Tohoku · Präfektur · JP-07
Fukushima
福島県ふくしまけんFukushima-kenDrei Landschaften, eine Präfektur: Burgstädte, Vulkane, Obstgärten und Pazifikküste
Fukushima ist die südlichste Präfektur der Region Tohoku und die drittgrößte Japans; zwei Gebirgszüge teilen sie in drei eigenständige Landschaften: Aizu im Westen, Nakadori in der Mitte und Hamadori an der Pazifikküste.
Überblick
Die Präfektur Fukushima bildet das südliche Tor zu Tohoku und grenzt an die Kanto-Region. Nach Hokkaido und Iwate ist sie die flächengrößte Präfektur des Landes – und entsprechend vielgestaltig. Das Ou-Gebirge und das Abukuma-Bergland ziehen sich von Nord nach Süd durch das Gebiet und gliedern es in drei Landschaften, die sich in Klima, Geschichte und sogar im Dialekt unterscheiden.
Aizu, der gebirgige Westen, war in der Edo-Zeit eines der mächtigsten Lehen und 1868 Schauplatz der erbittertsten Kämpfe des Boshin-Kriegs; die Burgstadt Aizu-Wakamatsu prägt bis heute das Selbstverständnis der Gegend. Nakadori, der mittlere Korridor entlang des Abukuma-Flusses, trägt die Hauptverkehrswege zwischen Tokio und dem Norden und beherbergt die Präfekturhauptstadt Fukushima sowie das Handelszentrum Koriyama. Hamadori an der Pazifikküste wuchs mit Kohle, Fischerei und Stromerzeugung; seine größte Stadt Iwaki ist die einwohnerstärkste Gemeinde der Präfektur.
Seit dem 11. März 2011 ist der Name Fukushima zudem mit dem Großen Ostjapanischen Erdbeben, dem Tsunami und dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi an der Küste von Hamadori verbunden. Der größte Teil der Präfektur liegt weit vom Kraftwerk entfernt und wurde nie evakuiert; an der Küste sind die Evakuierungsanordnungen inzwischen in weiten Gebieten aufgehoben. Wiederaufbau, Rückbau und Erinnerung gehören seither ebenso zur Präfektur wie ihre Vulkane, Seen, Sakebrauereien und Obstgärten.
Name und Herkunft
Den Namen gab die Burgstadt Fukushima im Shinobu-Becken, deren Burg ihn seit dem späten 16. Jahrhundert getragen haben soll. Die Schriftzeichen bedeuten „Glück“ und „Insel“; eine verbreitete Deutung sieht darin den Hügel Shinobu-yama, der einst wie eine Insel aus einem See geragt habe.
Im altjapanischen Ritsuryo-System gehörte das gesamte Gebiet zur riesigen Provinz Mutsu. 1869 teilte die Meiji-Regierung Mutsu auf: Aizu und Nakadori kamen zur neuen Provinz Iwashiro, Hamadori und der südliche Abukuma-Raum zu Iwaki. Nach der Auflösung der Lehen entstanden zunächst drei Präfekturen – Fukushima, Wakamatsu und Iwasaki –, die 1876 zur heutigen Präfektur Fukushima vereinigt wurden. Diese Zusammenlegung erklärt, warum sich Aizu, Nakadori und Hamadori mit ihren jeweils eigenen früheren Lehen und Zentren bis heute als eigenständig verstehen.
Städte
Geografie
Zwei nord-südlich verlaufende Gebirgssysteme gliedern die Präfektur. Das Ou-Gebirge mit den Vulkanen der Azuma-Kette, dem Adatara und dem Bandai trennt Aizu von Nakadori; das sanftere Abukuma-Bergland scheidet Nakadori von der schmalen Küstenebene Hamadoris. Aizu ist ein von Bergen umschlossenes Becken, das über das Agano-Flusssystem zum Japanischen Meer entwässert, während Nakadori dem Abukuma-Fluss nach Norden in die Präfektur Miyagi folgt.
