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Japan

Fukushima · Kernstadt

Koriyama

郡山市こおりやましKōriyama-shi

Verkehrskreuz, Kanalstadt und selbsternannte Hauptstadt der Musik

Koriyama ist das wirtschaftliche Zentrum der Präfektur Fukushima und ihr wichtigster Verkehrsknoten – eine Kernstadt in der Asaka-Ebene des mittleren Nakadori, die sich von einer Poststation zur modernen Stadt entwickelte, nachdem der Asaka-Kanal 1882 Wasser vom Inawashiro-See heranführte.

Überblick

Koriyama liegt in der Mitte der Präfektur Fukushima, dort wo der Nord-Süd-Korridor von Tohoku-Shinkansen und Tohoku-Autobahn die Ost-West-Verbindungen kreuzt, die Aizu und die Japanmeerseite mit Iwaki am Pazifik verbinden. Diese Lage machte die Stadt zum Handels- und Logistikzentrum der Präfektur und zu einer ihrer beiden größten Städte – größer als die Präfekturhauptstadt.

Koriyama ist ein Kind der Meiji-Zeit. Bis in die 1870er-Jahre war die Asaka-Ebene trockenes, landwirtschaftlich kaum nutzbares Hügelland. Die Siedlung Kaisei-zan und der Bau des Asaka-Kanals, eines der großen staatlichen Bauprojekte des frühen modernen Japan, verwandelten sie in Reisland und legten den Grundstein für die Industrie. Heute reicht das Stadtgebiet im Westen bis an das Ufer des Inawashiro-Sees und zu den heißen Quellen von Bandai-Atami.

Koriyama versteht sich als Stadt der Musik: Schulchöre und Blasorchester gewinnen regelmäßig Preise bei nationalen Wettbewerben, und Konzerte wie Musikerziehung stehen im Mittelpunkt des städtischen Lebens.

Sehenswürdigkeiten

  • Kaiseizan-Park

    開成山公園Kaiseizan Kōen

    Park um einen Speicherteich aus der Erschließungszeit, mit Kirschbäumen bepflanzt; der wichtigste Ort der Kirschblütenschau, neben dem Schrein Kaisei-zan Daijingu.

  • Kaiseikan

    開成館Kaiseikan

    Dreigeschossiger Bau im pseudowestlichen Stil von 1874, einst Amtssitz der Asaka-Erschließung, heute Museum zum Kanal und zur Besiedlung der Ebene.

  • Asaka-Kanal

    安積疏水Asaka Sosui

    Kanalsystem, das Wasser vom Inawashiro-See durch die Berge in die Asaka-Ebene leitet; Teil der Japan-Heritage-Geschichte der Asaka-Erschließung.

  • Big-i

    ビッグアイBiggu Ai

    Hochhaus am Bahnhof mit dem städtischen Wissenschaftszentrum Fureai samt Planetarium und Aussichtsetage.

  • Städtisches Kunstmuseum Koriyama

    郡山市立美術館Kōriyama Shiritsu Bijutsukan

    Museum in bewaldetem Gelände im Süden der Stadt mit britischer Kunst und moderner japanischer Kunst mit regionalem Bezug.

  • Asaka-yama

    安積山Asaka-yama

    Niedriger Hügel im Ortsteil Hiwada, genannt in einem Gedicht der Anthologie Man’yoshu und verbunden mit der Legende der Hofdame Uneme.

  • Nunobiki-Hochland

    布引高原Nunobiki Kōgen

    Hochfläche über dem Inawashiro-See mit Windpark und sommerlichen Sonnenblumen- und Kosmeenfeldern.

Stadtviertel

  • Bahnhof und Zentrum

    Geschäftszentrum rund um den Bahnhof und das Big-i mit Kaufhäusern, Einkaufspassagen und dem zentralen Busbahnhof.

