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Japan

Tohoku · Präfektur · JP-02

Aomori

青森県あおもりけんAomori-ken

Nordspitze Honshus: Leuchtwagen, Apfelplantagen und tiefer Schnee

Aomori ist die nördlichste Präfektur Honshus und liegt Hokkaido an der Tsugaru-Straße gegenüber. Bekannt ist sie für die Leuchtwagenfeste Nebuta und Neputa, die größte Apfelernte Japans, den Towada-See mit der Oirase-Schlucht und bedeutende Fundstätten der Jōmon-Kultur.

Überblick

Die Präfektur Aomori nimmt das Nordende der Hauptinsel Honshu ein – im Westen begrenzt vom Japanischen Meer, im Norden von der Tsugaru-Straße, im Osten vom Pazifik. Zwei Halbinseln umschließen die Mutsu-Bucht: Tsugaru im Westen und das wie eine Axt geformte Shimokita im Osten. Im Zentrum erheben sich die vulkanischen Hakkōda-Berge. Seit 1988 verbindet der Seikan-Tunnel die Präfektur unter der Meerenge hindurch mit Hokkaido.

Kulturell zerfällt Aomori in zwei Hälften: das Tsugaru-Gebiet im Westen um die alte Burgstadt Hirosaki und das Nanbu-Gebiet im Osten um die Hafenstadt Hachinohe; die abgelegene Halbinsel Shimokita bildet einen dritten Landesteil. Dialekt, Feste und Küche unterscheiden sich deutlich – ein Erbe der rivalisierenden Fürstenhäuser Tsugaru und Nanbu in der Edo-Zeit.

Aomori ist Japans führender Apfelproduzent und eine bedeutende Fischereipräfektur, berühmt für Jakobsmuscheln aus der Mutsu-Bucht und den Blauflossenthun aus Ōma. Seine Sommerfeste, allen voran die beleuchteten Nebuta-Wagen der Stadt Aomori, ziehen Besucher aus ganz Japan an. Die Buchenwälder von Shirakami-Sanchi und die Jōmon-Siedlung Sannai-Maruyama gehören zum Welterbe.

Name und Herkunft

Der Name Aomori bedeutet wörtlich „blauer (grüner) Wald“. Er soll auf einen kiefernbestandenen Hügel beim Hafen zurückgehen, der Schiffen als Landmarke diente. Das Fürstentum Hirosaki baute das gleichnamige Hafendorf ab 1624 zu seinem Tor zur Mutsu-Bucht aus.

Das ganze Gebiet gehörte zur alten Provinz Mutsu. In der Edo-Zeit teilten es sich das Hirosaki-Lehen der Tsugaru (mit seinem Zweiglehen Kuroishi) im Westen und die Nanbu im Osten – mit dem Hachinohe-Lehen und einem Teil des Morioka-Lehens. Nach dem Boshin-Krieg wurden die besiegten Gefolgsleute aus Aizu auf Shimokita als Lehen Tonami angesiedelt. Bei der Auflösung der Lehen 1871 gingen diese Einheiten in der Präfektur Hirosaki auf, die ihren Sitz nach Aomori verlegte und binnen Wochen den Namen der Hafenstadt annahm. Die alte Trennlinie zwischen Tsugaru und Nanbu prägt das regionale Selbstverständnis bis heute.

Städte

Geografie

Das Rückgrat der Präfektur bilden das Ōu-Gebirge und die vulkanische Hakkōda-Gruppe, deren höchster Gipfel, der Ōdake, 1.585 m erreicht. Im Westen ragt der freistehende Kegel des Iwaki (1.625 m), der höchste Berg der Präfektur, über der Tsugaru-Ebene auf; der Fluss Iwaki entwässert sie in die Lagune Jūsan-ko. Das Shirakami-Gebirge an der Grenze zu Akita trägt einen der größten verbliebenen Buchenurwälder Ostasiens.

Im Südosten speist der Towada-See, ein mit Akita geteilter Calderasee, den Bergbach Oirase, der ostwärts zum Pazifik fließt. Die Pazifikküste um Hachinohe ist flacher und besitzt mit Tanesashi eine Küste aus natürlichen Rasenflächen. Die Halbinsel Shimokita endet am Kap Ōma, dem nördlichsten Punkt Honshus, und birgt die Vulkanlandschaft des Osorezan. Von der Tsugaru-Halbinsel führt der Seikan-Tunnel unter der Meerenge nach Hokkaido.

Klima

Aomori hat ein kühles Klima mit einem ausgeprägten West-Ost-Gegensatz. Die Tsugaru-Seite liegt im Einflussbereich des Wintermonsuns über dem Japanischen Meer und erhält sehr viel Schnee; die Stadt Aomori gilt als eine der schneereichsten Großstädte der Welt, und Sukayu in den Hakkōda-Bergen verzeichnet regelmäßig einige der höchsten Schneedecken Japans. Die Pazifikseite um Hachinohe bleibt deutlich schneeärmer und sonniger, ist im Frühsommer aber dem Yamase ausgesetzt – einem kalten, feuchten Nordostwind, der früher immer wieder Missernten verursachte. Die Sommer sind überall kurz und mild.

Landschaft

  • Hakkōda-Berge

    八甲田山Hakkōda-san

    Vulkanmassiv südlich der Stadt Aomori mit raureifbedeckten „Schneemonstern“ im Winter, Hochmooren und Herbstlaub; 1902 Schauplatz eines verheerenden Winter-Übungsmarsches.

  • Iwaki

    岩木山Iwaki-san

    1.625 m hoher Schichtvulkan, höchster Punkt der Präfektur und heiliger Berg von Tsugaru, oft „Tsugaru-Fuji“ genannt.

  • Towada-See

    十和田湖Towada-ko

    327 m tiefer Doppelcalderasee an der Grenze zu Akita, Kernstück des Nationalparks Towada-Hachimantai.

  • Oirase-Schlucht

    奥入瀬渓流Oirase-keiryū

    Bewaldeter Abfluss des Towada-Sees; ein Uferweg folgt ihm rund 14 km an Stromschnellen und Wasserfällen entlang.

  • Shirakami-Sanchi

    白神山地Shirakami-sanchi

    Gebirge an der Grenze zu Akita mit ausgedehntem Urwald aus Kerb-Buchen, seit 1993 Weltnaturerbe.

  • Halbinsel Shimokita und Osorezan

    下北半島Shimokita-hantō

    Abgelegene Halbinsel mit dem Kratersee des Osorezan, den Felsklippen von Hotokegaura und dem Kap Ōma, dem Nordkap Honshus.

  • Mutsu-Bucht

    陸奥湾Mutsu-wan

    Geschützte Bucht zwischen den Halbinseln Tsugaru und Shimokita, eines der wichtigsten Zuchtgebiete für Jakobsmuscheln in Japan.

  • Tanesashi-Küste

    種差海岸Tanesashi-kaigan

    Pazifikküste bei Hachinohe, an der natürliche Rasenflächen bis an die Felsen reichen; Teil des Nationalparks Sanriku Fukkō.

Natur in dieser Präfektur

Welterbe in dieser Präfektur

Geschichte

Der Norden Honshus war ein Zentrum der Jōmon-Kultur: Sannai-Maruyama bei der Stadt Aomori war eine große, über Jahrtausende bewohnte Siedlung, und spätere Fundorte wie Kamegaoka lieferten die Tonfiguren mit den charakteristischen „Schneebrillen-Augen“ (Shakōki-Dogū). Jahrhundertelang lag die Gegend am Rand des Yamato-Staates – Siedlungsgebiet der Emishi, später im Einflussbereich der nördlichen Fujiwara und des Andō-Clans, dessen Hafen Tosaminato am Jūsan-See Handel über die nördlichen Meere trieb.

Im späten 16. Jahrhundert löste sich Ōura (später Tsugaru) Tamenobu von den Nanbu und ließ sich von Toyotomi Hideyoshi bestätigen; seine Nachkommen regierten bis 1871 von Hirosaki aus, während der Osten bei den Nanbu blieb. Nach der Meiji-Restauration hatte die Region mit harten Wintern, Hungersnöten und ihrer Randlage zu kämpfen, wurde aber durch die Seikan-Fähren und ab 1988 durch den Seikan-Tunnel zum unverzichtbaren Bindeglied nach Hokkaido. Der Tohoku-Shinkansen erreichte 2002 Hachinohe und 2010 Shin-Aomori.