Der vulkanische Westen ist reich an Seen und Mooren. Der Inawashiro-See am Fuß des Bandai zählt zu den größten Seen Japans, und der Ausbruch des Bandai 1888 staute Flüsse zu den Seen und Teichen von Urabandai auf. Im äußersten Südwesten hat Fukushima Anteil am Hochmoor Oze; hier erhebt sich der Hiuchi-ga-take (2.356 m), der höchste Gipfel Tohokus.
Klima
Jede der drei Landschaften hat ihr eigenes Klima. Aizu gehört zur Japanmeerseite: schneereiche Winter, besonders in Oku-Aizu, und warme, schwüle Sommer. Nakadori ist kontinental geprägt – das Becken von Fukushima zählt zu den heißesten Orten Nordjapans –, die Winter sind kalt und meist trocken mit mäßigem Schnee. Hamadori hat ein mildes Pazifikklima mit wenig Schnee und vergleichsweise kühlen Sommern.
Landschaft
- 磐梯山Bandai-san
Schichtvulkan (1.816 m) über dem Inawashiro-See, „Fuji von Aizu“ genannt; beim Ausbruch 1888 brach seine Nordflanke ein und schuf die Seen von Urabandai.
- 猪苗代湖Inawashiro-ko
Viertgrößter See Japans auf rund 514 m Höhe; sein Abfluss speist den Asaka-Kanal und Wasserkraftwerke.
- 裏磐梯・五色沼Urabandai, Goshiki-numa
Hochfläche nördlich des Bandai mit den Seen Hibara, Onogawa und Akimoto sowie den „Fünffarbenteichen“, die vulkanische Minerale blau, grün und rötlich färben.
Azuma-Gebirge
吾妻連峰Azuma RenpōVulkankette westlich der Stadt Fukushima an der Grenze zu Yamagata; die Panoramastraße Bandai-Azuma Skyline führt am Krater des Azuma-kofuji vorbei.
Adatara
安達太良山Adatara-yamaVulkan (1.700 m) über Nihonmatsu, bekannt aus Takamura Kotaros Gedichtzyklus „Chieko-sho“, in dem der Himmel über dem Adatara „der wahre Himmel“ heißt.
- 尾瀬Oze
Hochmoor, das Fukushima mit Gunma, Niigata und Tochigi teilt; auf Fukushimas Seite liegen der Oze-numa und der Hiuchi-ga-take (2.356 m), der höchste Berg Tohokus.
Abukuma-Fluss und -Bergland
阿武隈川・阿武隈高地Abukuma-gawa, Abukuma KōchiDer Fluss durchzieht Nakadori nach Norden bis Miyagi; im abgetragenen Bergland östlich davon liegt die Tropfsteinhöhle Abukuma-do.
Tadami-Fluss
只見川Tadami-gawaFluss in Oku-Aizu mit großen Staudämmen, begleitet von der JR-Tadami-Linie durch tiefverschneites Bergland.
Natur in dieser Präfektur
Geschichte
Die Schranke von Shirakawa im Süden galt jahrhundertelang als Schwelle zwischen der Welt der Hauptstadt und dem „tiefen Norden“. Im späten 16. Jahrhundert wechselte Aizu rasch die Herren – von den Ashina über Date Masamune, Gamo Ujisato und Uesugi Kagekatsu –, bis die Tokugawa das Lehen einer Seitenlinie der eigenen Familie übertrugen. Unter Hoshina Masayuki und seinen Nachfolgern aus dem Haus Matsudaira wurde Aizu zum Inbegriff samuraischer Erziehung und Treue zum Shogunat. Diese Treue führte 1868 im Boshin-Krieg zur Niederlage, zum Freitod der jungen Byakkotai-Kämpfer und zu Jahrzehnten der Not.
In der Meiji-Zeit entstand die Präfektur, der Asaka-Kanal verwandelte die trockene Asaka-Ebene um Koriyama in Ackerland, und das Joban-Kohlerevier trieb die Industrialisierung der Kanto-Region an. Im 20. Jahrhundert wurde Hamadori zu einem Zentrum der Stromerzeugung für die Hauptstadt. Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall von 2011 waren die schwerste Katastrophe in der Geschichte der Präfektur; Wiederaufbau und Gedenken prägen die Küste bis heute.
