Berge · Iwate
Iwate
岩手山いわてさんIwate-sanDer Vulkan von Morioka, der schiefe Fuji des alten Nanbu-Lehens.
Der Iwate (岩手山, Iwate-san), 2.038 m, ist der höchste Berg der Präfektur Iwate und das Wahrzeichen von Morioka – ein aktiver Schichtvulkan, dessen asymmetrischer Umriss ihm den Namen Nanbu Katakata Fuji, „schiefer Fuji von Nanbu“, eintrug. Sein Lavastrom Yakebashiri von 1732 ist besonderes Naturdenkmal.
Überblick
Der Iwate erhebt sich nordwestlich von Morioka und beherrscht das nördliche Kitakami-Becken. Von der Stadt aus zeigt er sich als eleganter, oft schneebedeckter Kegel; aus anderen Richtungen gibt er sich als zwei zusammengewachsene Vulkane zu erkennen – der ältere Nishi-Iwate im Westen und der jüngere Higashi-Iwate, der den Gipfel trägt.
Der Berg ist fest mit der Identität Iwates verwoben. Der Dichter Ishikawa Takuboku, der an seinem Fuß in Shibutami aufwuchs, schrieb das berühmte Tanka „Dem Berg der Heimat gegenüber bleibt mir nichts zu sagen – der Berg der Heimat, wie dankbar bin ich ihm“. Der Schriftsteller und Dichter Miyazawa Kenji bestieg ihn oft, und er zieht sich durch sein ganzes Werk.
Landschaft und Entstehung
Der Iwate setzt sich aus zwei Vulkanen zusammen. Der ältere Westteil Nishi-Iwate besitzt eine Caldera mit Kraterseen wie dem Onawashiro und den Fumarolen von Ōjigoku; Higashi-Iwate baute den heutigen Gipfelkegel Yakushi-dake mit Krater und dem Zentralkegel Myōjin-dake auf. 1686 kam es zu einem großen Ausbruch, 1732 entstand bei einer Flankeneruption an der Nordostseite der Lavastrom Yakebashiri.
Der Berg entwässert zum Kitakami; historische Schlammströme haben die Dörfer an seinem Fuß wiederholt getroffen.
Höhepunkte
Yakushi-dake
薬師岳Yakushi-dakeDer Gipfel, 2.038 m, am Rand des Ostkraters, mit Blick über das Kitakami-Becken und zum Hachimantai.
Lavastrom Yakebashiri
焼走り熔岩流Yakebashiri yōganryūLavafeld von 1732 an der Nordostflanke, besonderes Naturdenkmal mit Lehrpfad.
Onawashiro und Ōjigoku
御苗代湖Onawashiro-koKraterseen und Fumarolenfelder des Westvulkans.
Komakusa-Felder
コマクサ群落komakusa gunrakuGroße Komakusa-Bestände auf dem Vulkanschotter nahe den Gipfelhütten.
Ökologie
An den Hängen folgen Buchenwald, Ermans Birke und Zwergkiefer deutlich aufeinander, im oberen Schotter wachsen ausgedehnte Komakusa-Bestände. Die junge Lava von Yakebashiri ist nach fast drei Jahrhunderten noch weitgehend kahl – ein Lehrbuchbeispiel für langsame Wiederbesiedlung.
Flora
Komakusa
コマクサkomakusaGroße Bestände blühen im Juli nahe dem Gipfel.
Buche
ブナbunaWälder an den unteren Hängen.
Fauna
Kragenbär
ツキノワグマtsukinowagumaIn den umliegenden Wäldern häufig.
Steinadler
イヌワシinuwashiJagt über dem nördlichen Ōu-Gebirge; Iwate ist eine seiner Hochburgen in Japan.
Kultur
Der Iwate wurde als Gottheit des Iwate-san-Schreins verehrt, und Pilger aus Morioka stiegen im Sommer hinauf. Sein Bild steht im Zentrum der Literatur der Region: Ishikawa Takubokus Heimweh-Tanka und Miyazawa Kenjis Gedichte und Erzählungen, in denen der Berg als wachende Gegenwart über der Iwate-Ebene erscheint.
