Seen · Kanagawa
Ashi-See
芦ノ湖あしのこAshi-no-koDer Vulkansee von Hakone, mit dem Fuji am Horizont
Der Ashi-See (Ashi-no-ko) ist der See des Hakone-Vulkans in der Präfektur Kanagawa, entstanden vor etwa 3.000 Jahren, als ein Bergsturz ein Tal in der Caldera abriegelte. Ausflugsschiffe verbinden das Gebiet um den Hakone-Schrein mit Tōgendai; bei klarer Sicht erscheint der Fuji.
Überblick
Der Ashi-See liegt im Westteil der Hakone-Caldera, etwa 80 Kilometer südwestlich von Tokio. Lang und schmal erstreckt er sich rund sieben Kilometer von Kojiri im Norden bis Moto-Hakone und Hakone-machi im Süden. Der Name bedeutet „Schilfsee“.
Das Südufer war jahrhundertelang eine Station am Tōkaidō, der Fernstraße zwischen Edo und Kyoto. Das Tokugawa-Shogunat errichtete hier 1619 eine Kontrollstelle für Reisende; die von Zedern gesäumte alte Straße und die rekonstruierte Zollschranke erinnern bis heute daran. Das rote Torii des Hakone-Schreins, das bei Moto-Hakone im Wasser steht, ist das bekannteste Motiv des Sees.
Heute bildet der See das Zentrum der Hakone-Rundreise: Prunkvoll gestaltete Ausflugsschiffe überqueren ihn und schließen an die Seilbahn nach Ōwakudani und die Bergbahn hinunter nach Hakone-Yumoto an. An klaren Tagen, meist in der kalten Jahreszeit, erscheint der Fuji über dem Westrand.
Landschaft und Entstehung
Der Hakone-Vulkan bildete bei Ausbrüchen vor mehr als 60.000 Jahren eine große Caldera. Vor rund 3.100 Jahren löste eine Dampfexplosion am Zentralkegel Kami-yama einen Bergsturz aus, der das Tal des Haya-Flusses verschüttete und den See aufstaute. Noch heute stehen auf dem Seegrund Bäume, die bei diesem Ereignis versanken.
Ōwakudani, das dampfende Kratergebiet an der Flanke des Kami-yama oberhalb des Sees, zeigt, dass der Vulkan aktiv ist; die Japanische Wetterbehörde überwacht ihn.
Höhepunkte
Hakone-Schrein und Torii im See
箱根神社Hakone JinjaWaldschrein in Moto-Hakone, dessen „Friedens-Torii“ im Wasser steht.
Kontrollstelle Hakone
箱根関所Hakone SekishoEdo-zeitliche Kontrollstelle am Tōkaidō, am ursprünglichen Ort in Hakone-machi rekonstruiert.
Zedernallee am alten Tōkaidō
旧街道杉並木Kyū-kaidō SuginamikiAllee jahrhundertealter Zedern an der alten Fernstraße zwischen Moto-Hakone und der Kontrollstelle.
Ōwakudani
大涌谷ŌwakudaniTal voller Fumarolen oberhalb des Nordufers, per Seilbahn ab Tōgendai erreichbar; der Zugang hängt von der Vulkanaktivität ab.
Kuzuryū-Schrein
九頭龍神社Kuzuryū JinjaUferschrein für die neunköpfige Drachengottheit des Sees, mit einer monatlichen Opferzeremonie auf dem Wasser.
Ökologie
Der See war 1925 einer der ersten Orte Japans, an dem der Forellenbarsch eingesetzt wurde; Forellen, Stinte und andere Fische werden für Angler nachbesetzt. Mischwald bedeckt die Calderawände, und rund um den See liegen einige der besterhaltenen Wälder Hakones.
Flora
Wald von Hakone
Buche, Eiche und Tanne an den Calderawänden, Bambusgras und Azaleen auf den offenen Graten.