1589
Date Masamune schlägt die Ashina in der Schlacht von Suriagehara und nimmt Aizu ein.
1590–1593
Toyotomi Hideyoshi überträgt Aizu an Gamo Ujisato, der die Burg als Tsuruga-jo neu errichtet und die Stadt in Wakamatsu umbenennt.
1643
Hoshina Masayuki, Halbbruder des dritten Shoguns, wird Fürst von Aizu; seine Linie nimmt später den Namen Matsudaira an.
1689
Matsuo Basho passiert auf der in „Oku no Hosomichi“ beschriebenen Reise die Schranke von Shirakawa.
1868
Boshin-Krieg: Das Lehen Aizu wird von der Armee der neuen Regierung belagert; die jungen Byakkotai sterben auf dem Iimori-yama, die Burg kapituliert nach einem Monat.
1876
Die Präfekturen Fukushima, Wakamatsu und Iwasaki werden zur heutigen Präfektur Fukushima vereinigt.
1882
Fertigstellung des Asaka-Kanals, der Wasser vom Inawashiro-See in die Gegend von Koriyama leitet.
1888
Ausbruch des Bandai: Die einstürzende Nordflanke verschüttet Dörfer und schafft die Seenlandschaft von Urabandai.
1982
Eröffnung des Tohoku-Shinkansen über Shin-Shirakawa, Koriyama und Fukushima.
2011
11. März: Das Große Ostjapanische Erdbeben und der Tsunami treffen die Küste; es folgen der Unfall im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und großräumige Evakuierungen.
Kultur
Das samuraische Erbe Aizus ist fester Teil der regionalen Identität: Die Lehensschule Nisshinkan, der Verhaltenskodex für die Samuraikinder und die Geschichte der Byakkotai sind in ganz Japan bekannt. Zugleich ist Aizu ein Zentrum der Lackkunst und des Sakebrauens, mit zahlreichen Brauereien in Aizu-Wakamatsu, Kitakata und den Nachbarorten.
Nakadori ist für seine großen herbstlichen Laternen- und Fackelfeste und für ein ausgeprägtes Laienmusikleben bekannt, Hamadori pflegt die Reitertraditionen des einstigen Soma-Lehens und die Jangara-Nenbutsu-Tänze der Gegend um Iwaki. Volksspielzeug wie der rote Ochse Akabeko und das hölzerne Miharu-Pferd gehören zu den bekanntesten Mitbringseln aus Tohoku.
Feste
Soma Nomaoi
相馬野馬追Sōma NomaoiEnde Juli in Soma und Minamisoma: Mehrere hundert Reiter in Rüstung liefern sich Rennen und kämpfen um heilige Fahnen – eine Tradition, die auf die Reiterübungen des Soma-Klans zurückgeht.
Aizu-Fest
会津まつりAizu MatsuriHerbstfest in Aizu-Wakamatsu Ende September mit einem Umzug, der die Fürsten von Aizu und die Byakkotai darstellt.
Waraji-Fest in Fukushima
福島わらじまつりFukushima Waraji MatsuriSommerfest Anfang August, bei dem eine rund 12 m lange Strohsandale durch die Stadt getragen wird – nach dem Vorbild der Riesensandalen, die am Shinobu-yama geopfert werden.
Laternenfest von Nihonmatsu
二本松提灯祭りNihonmatsu Chōchin MatsuriAnfang Oktober ziehen mit Hunderten Papierlaternen behängte Festwagen durch die einstige Burgstadt Nihonmatsu.
Fackelfest von Sukagawa
須賀川松明あかしSukagawa Taimatsu AkashiAm zweiten Samstag im November werden auf dem Hügel Gorodai riesige Fackeln entzündet – zur Erinnerung an den Fall der Burg Sukagawa 1589.
Traditionelles Handwerk
Aizu-Lackwaren
会津塗Aizu-nuriVon Gamo Ujisato gefördert, der Handwerker aus Omi holte; bekannt für Gold- und Farbdekor, als traditionelles Kunsthandwerk anerkannt.
