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Japan

Nationalparks · Aomori, Akita, Iwate

Nationalpark Towada-Hachimantai

十和田八幡平国立公園とわだはちまんたいこくりつこうえんTowada-Hachimantai Kokuritsu Kōen

Calderasee, Bergbach und heiße Quellen im Norden Honshus

Der Nationalpark Towada-Hachimantai erstreckt sich über das vulkanische Bergland Nord-Tōhokus in den Präfekturen Aomori, Akita und Iwate. 1936 um den Towada-See und den Oirase-Bach ausgewiesen und 1956 um das Hachimantai-Plateau erweitert, ist er bekannt für Buchenwälder, die „Schneemonster“ am Hakkōda und einige der ursprünglichsten Bergthermen Japans.

Höhe: 2.038 mFläche: 855,34 km²Nationalpark · 1936Besonderer Ort landschaftlicher Schönheit · 1952

Überblick

Der Park umfasst zwei getrennte Vulkangebiete im äußersten Norden Honshus. Zum Gebiet Towada-Hakkōda in Aomori und Akita gehören der Towada-See, ein doppelter Calderasee, der ihn entwässernde Oirase-Bach und nördlich davon die Hakkōda-Vulkane. Das weiter südlich gelegene Gebiet Hachimantai zwischen Akita und Iwate umfasst den flachen Schildvulkan Hachimantai, den Schichtvulkan Iwate-san – mit 2.038 m höchster Gipfel des Parks – und den Akita-Komagatake.

Das Towada-Gebiet wurde 1936 als einer der frühen Nationalparks Japans ausgewiesen, Hachimantai kam 1956 hinzu, seither trägt der Park seinen heutigen Namen. Die Landschaft prägen Buchen- und Tannenwälder, Hochmoore, dampfende Fumarolen und gewaltige Schneemengen: Die Wintermonsunwinde vom Japanischen Meer bringen diesen Bergen einige der höchsten Schneefälle der Erde.

Zugleich ist der Park eine Landschaft der Thermalquellen. Berggasthöfe mit hölzernen Badehäusern wie Sukayu, Tsurunoyu und Fukenoyu pflegen die Tradition des tōji, mehrwöchiger Badekuren, die Bauern früher nach der Ernte unternahmen.

Landschaft und Entstehung

Der Towada-See füllt eine Caldera, die in einer Folge gewaltiger Ausbrüche entstand, deren größter sich vor etwa 15.000 Jahren ereignete. Ein später in der Caldera gewachsener Vulkan brach ein und hinterließ zwischen zwei Halbinseln das tiefe Zentralbecken Nakanoumi; sein letzter großer Ausbruch im Jahr 915 war der größte in Japan in den vergangenen 2.000 Jahren. Mit 327 m ist der See der dritttiefste Japans.

Der Hakkōda ist eine Gruppe von Schichtvulkanen und Lavadomen, der Hachimantai ein breiter, sanfter Schildvulkan mit Mooren und Teichen auf dem Gipfelplateau, der Iwate-san ein mächtiger Schichtvulkan aus einem älteren westlichen und einem jüngeren östlichen Kegel. Überall ist die Erdwärme spürbar: saure Quellen in Tamagawa, Schlammvulkane in Goshogake, dampfender Boden am Jigoku-numa des Hakkōda.

Höhepunkte

  • Towada-See

    十和田湖Towada-ko

    Doppelter Calderasee an der Grenze zwischen Aomori und Akita, umgeben von Wald und Klippen; die Halbinseln Nakayama und Ogura ragen hinein.

  • Oirase-Bach

    奥入瀬渓流Oirase keiryū

    Der 14 km lange Abfluss des Towada-Sees, eine moosbewachsene Schlucht mit Stromschnellen und Wasserfällen wie Chōshi Ōtaki und Kumoi-no-taki.

  • Hakkōda-Berge

    八甲田山Hakkōda-san

    Vulkangruppe südlich der Stadt Aomori mit Seilbahn, Hochmooren und berühmtem Winterraureif.

  • Hachimantai

    八幡平Hachimantai

    1.613 m hoher Schildvulkan mit einem Gipfelplateau aus Mooren, Teichen und Tannen, gequert von der Panoramastraße Aspite Line.

  • Iwate-san

    岩手山Iwate-san

    Der 2.038 m hohe Schichtvulkan über Morioka, „Nanbu-Fuji“ genannt, höchster Gipfel des Parks.

  • Akita-Komagatake

    秋田駒ヶ岳Akita-Komagatake

    Aktiver, 1.637 m hoher Vulkan mit berühmten Alpenblumenwiesen oberhalb der Nyūtō-Onsen-Gruppe.

  • Tamagawa Onsen

    玉川温泉Tamagawa Onsen

    Thermalquelle mit einem pH-Wert um 1,2, die sauerste Japans, an der sich das seltene Mineral Hokutolith bildet.

Natur

Ökologie

Buchenwald bedeckt die unteren Hänge, besonders entlang des Oirase und um den Towada-See; weiter oben werden die Maries-Tannen von Hachimantai und Hakkōda im Winter zu Schneemonstern. Die Schneemassen lassen schon in mäßiger Höhe Hochmoore und Schneetälchen entstehen, mit Blumen wie Chinguruma und Taglilien.

In den Wäldern leben Kragenbär, Japanischer Serau und Steinadler, dazu der Japanische Waldlaubfrosch, der seinen Laich in Schaumnestern über Teichen ablegt. Im Towada-See gab es ursprünglich keine Fische; die Himemasu wurden Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt und sind heute eine örtliche Spezialität.

Flora

  • Buchenwald

    ブナ林buna-rin

    Typischer Wald am Oirase-Bach und an den unteren Hängen, mit Moosen und Farnen im Unterwuchs.

  • Maries-Tanne

    アオモリトドマツAomori-todomatsu

    Subalpine Tanne von Hachimantai und Hakkōda, die, von Raureif überzogen, die Schneemonster bildet.

  • Komakusa

    コマクサkomakusa

    Das alpine Tränende Herz wächst auf dem Vulkanschutt von Iwate-san und Akita-Komagatake.

  • Moorflora des Hachimantai

    Gipfelmoore mit Sonnentau, Wollgras und im Sommer Nikkō-kisuge-Taglilien.

Fauna

  • Kragenbär

    ツキノワグマtsukinowaguma

    In den Wäldern des Parks verbreitet, auch am Oirase-Bach.

  • Japanischer Serau

    ニホンカモシカnihon-kamoshika

    Ziegenartiger Bewohner der Bergwälder und Besonderes Naturdenkmal.

  • Steinadler und Schwarzspecht

    イヌワシ・クマゲラinuwashi, kumagera

    Beide leben im Park, der Schwarzspecht in den alten Buchenwäldern.

  • Japanischer Waldlaubfrosch

    モリアオガエルmori-aogaeru

    Legt seinen Laich in weißen Schaumnestern an Zweigen über Teichen ab.

  • Himemasu

    ヒメマスhimemasu

    Von Wainai Sadayuki Anfang der 1900er-Jahre nach vielen Fehlschlägen im Towada-See angesiedelt.

Kultur

Der Towada-See ist seit Langem ein Ort der Bergverehrung; der Towada-Schrein auf der Halbinsel Nakayama wird mit dem Mönch Nansobō verbunden, der der Legende nach mit einem Drachen um den See kämpfte. Landesweit bekannt wurde der See Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Schriftsteller Ōmachi Keigetsu. Die Statue zweier Mädchen in Yasumiya, das letzte Werk des Bildhauers und Dichters Takamura Kōtarō (1953), ehrt die Gründer des Parks.

Die Hakkōda-Katastrophe von 1902 gehört zu den bekanntesten Tragödien der japanischen Militärgeschichte, erzählt in Nitta Jirōs Roman und dem Film „Hakkōda-san“ von 1977. Im Gebiet Hachimantai stehen die Thermalgasthöfe und die Matagi-Jäger Akitas für die älteren Bergkulturen Nord-Tōhokus.

  • Towada-Schrein

    十和田神社Towada-jinja

    Schrein im Zedernwald am Seeufer bei Yasumiya, verbunden mit den Legenden um den Drachen des Sees.

  • Statue der Mädchen

    乙女の像Otome-no-zō

    Takamura Kōtarōs Bronze zweier einander zugewandter Frauen am Ufer des Towada-Sees.

  • Sukayu Onsen

    酸ヶ湯温泉Sukayu Onsen

    Historischer Gasthof am Hakkōda mit einem riesigen hölzernen Gemeinschaftsbad, dem Sen-nin-buro („Bad für tausend Personen“).

  • Tsurunoyu

    鶴の湯Tsurunoyu

    Ältester Gasthof der Nyūtō-Onsen-Gruppe mit strohgedeckten Gebäuden und milchig-weißen Freiluftbädern.

Geschichte

  1. vor ca. 15.000 Jahren

    Der größte Ausbruch der Towada-Caldera bedeckt Nord-Tōhoku mit Bims.

  2. 915

    Ein Ausbruch in der Towada-Caldera, der größte Japans in den letzten 2.000 Jahren, formt das Zentralbecken Nakanoumi.

  3. 1902

    199 Soldaten sterben bei einem Wintermarsch im Schneesturm am Hakkōda.

  4. 1903

    Wainai Sadayuki gelingt die Ansiedlung von Himemasu im Towada-See.

  5. 1936

    Ausweisung als Nationalpark Towada am 1. Februar.

