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Japan

Miyazaki · Stadt

Nichinan

日南市にちなんしNichinan-shi

Samuraigassen, ein Schrein in der Meereshöhle und die Südküste

Nichinan ist eine Küstenstadt im Süden der Präfektur Miyazaki. Zu ihr gehören die erhaltene Burgstadt Obi, fast drei Jahrhunderte Sitz der Itō-Fürsten, und der Udo Jingū, ein Schrein in einer Meereshöhle an der felsigen Nichinan-Küste. Häfen und Wälder lebten vom Bonitofang und vom harzreichen Obi-Zedernholz.

Überblick

Nichinan nimmt den südlichen Teil der Nichinan-Küste ein, wo bewaldete Hügel zu einer felsigen Küste mit Landspitzen, Buchten und brandungsgeschliffenen Sandsteinplatten abfallen. Die Stadt vereint drei sehr unterschiedliche Orte: die Hafenstadt Aburatsu an der Mündung des Hiroto, die Burgstadt Obi im Landesinneren und die 2009 eingemeindeten Fischer- und Bauernbezirke Nangō und Kitagō.

Obi zählt zu den besterhaltenen Burgstädten Kyushus. Von 1588 bis zur Auflösung der Fürstentümer herrschte hier der Itō-Clan; Steinmauern, Samuraihäuser, die Lehensschule und das wiederaufgebaute Haupttor der Burg säumen stille Gassen mit Wassergräben. Der Ort brachte den Diplomaten Komura Jutarō hervor und war durch den Konfuzianer Yasui Sokken ein Zentrum der Gelehrsamkeit.

Nördlich des Zentrums liegt an der Küste der Udo Jingū in einer großen Meereshöhle über dem Pazifik – eine der ungewöhnlichsten Schreinlagen Japans. Ebenfalls an der Küste erinnert ein Park mit Nachbildungen der Moai der Osterinsel an einen japanischen Beitrag zur Wiederaufrichtung der Originale.

Sehenswürdigkeiten

  • Burg Obi

    飫肥城Obi-jō

    Burgareal mit mächtigen Steinmauern, dem 1978 wiederaufgebauten Haupttor, einem bemoosten Zedernhain und einem Museum mit Schätzen der Itō.

  • Burgstadt Obi

    飫肥城下町Obi jōkamachi

    Raster von Samuraigassen mit Steinmauern, Hecken und Wassergräben, ein staatlich geschütztes historisches Ortsbild.

  • Yoshōkan

    豫章館Yoshōkan

    Wohnsitz der Itō nach der Meiji-Restauration, mit Trockengarten, der den Burghügel als geborgte Landschaft einbezieht.

  • Udo Jingū

    鵜戸神宮Udo Jingū

    Zinnoberroter Schrein in einer Meereshöhle am Kap Udo, dem Vater Kaiser Jimmus geweiht; Besucher werfen Glückskugeln aus Ton auf einen schildkrötenförmigen Felsen.

  • Hori-Kanal

    堀川運河Horikawa unga

    Steingefasster Kanal von 1686 in Aburatsu, angelegt, um Zedernstämme zum Hafen zu flößen.

  • Sun Messe Nichinan

    サンメッセ日南San Messe Nichinan

    Park am Hang mit lebensgroßen Moai-Nachbildungen, hergestellt mit Genehmigung der Osterinsel.

Stadtviertel

  • Obi

    飫肥Obi

    Die historische Burgstadt im Tal des Sakatani im Landesinneren.

  • Aburatsu

    油津Aburatsu

    Hafen- und Geschäftszentrum an der Küste mit dem Hori-Kanal und alten Steinspeichern.

  • Nangō

    南郷Nangō

    Fischereibezirk im Süden, Heimathafen der Bonito-Angelflotte.

  • Kitagō

    北郷Kitagō

    Waldreicher Bezirk im Hinterland mit Obi-Zedernforsten und einer Thermalquelle.

Geschichte

Große Teile des 16. Jahrhunderts war Obi zwischen den Itō von Hyūga und den Shimazu von Satsuma umkämpft. Nach Toyotomi Hideyoshis Kyushu-Feldzug erhielt Itō Suketaka Obi, und seine Nachkommen regierten das Fürstentum mit rund 51.000 Koku bis 1871. Das Lehen ließ in großem Stil Zedern pflanzen; das leichte, ölreiche Obi-sugi-Holz war im Schiffbau begehrt, und 1686 wurde der Hori-Kanal fertiggestellt, um die Stämme zum Hafen Aburatsu zu flößen.

Die Lehensschule Shintokudō, an der Yasui Sokken lehrte, brachte Gelehrte und Beamte hervor, darunter Komura Jutarō, Außenminister der Meiji-Zeit. 1950 entstand die Stadt Nichinan aus Aburatsu, Obi und Nachbargemeinden; 1977 wurde Obi als eines der ersten Ensembles Japans zum Schutzgebiet für historische Bauensembles erklärt.