Obori-Soma-Keramik
大堀相馬焼Ōbori-Sōma-yakiKeramik aus Namie mit blauer Craquelé-Glasur, gemaltem galoppierendem Pferd und doppelwandigen Bechern; die Töpfer arbeiten seit 2011 an anderen Orten der Präfektur weiter.
Aizu-Hongo-Keramik
会津本郷焼Aizu-Hongō-yakiSteinzeug und Porzellan aus Aizu-Misato, eines der ältesten Töpferzentren Tohokus.
Flechtwerk aus Oku-Aizu
奥会津編み組細工Oku-Aizu amikumi zaikuKörbe aus Ranken und Rinde, etwa von Akebia und Walnuss, geflochten in den schneereichen Tälern von Oku-Aizu.
Akabeko
赤べこakabekoRoter Pappmaché-Ochse mit Wackelkopf; die Legende erzählt von einem Ochsen, der beim Bau des Tempels Enzo-ji in Yanaizu half. Gilt als Glücksbringer gegen Krankheit.
Miharu-Pferd
三春駒Miharu-gomaGeschnitztes, bemaltes Holzpferd aus Miharu, ein Klassiker des japanischen Holzspielzeugs.
Traditionen
Byakkotai
白虎隊ByakkotaiDie „Weiße-Tiger-Truppe“ junger Samurai aus Aizu; eine Gruppe von ihnen nahm sich 1868 auf dem Iimori-yama das Leben, im Glauben, die Burg sei gefallen.
Der Kodex von Aizu
ならぬことはならぬものですnaranu koto wa naranu mono desuSchlusssatz der Regeln für die Samuraikinder von Aizu – „Was nicht sein darf, darf nicht sein“ –, bis heute als regionales Leitwort zitiert.
Jangara-Nenbutsu
じゃんがら念仏踊りjangara nenbutsu odoriObon-Tanz der Gegend um Iwaki mit Trommeln und Glocken, aufgeführt vor den Häusern von Familien, die im vergangenen Jahr einen Angehörigen verloren haben.
Soma Nagareyama
相馬流れ山Sōma NagareyamaVolkslied der Soma-Gegend, eng mit dem Reiterfest Nomaoi verbunden und bei Feiern gesungen.
Küche
Fukushimas Küche folgt der Landschaft. In Aizu entstand eine Küche aus haltbaren Berg- und Meeresprodukten – getrocknete Jakobsmuscheln, Hering und Salzfisch wurden ins Binnenland gebracht – sowie aus Reis und Sake. Nakadori ist Obstland mit Pfirsichen, Birnen und Äpfeln aus den Becken, Hamadori liefert Fisch aus dem Pazifik. Nudeln ziehen sich durch alle drei Landschaften, von der Kitakata-Ramen bis zu den dicken Yakisoba aus Namie.
Kitakata-Ramen
喜多方ラーメンKitakata rāmenSojasaucen-Ramen mit flachen, gewellten, dicken Nudeln aus der Speicherstadt Kitakata, wo man sie auch zum Frühstück isst („Asa-ra“).
Kozuyu
こづゆkozuyuFesttagssuppe aus Aizu auf Brühe von getrockneten Jakobsmuscheln, mit Taro, Konjak, Pilzen und kleinen Weizengluten-Kugeln, serviert in flachen Lackschalen.
Negi-Soba
ねぎそばnegi sobaKalte Buchweizennudeln aus der Poststation Ouchi-juku, gegessen mit einer ganzen Frühlingszwiebel als Löffel, von der man zwischendurch abbeißt.
Sauce-Katsudon
ソースカツ丼sōsu katsudonAizus Variante des Katsudon: paniertes Schweineschnitzel in süßlicher Worcester-Sauce auf Weißkohl und Reis.
Enban-Gyoza
円盤餃子enban gyōzaTeigtaschen aus der Stadt Fukushima, in der Pfanne gebraten und dicht im Kreis auf einem runden Teller angerichtet.
Ika-ninjin
いかにんじんika-ninjinStreifen von getrocknetem Tintenfisch und Karotte, in Sojasauce und Sake eingelegt – ein winterliches Hausgericht aus Nakadori.
