausrüstung und Erfahrung.
Sommer
Ab Juli blühen die Wiesen im Kar; die Hauptsaison bringt an Spitzentagen lange Wartezeiten an der Seilbahn.
Herbst
Laubfärbung in Senjōjiki um Ende September, im Oktober auch im Tal.
Winter
Das Kar wird zur Schneeschüssel für erfahrene Skibergsteiger; die Lawinengefahr ist erheblich.
Routen und Wege
Senjōjiki – Hacchō-zaka – Gipfel
Von der Seilbahnstation durch das Kar und den steilen Hacchō-zaka zum Nakadake und zum Kiso-komagatake; etwa 2 Stunden, mittelschwer.
Überschreitung des Hōken-dake
Vom Nakadake über die Felsspitze des Hōken-dake und den Grat Gokuraku-daira zurück nach Senjōjiki; ausgesetzte Ketten, nur für Erfahrene.
Uematsu-Route (Kiso)
Der alte Pilgerweg von der Kiso-Seite, ein langer Aufstieg von 7–8 Stunden durch Wald; meist mit Übernachtung.
Praktische Hinweise
- Anreise per Bus von Komagane nach Shirabidaira und weiter mit der Komagatake-Seilbahn; die Straße nach Shirabidaira ist für Privatwagen gesperrt.
- Senjōjiki liegt in rund 2.600 m: Der schnelle Aufstieg per Seilbahn kann Höhenkrankheit auslösen, warme Kleidung ist auch im Sommer nötig.
- An Spitzentagen im Sommer und Herbst Wartezeiten an Bus und Seilbahn einplanen.
- Schnee hält sich bis in den Frühsommer; vor dem Hacchō-zaka die Verhältnisse prüfen.
Häufige Fragen
Wie besteigt man den Kiso-komagatake am einfachsten?
Mit der Komagatake-Seilbahn von Shirabidaira oberhalb von Komagane zur Station Senjōjiki in etwa 2.610 m, dann durch das Kar und über den Steilhang Hacchō-zaka zum Nakadake und zum Gipfel – rund zwei Stunden.
Woher stammt der Name?
Komagatake bedeutet „Fohlengipfel“; viele japanische Berge tragen diesen Namen, angeblich nach pferdeförmigen Schneeflecken im Frühjahr. Der Zusatz Kiso unterscheidet ihn vom Kai-komagatake in den Südalpen jenseits des Ina-Tals.
Lohnt sich Senjōjiki auch ohne Gipfel?
Ja. Ein Rundweg über den Karboden dauert etwa 40 Minuten und führt durch Alpenblumenwiesen unter den Felsen des Hōken-dake.
Was geschah 1913?
Im August 1913 geriet eine Schulgruppe aus Nakaminowa am Gipfelgrat in einen Taifun; der Schulleiter und zehn Schüler kamen ums Leben. Nitta Jirō verarbeitete das Unglück im Roman „Seishoku no Ishibumi“.
Weiterlesen
Quellen
- 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
- 2.国定公園一覧(中央アルプス国定公園) (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
- 3.長野県公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 長野県 (Nagano Prefecture)