Fauna
Forellenbarsch
ブラックバスburakku basu1925 aus Nordamerika eingeführt – der erste Besatz in Japan.
Regenbogen- und andere Forellen
Werden für die Angelei nachbesetzt.
Kultur
Der Überlieferung nach bezwang der Mönch Mangan im 8. Jahrhundert einen neunköpfigen Drachen, der den See heimsuchte, und gründete den Hakone-Schrein; der Drache wurde zur Schutzgottheit Kuzuryū. Früh wurde das Wasser auch genutzt: Der 1670 vollendete Hakone-Kanal, ein Tunnel durch den Westrand, versorgt bis heute Felder in der Präfektur Shizuoka.
Hakone-Kanal
箱根用水Hakone YōsuiIn den 1660er-Jahren durch den Calderarand getriebener Bewässerungstunnel von etwa 1,3 km, bis heute in Betrieb.
Geschichte
um 1100 v. Chr.
Ein Bergsturz am Kami-yama staut das Haya-Tal auf; der See entsteht.
757
Der Schrein-Überlieferung nach Gründung des Hakone-Schreins am Ufer.
1619
Das Shogunat richtet die Kontrollstelle Hakone am Tōkaidō ein.
1670
Fertigstellung des Hakone-Kanals durch den Westrand.
1869
Nach der Meiji-Restauration wird die Kontrollstelle aufgehoben.
1936
Ausweisung des Nationalparks Fuji-Hakone.
2007
Die Kontrollstelle wird am ursprünglichen Ort rekonstruiert.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Kirschblüte im April; Azaleen und frisches Grün im Mai.
Sommer
Kühle Zuflucht vor Tokio; Feuerwerk bei Uferfesten im Sommer, oft Wolken.
Herbst
Laubfärbung am Kraterrand von Ende Oktober bis Mitte November.
Winter
Die klarste Sicht auf den Fuji; der See friert selten zu.
Routen und Wege
Hakone-Rundreise
Rundkurs mit Bergbahn, Standseilbahn, Seilbahn über Ōwakudani, Schiff über den See und Bus zurück nach Hakone-Yumoto.
Alter Tōkaidō
Mit Steinen gepflasterter Abschnitt der alten Fernstraße von Hakone-Yumoto hinauf nach Moto-Hakone und zur Kontrollstelle.
Weg am Westufer
Ruhiger Waldpfad am Westufer zwischen Hakone-machi und Kojiri.
Praktische Hinweise
- Hakone-Yumoto, das Eingangstor, erreicht man von Tokio (Shinjuku) mit der Odakyū-Linie oder über Odawara mit dem Tōkaidō-Shinkansen.
- Ōwakudani und die Seilbahn können bei erhöhter Vulkanaktivität gesperrt sein; Hinweise auf der Website der Gemeinde Hakone beachten.
- An Wochenenden und im Herbst ist Hakone sehr voll; werktags und früh am Morgen ist es ruhiger.
Häufige Fragen
Sieht man vom Ashi-See den Fuji?
Ja, an klaren Tagen vom Süd- und Ostufer und von den Schiffen aus; besonders im Sommer verbergen ihn aber oft Wolken.
Wie ist der Ashi-See entstanden?
Vor rund 3.100 Jahren staute ein Bergsturz am Kami-yama innerhalb der Hakone-Caldera ein Tal ab, und dahinter füllte sich der See.
Was hat es mit den Piratenschiffen auf sich?
Es sind Ausflugsschiffe im Stil historischer Segelschiffe, die im Rahmen der Hakone-Rundreise zwischen Tōgendai, Hakone-machi und Moto-Hakone verkehren.
Wo steht das Torii im Wasser?
Am Hakone-Schrein in Moto-Hakone am Südostufer.
Weiterlesen
Quellen
- 1.富士箱根伊豆国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
- 2.日本ジオパークネットワーク (öffnet in neuem Tab) — 日本ジオパークネットワーク
- 3.箱根町 (öffnet in neuem Tab) — 箱根町