  • Kaisei

    開成Kaisei

    Westlich des Zentrums: die Meiji-Siedlung mit Kaiseizan-Park, Kaiseikan, Rathaus sowie Konzert- und Sportstätten.

  • Bandai-Atami Onsen

    磐梯熱海温泉Bandai-Atami Onsen

    Thermalort im Westen am Fluss Gohyaku, verbunden mit der Legende der Prinzessin Hagi, die hier Heilung fand.

  • Konan und Inawashiro-See

    湖南Konan

    Ländlicher Südwesten am Südufer des Inawashiro-Sees mit Badestränden, Bauernhöfen und dem Nunobiki-Hochland.

Geschichte

In der Edo-Zeit war Koriyama eine Poststation am Oshu Kaido im Lehen Nihonmatsu und Marktort für die umliegenden Dörfer. Nach der Meiji-Restauration begannen die Präfektur Fukushima und örtliche Kaufleute mit der Erschließung der Asaka-Ebene und gründeten Anfang der 1870er-Jahre die Siedlung Kaisei-zan. Dann übernahm der Staat das Vorhaben: Ehemalige Samurai aus mehreren Lehen, darunter Kurume und Tottori, wurden in der Ebene angesiedelt, und der Asaka-Kanal führte Wasser vom Inawashiro-See durch das Ou-Gebirge heran.

Mit der Eisenbahn 1887 und den Ban’etsu-Linien nach Aizu und Iwaki wurde Koriyama zum Knotenpunkt; Spinnereien, Chemiewerke und Wasserkraft folgten. 1924 erhielt die Stadt Stadtrecht, 1965 wuchs sie durch eine große Eingemeindung erheblich, 1997 wurde sie Kernstadt. Nach dem Erdbeben von 2011 war sie ein wichtiger Aufnahmeort für Evakuierte von der Küste.

  1. Edo-Zeit

    Koriyama-juku entwickelt sich zur Poststation am Oshu Kaido im Lehen Nihonmatsu.

  2. 1873

    Gründung der Erschließungsgesellschaft Kaisei-sha und der Siedlung Kaisei-zan in der Asaka-Ebene.

  3. 1874

    Fertigstellung des Kaiseikan, eines Gebäudes im westlichen Stil für das Erschließungsprojekt.

  4. 1879–1882

    Bau des Asaka-Kanals vom Inawashiro-See; ehemalige Samurai aus mehreren Lehen besiedeln die Ebene.

  5. 1887

    Die Eisenbahn erreicht Koriyama; später folgen Strecken nach Aizu und an die Pazifikküste.

  6. 1924

    Koriyama erhält Stadtrecht.

  7. 1965

    Eine Eingemeindung umliegender Orte erweitert die Stadt bis an den Inawashiro-See.

  8. 1982

    Der Tohoku-Shinkansen hält erstmals in Koriyama.

  9. 1997

    Koriyama wird Kernstadt (Chukaku-shi).

Kultur

Musik ist das Markenzeichen der Stadt: Schulchöre, Blasorchester und Orchester sind stark, die Konzertsäle gut besucht, und Koriyama präsentiert sich als „Hauptstadt der Musik“ (Gakuto). An die Meiji-Besiedlung erinnert die als Japan Heritage anerkannte Geschichte der Asaka-Erschließung, die Kanal, Kaiseikan und die aus fernen Lehen gekommenen Siedler verbindet. Im Sommer feiert die Stadt das Uneme-Fest, das auf ein altes Gedicht und eine Legende der Asaka-Gegend zurückgeht.

Feste

  • Uneme-Fest

    うねめまつりUneme Matsuri

    Sommerfest Anfang August mit Tausenden Tänzerinnen und Tänzern, nach der Legende der Hofdame Uneme, die mit dem Asaka-yama-Gedicht des Man’yoshu verbunden ist.

  • Kirschblüte im Kaiseizan-Park

    開成山公園の桜Kaiseizan Kōen no sakura

    Mitte April werden die Kirschbaumalleen des Parks zum wichtigsten Ort der Blütenschau, abends beleuchtet.