Namie-Yakisoba
なみえ焼そばNamie yakisobaGebratene Nudeln, etwa dreimal so dick wie üblich, mit Sojasprossen und Schweinefleisch, aus der Küstenstadt Namie.
Pfirsiche
桃momoDas Becken von Fukushima gehört zu den wichtigsten Pfirsichanbaugebieten Japans; die Sorte Akatsuki wurde hier gezüchtet.
Heiße Quellen
Higashiyama Onsen
東山温泉Higashiyama OnsenThermalort in einem Flusstal südöstlich von Aizu-Wakamatsu, schon vom Lehen Aizu genutzt.
Ashinomaki Onsen
芦ノ牧温泉Ashinomaki OnsenHeiße Quellen an der Okawa-Schlucht südlich von Aizu-Wakamatsu, nahe dem durch seinen Katzen-Bahnhofsvorsteher bekannten Bahnhof der Aizu-Bahn.
Iizaka Onsen
飯坂温泉Iizaka OnsenGroßer Thermalort im Norden der Stadt Fukushima, schon von Basho besucht; öffentliche Badehäuser und eine eigene Bahnlinie ins Stadtzentrum.
Takayu Onsen
高湯温泉Takayu OnsenMilchig-weiße Schwefelquellen auf rund 750 m Höhe an den Hängen des Azuma-Gebirges.
Tsuchiyu Onsen
土湯温泉Tsuchiyu OnsenBergdorf mit heißen Quellen an der Straße nach Urabandai und eine der Heimatstätten der Kokeshi-Holzpuppen.
Iwaki Yumoto Onsen
いわき湯本温泉Iwaki Yumoto OnsenAlte Quelle am Rand des früheren Joban-Kohlereviers, neben der Freizeitanlage Spa Resort Hawaiians.
Bandai-Atami Onsen
磐梯熱海温泉Bandai-Atami OnsenThermalort im Westen von Koriyama am Fluss Gohyaku.
Wirtschaft
Fukushima verbindet eine starke Landwirtschaft mit Industrie entlang des Tohoku-Autobahnkorridors. Reis und Sake aus Aizu, Obst aus Nakadori und Fischerei in Hamadori stehen neben Werken für elektronische Bauteile, Präzisions- und Medizintechnik sowie Chemie, vor allem um Koriyama, Fukushima, Shirakawa und Iwaki.
Energie hat die Präfektur seit über einem Jahrhundert geprägt: Das Joban-Kohlerevier, die Wasserkraftwerke an Tadami und Agano und später die Kern- und Wärmekraftwerke an der Küste versorgten den Großraum Tokio. Seit 2011 setzt die Präfektur auf erneuerbare Energien, Robotik und Rückbautechnik, etwa mit dem Programm „Fukushima Innovation Coast“ und dem Robotertestfeld in Minamisoma.
Wichtige Branchen
- Reis, Pfirsiche, Birnen, Äpfel und anderes Obst
- Sakebrauerei
- Elektronische Bauteile und Präzisionsmaschinen
- Medizintechnik
- Chemie und Pharmazie
- Stromerzeugung, zunehmend aus erneuerbaren Quellen
- Küstenfischerei im Pazifik
- Tourismus: Thermalbäder, Wintersport, Geschichte
Bekannte Persönlichkeiten
Hoshina Masayuki (1611–1673)
保科正之Erster Fürst der Aizu-Linie des Hauses Tokugawa und Regent für den vierten Shogun; seine Hausgesetze banden Aizu an das Shogunat.
Matsudaira Katamori (1836–1893)
松平容保Neunter Fürst von Aizu und in den 1860er-Jahren Schutzherr von Kyoto; führte das Lehen durch die Belagerung von 1868.
Niijima Yae (1845–1932)
新島八重Geboren als Yamamoto Yae in Aizu; kämpfte bei der Belagerung der Tsuruga-jo mit dem Gewehr, später Lehrerin, Krankenschwester und Ehefrau des Doshisha-Gründers Niijima Jo.
