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Japan

Schluchten · Kyoto

Hozu-Schlucht

保津峡ほづきょうHozukyō

Stromschnellen und Wald vor den Toren Kyotos

Die Hozu-Schlucht (Hozukyō) ist die bewaldete Schlucht des Hozu-Flusses zwischen dem Becken von Kameoka und Arashiyama am Westrand Kyotos. Traditionelle Holzboote fahren auf 16 Kilometern durch ihre Stromschnellen, und die Sagano-Ausflugsbahn folgt der alten Trasse am Ufer.

Überblick

Hozu heißt der Katsura-Fluss dort, wo er die Hügel zwischen dem Becken von Kameoka und dem Kyoto-Becken durchbricht. Auf rund 16 Kilometern windet er sich durch eine steile, bewaldete Schlucht mit Stromschnellen, Becken und Felswänden, bevor er bei Arashiyama austritt und unterhalb der Togetsukyō-Brücke Ōi genannt wird.

Seit 1606 ist die Schlucht ein Verkehrsweg: Damals räumte der Kaufmann Suminokura Ryōi Felsen aus dem Flussbett, um Holz, Reis und Brennholz aus der Tamba-Region nach Kyoto zu flößen. Im 20. Jahrhundert lösten Ausflugsboote die Lastkähne ab; die Fahrt, von drei Bootsleuten mit Stangen und Rudern gesteuert, ist einer der klassischen Ausflüge ab Kyoto.

Die alte San’in-Hauptlinie folgte einst dicht dem Fluss. Als 1989 eine neue Strecke mit langen Tunneln eröffnet wurde, wurde die alte Trasse zur Sagano-Ausflugsbahn, deren offene Wagen langsam an der Schlucht entlangfahren.

Landschaft und Entstehung

Der Fluss hat sich durch harten Radiolarit und Sandstein des Tamba-Gürtels gegraben – Gesteine aus Meeresbodensedimenten, die im Jura an den Rand Asiens angeschoben wurden. Während sich die Region um Kyoto hob, behielt der Fluss seinen gewundenen Lauf bei und schnitt seine Mäander tief in die Hügel ein. Große Blöcke und Felsbänke bilden entlang der Strecke eine Folge von Stromschnellen.

Höhepunkte

  • Bootsfahrt auf dem Hozu

    保津川下りHozugawa-kudari

    Traditionelle Holzboote bringen Fahrgäste in etwa zwei Stunden von Kameoka durch die Schlucht nach Arashiyama.

  • Sagano-Ausflugsbahn

    嵯峨野トロッコ列車Sagano Torokko Ressha

    Bahn mit offenen Wagen auf der früheren San’in-Strecke zwischen Saga-Arashiyama und Kameoka.

  • Bahnhof Hozukyō

    保津峡駅Hozukyō-eki

    JR-Bahnhof auf einer Brücke zwischen zwei Tunneln hoch über der Schlucht.

  • Arashiyama und Togetsukyō

    渡月橋Togetsukyō

    Die berühmte Brücke, an der sich die Schlucht zum Kyoto-Becken öffnet.

Ökologie

Mischwald aus Kiefern, Zedern und Ahornen bedeckt die Hänge, mit Kirschblüte im Frühling und Laubfärbung im Herbst. Graureiher und Kormorane fischen in den Becken, und in den Hügeln über Arashiyama leben wilde Affen.

Flora

  • Ahorne und Bergkirschen

    Im Wald verstreut, blühen im April und färben sich im November.

Fauna

  • Kajika-Frosch

    カジカガエルkajika-gaeru

    Bachfrosch, dessen klarer Ruf seit alters in der japanischen Dichtung gerühmt wird.

  • Graureiher

    Häufig auf den Felsen am Fluss.

Kultur

Die Schiffbarmachung des Flusses durch Suminokura Ryōi im frühen 17. Jahrhundert war ein Meilenstein des japanischen Wasserbaus; später legte er auch den Takase-Kanal in Kyoto an. Arashiyama an der Mündung der Schlucht ist seit der Heian-Zeit ein Ort höfischer Muße, berühmt für Kirschblüte, Herbstlaub und Kormoranfischerei.

  • Suminokura Ryōi

    角倉了以Suminokura Ryōi

    Kaufmann und Ingenieur aus Kyoto, der den Hozu 1606 schiffbar machte.

  • Kormoranfischerei in Arashiyama

    嵐山の鵜飼Arashiyama no ukai

    Fischfang mit abgerichteten Kormoranen an Sommerabenden, von Booten unterhalb der Schlucht aus zu beobachten.

Geschichte

  1. 1606

    Suminokura Ryōi macht den Hozu schiffbar.

  2. 1899

    Eröffnung der Bahn entlang der Schlucht, später Teil der San’in-Hauptlinie.

  3. 1989

    Die San’in-Linie wird auf eine neue Tunnelstrecke verlegt; die alte Ufertrasse wird aufgegeben.

  4. 1991

    Die Sagano-Ausflugsbahn nimmt auf der alten Strecke den Betrieb auf.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Bergkirschen in der Schlucht und Kirschblüte in Arashiyama Anfang April.

Sommer

Höherer Wasserstand macht die Stromschnellen lebhafter; Kormoranfischerei in Arashiyama.

Herbst

Ahorne färben die Schlucht Mitte bis Ende November, die geschäftigste Zeit.

Winter

In den kalten Monaten fahren beheizte Boote; die Schlucht ist ruhig.

Routen und Wege

  • Bootsfahrt ab Kameoka

    Zweistündige Fahrt über rund 16 km durch Stromschnellen nach Arashiyama; bei Hochwasser ruht der Betrieb.

  • Sagano-Ausflugsbahn

    Etwa 25 Minuten an der Schlucht entlang zwischen Saga-Arashiyama und Kameoka; viele fahren mit der Bahn hinauf und mit dem Boot zurück.

  • Uferweg bei Hozukyō

    Pfade ab dem Bahnhof Hozukyō folgen Teilen des Flusses und führen zum Dorf Mizuo.

Praktische Hinweise

  • Kameoka liegt mit der JR-Sagano-Linie etwa 20 Minuten vom Bahnhof Kyoto entfernt; der Bootsanleger ist vom Bahnhof Kameoka zu Fuß oder per Bus erreichbar.
  • Boote und Ausflugsbahn sind im Herbst und zur Kirschblüte sehr gefragt; Reservierungen können nötig sein.
  • In den Stromschnellen kann es nass werden; wasserdichte Taschen sind hilfreich.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Bootsfahrt auf dem Hozu?

Je nach Wasserstand etwa zwei Stunden für die 16 km von Kameoka nach Arashiyama.

Wie kommt man von Kyoto zur Hozu-Schlucht?

Mit der JR-Sagano-Linie nach Kameoka zum Boot oder mit der Sagano-Ausflugsbahn ab Saga-Arashiyama.

Ist die Bootsfahrt gefährlich?

Sie wird von erfahrenen Bootsleuten durchgeführt und bei Hochwasser eingestellt; die Stromschnellen sind spannend, aber gemäßigt.

Wann ist die beste Zeit für die Hozu-Schlucht?

Mitte bis Ende November für das Herbstlaub oder Anfang April für die Kirschblüte.

Quellen

  1. 1.亀岡市 (öffnet in neuem Tab) — 亀岡市
  2. 2.京都府 (öffnet in neuem Tab) — 京都府
  3. 3.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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