Towada-See
十和田湖とわだこTowada-koEin Doppel-Calderasee hoch im nördlichen Ōu-Gebirge
Der Towada-See (Towada-ko) ist ein Doppel-Calderasee an der Grenze der Präfekturen Aomori und Akita, rund 61 km² groß und 327 m tief. Sein einziger Abfluss speist den Oirase-Bach; gemeinsam bilden sie den Kern des Nationalparks Towada-Hachimantai.
Überblick
Der Towada-See füllt auf rund 400 Metern Höhe die Caldera des Towada-Vulkans an der Grenze zwischen den Präfekturen Aomori und Akita. Zwei Halbinseln, Nakayama und Ogura, ragen von Süden in den See und umschließen das Naka-no-umi – eine tiefe innere Bucht, die eine jüngere, kleinere Caldera innerhalb der älteren markiert.
Einziger Abfluss ist Nenokuchi, wo der Oirase-Bach seinen 14 Kilometer langen Lauf durch eine bewaldete Schlucht beginnt. See und Bach gehören seit den 1930er-Jahren zu den Glanzstücken des japanischen Naturtourismus; damals machte der Schriftsteller Ōmachi Keigetsu die Gegend bekannt, und sie wurde Teil eines der ersten Nationalparks Japans.
Hauptort ist Yasumiya am Südufer mit dem Towada-Schrein und der Bronzeplastik „Statue der Mädchen“ des Bildhauers und Dichters Takamura Kōtarō.
Landschaft und Entstehung
Die äußere Caldera entstand bei gewaltigen Ausbrüchen vor Zehntausenden von Jahren; spätere Aktivität schuf die innere Caldera, die heute als Naka-no-umi unter Wasser liegt und mit rund 327 Metern die tiefste Stelle des Sees birgt. Der Ausbruch von 915 n. Chr., einer der größten in Japans historischer Zeit, bedeckte weite Teile Nord-Tōhokus mit Bims und Asche. Die Japanische Wetterbehörde führt Towada weiterhin als aktiven Vulkan.
Steile, bewaldete Calderawände steigen bis zu etwa 400 Meter über den Wasserspiegel an; Pässe wie der Hakka-tōge dienen als Aussichtspunkte.
Höhepunkte
Naka-no-umi
中湖Naka-no-umiTiefe Innenbucht zwischen den beiden Halbinseln – die überflutete innere Caldera.
Statue der Mädchen
乙女の像Otome no ZōBronze zweier einander zugewandter Frauen von Takamura Kōtarō (1953) in Yasumiya, Wahrzeichen des Sees.
Towada-Schrein
十和田神社Towada JinjaWaldschrein auf der Halbinsel Nakayama, seit alters ein Ort der Bergverehrung.
- 子ノ口Nenokuchi
Abfluss am Ostufer und Beginn des Oirase-Bachs.
Aussichtspunkt Hakka-tōge
発荷峠Hakka-tōgePass am Südwestrand mit dem klassischen Blick über See und Halbinseln.
Ökologie
Ursprünglich war der See fischlos, da Wasserfälle flussabwärts den Aufstieg versperrten. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Besatz; Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es Wainai Sadayuki, den Kokanee-Lachs (Himemasu) anzusiedeln. Buchen- und Eichenwald bedeckt die Calderawände.
Flora
Buchenwald
ブナ林buna-rinDie Japanische Buche prägt die Hänge um den See und entlang des Oirase.
Ahorn und Laubmischwald
Fächerahorn und andere Laubbäume sorgen für kräftige Herbstfarben rund um den Kraterrand.
Fauna
Kokanee-Lachs
ヒメマスhimemasuBinnenform des Rotlachses, aus dem Shikotsu-See eingeführt und heute der typische Fisch des Sees.
Kragenbär
Lebt in den umliegenden Wäldern wie im gesamten nördlichen Ōu-Gebirge.
Kultur
Towada war ein Ort der Bergverehrung; der Legende nach wurde der Mönch Nansobō zum Schutzdrachen des Sees, nachdem er den Drachen Hachirō besiegt hatte. Landesweit berühmt wurde der See durch Schriftsteller und Künstler der frühen Shōwa-Zeit; die Statue der Mädchen erinnert an jene, die sich für den Nationalpark einsetzten.
Legende von Hachirō und Nansobō
Sage von zwei Drachen im Streit um den See; der unterlegene Hachirō floh und schuf die Lagune Hachirōgata in Akita.
Ōmachi Keigetsu
大町桂月Ōmachi KeigetsuEssayist, dessen Texte aus den 1900er- bis 1920er-Jahren Towada und Oirase landesweit bekannt machten.
Geschichte
915
Ein großer Ausbruch des Towada-Vulkans überzieht Nord-Tōhoku mit Asche und Bims.
1903
Wainai Sadayuki beginnt mit dem Besatz von Kokanee-Lachsen, die sich später im See etablieren.
1936
Ausweisung des Nationalparks Towada, später zu Towada-Hachimantai erweitert.
1953
Enthüllung der Statue der Mädchen von Takamura Kōtarō in Yasumiya.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Am Kraterrand liegt bis in den April Schnee; im Mai kommen frisches Grün, geöffnete Straßen und der Bootsverkehr.
Sommer
Angenehm kühl auf 400 m; Bootsfahrten, Kajak und Wanderungen am Oirase haben Hochsaison.
Herbst
Die Laubfärbung erreicht meist Mitte bis Ende Oktober ihren Höhepunkt, am See wie am Oirase.
Winter
Viel Schnee; einzelne Pässe sind gesperrt, im Februar findet in Yasumiya ein abendliches Winterfest statt.
Routen und Wege
Bootsfahrt auf dem See
Ausflugsschiffe verkehren vor allem von Frühling bis Herbst zwischen Yasumiya und Nenokuchi oder rund um die Halbinseln.
Wanderung am Oirase
Uferweg von rund 14 km von Nenokuchi flussabwärts nach Yakeyama, meist in Teilstücken begangen.
Halbinseln Ogura und Nakayama
Kurze Pfade zu Aussichtspunkten über das Naka-no-umi.
Praktische Hinweise
- Busse fahren von Hachinohe und Aomori (über den Oirase) sowie von Towada-Minami in Akita zum See; mit dem Auto ist man am flexibelsten.
- Bergstraßen können im Winter gesperrt sein; aktuelle Straßeninformationen der Präfekturen beachten.
- In den Wäldern leben Bären; auf Wegen eine Glocke tragen und örtliche Warnungen beachten.
Häufige Fragen
Wie tief ist der Towada-See?
Rund 327 Meter an der tiefsten Stelle im Naka-no-umi – nach Tazawa- und Shikotsu-See der dritttiefste See Japans.
Ist der Towada-See ein Vulkan?
Er füllt die Caldera des Towada-Vulkans, den die Japanische Wetterbehörde als aktiv einstuft. Der letzte große Ausbruch ereignete sich 915 n. Chr.
Wann ist Laubfärbung am Towada-See?
Meist Mitte bis Ende Oktober, am höher gelegenen Kraterrand etwas früher als am Oirase.
In welcher Präfektur liegt der Towada-See?
In beiden: Die Grenze zwischen Aomori und Akita verläuft mitten durch den See.
Weiterlesen
Quellen
- 1.統計FAQ 日本の湖沼の面積 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局
- 2.十和田八幡平国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
- 3.活火山の火山活動 (öffnet in neuem Tab) — 気象庁
- 4.Lake Towada (öffnet in neuem Tab) — JNTO