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Japan

Iwate · Hauptstadt · Kernstadt

Morioka

盛岡市もりおかしMorioka-shi

Nanbu-Burgstadt am Zusammenfluss dreier Flüsse unter dem Iwate-san

Morioka ist die Hauptstadt der Präfektur Iwate und die frühere Burgstadt des Nanbu-Klans, gelegen am Zusammenfluss von Kitakami, Nakatsu und Shizukuishi mit Blick auf den Iwate-san. Bekannt ist sie für ihre überschaubare Altstadt, gusseiserne Nanbu-Kessel und gleich drei eigene Nudelgerichte.

Überblick

Morioka liegt im nördlichen Kitakami-Becken, wo Kitakami, Nakatsu und Shizukuishi zusammenfließen; im Nordwesten erhebt sich der Kegel des Iwate-san. Fast drei Jahrhunderte lang residierte hier der Nanbu-Klan, und die Granitmauern seiner Burg stehen noch mitten in der Stadt. Heute ist Morioka Verwaltungs-, Bildungs- und Handelszentrum Iwates und ein Shinkansen-Knoten, an dem der Akita-Shinkansen von der Tohoku-Hauptstrecke abzweigt.

Die Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Im Viertel Kon'yacho sind Kaufmannshäuser erhalten, der Nakatsu fließt so klar durch das Zentrum, dass im Herbst Lachse darin laichen, und Backstein- und Steinbauten der Meiji- und Taisho-Zeit stehen neben alten Sake-Brauereien und Eisengießereien. Eng verbunden ist Morioka mit zwei Schriftstellern, die hier zur Schule gingen: Ishikawa Takuboku und Miyazawa Kenji.

Sehenswürdigkeiten

  • Burgruinenpark Morioka (Iwate-Park)

    盛岡城跡公園Morioka-jō ato kōen

    Die hohen Granitmauern der Nanbu-Burg stehen in einem Park im Stadtzentrum, bekannt für Kirschblüte und Herbstlaub.

  • Ishiwari-zakura

    石割桜Ishiwari-zakura

    Jahrhundertealter Kirschbaum, der aus einem gespaltenen Granitblock vor dem Landgericht wächst; nationales Naturdenkmal.

  • Ehemalige Hauptstelle der Iwate-Bank

    岩手銀行赤レンガ館Iwate Ginkō Aka-renga-kan

    Backsteinbau von 1911 mit grüner Kuppel von Tatsuno Kingo und Kasai Manji, als Wichtiges Kulturgut geschützt.

  • Morioka-Hachimangu

    盛岡八幡宮Morioka Hachimangū

    Hauptschrein der Stadt, Ziel der Pferdeprozession Chagu Chagu Umakko und der Festwagen des Herbstfests.

  • Hoon-ji

    報恩寺Hōon-ji

    Zen-Tempel der Nanbu mit einer Halle voller fünfhundert lackierter Arhat-Figuren, in den 1730er-Jahren in Kyoto geschnitzt.

  • Mitsuishi-Schrein

    三ツ石神社Mitsuishi-jinja

    Kleiner Schrein um drei große Felsen, verbunden mit der Legende vom Handabdruck des Dämons, auf die der Name Iwate zurückgeht.

  • Morioka Tezukuri-mura

    盛岡手づくり村Morioka Tezukuri-mura

    Handwerkszentrum am westlichen Stadtrand mit Werkstätten für Eisenguss, Färberei, Lack und Nanbu-Senbei sowie erhaltenen Magariya-Bauernhäusern.

Stadtviertel

  • Kon'yacho

    紺屋町Kon'yachō

    Altes Kaufmannsviertel am Nakatsu mit einem Feuerwachturm aus dem 19. Jahrhundert, Korbflechterei sowie Eisenwaren- und Textilläden.

  • Zaimokucho

    材木町Zaimokuchō

    Einkaufsstraße nahe dem Kitakami mit Bezug zu Miyazawa Kenji – hier sitzt der Verlag Kogensha, der sein erstes Erzählbuch herausgab – und einem Samstagsmarkt in der warmen Jahreszeit.

  • Odori und Saien

    大通・菜園Ōdōri, Saien

    Das wichtigste Einkaufs- und Ausgehviertel zwischen Bahnhof und Burgpark.

  • Nakanohashi-dori

    中ノ橋通Nakanohashi-dōri

    Historisches Zentrum östlich der Burg mit dem Backstein-Bankgebäude, alten Lagerhäusern und den Brücken über den Nakatsu.

Geschichte

In früher Zeit hieß die Gegend Kozukata. Ende des 16. Jahrhunderts verlegte Nanbu Nobunao, von Toyotomi Hideyoshi als Herr der Region bestätigt, seinen Sitz von Sannohe nach Süden und begann eine neue Burg auf einem Hügel zwischen den Flüssen. Der Bau zog sich über Jahrzehnte; um die Burg entstand eine Stadt mit Kaufmanns- und Handwerkervierteln, deren Name schließlich mit Schriftzeichen für „blühender Hügel“ geschrieben wurde.

Im Boshin-Krieg 1868 schloss sich das Lehen Morioka der Allianz des Nordens gegen die neue Regierung an und wurde dafür herabgestuft. Nach Auflösung der Lehen wurden die Burggebäude abgetragen, das Gelände wurde zum Iwate-Park. 1889 erhielt Morioka Stadtrecht und wuchs als Bahnknoten und Schulstadt. Seit 2008 ist es Kernstadt.

  1. 1597

    Nanbu Nobunao beginnt mit dem Bau der Burg Morioka zwischen Kitakami und Nakatsu.

  2. 1633

    Nanbu Shigenao bezieht die fertiggestellte Burg dauerhaft.

