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Japan

Aomori · Stadt

Hirosaki

弘前市ひろさきしHirosaki-shi

Burgstadt der Tsugaru zwischen Iwaki-Berg und Apfelgärten

Hirosaki ist die ehemalige Burgstadt der Tsugaru im Westen der Präfektur Aomori und das kulturelle Zentrum der Tsugaru-Region. Bekannt ist sie für die Burg Hirosaki mit einem der zwölf original erhaltenen Burgtürme Japans, ihre Kirschblüte, das Neputa-Fest und die Apfelgärten am Fuß des Iwaki.

Überblick

Hirosaki liegt in der Tsugaru-Ebene im Westen der Präfektur Aomori; am westlichen Horizont steht der Kegel des Iwaki. Über 250 Jahre lang residierten hier die Fürsten von Tsugaru, und das Raster der Burgstadt – Samuraiviertel, Kaufmannsstraßen und ein Tempelbezirk – prägt das Zentrum bis heute. Der 1810 errichtete Hauptturm der Burg Hirosaki ist einer von nur zwölf Burgtürmen Japans, die aus der Feudalzeit erhalten sind.

Nach der Meiji-Restauration verlor die Stadt ihre politische Rolle an Aomori, wurde aber zu einem Zentrum von Bildung, Missionsschulen und Militär. Aus dieser Zeit stammt eine bemerkenswerte Reihe westlicher Bauten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Universität Hirosaki mit ihrem Klinikum macht sie bis heute zur Studenten- und Medizinstadt.

Die umliegenden Obstgärten machen Hirosaki zum Herzen des größten Apfelanbaugebiets Japans. Kirschblüte und Neputa-Fest im Sommer sind die Höhepunkte des Jahres; Tsugaru-Lack, Kogin-Stickerei und das Tsugaru-Shamisen sind eng mit der Stadt verbunden.

Sehenswürdigkeiten

  • Burg Hirosaki und Hirosaki-Park

    弘前城Hirosaki-jō

    Originaler Hauptturm von 1810, Tore und Ecktürme als wichtige Kulturgüter geschützt, in einem Park mit Wassergräben und mehreren Tausend Kirschbäumen.

  • Chōshō-ji und Zenrin-gai

    長勝寺Chōshō-ji

    Familientempel der Tsugaru am Ende der Zenrin-gai, einer Allee mit über dreißig Sōtō-Zen-Tempeln, die als Verteidigungsviertel angelegt wurde.

  • Fünfgeschossige Pagode des Saishō-in

    最勝院五重塔Saishō-in gojū-no-tō

    1667 vollendete Pagode, wichtiges Kulturgut und häufig als nördlichste ihrer Art in Japan bezeichnet.

  • Fujita-Gedächtnisgarten

    藤田記念庭園Fujita Kinen Teien

    Landschaftsgarten aus der Taishō-Zeit neben der Burg mit einem Haus im westlichen Stil und dem Iwaki als „geborgter Landschaft“.

  • Ehemalige Zentrale der 59. Bank

    旧第五十九銀行本店本館Kyū Dai-gojūku Ginkō Honten Honkan

    Holzbau im Renaissancestil von 1904, errichtet vom örtlichen Zimmermeister Horie Sakichi; wichtiges Kulturgut.

  • Museum für zeitgenössische Kunst Hirosaki

    弘前れんが倉庫美術館Hirosaki Renga Sōko Bijutsukan

    Museum in einem umgebauten Ziegellagerhaus, in dem einst Sake und Cidre hergestellt wurden; Umbau durch Tane Tsuyoshi.

  • Samuraiviertel Nakamachi

    仲町Nakamachi

    Erhaltenes Samuraiviertel nördlich der Burg mit Heckengassen und mehreren zugänglichen Wohnhäusern.

  • Fundstätte Ōmori Katsuyama

    大森勝山遺跡Ōmori Katsuyama iseki

    Steinkreis der End-Jōmon-Zeit am Fuß des Iwaki, Bestandteil der Jōmon-Welterbestätte.

Stadtviertel

  • Nakamachi

    仲町Nakamachi

    Ehemalige Samuraiwohnsitze nördlich der Burg, als Ensemble traditioneller Bauten staatlich geschützt.

  • Dotemachi

    土手町Dotemachi

    Hauptgeschäftsstraße südöstlich der Burg, Route der Neputa-Umzüge.

  • Zenrin-gai

    禅林街Zenrin-gai

    Tempelviertel im Südwesten mit 33 Zen-Tempeln an einer einzigen Allee.

