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Japan

Inseln · Hokkaido

Rebun

礼文島れぶんとうRebun-tō

Alpenblumen auf Meereshöhe am Nordrand Japans

Rebun (Rebun-tō) liegt vor der Nordspitze Hokkaidos nahe Wakkanai. Im kühlen, windigen Klima blühen im Frühsommer rund 300 alpine Pflanzenarten nahe dem Meeresspiegel, was der Insel den Beinamen „Insel der Blumen“ eingebracht hat.

Höhe: 490 mFläche: 81 km²Nationalpark · 1974

Überblick

Rebun liegt im Japanischen Meer rund 60 Kilometer westlich von Wakkanai, neben dem Vulkankegel von Rishiri. Die Insel ist lang und schmal, etwa 29 Kilometer von Nord nach Süd, mit sanften, grasbewachsenen Hügeln im Osten und steilen Klippen im Westen.

Weil starke Winde und kühle Sommer auf großen Teilen der Insel keine Bäume aufkommen lassen, blühen hier auf Wiesen nahe dem Meer Pflanzen, die im übrigen Japan erst oberhalb von 2.000 Metern wachsen. Von Ende Mai bis August bedecken rund 300 Arten die Hänge, darunter die endemische Rebun-Atsumorisō, ein Frauenschuh, und das Rebun-Edelweiß.

Die kleine Bevölkerung lebt vor allem vom Fischfang – Seeigel, Kombu-Seetang und Hokke (Atka-Makrele) – und vom Sommertourismus. Fähren verbinden die Insel mit Wakkanai und Rishiri.

Landschaft und Entstehung

Anders als das benachbarte Rishiri ist Rebun kein Vulkan, sondern ein gehobener Block aus alten vulkanischen und Sedimentgesteinen, von Wind und Meer abgetragen. Die Westküste ist eine Folge von Klippen, Brandungspfeilern und kleinen Buchten wie bei Jizō-iwa, die Ostküste ist flacher und trägt die Häfen Kafuka und Funadomari. Im Norden endet die Insel am Kap Sukoton gegenüber dem Inselchen Todo-jima.

Höhepunkte

  • Momoiwa

    桃岩Momoiwa

    Kuppelförmiger Fels über der Südwestküste, umgeben von Blumenwiesen und Aussichtspunkten.

  • Kap Sukoton

    スコトン岬Sukoton Misaki

    Nordspitze der Insel mit Blick auf Todo-jima und das offene Meer.

  • Kap Gorota

    ゴロタ岬Gorota Misaki

    Landspitze an der Nordwestküste mit Blick entlang Klippen und Stränden.

  • Rebun-dake

    礼文岳Rebun-dake

    Mit 490 m höchster Punkt der Insel, mit Blick hinüber nach Rishiri.

  • Jizō-iwa

    地蔵岩Jizō-iwa

    Hohe Felssäule an der Westküste bei Motochi, die an zum Gebet gefaltete Hände erinnert.

Ökologie

Zur Flora gehören arktische und alpine Arten, die in den Eiszeiten nach Hokkaido gelangten und im kühlen Seeklima hier überlebten. Mehrere sind endemisch oder selten; die Rebun-Atsumorisō ist als landesweit bedrohte Art geschützt, ihre Bestände werden bewacht. An den Westklippen brüten Seevögel, vor der Nordküste ruhen Robben auf den Felsen.

Flora

  • Rebun-Atsumorisō

    レブンアツモリソウRebun atsumorisō

    Cremefarbener, auf Rebun endemischer Frauenschuh, der Ende Mai und im Juni blüht.

  • Rebun-Edelweiß

    レブンウスユキソウRebun usuyukisō

    Das Edelweiß der Insel, im Sommer auf den Grashängen blühend.

  • Rebun-Primel

    レブンコザクラRebun kozakura

    Rosa Primel, eine der ersten Blüten der Saison.

Fauna

  • Seeigel

    ウニuni

    Im Sommer von Booten aus mit Glasbodenkästen geerntet, eine örtliche Spezialität.

  • Largha-Robben

    Auf Felsen vor der Nordküste zu sehen, vor allem außerhalb des Sommers.

Kultur

Archäologische Fundstätten zeigen, dass Rebun von Menschen der Jōmon-Kultur und später der Ochotsk-Kultur besiedelt war, einem seefahrenden Volk der südlichen Ochotskischen See. Die Fundstätte Funadomari lieferte Tausende Muschelperlen und zählt zu den wichtigsten Jōmon-Funden Hokkaidos. Der Name der Insel stammt vom Ainu-Ausdruck repun shiri, „Insel draußen auf dem Meer“.

  • Fundstätte Funadomari

    船泊遺跡Funadomari iseki

    Spätjōmonzeitliche Siedlung und Grabstätte, deren Funde Wichtige Kulturgüter sind.

  • Hokke und Kombu

    Gegrillte Atka-Makrele und um Rebun geernteter Rishiri-Kombu sind die typischen Speisen der Insel.

Geschichte

  1. um 1500 v. Chr.

    Menschen der späten Jōmon-Zeit leben in Funadomari an der Nordküste.

  2. 5.–10. Jh.

    Die Ochotsk-Kultur besiedelt Küstenplätze der Insel.

  3. Edo-Zeit

    Unter den Handelsposten der Matsumae-Domäne entstehen Heringsfanggründe.

  4. 1974

    Gründung des Nationalparks Rishiri-Rebun-Sarobetsu.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Im April schmilzt der Schnee; im Mai erscheinen die ersten Blüten.

Sommer

Hauptblüte im Juni und Juli; die einzige Zeit, in der alle Wege und die meisten Einrichtungen geöffnet sind.

Herbst

Ruhiger, die letzten Blüten verblassen im September; die See wird rauer.

Winter

Schneereich und sehr windig; Fähren können ausfallen, viele Einrichtungen schließen.

Routen und Wege

  • Route zum Momoiwa-Aussichtspunkt

    Rund 6 km von Kafuka über die Blumenwiesen am Momoiwa vorbei zum Kap Shiretoko.

  • Kap Sukoton – Kap Gorota

    Küsten- und Gratwanderung über die nördlichen Landspitzen.

  • Rebun-dake

    Hin- und Rückweg von etwa vier Stunden zum höchsten Punkt der Insel.

Praktische Hinweise

  • Fähren fahren von Wakkanai in etwa zwei Stunden nach Kafuka sowie zwischen Rebun und Rishiri.
  • Einzelne Wege an der Westküste sind wegen Steinschlags zeitweise gesperrt; vorab bei der Gemeinde erkundigen.
  • Keine Pflanzen pflücken oder ausgraben; viele sind geschützt.
  • Das Wetter schlägt schnell um; auch im Sommer Wind- und Regenschutz mitnehmen.

Häufige Fragen

Wann blühen die Blumen auf Rebun?

Von Ende Mai bis August, mit der größten Vielfalt im Juni und Juli.

Wie kommt man nach Rebun?

Mit der Fähre ab Wakkanai in etwa zwei Stunden, oft in Verbindung mit Rishiri.

Warum wachsen auf Rebun Alpenpflanzen auf Meereshöhe?

Kühle Sommer und starke Winde schaffen Bedingungen wie im Hochgebirge: Bäume kommen nicht auf, und alpine Arten gedeihen in tiefen Lagen.

Was ist die Rebun-Atsumorisō?

Eine nur auf Rebun vorkommende Frauenschuh-Orchidee, die als landesweit bedrohte Art geschützt ist.

Quellen

  1. 1.利尻礼文サロベツ国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  2. 2.礼文町 (öffnet in neuem Tab) — 礼文町
  3. 3.全国都道府県市区町村別面積調(島面積) (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院

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