  6. 1952

    Towada-See und Oirase werden als Ort besonderer landschaftlicher Schönheit und Naturdenkmal geschützt.

  7. 1953

    Enthüllung der Mädchenstatue von Takamura Kōtarō in Yasumiya.

  8. 1956

    Das Gebiet Hachimantai kommt hinzu, der Park heißt fortan Towada-Hachimantai.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Wenn Aspite Line und Hakkōda-Straße im Frühjahr öffnen, säumen hohe Schneewände die Fahrbahn; Ende Mai oder Anfang Juni erscheint das Drachenauge.

Sommer

Frisches Buchengrün am Oirase, Alpenblumen am Akita-Komagatake und Iwate-san, angenehme Kühle auf den Hochflächen.

Herbst

Eines der klassischen Herbstlaubziele Japans: Höhepunkt am Hakkōda und Hachimantai Anfang bis Mitte Oktober, am Oirase Ende Oktober.

Winter

Tiefer Schnee sperrt die Hochstraßen; die raureifbedeckten Tannen des Hakkōda ziehen Tourenskifahrer an, am Oirase werden gefrorene Wasserfälle bei Winterführungen beleuchtet.

Routen und Wege

  • Weg am Oirase-Bach

    Weitgehend ebener Uferweg von etwa 14 km von Yakeyama bis Nenokuchi am Towada-See, oft abschnittsweise mit Hilfe der Bushaltestellen an der Straße begangen.

  • Runde über den Hakkōda-Ōdake

    Von der Bergstation der Hakkōda-Seilbahn über Akakura-dake und Ōdake (1.585 m) hinab nach Sukayu Onsen; ein ganzer Tag.

  • Gipfelrunde am Hachimantai

    Kurzer, leichter Weg vom Parkplatz an der Aspite Line vorbei am Kagami-numa zum Gipfelplateau und Hachiman-numa.

  • Akita-Komagatake

    Von der Haltestelle der 8. Station zum Gipfel und zu den Blumenwiesen von Onamedai; ein halber Tag.

  • Bootsfahrt auf dem Towada-See

    Schiffe zwischen Yasumiya und Nenokuchi fahren an den Klippen der Halbinseln Nakayama und Ogura vorbei.

Praktische Hinweise

  • Der Tōhoku-Shinkansen hält in Hachinohe, Shichinohe-Towada und Morioka, der Akita-Shinkansen in Tazawako für Nyūtō Onsen. In der Saison fahren Busse von Aomori und Hachinohe zum Oirase und zum Towada-See.
  • Hochstraßen wie die Aspite Line und Abschnitte der Hakkōda-Towada-Gold-Line sind im Winter gesperrt oder eingeschränkt befahrbar.
  • Bären sind häufig, auch am Oirase; beim Wandern eine Glocke tragen.
  • In einigen Senken am Hakkōda und bei Tamagawa sammeln sich Vulkangase; Warnschilder und Sperrungen beachten.
  • Iwate-san und Akita-Komagatake sind überwachte aktive Vulkane; die Warnstufen der Japanischen Wetterbehörde prüfen.

Häufige Fragen

Was ist der Oirase-Bach?

Ein klarer Gebirgsbach, der bei Nenokuchi aus dem Towada-See tritt und rund 14 km durch Buchenwald fließt, mit über einem Dutzend Wasserfällen und Stromschnellen. Ein Wanderweg begleitet ihn auf ganzer Länge.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Herbstfärbung erreicht Ende Oktober ihren Höhepunkt, das frische Grün zeigt sich im Mai und Juni. Im Winter verwandeln sich die Tannen am Hakkōda in raureifbedeckte „Schneemonster“.

Was geschah 1902 am Hakkōda?

Bei einem Wintermarsch im Schneesturm kamen 199 von 210 Soldaten des 5. Infanterieregiments der japanischen Armee ums Leben. Roman und Film haben die Katastrophe bekannt gemacht, ein Denkmal am Berg erinnert an sie.

Welche Thermalquellen gibt es im Park?

Zu den bekanntesten zählen Sukayu am Hakkōda, Tsuta, die Nyūtō-Onsen-Gruppe mit Tsurunoyu, Tamagawa mit der sauersten Quelle Japans sowie Goshogake und Fukenoyu auf dem Hachimantai-Plateau.

Was ist das „Drachenauge“ des Hachimantai?

Ende Mai oder Anfang Juni schmilzt der Schnee auf dem Teich Kagami-numa nahe dem Gipfel so, dass ein Eisring um eine runde Mitte stehen bleibt – wie ein Auge. Das Schauspiel dauert nur wenige Tage.

Quellen

  1. 1.十和田八幡平国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  2. 2.国立公園の概要 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  3. 3.Towada-Hachimantai National Park (öffnet in neuem Tab) — Ministry of the Environment, Japan
  4. 4.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁

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