Yamakawa Sutematsu (1860–1919)
山川捨松Tochter einer Samuraifamilie aus Aizu, eine der ersten Japanerinnen, die in den USA studierten und einen Hochschulabschluss erwarben.
Noguchi Hideyo (1876–1928)
野口英世Bakteriologe aus Inawashiro, tätig am Rockefeller Institute, starb in Afrika bei der Erforschung des Gelbfiebers; sein Geburtshaus ist Gedenkmuseum.
Koseki Yuji (1909–1989)
古関裕而Komponist aus der Stadt Fukushima, schrieb zahlreiche Schlager, Schul- und Sporthymnen sowie den Olympischen Marsch von 1964.
Anreise
- Tohoku-Shinkansen: von Tokio nach Koriyama in etwa 80 Minuten, nach Fukushima in etwa 90 Minuten, mit Halt in Shin-Shirakawa; die Strecke führt weiter nach Sendai.
- Yamagata-Shinkansen: zweigt in Fukushima ab und führt durch das Azuma-Gebirge nach Yonezawa und Yamagata.
- Nach Aizu: JR-Ban’etsu-West-Linie von Koriyama nach Aizu-Wakamatsu und weiter nach Niigata; von Süden verbinden Züge der Tobu-Bahn ab Tokio-Asakusa über Kinugawa mit der Aizu-Bahn.
- Küste: Die JR-Joban-Linie führt von Tokio und Mito über Iwaki durch die Orte Hamadoris nach Sendai.
- Flugzeug: Der Flughafen Fukushima zwischen Sukagawa und Tamakawa hat Inlandsverbindungen; für den Norden der Präfektur ist der Flughafen Sendai in Miyagi das größere Tor.
- Straße: Die Autobahnen Tohoku, Ban’etsu und Joban durchqueren die Präfektur und treffen sich bei Koriyama und Iwaki.
Historische Provinzen
- 陸奥国Mutsu no Kuni
- 岩代国Iwashiro no Kuni
- 磐城国Iwaki no Kuni
Präfektursymbole
- Blume
- ネモトシャクナゲnemoto-shakunage
- Baum
- ケヤキkeyaki
- Vogel
- キビタキkibitaki
Häufige Fragen
Kann man die Präfektur Fukushima bedenkenlos bereisen?
Ja. Der weitaus größte Teil der Präfektur, darunter Aizu, die Stadt Fukushima und Koriyama, wurde nie evakuiert und wird ganz normal bereist. Zugangsbeschränkungen betreffen nur ein begrenztes Gebiet um das Kraftwerk Fukushima Daiichi; aktuelle Angaben und Strahlenmesswerte veröffentlicht die Präfektur auf ihrer offiziellen Website.
Was bedeuten Aizu, Nakadori und Hamadori?
Es sind die drei Landschaften Fukushimas, getrennt durch das Ou-Gebirge und das Abukuma-Bergland: das gebirgige Aizu im Westen, der Binnenkorridor Nakadori in der Mitte und Hamadori an der Pazifikküste.
Wofür ist Fukushima bekannt?
Für die Samuraistadt Aizu-Wakamatsu und die Geschichte der Byakkotai, den Vulkan Bandai und den Inawashiro-See, für heiße Quellen, Sake, Kitakata-Ramen und Pfirsiche.
Wie weit ist Fukushima von Tokio entfernt?
Mit dem Tohoku-Shinkansen erreicht man Koriyama in etwa 80 und die Stadt Fukushima in etwa 90 Minuten; nach Aizu-Wakamatsu ist es ab Koriyama noch rund eine Stunde mit dem Zug.
Lässt sich das vom Reaktorunfall betroffene Gebiet besuchen?
Mehrere Küstenorte sind wieder zugänglich. Das Gedenkmuseum für das Große Ostjapanische Erdbeben und die Nuklearkatastrophe in Futaba dokumentiert die Ereignisse und den Wiederaufbau.
Weiterlesen
Quellen
- 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
- 2.全国都道府県市区町村別面積調 (öffnet in neuem Tab) — Geospatial Information Authority of Japan
- 3.福島県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 福島県
- 4.磐梯朝日国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
- 5.Fukushima Prefecture (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization