Burg Hirosaki
弘前城ひろさきじょうHirosaki-jōDie Burg der Tsugaru-Fürsten unter dem Iwaki
Die Burg Hirosaki in der Präfektur Aomori war von 1611 bis 1871 Sitz des Tsugaru-Klans. Ihr kleiner dreigeschossiger Burgturm von 1810 ist zusammen mit drei Wachtürmen und fünf Toren aus der Edo-Zeit erhalten, und der Burgpark zählt zu den bekanntesten Kirschblütenorten Japans.
Überblick
Die Burg Hirosaki steht auf einem Plateau im Zentrum Hirosakis mit Blick auf den Berg Iwaki im Westen. Tsugaru Tamenobu, der sich im Norden Honshūs ein eigenes Fürstentum erkämpft hatte, plante die Burg; sein Sohn Nobuhira vollendete sie 1611. Die ganze Edo-Zeit hindurch blieb sie Sitz der Tsugaru-Fürsten.
Der ursprüngliche fünfgeschossige Hauptturm wurde 1627 vom Blitz getroffen und durch die Explosion seines Pulverlagers zerstört. Fast zwei Jahrhunderte lang hatte die Burg keinen Turm. 1810 erhielt Fürst Tsugaru Yasuchika die Erlaubnis, einen Eckturm neu zu errichten; der 1811 vollendete dreigeschossige Bau diente faktisch als Hauptturm. Er ist der einzige originale Burgturm der Region Tōhoku und einer von zwölf in Japan.
Der Turm ist bescheiden, das Burggelände aber weitläufig: Drei Ringe aus Gräben, Erdwällen und Steinmauern umschließen sechs Burghöfe, und die erhaltenen Wachtürme und Tore haben ihre Gestalt aus der Edo-Zeit bewahrt. Seit der Meiji-Zeit ist das Gelände ein öffentlicher Park, ab 1882 mit Kirschbäumen bepflanzt, die ihn zu einem der großen Hanami-Ziele des Landes gemacht haben.
Höhepunkte
Burgturm
天守tenshuDreigeschossiger Turm von 1810–1811 mit verzierten Giebeln auf der Stadtseite und schlichten Wänden zur Innenseite.
Ecktürme
隅櫓sumi-yaguraDrei originale dreigeschossige Wachtürme an den Ecken des zweiten Burghofs.
Burgtore
城門jōmonFünf originale zweigeschossige Tore, darunter das Kamenokō-mon (Kitamon) am Nordeingang.
Gräben und Kirschbäume
外濠sotoboriBreite, von Kirschbäumen gesäumte Gräben; fallende Blütenblätter bilden auf dem Wasser „Blütenflöße“ (Hanaikada).
Botanischer Garten der Burg Hirosaki
弘前城植物園Hirosaki-jō ShokubutsuenGarten auf dem Burggelände mit Pflanzen der Region und jahreszeitlichen Schauen.
Geschichte
Die Burg hieß zunächst Takaoka und wurde 1628 in Hirosaki umbenannt. Obwohl das Fürstentum fern der Machtzentren lag, unterhielt es eine große Burg, und die Fürsten der Tsugaru regierten von hier aus bis zur Auflösung der Fürstentümer 1871.
1895 wurde der Park für die Öffentlichkeit geöffnet, und ab dem späten 19. Jahrhundert pflanzte man Kirschbäume, darunter der angeblich älteste erhaltene Somei-Yoshino-Baum Japans aus dem Jahr 1882. 2015 wurde der Turm, um die sich ausbauchenden Steinmauern darunter zu reparieren, angehoben und auf Schienen an einen vorläufigen Platz im inneren Burghof verschoben – eine traditionelle Technik namens Hikiya –, 2026 kehrte er auf seinen erneuerten Sockel zurück.
1611
Tsugaru Nobuhira vollendet die Burg in Takaoka.
1627
Der fünfgeschossige Hauptturm wird nach einem Blitzschlag zerstört.
1628
Burg und Stadt werden in Hirosaki umbenannt.
1810–1811
Der heutige dreigeschossige Turm entsteht offiziell als Eckturm.
1871
Das Fürstentum wird aufgelöst, die Burg geht an den Staat.
1895
Das Burggelände öffnet als Park für die Öffentlichkeit.
1952
Die Burgstätte wird Historische Stätte.
2015
Der Turm wird auf Schienen verschoben, damit die Steinmauern repariert werden können.
2026
Der Turm kehrt auf seinen restaurierten Steinsockel zurück.
Kultur
Das Kirschblütenfest von Hirosaki von Ende April bis Anfang Mai zieht Besucher aus ganz Japan an. Die Bäume im Burgpark blühen später als in Tokio, und das Zusammenspiel von weißem Turm, roter Gejō-Brücke, Gräben und dem fernen, schneebedeckten Iwaki ist eines der klassischen Frühlingsbilder des Nordens. Die Gärtner des Parks sind für eine aus dem Apfelanbau übernommene Schnitttechnik bekannt, die die alten Bäume vital hält.
Die Burg ist zudem Schauplatz des Schneelaternenfests im Februar und eines Chrysanthemen- und Herbstlaubfests. Anfang August ziehen beim Hirosaki-Neputa-Fest beleuchtete, fächerförmige Festwagen durch die Stadt unterhalb der Burg.
Besuch
- Der Burgpark liegt etwa 15 Busminuten vom Bahnhof Hirosaki entfernt, den man von Shin-Aomori mit der JR-Ōu-Linie erreicht.
- Das Parkgelände ist größtenteils jederzeit zugänglich; die inneren Burghöfe mit dem Turm bilden einen eigenen Bereich.
- Die Blüte erreicht meist Ende April bis Anfang Mai ihren Höhepunkt; die blütenbedeckten Gräben folgen einige Tage später.
- Der Turm ist klein und innen steil; der Reiz der Burg liegt vor allem in ihrem Gelände.
In der Nähe
Ehemalige Burgstadt mit westlichen Meiji-Bauten, Samuraihäusern und einem Tempelviertel.
Der höchste Berg Aomoris, der kegelförmige Vulkan westlich der Stadt.
Chosho-ji und Tempelviertel Zenrin-gai
禅林街Zenrin-gaiStraße mit 33 Zen-Tempeln südwestlich der Burg, die am Familientempel der Tsugaru, dem Chōshō-ji, endet.
Buchenurwald des Welterbes an der Grenze zwischen Aomori und Akita, von Hirosaki aus über die Straße erreichbar.
Häufige Fragen
Ist die Burg Hirosaki original erhalten?
Ja. Der Turm von 1810–1811 ist einer von zwölf originalen Burgtürmen Japans und der einzige in der Region Tōhoku; außerdem sind drei Wachtürme und fünf Tore erhalten.
Wann blühen die Kirschen an der Burg Hirosaki?
Meist von Ende April bis Anfang Mai, wenn das Kirschblütenfest von Hirosaki stattfindet.
Warum wurde der Burgturm verschoben?
Die Steinmauern darunter bauchten sich aus und mussten neu gesetzt werden; deshalb wurde der ganze Turm 2015 angehoben und auf Schienen in den inneren Burghof verschoben. 2026 kehrte er auf seinen Sockel zurück.
Warum ist der Turm so klein?
Der ursprüngliche fünfgeschossige Turm brannte 1627 ab. Der heutige Bau wurde 1810 offiziell als Eckturm errichtet, da das Shogunat neue Burgtürme beschränkte.
Weiterlesen
Quellen
- 1.弘前公園総合情報 (öffnet in neuem Tab) — 弘前市
- 2.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁
- 3.弘前市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 弘前市