  3. 1680

    Gründung des Morioka-Hachimangu als Schutzschrein der Burgstadt.

  4. 1868

    Morioka kämpft im Boshin-Krieg auf der Seite der Allianz des Nordens.

  5. 1889

    Morioka erhält Stadtrecht.

  6. 1906

    Das Burggelände wird als Iwate-Park eröffnet.

  7. 1911

    Fertigstellung des Backstein-Hauptgebäudes der Morioka-Bank nach Plänen von Tatsuno Kingo und Kasai Manji.

  8. 2008

    Morioka wird Kernstadt.

Kultur

Morioka verbindet die Ruhe einer Provinzhauptstadt mit ausgeprägtem Handwerkssinn. Eisengießer, Färber und Korbmacher arbeiten noch im Zentrum, und Kaffeehäuser, Buchläden und kleine Galerien spiegeln die lange Tradition als Schulstadt. An Ishikawa Takuboku und Miyazawa Kenji, die beide Moriokaer Schulen besuchten, erinnern Statuen, Gedenkräume und in Stein gemeißelte Gedichte überall in der Stadt.

Feste

  • Morioka Sansa Odori

    盛岡さんさ踊りMorioka Sansa Odori

    Vom 1. bis 4. August ziehen Tausende Tänzer, Flötenspieler und Taiko-Trommler über die Chuo-dori; beim abschließenden Rundtanz kann das Publikum mittanzen.

  • Chagu Chagu Umakko

    チャグチャグ馬コChagu Chagu Umakko

    Im Juni legen geschmückte Pferde mit klingenden Glöckchen rund 14 km von Takizawa bis zum Morioka-Hachimangu zurück.

  • Herbstfest von Morioka

    盛岡秋まつりMorioka Aki Matsuri

    Septemberfest des Morioka-Hachimangu mit hohen Festwagen (Dashi) und berittenem Bogenschießen.

Essen

  • Wanko-Soba

    わんこそばwanko soba

    Mundgerechte Soba-Portionen werden nachgeworfen, bis der Gast den Deckel auflegt; das Zählen der Schälchen gehört dazu.

  • Morioka-Reimen

    盛岡冷麺Morioka reimen

    Kalte, elastische Nudeln in klarer Rinderbrühe mit Kimchi und einer Obstscheibe, in vielen Yakiniku-Lokalen serviert.

  • Jajamen

    じゃじゃ麺jajamen

    Flache Nudeln mit Fleisch-Miso, Gurke und Ingwer; zum Schluss wird in derselben Schale eine Eiersuppe angerührt.

  • Nanbu-Senbei

    南部せんべいNanbu senbei

    Runde Weizencracker mit Sesam oder Erdnüssen, in Eisenformen gebacken.

  • Sake der Nanbu-Braumeister

    南部杜氏Nanbu tōji

    Moriokas Brauereien stehen in der Tradition der Nanbu-Toji, einer der größten Braumeistergilden Japans.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Morioka wird vom Tohoku-Shinkansen aus Tokio (mit den schnellsten Zügen gut zwei Stunden) und vom Akita-Shinkansen Richtung Tazawa-See, Kakunodate und Akita bedient.
  • Die IGR-Iwate-Galaxy-Bahn fährt nach Norden Richtung Präfektur Aomori, die Yamada-Linie quert das Kitakami-Bergland bis Miyako an der Küste.
  • Die Altstadt ist kompakt; die Ringbusse „Den-Den-Mushi“ verkehren zwischen Bahnhof und Zentrum, verbreitet sind auch Leihfahrräder.
  • Der Flughafen Iwate-Hanamaki liegt rund 40 Busminuten südlich.

Ausflüge

  • Hiraizumi

    Die Welterbe-Tempel der Oshu-Fujiwara, etwa eine Stunde südlich per Bahn über Ichinoseki.

  • Iwate-san

    Der 2.038 Meter hohe Vulkan nordwestlich der Stadt, als lange Tagestour etwa von Yakushi-dake oder Umagaeshi aus bestiegen.

  • Koiwai-Farm

    Große Milchfarm am Fuß des Iwate-san, gegründet 1891, mit historischen Stallungen und Weiden.

  • Hanamaki

    Heimatstadt Miyazawa Kenjis mit Gedenkmuseum und den nahen Thermalquellen von Hanamaki.

  • Hachimantai

    Vulkanplateau mit Mooren, der Bergstraße Aspite Line und Thermalquellen wie Matsukawa und Fujishichi.

  • Tazawa-See und Kakunodate

    Japans tiefster See und die Samuraistadt Kakunodate, beide mit dem Akita-Shinkansen rasch erreichbar.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wofür ist Morioka bekannt?

Als frühere Burgstadt der Nanbu und Hauptstadt Iwates ist Morioka bekannt für Nanbu-Eisenguss, Wanko-Soba, Reimen und Jajamen sowie das Sansa-Odori-Fest.

Wie lange fährt man von Tokio nach Morioka?

Mit den schnellsten Zügen des Tohoku-Shinkansen gut zwei Stunden.

Ist von der Burg Morioka noch etwas erhalten?

Die Gebäude wurden nach 1871 abgetragen, die mächtigen Granitmauern stehen jedoch noch im Burgruinenpark im Stadtzentrum.

Wo kauft man in Morioka einen Nanbu-Eisenkessel?

In Fachgeschäften und Gießereien im Zentrum, etwa im Viertel Kon'yacho, sowie im Handwerkszentrum Morioka Tezukuri-mura, wo man auch bei der Arbeit zusehen kann.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.盛岡市公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 盛岡市
  3. 3.岩手県公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 岩手県

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