  1. ca. 3900–2200 v. Chr.

    Blütezeit der Jōmon-Siedlung Sannai-Maruyama bei der heutigen Stadt Aomori.

  2. 1590

    Toyotomi Hideyoshi bestätigt Tsugaru Tamenobu, der sich von den Nanbu gelöst hat, als Herrn von Tsugaru.

  3. 1611

    Die Burg Hirosaki wird als Sitz der Tsugaru fertiggestellt.

  4. 1624

    Das Hirosaki-Lehen eröffnet den Hafen Aomori an der Mutsu-Bucht.

  5. 1870

    Im Boshin-Krieg unterlegene Gefolgsleute aus Aizu werden als Lehen Tonami auf Shimokita angesiedelt.

  6. 1871

    Die Lehen gehen in der Präfektur Hirosaki auf, die ihren Sitz nach Aomori verlegt und in Präfektur Aomori umbenannt wird.

  7. 1902

    Bei einem Übungsmarsch im Schneesturm kommen in den Hakkōda-Bergen 199 Soldaten ums Leben.

  8. 1908

    Die Staatsbahn nimmt den Seikan-Fährverkehr zwischen Aomori und Hakodate auf.

  9. 1988

    Der Seikan-Tunnel unter der Tsugaru-Straße verbindet Honshu und Hokkaido per Bahn.

  10. 1993

    Shirakami-Sanchi wird als eine der ersten japanischen Naturstätten Welterbe.

  11. 2010

    Der Tohoku-Shinkansen erreicht Shin-Aomori.

  12. 2021

    Sannai-Maruyama und weitere Fundorte in Aomori werden als Teil der „Jōmon-Stätten in Nordjapan“ Welterbe.

Kultur

Am bekanntesten ist Aomoris Kultur durch die sommerlichen Feste mit beleuchteten Papierwagen. Sie wurzeln in der Tanabata-Zeit und im Brauch, vor der Ernte die Müdigkeit symbolisch „fortzuschwemmen“. Jede Gegend pflegt ihre eigene Form: die riesigen, dreidimensionalen Krieger-Szenen der Nebuta in Aomori, die fächerförmigen Neputa in Hirosaki und die haushohen Tachineputa in Goshogawara.

Aus Tsugaru stammen auch das perkussive, improvisierte Tsugaru-Shamisen-Spiel und die Kogin-Stickerei, die aus der Notwendigkeit entstand, grobes Hanfleinen zu verstärken und wärmer zu machen. Mit Shimokita verbindet man die Itako, blinde Medien, die am Osorezan Botschaften der Verstorbenen übermitteln. Die Dialekte von Tsugaru und Nanbu sind selbst für andere Japaner schwer verständlich, und die Präfektur hat auffallend viele Schriftsteller und Künstler hervorgebracht – von Dazai Osamu bis Munakata Shikō.

Feste

  • Aomori Nebuta Matsuri

    青森ねぶた祭Aomori Nebuta Matsuri

    Vom 2. bis 7. August ziehen riesige beleuchtete Wagen mit Kriegern und Gottheiten, begleitet von Haneto-Tänzern, durch die Stadt Aomori; am letzten Tag fahren sie auf die Bucht hinaus.

  • Hirosaki Neputa Matsuri

    弘前ねぷたまつりHirosaki Neputa Matsuri

    Vom 1. bis 7. August: fächerförmige Wagen, vorn mit Schlachtszenen, hinten mit Frauenbildnissen bemalt, werden durch die Burgstadt gezogen.

  • Goshogawara Tachineputa

    五所川原立佞武多Goshogawara Tachineputa

    Fest Anfang August mit über 20 m hohen, stehenden Figurenwagen, 1998 nach Fotografien aus der Meiji-Zeit wiederbelebt.