  • Iwaki

    岩木Iwaki

    Ortsteil am Fuß des Iwaki mit dem Iwakiyama-Schrein, den Thermalquellen Hyakuzawa und Dake und Apfelgärten.

Geschichte

Tsugaru Tamenobu, der sich von den Nanbu unabhängig gemacht hatte, plante auf dem Takaoka-Plateau eine neue Burg; sein Sohn Nobuhira vollendete sie 1611 und legte die Stadt darum herum an. Tempel wurden in zwei geplante Bezirke verlegt, die die Zugänge sichern sollten. Nach einem Blitzschlag brannte der Hauptturm 1627 ab, 1628 erhielt der Ort den Namen Hirosaki. Ein kleinerer, dreigeschossiger Turm entstand 1810 auf einer Ecke des inneren Burghofs. 1871 gab Hirosaki kurzzeitig der Präfektur den Namen, bevor deren Sitz nach Aomori wechselte. 1889 gehörte Hirosaki zu den ersten Städten Japans mit Stadtrecht, ab 1898 war hier die 8. Division des Heeres stationiert, 1949 folgte eine staatliche Universität. 2015 wurde der gesamte Burgturm auf Schienen rund 70 m versetzt, um den darunter nachgebenden Steinsockel neu aufbauen zu können.

  1. 1611

    Tsugaru Nobuhira vollendet die Burg Hirosaki und die Burgstadt auf dem Takaoka-Plateau.

  2. 1627

    Ein Blitzschlag setzt den ursprünglichen fünfgeschossigen Hauptturm in Brand; er brennt nieder.

  3. 1628

    Takaoka wird in Hirosaki umbenannt.

  4. 1810

    Der heutige dreigeschossige Turm entsteht an der Südostecke des inneren Burghofs.

  5. 1871

    Das Hirosaki-Lehen wird zur Präfektur Hirosaki, deren Sitz bald nach Aomori wechselt.

  6. 1889

    Hirosaki erhält als eine der ersten Gemeinden Japans Stadtrecht.

  7. 1898

    Die 8. Division des kaiserlichen Heeres wird in Hirosaki stationiert.

  8. 1949

    Gründung der Universität Hirosaki.

  9. 2006

    Hirosaki fusioniert mit der Gemeinde Iwaki und dem Dorf Sōma.

  10. 2015

    Der Burgturm wird auf Schienen versetzt, um die Steinmauern darunter zu sanieren.

Kultur

Hirosaki versteht sich als Hüterin der Tsugaru-Kultur. In Werkstätten überall in der Stadt entsteht Tsugaru-nuri-Lack, die Kogin-Stickerei wurde hier seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wiederbelebt, und Tsugaru-Shamisen erklingt in Livebühnen und im Tsugaru-han Neputa Village. Die Neputa unterscheidet sich von Aomoris Nebuta durch fächerförmige Wagen, vorn mit Szenen aus chinesischen und japanischen Kriegsepen, hinten mit einer Frauengestalt bemalt. Westliche Bauten, Kirchen und christliche Schulen zeugen von der frühen Offenheit gegenüber Missionaren. Hirosaki ist zudem Heimatstadt des Künstlers Nara Yoshitomo und des Schriftstellers Terayama Shūji.

Feste

  • Kirschblütenfest Hirosaki

    弘前さくらまつりHirosaki Sakura Matsuri

    Von Ende April bis Anfang Mai blüht der Burgpark; die auf dem äußeren Graben treibenden Blütenblätter bilden das sogenannte „Blütenfloß“.

  • Hirosaki Neputa Matsuri

    弘前ねぷたまつりHirosaki Neputa Matsuri

    Vom 1. bis 7. August ziehen Dutzende fächerförmige Wagen unter dem Ruf „yā-yadō“ durch die Stadt; wichtiges immaterielles Volkskulturgut.

  • Schneelaternenfest an der Burg

    弘前城雪燈籠まつりHirosaki-jō Yuki-dōrō Matsuri

    Winterfest im Februar mit Schneelaternen, Schneeskulpturen und von Kerzen erhellten Iglus im Burgpark.

  • Chrysanthemen- und Herbstlaubfest

    弘前城菊と紅葉まつりHirosaki-jō Kiku to Momiji Matsuri

    Herbstveranstaltung im Burgpark mit Chrysanthemenschauen vor dem sich färbenden Ahorn.