Essen

  • Karpfengerichte

    鯉料理koi ryōri

    Karpfen aus Teichen der Asaka-Ebene, in süßer Sojasauce geschmort (Umani), als Arai-Scheiben oder in Misosuppe; die Stadt fördert den Karpfen als lokale Spezialität.

  • Usukawa-Manju

    薄皮饅頭usukawa manjū

    Gedämpfte Küchlein mit hauchdünner Hülle aus braunem Zucker und süßer Bohnenpaste, von einer Koriyamaer Konditorei seit Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt.

  • Mamadoru

    ままどおるmamadōru

    Weiches Gebäck mit milchiger Füllung, eines der bekanntesten Süßwaren-Mitbringsel Fukushimas.

  • Asaka-Reis

    あさか舞Asaka mai

    Koshihikari und andere Sorten aus der vom Kanal bewässerten Asaka-Ebene.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Koriyama wird vom Tohoku-Shinkansen bedient, rund 80 Minuten ab Tokio und etwa 40 Minuten ab Sendai.
  • Vom Bahnhof gehen die konventionellen Strecken strahlenförmig aus: die Tohoku-Hauptlinie nach Norden und Süden, die Ban’etsu-West-Linie nach Aizu-Wakamatsu, die Ban’etsu-Ost-Linie nach Iwaki und die Suigun-Linie Richtung Mito.
  • Die Autobahnen Tohoku und Ban’etsu treffen sich bei der Stadt; Fernbusse fahren nach Tokio, Sendai, Niigata und Aizu.
  • Der Flughafen Fukushima liegt rund 40 Autominuten südöstlich; Stadtbusse bedienen Zentrum und Bandai-Atami Onsen.

Ausflüge

  • Miharu Takizakura

    三春滝桜Miharu Takizakura

    Über tausendjährige Hängekirsche in Miharu, nationales Naturdenkmal und einer der drei großen Kirschbäume Japans; Blüte Mitte bis Ende April.

  • Abukuma-Höhle

    あぶくま洞Abukuma-dō

    Tropfsteinhöhle mit weiten Hallen im Abukuma-Bergland bei Tamura.

  • Sukagawa

    須賀川Sukagawa

    Nachbarstadt mit großem Pfingstrosengarten, Geburtsort des Trickfilmpioniers Tsuburaya Eiji, des Schöpfers von Ultraman.

  • Inawashiro-See

    猪苗代湖Inawashiro-ko

    Großer See am Fuß des Bandai, Quelle des Asaka-Kanals.

  • Aizu-Wakamatsu

    Burgstadt des Lehens Aizu, gut eine Stunde mit der Ban’etsu-West-Linie.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Ist Koriyama größer als die Stadt Fukushima?

Ja. Koriyama hat mehr Einwohner als die Präfekturhauptstadt und ist das wirtschaftliche Zentrum der Präfektur; nur Iwaki ist vergleichbar groß.

Was ist der Asaka-Kanal?

Ein 1882 fertiggestelltes Kanalsystem, das Wasser vom Inawashiro-See durch das Ou-Gebirge in die Asaka-Ebene leitet; es machte trockenes Hügelland zu Reisfeldern und ermöglichte den Aufstieg Koriyamas.

Eignet sich Koriyama als Standort für Ausflüge?

Ja. Als Verkehrsknoten der Präfektur hat die Stadt Shinkansen-Anschluss und direkte Strecken nach Aizu im Westen, Iwaki im Osten und Fukushima im Norden.

Warum heißt Koriyama „Stadt der Musik“?

Schulchöre und Blasorchester der Stadt gewinnen seit Langem nationale Wettbewerbe, und Koriyama fördert Musikerziehung und Konzertleben als Kern seines Selbstverständnisses.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.郡山市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 郡山市
  3. 3.福島県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 福島県

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