  • Hachinohe Sansha Taisai

    八戸三社大祭Hachinohe Sansha Taisai

    Fest dreier Schreine vom 31. Juli bis 4. August mit aufwendigen, mechanisch bewegten Wagen; Teil der UNESCO-gelisteten Yama-, Hoko- und Yatai-Wagenfeste.

  • Hachinohe Enburi

    八戸えんぶりHachinohe Enburi

    Vorfrühlingsritus vom 17. bis 20. Februar: Tänzer mit pferdekopfförmigen Hüten bitten um eine gute Reisernte.

  • Kirschblütenfest Hirosaki

    弘前さくらまつりHirosaki Sakura Matsuri

    Frühlingsfest von Ende April bis Anfang Mai an Gräben und Türmen der Burg Hirosaki, einer der bekanntesten Kirschblütenorte Japans.

  • Großes Fest am Osorezan

    恐山大祭Osorezan Taisai

    Vom 20. bis 24. Juli am Tempel Bodai-ji auf dem Osorezan; traditionell halten dann Itako-Medien Sitzungen für Besucher ab.

Traditionelles Handwerk

  • Tsugaru-Lackkunst

    津軽塗Tsugaru-nuri

    Lackwaren aus Hirosaki, in Dutzenden Schichten aufgetragen und zu gesprenkelten Mustern abgeschliffen; staatlich anerkanntes traditionelles Handwerk.

  • Kogin-Stickerei

    こぎん刺しkogin-zashi

    Geometrische Zählstickerei in Weiß auf Indigo aus den Bauerndörfern von Tsugaru, ursprünglich zur Verstärkung und Isolierung von Hanfkleidung.

  • Hishizashi-Stickerei

    菱刺しhishizashi

    Das Nanbu-Gegenstück zur Kogin-Stickerei, mit rautenförmigen Motiven, verbreitet um Hachinohe.

  • Yawata-Pferdchen

    八幡馬Yawata-uma

    Bemalte Holzpferde aus Hachinohe, Zeugnis der langen Pferdezucht-Tradition des Nanbu-Gebiets.

  • Tsugaru-Glas

    津軽びいどろTsugaru bīdoro

    Mundgeblasenes Farbglas aus der Stadt Aomori, hergestellt mit Sand von der Tsugaru-Küste.

Traditionen

  • Tsugaru-Shamisen

    津軽三味線Tsugaru-jamisen

    Schneller, perkussiver Spielstil der Shamisen, entwickelt von blinden Wandermusikern aus Tsugaru und heute weltweit auf der Bühne.

  • Itako-Medien

    イタコitako

    Traditionell blinde Frauen, die als Geistermedien wirken; eng verbunden mit dem Osorezan und der Volksreligion von Shimokita und Nanbu.

  • Tsugaru-Dialekt

    津軽弁Tsugaru-ben

    Einer der eigenwilligsten Dialekte Japans, bekannt für extrem kurze Äußerungen; der Nanbu-Dialekt im Osten unterscheidet sich deutlich davon.

  • Oyama-Sankei

    お山参詣Oyama-sankei

    Spätsommerliche Wallfahrt auf den Gipfel des Iwaki als Dank für die Ernte, als wichtiges immaterielles Volkskulturgut geschützt.

Küche

Aomoris Küche lebt von kalten Meeren und einer kurzen Vegetationsperiode. Die Mutsu-Bucht liefert Jakobsmuscheln, die Pazifikhäfen um Hachinohe Tintenfisch und Makrele, die Tsugaru-Straße den Blauflossenthun von Ōma. Äpfel stecken in allem, vom Saft bis zum Gebäck; zudem ist die Präfektur Japans wichtigster Knoblauchproduzent und baut viel Nagaimo (Yamswurzel) an. Im Winter kommen kräftige Suppen und Eintöpfe mit Miso, Kabeljau und eingelegtem Gemüse auf den Tisch.

  • Senbei-jiru

    せんべい汁senbei-jiru

    Suppe aus Hachinohe mit Huhn oder Schwein und Gemüse, in die harte Weizencracker gebrochen und weich gegart werden.

