Burg Matsumoto
松本城まつもとじょうMatsumoto-jōDie schwarze Burg unter den Nordalpen
Die Burg Matsumoto in der Präfektur Nagano besitzt einen fünfstufigen, sechsgeschossigen Hauptturm aus den 1590er-Jahren – einen von zwölf original erhaltenen Burgtürmen Japans und einen von fünf im Rang eines Nationalschatzes. Schwarz lackierte Wände, verbundene Türme und ein breiter Graben vor den Nordalpen machen sie zu einer der eindrucksvollsten Burgen des Landes.
Überblick
Die Burg Matsumoto steht auf dem flachen Boden des Matsumoto-Beckens, geschützt nicht von einem Hügel, sondern von breiten Gräben – als einzige Flachlandburg unter den zwölf original erhaltenen Burgtürmen Japans. Ihr Hauptturm, außen fünfstufig und innen sechsgeschossig, entstand Anfang der 1590er-Jahre unter Ishikawa Kazumasa und seinem Sohn Yasunaga, die Matsumoto im Auftrag Toyotomi Hideyoshis hielten.
Die Turmanlage besteht aus fünf Bauten: dem Hauptturm, dem kleineren Inui-Turm, der über einen überdachten Gang angeschlossen ist, sowie dem um 1633 in friedlicherer Zeit angefügten Tatsumi-Anbau und dem Tsukimi-yagura, einem offenen Mondschau-Pavillon mit zinnoberroter Brüstung. Der Gegensatz zwischen dem wehrhaften Hauptturm mit Schießscharten und Steinfallöffnungen und dem eleganten Pavillon spiegelt den Übergang von der Zeit der streitenden Reiche zum Frieden der Edo-Zeit.
Die Wände sind mit schwarz lackierten Brettern verkleidet, was der Burg vor dem weißen Putz darüber und den Bergen dahinter ihr dunkles Aussehen gibt. Der verbreitete Beiname „Krähenburg“ ist populär, doch die Burgverwaltung weist darauf hin, dass er in historischen Quellen nicht belegt ist.
Höhepunkte
Hauptturm
大天守daitenshuFünfstufiger, sechsgeschossiger Turm mit verborgenem dritten Geschoss, steilen Holztreppen und einer Ausstellung von Feuerwaffen.
Kleiner Inui-Turm
乾小天守Inui kotenshuDreigeschossiger Nebenturm im Nordwesten, über einen überdachten Gang mit dem Hauptturm verbunden.
Tsukimi-yagura
月見櫓Tsukimi-yaguraMondschau-Pavillon der 1630er-Jahre mit Schiebetüren, die sich nach drei Seiten öffnen – selten bei japanischen Burgen.
Uzumi-bashi
埋橋Uzumi-bashiRote Brücke über den inneren Graben, Teil der klassischen Ansicht des Turms.
Kuromon und Taikomon
黒門KuromonRekonstruierte Tore des Haupt- und des zweiten Burghofs, das Taikomon mit seinem gewaltigen Steinblock.
Geschichte
Der Ort wurde erstmals 1504 vom Ogasawara-Klan als Burg Fukashi befestigt. Nach dem Untergang der Takeda gewann Ogasawara Sadayoshi sie 1582 zurück und nannte sie Matsumoto. Als Tokugawa Ieyasu 1590 in die Kantō-Region zog, setzte Hideyoshi Ishikawa Kazumasa ein, der mit Yasunaga den heutigen Turm und die Burgstadt anlegte.
1872 wurde der Turm zum Abriss versteigert. Bürger um Ichikawa Ryōzō veranstalteten darin Ausstellungen und kauften ihn mit den Einnahmen zurück. Als sich der Turm zu neigen begann, sammelte der Schulleiter Kobayashi Unari Spenden für die Meiji-Restaurierung von 1903 bis 1913. 1930 wurde die Burg Historische Stätte, 1936 Nationalschatz, 1952 unter dem neuen Gesetz bestätigt; von 1950 bis 1955 folgte eine vollständige Zerlegung und Restaurierung.
