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Japan

Berge · Nagano, Gifu

Yari-ga-take

槍ヶ岳やりがたけYari-ga-take

Die unverwechselbare Felsnadel im Zentrum der Nordalpen.

Der Yari-ga-take (槍ヶ岳), 3.180 m, ist der speerförmige Gipfel der Nordalpen an der Grenze von Nagano und Gifu, der fünfthöchste Berg Japans und sein bekanntestes alpines Wahrzeichen. Der Mönch Banryū bestieg ihn 1828 als Erster; heute führen lange Tal- und Gratrouten hinauf, zuletzt über Leitern und Ketten an der Gipfelnadel.

Höhe: 3.180 mNationalpark · 1934100 berühmte Berge

Überblick

Von fast überall in den Nordalpen sieht man die scharfe Spitze des Yari-ga-take („Speergipfel“) – der natürliche Orientierungspunkt des Gebirges. Mit 3.180 m ist er der fünfthöchste Berg Japans. Vier lange Grate strahlen wie Speichen von seinem Gipfel aus: der Kita-kama-Grat nach Norden, der Higashi-kama-Grat nach Osten, der Nishi-kama-Grat nach Westen und der Grat nach Süden zur Hotaka-Kette.

Der Yari-ga-take gehört zu den meistbestiegenen Hochgipfeln Japans. In den Fels gebaute Hütten unter der Nadel, der lange Talweg von Kamikōchi und die luftigen Grate machen ihn zu einem Initiationsberg japanischer Bergwanderer; sein Umriss ziert unzählige Abzeichen, Etiketten und Embleme.

Landschaft und Entstehung

Der Yari-ga-take ist ein Karling: In der letzten Eiszeit fraßen sich Gletscher von mehreren Seiten in den Berg und ließen vier Kare und eine scharfe Mittelpyramide zurück. Im Kar Yarisawa im Südosten sind noch Moränen erhalten, am Tenguhara geschliffener Fels und kleine Seen. Das Gestein besteht großenteils aus Hornfels und vulkanischer Brekzie, durch spätere Intrusionen gehärtet – deshalb hat die Nadel der Erosion widerstanden.

Höhepunkte

  • Gipfelnadel (Yari no Hosaki)

    槍の穂先Yari no hosaki

    Der letzte Felsturm mit Leitern und Ketten; der Gipfel ist eine kleine Plattform mit Schrein.

  • Kita-kama-Grat

    北鎌尾根Kita-kama one

    Weglose Nordkante, eine ernste Kletterroute, verbunden mit dem Tod des Bergsteigers Matsunami Kōkichi 1949.

  • Omote-ginza

    表銀座Omote-ginza

    Beliebte Gratroute vom Tsubakuro-dake zum Yari-ga-take mit ständigem Blick auf die Nadel.

  • Tenguhara

    天狗原Tengu-ppara

    Eiszeitliches Becken mit kleinem Teich, in dem sich an windstillen Morgen die Nadel spiegelt.

Ökologie

In den Zustiegstälern wachsen Lärchen, Tannen und Birken; oberhalb von 2.500 m beginnen Zwergkiefern, Geröll und Schneefelder. Der hohe Fels trägt nur eine dünne Alpenflora, doch die Wiesen in den Talschlüssen blühen im Juli.

Flora

  • Komakusa

    コマクサkomakusa

    Die rosa „Königin der Alpenpflanzen“ wächst auf dem Schotter des Omote-ginza-Grats.

  • Zwergkiefer

    ハイマツhaimatsu

    Bedeckt die Grate unterhalb der Nadel.

  • Chinguruma

    チングルマchinguruma

    Zwergstrauch, dessen weiße Blüten und fedrige Fruchtstände die Schneetälchen füllen.

Fauna

  • Alpenschneehuhn

    ライチョウraichō

    Lebt in der Zwergkiefernzone rund um die Hütten.

  • Alpenbraunelle

    イワヒバリiwahibari

    Kleiner Vogel der Gipfelfelsen, der kaum Scheu vor Wanderern zeigt.

Kultur

Banryū (1786–1840), ein Wandermönch der Schule des Reinen Landes aus Etchū, erreichte 1828 den Gipfel, stellte dort Buddhabilder auf und brachte Ketten an, damit auch einfache Gläubige folgen konnten. Seine Meditationshöhle, die Banryū-kutsu, ist am Yarisawa-Weg erhalten. Nitta Jirō erzählte seine Geschichte im Roman „Yarigatake kaisan“ (1968) nach, und die Schicksale von Bergsteigern am Kita-kama-Grat machten den Berg zu einem Sinnbild des japanischen Alpinismus; der englische Missionar Walter Weston stand 1892 auf dem Gipfel.

  • Banryū-kutsu

    播隆窟Banryū-kutsu

    Felsunterstand, in dem Banryū die Besteigung vorbereitete, am Yarisawa-Weg.

  • Yari-ga-take-sansō

    槍ヶ岳山荘Yari-ga-take-sansō

    Eine der größten Hütten der Alpen, am Fuß der Nadel in etwa 3.080 m.

  • Kamikōchi

    上高地Kamikōchi

    Hochtal, in dem der Yarisawa-Weg beginnt, rund 22 km vom Gipfel entfernt.

Geschichte

  1. 1828

    Erste überlieferte Besteigung durch den Mönch Banryū.

  2. 1892

    Walter Weston besteigt den Yari-ga-take.

  3. 1934

    Ausweisung des Nationalparks Chūbu-Sangaku.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Tiefer Schnee bis Juni; das Yarisawa ist im Frühjahr eine Lawinenbahn, die Nadel vereist.

Sommer

Hauptsaison von Juli bis September. Im oberen Yarisawa liegt bis in den August Schnee; Gewitter am Nachmittag sind an der Nadel eine echte Gefahr.

Herbst

Laubfärbung in den Tälern ab Ende September, erster Gipfelschnee oft Anfang Oktober. Anfang November schließen die Hütten.

Winter

Ein ernstes Winterziel; nur erfahrene Alpinisten wagen die langen Zustiege.

Routen und Wege

  • Yarisawa-Route ab Kamikōchi

    Der Normalweg: rund 9–10 Stunden Gehzeit am Azusa entlang und durch das Yarisawa hinauf, meist auf zwei Tage verteilt. Lang, aber bis zur Nadel technisch einfach.

  • Omote-ginza ab Nakabusa Onsen

    Steiler Aufstieg zum Tsubakuro-dake, dann Gratwanderung über den Ōtenjō-dake und den Higashi-kama-Grat; meist drei Tage, mittelschwer.

  • Shinhotaka-Route (Gifu)

    Von Shinhotaka Onsen durch das Hidasawa, etwa 8 Stunden steiler Aufstieg – der schnellste Zugang von der Gifu-Seite.

  • Über die Daikiretto zum Hotaka

    Nach Süden über die Scharte Daikiretto zum Kitahotaka-dake – ausgesetzte Kletterei für Erfahrene.

Praktische Hinweise

  • Kamikōchi und Nakabusa Onsen erreicht man mit dem Bus von Matsumoto bzw. Azumino, Shinhotaka von Takayama aus. Kamikōchi ist für Privatwagen gesperrt.
  • Im Sommer Hütten vorab reservieren. Sie bieten Verpflegung, Wasser ist oben aber knapp und wird oft verkauft.
  • Blitzschlag an der Nadel ist eine ernste Gefahr – bei Gewitterprognose oder Donner umkehren.
  • Für die Nadel und die Grate wird ein Helm empfohlen.

Häufige Fragen

Wie schwierig ist die Gipfelnadel?

Die letzten rund 100 Höhenmeter von der Hütte Yari-ga-take-sansō zum Gipfel sind steiler Fels mit Eisenleitern, Ketten und Tritten, Auf- und Abstieg getrennt. Das dauert etwa 30 Minuten und ist für Trittsichere bei trockenem Wetter machbar; an vollen Tagen gibt es Stau und Steinschlaggefahr.

Wie viele Tage sollte man einplanen?

Von Kamikōchi meist zwei Tage hinauf mit Übernachtung in der Yarisawa-Lodge oder den Gipfelhütten und einen Tag hinunter. Die Gratroute Omote-ginza ab Nakabusa Onsen dauert gewöhnlich drei Tage.

Wer hat den Yari-ga-take erstmals bestiegen?

Der Mönch Banryū aus der Schule des Reinen Landes erreichte den Gipfel 1828 und stellte später Buddhabilder auf und brachte Steighilfen an, um ihn Pilgern zugänglich zu machen.

Lässt sich der Yari mit dem Hotaka verbinden?

Ja – entweder über den ausgesetzten Grat der Daikiretto, eine der klassischen, aber anspruchsvollen Kletterpassagen Japans, oder bequemer durch Abstieg nach Yarisawa und Aufstieg über Karasawa.

Quellen

  1. 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
  2. 2.中部山岳国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
  3. 3.長野県公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 長野県 (Nagano Prefecture)

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