Iwate-san Jinja
岩手山神社Iwate-san JinjaSchrein des Berges mit innerem Schrein auf dem Gipfel.
Ishikawa-Takuboku-Gedenkmuseum
石川啄木記念館Ishikawa Takuboku kinenkanIn Shibutami (Morioka), wo der Dichter mit Blick auf den Berg aufwuchs.
Geschichte
1686
Großer Ausbruch des Ostvulkans.
1732
Eine Flankeneruption erzeugt den Lavastrom Yakebashiri.
1952
Der Lavastrom Yakebashiri wird besonderes Naturdenkmal.
1956
Der Iwate wird Teil des Nationalparks Towada-Hachimantai.
1998
Vulkanische Unruhe führt zu einer langen Sperrung der Wege.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Schnee bis in den Mai; das Schneemuster des „Vogels“ an der Flanke zeigt traditionell die Zeit zum Reispflanzen an.
Sommer
Bergsaison von Juli bis Anfang Oktober; im Juli blüht die Komakusa.
Herbst
Laubfärbung ab Ende September; der erste Schnee fällt meist im Oktober.
Winter
Ein weißer Kegel über Morioka; Winterbesteigungen nur für erfahrene Bergsteiger.
Routen und Wege
Yanagisawa-Route
Vom Ausgangspunkt Umagaeshi über die Hütte an der 8. Station zum Yakushi-dake, etwa 4,5–5 Stunden; lang und steil, aber unkompliziert.
Yakebashiri-Route
Vom Zeltplatz Yakebashiri an der Nordostseite am Lavastrom vorbei, etwa 5 Stunden; ruhiger.
Amihari-Route
Von Amihari Onsen im Westen quer durch die Caldera des Nishi-Iwate – die längste Route, meist ein ganzer Tag oder mit Übernachtung.
Praktische Hinweise
- Morioka liegt mit dem Tōhoku-Shinkansen etwa zweieinviertel Stunden von Tokio entfernt; die Ausgangspunkte erreicht man mit Auto oder Taxi.
- Der Zugang hängt von den Vulkaninformationen ab – vorab die Iwate-Seite der Japanischen Wetterbehörde und die Präfektur Iwate prüfen.
- Die Hütten nahe dem Gipfel sind einfache Schutzhütten; vorab klären, ob sie betreut sind, und für eine Übernachtung Proviant und Schlafsack mitnehmen.
- An den unteren Wegen sind Bären häufig.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Aufstieg?
Auf der Yanagisawa-Route ab dem Ausgangspunkt Umagaeshi etwa 4,5–5 Stunden hinauf und 3–3,5 Stunden hinab, bei rund 1.400 Höhenmetern – ein langer Tag oder eine Tour mit Übernachtung in den Gipfelhütten.
Warum „schiefer Fuji“?
Von Morioka und aus dem Osten wirkt er wie ein ebenmäßiger Kegel, aus Norden und Westen jedoch gibt ihm der ältere Westvulkan ein langgezogenes, ungleiches Profil – ein Fuji mit nur einer richtigen Seite.
Was ist der Lavastrom Yakebashiri?
Ein Feld schwarzer, kaum bewachsener Lava an der Nordostflanke aus dem Ausbruch von 1732, mit einem Lehrpfad hindurch; es ist als besonderes Naturdenkmal geschützt.
War der Berg schon einmal gesperrt?
Ab 1998 führte vulkanische Unruhe zu einer langen Sperrung der Wege, die Anfang der 2000er-Jahre schrittweise aufgehoben wurde. Der Zugang hängt weiterhin von den aktuellen Vulkaninformationen der Japanischen Wetterbehörde ab.
Weiterlesen
Quellen
- 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
- 2.十和田八幡平国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
- 3.火山登山者向けの情報提供ページ(岩手山) (öffnet in neuem Tab) — 気象庁 (Japan Meteorological Agency)
- 4.岩手県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 岩手県 (Iwate Prefecture)