1504
Die Ogasawara errichten an dieser Stelle die Burg Fukashi.
1582
Ogasawara Sadayoshi gewinnt die Burg zurück und nennt sie Matsumoto.
1593–1594
Bau des Hauptturms unter Ishikawa Kazumasa und Yasunaga.
um 1633
Matsudaira Naomasa fügt Tatsumi-Turm und Mondschau-Pavillon an.
1872
Der Turm wird versteigert, aber von Bürgern zurückgekauft.
1903–1913
Die Meiji-Restaurierung richtet den geneigten Turm wieder auf.
1936
Die Turmanlage wird Nationalschatz.
1950–1955
Der Turm wird zerlegt und vollständig restauriert.
1999
Das Taikomon wird in Holz wiederaufgebaut.
Kultur
Die Burg Matsumoto ist das Wahrzeichen ihrer Stadt und der Präfektur Nagano, und ihr Erhalt wird einfachen Bürgern zugeschrieben, die sie in der Meiji-Zeit gleich zweimal retteten. Auf dem Burggelände finden übers Jahr Feste statt, darunter das Trommelfest der Burg im Sommer, Nō-Aufführungen bei Fackelschein und die winterliche Beleuchtung der Burgstadt.
Mit Himeji, Inuyama, Hikone und Matsue gehört sie zu den fünf Burgen, deren Türme Nationalschätze sind, und wird oft mit Himeji verglichen: der weiße Reiher von Kansai und die schwarze Burg der Berge. Der Blick auf den im Graben gespiegelten Turm vor den verschneiten Nordalpen ist eines der bekanntesten Burgbilder Japans.
Besuch
- Die Burg liegt 15 bis 20 Gehminuten vom Bahnhof Matsumoto, den man von Tokio mit dem Limited Express Azusa und von Nagoya mit dem Limited Express Shinano erreicht.
- Die Treppen im Turm sind sehr steil, einzelne Stufen rund 40 cm hoch; die Schuhe werden ausgezogen und in einer Tüte mitgetragen.
- Kirschblüte im Frühjahr und klare Wintertage mit Schnee auf den Alpen sind die fotogensten Zeiten; an Wochenenden und Feiertagen kann die Warteschlange zum Turm lang sein.
- Stadtmuseum Matsumoto und das Kaufmannsviertel Nakamachi liegen in Gehweite.
In der Nähe
Ehemalige Kaichi-Schule
旧開智学校Kyū Kaichi GakkōPseudowestliches Schulgebäude von 1876, Nationalschatz, nördlich der Burg.
Nakamachi-dori
中町通りNakamachi-dōriStraße weißer Speicherhäuser, heute Kunsthandwerksläden und Cafés.
Burgstadt und Kulturzentrum Zentral-Naganos.
Hochtal im Nationalpark Chūbu-Sangaku, von Matsumoto per Bahn und Bus erreichbar.
Häufige Fragen
Ist die Burg Matsumoto original?
Ja. Der Hauptturm stammt aus den 1590er-Jahren und ist einer von zwölf original erhaltenen Burgtürmen Japans; er wurde mehrfach restauriert, aber nie neu gebaut.
Warum ist die Burg Matsumoto schwarz?
Die Wände sind mit schwarz lackierten Holzbrettern verkleidet, ein Stil, der mit Burgen aus der Zeit Toyotomi Hideyoshis verbunden wird.
Welche Burgen sind Nationalschätze?
Fünf Burgtürme sind Nationalschätze: Matsumoto, Himeji, Inuyama, Hikone und Matsue.
Heißt die Burg Matsumoto „Krähenburg“?
Der Name „Krähenburg“ (Karasu-jō) ist verbreitet, doch die Burgverwaltung weist darauf hin, dass er in historischen Quellen nicht vorkommt.
Weiterlesen
Quellen
- 1.国宝 松本城 (öffnet in neuem Tab) — 松本市
- 2.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁
- 3.松本市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 松本市