  • Oyama-Sankei

    お山参詣Oyama-sankei

    Erntedank-Wallfahrt auf den Gipfel des Iwaki zu Beginn des achten Mondmonats, mit Prozessionen vom Iwakiyama-Schrein.

Essen

  • Äpfel und Apfelkuchen

    りんごringo

    Die Obstgärten liefern frisches Obst, Saft und Cidre; Dutzende Cafés und Bäckereien wetteifern mit eigenen Apple Pies.

  • Tsugaru-Soba

    津軽そばTsugaru soba

    Weiche Buchweizennudeln, mit Sojabohnenbrei gebunden und über Nacht gereift, in einer milden Brühe aus getrockneten Sardinen.

  • Igamenchi

    いがめんちigamenchi

    Frittierte Bratlinge aus gehackten Tintenfischarmen und Gemüse – Hausmannskost aus Tsugaru.

  • Dake-kimi-Mais

    嶽きみDake-kimi

    Besonders süßer Mais von der Dake-Hochebene am Iwaki, im Spätsommer an Straßenständen verkauft.

  • Französische Küche

    フランス料理Furansu ryōri

    Für ihre Größe besitzt die Stadt auffallend viele französische Restaurants, die gern mit Äpfeln und Produkten aus der Region kochen.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Hirosaki liegt an der Ōu-Hauptlinie, 30–40 Zugminuten von Shin-Aomori mit seinem Halt des Tohoku-Shinkansen entfernt.
  • Die Kōnan-Bahn fährt von Hirosaki nach Kuroishi, eine zweite Kōnan-Linie von Chūō-Hirosaki nach Ōwani.
  • Die Gonō-Linie ab dem nahen Kawabe folgt der Japanmeerküste an Shirakami-Sanchi vorbei bis in die Präfektur Akita.
  • Ringbusse verbinden den Bahnhof mit Burg, Dotemachi, Tempel- und Samuraiviertel; das kompakte Zentrum lässt sich auch gut zu Fuß oder per Rad erkunden.
  • Der Flughafen Aomori ist mit dem Bus etwa eine Stunde entfernt.

Ausflüge

  • Iwaki

    岩木山Iwaki-san

    Die mautpflichtige Tsugaru-Iwaki-Skyline und ein Sessellift führen bis knapp unter den Gipfel; am Fuß steht der Iwakiyama-Schrein.

  • Shirakami-Sanchi

    白神山地Shirakami-sanchi

    Buchenwald-Welterbe; von Hirosaki aus sind die Anmon-Wasserfälle und die Seenplatte Jūniko am besten erreichbar.

  • Kuroishi

    黒石Kuroishi

    Kleine Burgstadt mit der Komise-dōri, einer Straße mit überdachten hölzernen Laubengängen als Schutz vor dem Schnee.

  • Goshogawara und Kanagi

    五所川原Goshogawara

    Halle der haushohen Tachineputa-Wagen und in Kanagi das Elternhaus Dazai Osamus, das Shayōkan.

  • Aomori

    青森Aomori

    Präfekturhauptstadt mit Sannai-Maruyama und dem Nebuta-Museum.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wann blühen die Kirschen an der Burg Hirosaki?

Meist von Ende April bis Anfang Mai, wenn auch das Kirschblütenfest stattfindet. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Frühlingswetter ab.

Ist die Burg Hirosaki original erhalten?

Ja. Der dreigeschossige Hauptturm stammt von 1810 und ist einer von zwölf Burgtürmen Japans aus der Edo-Zeit; auch mehrere Tore und Ecktürme sind original.

Worin unterscheiden sich Neputa in Hirosaki und Nebuta in Aomori?

Die Neputa-Wagen in Hirosaki sind überwiegend flach, fächerförmig und bemalt, die Nebuta in Aomori große dreidimensionale Figuren. Beide werden von innen beleuchtet und Anfang August durch die Straßen gezogen.

Wie gelangt man von Tokio nach Hirosaki?

Mit dem Tohoku-Shinkansen nach Shin-Aomori und weiter mit der Ōu-Hauptlinie; insgesamt dauert die Fahrt etwa dreieinhalb bis vier Stunden.

Was hat Hirosaki außer der Burg zu bieten?

Äpfel, Tsugaru-Lack, Kogin-Stickerei, ein Tempelviertel mit 33 Zen-Tempeln und eine Reihe westlicher Bauten aus der Meiji- und Taishō-Zeit.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.弘前市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 弘前市
  3. 3.Jomon Prehistoric Sites in Northern Japan (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre

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