  • Ichigo-ni

    いちご煮ichigo-ni

    Klare Brühe mit Seeigel und Abalone von der Küste bei Hachinohe; der Seeigel erinnert an Walderdbeeren (ichigo), daher der Name.

  • Kayaki-miso

    貝焼き味噌kayaki-miso

    Jakobsmuscheln oder andere Meeresfrüchte, mit Miso und Ei in einer großen Muschelschale als Pfanne gegart.

  • Jappa-jiru

    じゃっぱ汁jappa-jiru

    Wintersuppe aus Kopf, Gräten und Innereien des Kabeljaus mit Rettich und Miso – der ganze Fisch wird verwertet.

  • Ke-no-shiru

    けの汁ke-no-shiru

    Tsugaru-Suppe aus fein gewürfeltem Wurzelgemüse, Wildkräutern und Tofu, traditionell in großen Mengen zum „Kleinen Neujahr“ gekocht.

  • Thunfisch aus Ōma

    大間まぐろŌma maguro

    Mit Angelleine in der Tsugaru-Straße vor Ōma gefangener Blauflossenthun, einer der begehrtesten Thunfische Japans.

  • Äpfel aus Aomori

    青森りんごAomori ringo

    Seit der Meiji-Zeit vor allem in der Tsugaru-Ebene angebaut; Sorten wie Fuji, Ōrin und Mutsu kommen frisch, als Saft, Cidre und Gebäck in den Handel.

Heiße Quellen

  • Sukayu Onsen

    酸ヶ湯温泉Sukayu Onsen

    Saure Quelle auf rund 900 m in den Hakkōda-Bergen, bekannt für ihr großes Badehaus aus Hiba-Holz und die gewaltigen Schneemengen im Winter.

  • Aoni Onsen

    青荷温泉Aoni Onsen

    Abgeschiedenes Gasthaus in einem Tal bei Kuroishi, das statt mit Strom mit Öllampen beleuchtet wird.

  • Asamushi Onsen

    浅虫温泉Asamushi Onsen

    Badeort an der Mutsu-Bucht im Stadtgebiet von Aomori, seit Langem das Thermalbad der Präfekturhauptstadt.

  • Furōfushi Onsen

    不老ふ死温泉Furōfushi Onsen

    Eisenhaltige Quelle am Kap Kogane an der Japanmeerküste mit einem Freiluftbad direkt auf den Uferfelsen.

  • Tsuta Onsen

    蔦温泉Tsuta Onsen

    Gasthaus im Buchenwald südlich der Hakkōda-Berge, in dem das Wasser direkt durch den Holzboden des Beckens aufsteigt.

  • Yagen Onsen

    薬研温泉Yagen Onsen

    Talquelle auf der Halbinsel Shimokita, verbunden mit der Geschichte der Nanbu und später der Siedler von Tonami.

Wirtschaft

Landwirtschaft und Fischerei stehen im Mittelpunkt. Aomori erntet mehr Äpfel als jede andere Präfektur, führt beim Knoblauch und baut Reis, Nagaimo und Klettenwurzel an. Die Häfen landen Jakobsmuscheln, Tintenfisch, Makrele und Thunfisch an. Hachinohe ist ein Industriehafen mit Papier-, Metall- und Chemiewerken. In Rokkasho an der Pazifikküste befindet sich Japans Anlagenkomplex für den Kernbrennstoffkreislauf, und an den Küsten reihen sich Windparks. Der Tourismus – getragen von Festen, Towada, Oirase und der Kirschblüte – hat seit der Shinkansen-Anbindung deutlich zugelegt.

Wichtige Branchen

  • Apfelanbau und -verarbeitung
  • Knoblauch, Nagaimo und Reis
  • Fischerei und Muschelzucht
  • Hafenindustrie in Hachinohe (Papier, Metall, Chemie)
  • Kernbrennstoffanlagen in Rokkasho
  • Windenergie
  • Tourismus

Bekannte Persönlichkeiten

  • Tsugaru Tamenobu (1550–1608)

    津軽為信

    Kriegsherr, der sich von den Nanbu lossagte und das Fürstentum Tsugaru begründete.