  1. 16. Jh.

    Itō und Shimazu kämpfen jahrzehntelang um die Burg Obi.

  2. 1588

    Itō Suketaka nimmt Obi in Besitz; die Itō regieren das Fürstentum bis 1871.

  3. 1686

    Fertigstellung des Hori-Kanals für den Transport von Obi-Zedernholz zum Hafen Aburatsu.

  4. 1831

    Gründung der Lehensschule Shintokudō.

  5. 1855

    Komura Jutarō wird in Obi geboren.

  6. 1950

    Gründung der Stadt Nichinan durch Zusammenschluss von Aburatsu, Obi und Nachbargemeinden.

  7. 1977

    Obi wird Schutzgebiet für historische Bauensembles.

  8. 1978

    Das Haupttor Ōtemon der Burg Obi wird aus Obi-Zedernholz wiederaufgebaut.

  9. 2009

    Kitagō und Nangō werden eingemeindet.

Kultur

Nichinans Kultur spiegelt Samuraistadt und Fischerhäfen. Obi bewahrt die Umgangsformen eines kleinen Fürstentums – vom Taihei-odori, der in Samuraikostüm getanzt wird, bis zum Stolz auf die Gelehrsamkeit, für die Yasui Sokken und Komura Jutarō stehen. An der Küste pflegen Fischergemeinden Schreinfeste, die mit dem Meer verbunden sind, und die Mythen des Udo Jingū um die Tochter des Meeresgottes verknüpfen die Stadt mit den Gründungslegenden Hyūgas.

Feste

  • Burgstadtfest Obi

    飫肥城下まつりObi jōka matsuri

    Herbstfest mit einem Kostümumzug der Itō-Fürsten und ihres Gefolges durch die Samuraigassen.

  • Taihei-odori

    泰平踊Taihei-odori

    Getragener Tanz aus Obi in Samurai- und Bürgerkostümen, seit der Edo-Zeit überliefert und beim Burgstadtfest zu sehen.

Essen

  • Obi-ten

    飫肥天obi-ten

    Süßlicher frittierter Fischkuchen aus Fischpaste, Tofu und braunem Zucker.

  • Atsuyaki Tamago

    厚焼き卵atsuyaki tamago

    Dickes, puddingartiges gebackenes Omelett mit Zucker, eine traditionelle Spezialität Obis.

  • Katsuo

    カツオkatsuo

    Bonito von den Angelbooten aus Nangō und Aburatsu, kurz angeflämmt als Tataki oder roh als Sashimi.

Unterwegs vor Ort

  • Die JR-Nichinan-Linie folgt der Küste von Miyazaki über Aoshima nach Aburatsu und Obi und weiter bis Shibushi in Kagoshima.
  • Busse auf der Küstenstraße verbinden Miyazaki, Aoshima und den Udo Jingū mit Nichinan.
  • Obis historischen Kern erkundet man am besten zu Fuß; Udo Jingū und die Küste erreicht man bequemer mit Auto oder Bus.

Ausflüge

  • Miyazaki und Aoshima

    Die Präfekturhauptstadt und die vom „Waschbrett des Teufels“ umgebene Schreininsel, nördlich an der Küste.

  • Kap Toi

    都井岬Toi-misaki

    Graslandschaft auf einer Landspitze in Kushima im Süden, beweidet von den halbwilden Misaki-Pferden.

  • Kōjima

    幸島Kōjima

    Inselchen vor Kushima, dessen wilde Makaken in der Primatenforschung weltberühmt wurden, weil sie Süßkartoffeln im Meer waschen.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Was macht Obi besonders?

Obi ist eine kleine, gut erhaltene Burgstadt mit Steinmauern, Samuraihäusern und einem wiederaufgebauten Burgtor, als historisches Ortsbild geschützt. Von 1588 bis 1871 residierten hier die Itō-Fürsten.

Was sind die Undama am Udo Jingū?

Kleine Tonkugeln, die Besucher von der Höhlenterrasse auf eine Mulde im schildkrötenförmigen Felsen darunter werfen. Wer trifft, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.

Warum stehen in Nichinan Moai?

Ein japanisches Team half in den 1990er-Jahren, die umgestürzten Moai von Ahu Tongariki auf der Osterinsel wieder aufzurichten. Zum Dank erlaubten die Inselbehörden lebensgroße Nachbildungen für einen Park in Nichinan.

Wie kommt man von Miyazaki nach Nichinan?

Mit Zügen der JR-Nichinan-Linie entlang der Küste oder mit Bussen, die auch in Aoshima und am Udo Jingū halten. Mit dem Auto braucht man auf der Küstenstraße etwa eine Stunde.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 調査の結果 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
  2. 2.統計情報 (öffnet in neuem Tab) — 日南市 (Nichinan City)
  3. 3.日南市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 日南市 (Nichinan City)
  4. 4.Miyazaki (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

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