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Japan

Berge · Aomori

Hakkōda-Gebirge

八甲田山はっこうださんHakkōda-san

Tief verschneite Vulkane über Aomori, mit Mooren, Thermalquellen und Schneemonstern.

Das Hakkōda-Gebirge (八甲田山, Hakkōda-san) ist eine Vulkangruppe südlich der Stadt Aomori, deren höchster Gipfel, der Ōdake, 1.585 m erreicht. Als einer der schneereichsten Orte Japans ist es bekannt für raureifbedeckte „Schneemonster“, die Thermalquellen von Sukayu und den Schneemarsch von 1902, bei dem 199 Soldaten starben.

Höhe: 1.585 mAktiver VulkanNationalpark · 1936100 berühmte Berge

Überblick

Das Hakkōda-Gebirge erhebt sich unmittelbar südlich der Bucht von Aomori, eine Gruppe von rund achtzehn Vulkangipfeln, geteilt in eine Nordgruppe mit dem Ōdake und eine Südgruppe um den Kushigamine. Zwischen den gerundeten Gipfeln liegen Hochmoore (tashiro) mit Teichen, und am Fuß einige der bekanntesten Thermalquellen Nordjapans: Sukayu, Yachi und Tsuta.

Der Winter prägt das Gebirge. Monsunwinde vom Japanischen Meer bringen Schnee, der regelmäßig mehrere Meter hoch liegt; in Sukayu Onsen werden einige der größten Schneehöhen aller japanischen Wetterstationen gemessen. Raureifbedeckte Tannen und tiefer Pulverschnee ziehen Skifahrer aus aller Welt an, während die Tragödie des Schneemarschs von 1902 im nationalen Gedächtnis bleibt.

Landschaft und Entstehung

Die Hakkōda-Vulkane stehen am Rand älterer Calderen, die vor mehreren Hunderttausend Jahren durch große Ignimbrit-Ausbrüche entstanden; die jüngeren Gipfel, darunter der Ōdake, wuchsen am Calderarand empor. In historischer Zeit gab es kleine phreatische Ausbrüche, Fumarolen und saure Thermalquellen sind noch aktiv.

Auf den sanften Hochflächen zwischen den Gipfeln liegen Moore wie Suirenuma und Tashiro-taira; das Schmelzwasser speist den Oirase-Bach und den Towada-See im Süden.

Höhepunkte

  • Ōdake

    大岳Ōdake

    Der höchste Gipfel, 1.585 m, mit Krater und Blick zum Iwaki und zur Halbinsel Shimokita.

  • Sukayu Onsen

    酸ヶ湯温泉Sukayu onsen

    Historische Thermalquelle mit Mischbad im riesigen hölzernen „Tausend-Personen-Bad“, Ausgangspunkt zum Ōdake.

  • Suirenuma

    睡蓮沼Suirenuma

    Moorteich, in dem sich die südlichen Hakkōda-Gipfel spiegeln, besonders im Herbst.

  • Tashiro-taira

    田代平湿原Tashiro-taira shitsugen

    Hochmoor an der Ostseite mit Bohlenwegen.

Ökologie

In den oberen Wäldern herrscht die schneefeste Aomori-Tanne vor; auf den Hochflächen tragen Moore Torfmoose und Sumpfblumen. An diesen Tannen bildet sich im Winter der Raureif.

Flora

  • Aomori-Tanne

    アオモリトドマツaomori-todomatsu

    Die Maries-Tanne, an der die Schneemonster entstehen.

  • Nikkō-kisuge

    ニッコウキスゲnikkō-kisuge

    Gelbe Taglilien blühen im Juli auf den Mooren.

  • Buche

    ブナbuna

    Alter Buchenwald an den unteren Hängen Richtung Oirase und Tsuta.

Fauna

  • Kragenbär

    ツキノワグマtsukinowaguma

    In den Buchenwäldern häufig.

  • Japanischer Serau

    カモシカkamoshika

    Im Winter oft im Schnee zu sehen.