  • Munakata Shikō (1903–1975)

    棟方志功

    Holzschnittkünstler aus der Stadt Aomori, international bekannt nach Preisen in São Paulo und Venedig in den 1950er-Jahren.

  • Dazai Osamu (1909–1948)

    太宰治

    Schriftsteller aus Kanagi (heute Goshogawara), Autor von „Gezeichnet“ (Ningen shikkaku) und des Reisebuchs „Tsugaru“.

  • Terayama Shūji (1935–1983)

    寺山修司

    Dichter, Dramatiker und Filmemacher aus Hirosaki, Gründer der Avantgarde-Theatertruppe Tenjō Sajiki.

  • Nara Yoshitomo (geb. 1959)

    奈良美智

    Zeitgenössischer Künstler aus Hirosaki, bekannt für seine trotzigen Kinderfiguren und die monumentale Hundeskulptur im Kunstmuseum der Präfektur Aomori.

Anreise

  • Tohoku-Shinkansen von Tokio nach Shin-Aomori in etwa drei Stunden, mit Halt in Hachinohe.
  • Hokkaido-Shinkansen von Shin-Aomori durch den Seikan-Tunnel nach Shin-Hakodate-Hokuto in rund einer Stunde.
  • Der Flughafen Aomori südlich der Stadt bietet Inlandsflüge unter anderem nach Tokio, Osaka und Sapporo; der Flughafen Misawa bedient das Nanbu-Gebiet.
  • Fähren queren die Tsugaru-Straße von Aomori und Ōma nach Hakodate und verbinden Hachinohe mit Tomakomai auf Hokkaido.
  • Die Ōu-Hauptlinie verbindet Aomori und Hirosaki mit Akita; die landschaftlich reizvolle Gonō-Linie folgt der Japanmeerküste an Shirakami-Sanchi vorbei.

Nachbarpräfekturen

Historische Provinzen

  • 陸奥国Mutsu-no-kuni

Präfektursymbole

Blume
リンゴの花ringo no hana
Baum
ヒバhiba
Vogel
ハクチョウhakuchō

Häufige Fragen

Wann findet das Nebuta-Fest in Aomori statt?

Die Aomori Nebuta Matsuri findet jedes Jahr vom 2. bis 7. August statt. Die Neputa in Hirosaki läuft vom 1. bis 7. August, die Tachineputa in Goshogawara in der ersten Augustwoche.

Wie kommt man von Tokio nach Aomori?

Die schnellsten Züge des Tohoku-Shinkansen erreichen Shin-Aomori in etwa drei Stunden. Ein Flug von Haneda zum Flughafen Aomori dauert gut eine Stunde.

Warum ist Aomori für Äpfel bekannt?

Der Apfelanbau begann in Tsugaru in den 1870er-Jahren und profitiert vom kühlen Klima und den durchlässigen Böden rund um den Iwaki. Aomori ist seit Langem Japans größte Apfelpräfektur.

Wo sieht man in Aomori die schönste Kirschblüte?

Der Hirosaki-Park rund um die Burg Hirosaki zählt zu den bekanntesten Kirschblütenorten Japans; die Blüte fällt meist in die Zeit von Ende April bis Anfang Mai.

Ist Aomori mit Hokkaido verbunden?

Ja. Der 1988 eröffnete Seikan-Tunnel führt den Hokkaido-Shinkansen und Güterzüge unter der Tsugaru-Straße hindurch; außerdem fahren Fähren von Aomori, Ōma und Hachinohe nach Hokkaido.

Wie viel Schnee fällt in Aomori?

Die Westhälfte mit der Stadt Aomori und den Hakkōda-Bergen erhält jeden Winter sehr viel Schnee, in höheren Lagen mehrere Meter. Die Pazifikseite um Hachinohe bleibt deutlich schneeärmer.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.全国都道府県市区町村別面積調 (öffnet in neuem Tab) — Geospatial Information Authority of Japan
  3. 3.青森県庁ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 青森県
  4. 4.Shirakami-Sanchi (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  5. 5.Jomon Prehistoric Sites in Northern Japan (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre

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