Wasserfälle · Toyama
Shomyo-Wasserfall
称名滝しょうみょうだきShōmyō-dakiVier Stufen und 350 Meter vom Tateyama-Plateau
Der Shomyo-Wasserfall (Shōmyō-daki) in Tateyama, Präfektur Toyama, ist der höchste Wasserfall Japans: Er fällt rund 350 Meter in vier Stufen vom Rand der Midagahara-Hochebene. Zur Schneeschmelze gesellt sich der noch höhere, nur saisonal fließende Hannoki-Fall daneben.
Überblick
Der Shomyo-Wasserfall liegt am oberen Ende der Shōmyō-Schlucht an der Westflanke der Tateyama-Kette. Der Shōmyō-Fluss, der die hohe Lavaebene von Midagahara entwässert, stürzt von ihrer Kante in vier Stufen von etwa 70, 58, 96 und 126 Metern – zusammen rund 350 Meter, mehr als jeder andere Wasserfall Japans.
Im Frühjahr und Frühsommer, wenn Schmelzwasser aus der mächtigen Tateyama-Schneedecke die Hochebene überflutet, erscheint rechts daneben ein zweiter Fall: der Hannoki-Fall, der mit rund 500 Metern noch höher ist, im Spätsommer aber versiegt. Fließen beide, bilden sie an der Wand ein V – einer der großen Anblicke der Nördlichen Alpen.
Erreichbar ist der Fall über eine Bergstraße von Tateyama, die vom Frühjahr bis zum Spätherbst geöffnet ist, und einen etwa 30-minütigen Fußweg zum Aussichtsbereich. Von oben lässt er sich auch von der Tateyama-Kurobe-Alpenroute aus sehen.
Landschaft und Entstehung
Die Hochebene von Midagahara besteht aus verschweißtem Tuff und Lava des Tateyama-Vulkans. Der Shōmyō-Fluss hat sich rückschreitend in ihren Rand eingeschnitten, und der Fall ist seit Entstehung der Hochebene um mehrere Kilometer zurückgewichen; unter ihm blieb die tiefe, steilwandige Shōmyō-Schlucht zurück. Da an der Kante weiter Gestein abbricht, wandert der Fall weiter zurück.
Höhepunkte
Hannoki-Fall
ハンノキ滝Hannoki-dakiSaisonaler Wasserfall von etwa 500 m neben dem Shomyo-Fall, der vor allem von April bis Juli mit Schmelzwasser fließt.
Aussichtsbereich am Shomyo-Fall
称名滝展望台Shōmyō-daki TenbōdaiAussichtspunkt gegenüber den unteren Stufen, zu Fuß vom Parkplatz erreichbar.
Takimidai
滝見台TakimidaiAussichtspunkt an der Alpenroute über der Schlucht, der die ganze Höhe des Falls zeigt.
Shōmyō-Schlucht
称名渓谷Shōmyō KeikokuTiefe Schlucht unterhalb des Falls, eingeschnitten in das Vulkangestein der Hochebene.
Ökologie
Buchenwald bedeckt die Schlucht unterhalb, auf der Hochebene darüber wächst subalpine Vegetation. Die Gischt hält die Felswände feucht, und die Laubfärbung an den Schluchtwänden erreicht Ende Oktober ihren Höhepunkt.
Flora
Buchenwald
Alter Buchenwald an der unteren Schlucht und entlang der Zufahrt.
Fauna
Japanischer Serau
カモシカkamoshikaAn den steilen Hängen der Schlucht zu beobachten.
Kultur
Der Legende nach hörte der Priester Hōnen im Donnern des Falls das Nenbutsu, die Anrufung des Buddha Amida, und nannte ihn Shōmyō, „den Namen rezitieren“. Der Fall liegt am alten Zugang zum Tateyama, einem der drei heiligen Berge Japans, wo Pilger Hölle und Paradies nebeneinander zu sehen glaubten.
- 立山信仰Tateyama shinkō
Bergverehrung rund um den Tateyama, mit dem Dorf Ashikuraji als Stützpunkt der Pilger.
Geschichte
701
Der Überlieferung nach erschließt Saeki no Ariyori den Tateyama für die Verehrung.
1934
Ausweisung des Nationalparks Chūbu-Sangaku.
1971
Die Tateyama-Kurobe-Alpenroute wird vollständig eröffnet; sie führt oberhalb des Falls vorbei.
1973
Der Shomyo-Fall wird Ort landschaftlicher Schönheit und Naturdenkmal.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Ab Ende April ist die Straße offen; April bis Juni ist die Zeit der größten Wassermenge und des Hannoki-Falls.
Sommer
Kräftiger Abfluss nach Regen; der Hannoki-Fall versiegt bis zum Spätsommer.
Herbst
Herbstlaub an den Schluchtwänden von Mitte Oktober bis Anfang November.
Winter
Die Zufahrt ist gesperrt; der Fall liegt unter Schnee.
Routen und Wege
Parkplatz bis Aussichtsbereich
Ein befestigter Weg von etwa 30 Minuten über den Talboden der Schlucht.
Hachirōzaka
Steiler historischer Pfad aus der Nähe des Falls hinauf nach Midagahara, Teil des alten Pilgerwegs zum Tateyama.
Praktische Hinweise
- Saisonbusse fahren vom Bahnhof Tateyama (Toyama-Chihō-Bahn) zum Fall; die Straße ist von Ende April bis November geöffnet.
- Bei schlechtem Wetter und nachts kann die Straße gesperrt sein; Auskunft gibt die Gemeinde Tateyama.
- Im Frühjahr ist die Gischt am Fuß stark; Regenkleidung ist nützlich.
Häufige Fragen
Welcher ist der höchste Wasserfall Japans?
Der Shomyo-Fall in Toyama mit rund 350 m in vier Stufen. Der saisonale Hannoki-Fall daneben ist höher, fließt aber nur im Frühjahr und Frühsommer.
Wann sieht man den Hannoki-Fall?
Vor allem von April bis Juli, wenn ihn Schmelzwasser aus der Tateyama-Kette speist.
Wie kommt man zum Shomyo-Fall?
Mit dem Saisonbus oder Auto vom Bahnhof Tateyama, dann rund 30 Minuten zu Fuß.
Kann man den Fall im Winter sehen?
Nein, die Zufahrt ist vom Spätherbst bis zum Frühjahr gesperrt.
Weiterlesen
Quellen
- 1.中部山岳国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
- 2.立山町 (öffnet in neuem Tab) — 立山町
- 3.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