Kultur

Das Hakkōda-Gebirge liegt im japanischen Schneeland, wo Thermalquellen den Bauern als Heilorte dienten; Sukayu wird seit über drei Jahrhunderten genutzt. An den Schneemarsch vom Januar 1902 – eine Übung vor dem Russisch-Japanischen Krieg – erinnert auf dem Hügel Umatateba die Statue des Korporals Gotō Fusanosuke, eines der wenigen Überlebenden. Nitta Jirōs Roman „Hakkōdasan shi no hōkō“ (1971) und der Film von 1977 machten die Tragödie weithin bekannt.

  • Statue des Korporals Gotō

    後藤伍長銅像Gotō gochō dōzō

    Gedenkstatue auf dem Umatateba an der Stelle, an der der Überlebende stehend im Schnee gefunden wurde.

  • Museum zum Schneemarsch

    八甲田山雪中行軍遭難資料館Hakkōda-san setchū kōgun sōnan shiryōkan

    Museum in der Stadt Aomori am Soldatenfriedhof.

Geschichte

  1. 1902

    Schneemarsch-Katastrophe: 199 von 210 Soldaten des 5. Infanterieregiments sterben im Schneesturm.

  2. 1936

    Ausweisung des Nationalparks Towada einschließlich Hakkōda; 1956 wird er zum Nationalpark Towada-Hachimantai.

  3. 1997

    Vulkangase töten bei einer Übung drei Soldaten in einer Senke am Fuß.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Tiefer Schnee bis in den Mai; im April öffnet der Schneekorridor an der Straße zwischen Sukayu und Yachi.

Sommer

Moorblumen im Juli; Wandersaison von Juni bis Oktober.

Herbst

Eine der schönsten Laubfärbungen Japans, von Ende September auf den Gipfeln bis Mitte Oktober am Fuß.

Winter

Sehr tiefer Schnee und raureifbedeckte Bäume; Tiefschneeskilauf ab der Seilbahn. Die Bedingungen sind hart, Whiteouts häufig.

Routen und Wege

  • Sukayu – Ōdake

    Von der Thermalquelle über das Jigoku-yu-no-sawa zum Ōdake, etwa 3 Stunden; mittelschwer.

  • Überschreitung ab der Seilbahn

    Von der Bergstation über Akakura-dake und Ido-dake zum Ōdake und hinab nach Sukayu, 4–5 Stunden; eine beliebte Tagestour.

  • Moorrundweg an der Bergstation

    30–60 Minuten um das Moor Tamoyachi; leicht.

Praktische Hinweise

  • Sukayu und die Seilbahn erreicht man per Bus ab dem Bahnhof Aomori in etwa einer Stunde.
  • Senken mit Gaswarnungen meiden: An windstillen Tagen können sich Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff ansammeln.
  • Tourengeher sollten im Winter Lawinenausrüstung mitführen und ihre Route melden.
  • Das Hakkōda-Gebirge wird von der Japanischen Wetterbehörde als aktiver Vulkan überwacht.

Häufige Fragen

Was geschah beim Schneemarsch von 1902?

Im Januar 1902 brach ein Bataillon des 5. Infanterieregiments der kaiserlichen Armee von Aomori zu einem Winterübungsmarsch ins Hakkōda-Gebirge auf und geriet in einen Schneesturm; 199 der 210 Männer starben. Nitta Jirōs Roman und der Film „Hakkōdasan“ (1977) machten die Katastrophe bekannt.

Wie lange dauert der Aufstieg auf den Ōdake?

Von Sukayu Onsen etwa 3 Stunden über das Jigoku-yu-no-sawa, von der Bergstation der Hakkōda-Seilbahn über Akakura-dake und Ido-dake etwa 1,5–2 Stunden.

Wann sieht man die Schneemonster?

Die juhyō bilden sich je nach Witterung etwa von Januar bis Anfang März an Aomori-Tannen nahe der Seilbahn-Bergstation.

Ist das Hakkōda-Gebirge vulkanisch aktiv?

Ja, die Japanische Wetterbehörde führt die Gruppe als aktiv. In Senken am Fuß haben Vulkangase tödliche Unfälle verursacht; dort stehen Warnschilder.

Quellen

  1. 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
  2. 2.十和田八幡平国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
  3. 3.火山登山者向けの情報提供ページ(八甲田山) (öffnet in neuem Tab) — 気象庁 (Japan Meteorological Agency)
  4. 4.青森県庁ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 青森県 (Aomori Prefecture)

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