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Japan

Seen · Akita

Tazawa-See

田沢湖たざわこTazawa-ko

Japans tiefster See am Fuß des Ōu-Gebirges

Der Tazawa-See (Tazawa-ko) in Semboku, Präfektur Akita, ist mit rund 423 Metern der tiefste See Japans. Der fast kreisrunde, vermutlich vulkanisch entstandene See ist für sein tiefblaues Wasser und die Sage der Tatsuko bekannt.

Höhe: 249 mFläche: 25,8 km²Maximale Tiefe: 423 m

Überblick

Der Tazawa-See ist ein nahezu runder See von etwa sechs Kilometern Durchmesser im Osten der Präfektur Akita, auf dem Gebiet der Stadt Semboku. Mit bis zu 423 Metern ist er der tiefste See Japans; sein Grund liegt weit unter dem Meeresspiegel.

Sein klares, kobaltblaues Wasser galt einst als außergewöhnlich durchsichtig. 1940 wurde saures Wasser aus dem Fluss Tamagawa, gespeist von den stark sauren Quellen von Tamagawa Onsen, zur Stromerzeugung und Bewässerung in den See geleitet. Der pH-Wert fiel drastisch, und fast alle heimischen Fische starben aus – darunter die endemische Kunimasu. Neutralisierungsanlagen am Oberlauf haben die Wasserqualität inzwischen verbessert, die frühere Fauna ist jedoch nicht zurückgekehrt.

Der See bildet das Zentrum eines Ausflugsgebiets, zu dem auch die Samurai-Stadt Kakunodate und die Thermalquellen von Nyūtō Onsen am Hang des Komagatake gehören.

Landschaft und Entstehung

Die runde Form und die große Tiefe deuten auf eine Caldera hin, die vor etwa 1,4 bis 1,8 Millionen Jahren entstand; ganz geklärt ist die Entstehung jedoch nicht. Im Osten erhebt sich der aktive Schichtvulkan Akita-Komagatake. Die Ufer sind überwiegend steil, Strände gibt es wenige, und natürlich münden nur kleine Bäche in den See.

Höhepunkte

  • Tatsuko-Statue

    たつこ像Tatsuko-zō

    Goldene Statue von Funakoshi Yasutake (1968) direkt am Wasser des Westufers.

  • Gozanoishi-Schrein

    御座石神社Gozanoishi Jinja

    Schrein mit rotem Torii am Nordufer, mit der Tatsuko-Sage verbunden.

  • Uferstraße

    Die rund 20 km lange Straße um den See bietet Ausblicke über das Wasser zum Komagatake.

Ökologie

Die Versauerung nach 1940 vernichtete die meisten heimischen Fische, auch die endemische Kunimasu. 2010 wurde die Art lebend im Sai-See, einem der Fünf Fuji-Seen, entdeckt, wohin vor ihrem Verschwinden Eier geliefert worden waren. Die Uferwälder bestehen aus Laubmischwald und Zedern.

Flora

  • Laubmischwald

    Buchen, Eichen und Ahorn an den Hängen rund um den See, im Oktober leuchtend gefärbt.

Fauna

  • Kunimasu

    クニマスkunimasu

    Schwarzer Kokanee-Lachs, endemisch im Tazawa-See, dort nach der Versauerung ausgestorben und 2010 im Sai-See wiederentdeckt.

Kultur

Die Sage erzählt von Tatsuko, einer jungen Frau, die um ewige Schönheit betete, aus einer Quelle trank und sich in einen Drachen verwandelte, der fortan den See hütet. In einer verwandten Erzählung heiratet sie den Drachen Hachirō, der sie jeden Winter besucht – darum, so heißt es, friert der Tazawa-See nie zu.

  • Tatsuko-Sage

    辰子伝説Tatsuko densetsu

    Volkssage von der in einen Drachen verwandelten jungen Frau, die prägende Geschichte des Sees.

Geschichte

  1. 1940

    Saures Tamagawa-Wasser wird in den See geleitet; die heimischen Fische, darunter die Kunimasu, sterben aus.

  2. 1968

    Die goldene Tatsuko-Statue wird am Westufer aufgestellt.

  3. 1989

    Eine Neutralisierungsanlage am Oberlauf des Tamagawa nimmt den Betrieb auf.

  4. 2010

    Im Sai-See am Fuji wird eine überlebende Kunimasu-Population bestätigt.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Kirschblüte im nahen Kakunodate ab Ende April; Schnee auf dem Komagatake.

Sommer

Baden und Bootfahren an den wenigen Stränden des Ostufers.

Herbst

Herbstlaub an den umliegenden Hängen im Oktober.

Winter

Der See friert nicht zu; die Gegend ist schneereich, Nyūtō Onsen liegt dann tief verschneit.

Routen und Wege

  • Seerundweg

    Rund 20 km lange Straße um den See, mit Auto oder Fahrrad, mit Halt an Tatsuko-Statue und Gozanoishi-Schrein.

Praktische Hinweise

  • Der Bahnhof Tazawako liegt an der Akita-Shinkansen-Linie zwischen Morioka und Akita; Busse fahren weiter zum Seeufer.
  • Kakunodate und Nyūtō Onsen lassen sich innerhalb der Stadt Semboku leicht verbinden.
  • Die Winter sind schneereich; höher gelegene Straßen können gesperrt sein.

Häufige Fragen

Warum ist der Tazawa-See so blau?

Die große Tiefe und das klare Wasser erzeugen das tiefe Kobaltblau; der Säuregehalt hält zudem den Planktonanteil gering.

Wie tief ist der Tazawa-See?

Rund 423 Meter – er ist damit der tiefste See Japans.

Gibt es Fische im Tazawa-See?

Nur sehr wenige. Das 1940 eingeleitete saure Wasser tötete die meisten heimischen Fische, auch die endemische Kunimasu.

Wie erreicht man den Tazawa-See?

Mit dem Akita-Shinkansen bis zum Bahnhof Tazawako, von dort mit dem Linienbus zum Seeufer.

Quellen

  1. 1.統計FAQ 日本の湖沼の面積 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局
  2. 2.仙北市 (öffnet in neuem Tab) — 仙北市
  3. 3.秋田県 (öffnet in neuem Tab) — 秋田県

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