Zum Inhalt springen
Japan

Feste · Februar

Schneefest in Sapporo

さっぽろ雪まつりさっぽろゆきまつりSapporo Yuki Matsuri

Eine Innenstadt als Freiluftgalerie aus Schnee und Eis

Das Schneefest von Sapporo (Sapporo Yuki Matsuri) findet jedes Jahr Anfang Februar für rund eine Woche in der Hauptstadt Hokkaidos statt. Herzstück ist eine Reihe von Schneeskulpturen im Ōdōri-Park, manche so groß wie Gebäude, dazu Eisfiguren im Viertel Susukino und ein dritter Festplatz zum Spielen im Schnee.

Anders als die meisten japanischen Feste hat das Schneefest von Sapporo keinen Schrein, keine Gottheit und keinen Ritus im Mittelpunkt. Es ist ein modernes Bürgerfest aus der Nachkriegszeit, das feiert, woran Sapporo im Februar keinen Mangel hat: Schnee. Etwa eine Woche lang verwandelt sich der lange, von Grünflächen gesäumte Ōdōri-Boulevard im Zentrum in eine Galerie – von kleinen Figuren, die Anwohner bauen, bis zu vielen Meter hohen Nachbildungen berühmter Bauwerke.

Das Fest zählt zu den bekanntesten Winterveranstaltungen Asiens, ist eine Säule des Wintertourismus in Hokkaido und hat ähnliche Schnee- und Eisfeste in ganz Nordjapan angeregt.

Geschichte

1950 bauten Schüler örtlicher Oberschulen sechs Schneestatuen im Ōdōri-Park – und lockten weit mehr Besucher an als erwartet. Das Fest wurde wiederholt und wuchs von Jahr zu Jahr. Ab 1955 beteiligten sich in Sapporo stationierte Einheiten der Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte; mit schwerem Gerät und vielen Helfern machten sie die monumentalen Schneebauten erst möglich.

Die Olympischen Winterspiele 1972 in Sapporo machten das Fest international bekannt, und seit 1974 lädt ein Internationaler Schneeskulpturen-Wettbewerb Teams aus anderen Ländern und Regionen ein. Ein zweiter Festplatz auf dem Gelände der Selbstverteidigungskräfte in Makomanai zeigte jahrzehntelang große Skulpturen, bis er 2005 aufgegeben wurde. Der familienorientierte Bereich zog um und befindet sich seit 2009 an der Sporthalle Tsudome im Stadtbezirk Higashi.

Die drei Festplätze

Jeder Festplatz hat seinen eigenen Charakter; zusammen reichen sie von der Innenstadt bis in einen Außenbezirk.

  • Ōdōri-Park

    大通公園Ōdōri Kōen

    Der Hauptschauplatz: ein rund anderthalb Kilometer langer Parkstreifen, in Blöcke gegliedert, mit großen Schneeskulpturen, den Beiträgen des internationalen Wettbewerbs und Dutzenden kleinerer Bürgerwerke. Abends sind die Figuren beleuchtet, auf die größten werden Projektionen geworfen.

  • Susukino

    すすきのSusukino

    Sapporos Vergnügungsviertel, wo Eisskulpturen – oft mit eingefrorenen Fischen und Meeresfrüchten – die Hauptstraße säumen; häufig etwas länger geöffnet als Ōdōri.

  • Tsudome

    つどーむTsudōmu

    Eine Sporthalle mit Außengelände im Nordosten der Stadt, mit Schneerutschen, Schlauchbootfahrten und anderen Angeboten für Familien.

Wie die Skulpturen entstehen

Etwa einen Monat vor dem Fest beginnen die Bauarbeiten. Große Mengen sauberen Schnees werden per Lastwagen aus den Bergen und Randgebieten Sapporos herangeschafft, denn der Schnee der Innenstadt ist zu schmutzig. Für die größten Werke errichtet man Holzschalungen, in die der Schnee schichtweise gestampft wird; nach dem Aushärten beginnt das Schnitzen. Teams der Selbstverteidigungskräfte, freiwillige Bürger und professionelle Bildhauer arbeiten mit Schaufeln, Sägen und Meißeln, oft auch nachts.

Schon ein bis zwei Tage nach Festende reißen Bagger die Skulpturen aus Sicherheitsgründen ab, und der Park wird geräumt.

Besuch

Anfang Februar ist es in Sapporo kalt: Auch tagsüber liegen die Temperaturen meist unter null, und die Gehwege sind mit festgetretenem Schnee und Eis bedeckt. Warme Kleidung in Schichten, Handschuhe und rutschfeste Schuhe oder aufziehbare Spikes sind ratsam. Die Skulpturen im Ōdōri-Park sind rund um die Uhr frei zugänglich; viele Besucher kommen zweimal, bei Tag und abends zur Beleuchtung.

Hotels in Sapporo sind in der Festwoche sehr gefragt. Etwa zur gleichen Zeit finden in Hokkaido weitere Winterfeste statt, etwa der Otaru Snow Light Path, bei dem Schneelaternen die Kanalstadt Otaru erleuchten, und das Winterfest von Asahikawa.

Zeitleiste

  1. 1950

    Schüler bauen sechs Schneestatuen im Ōdōri-Park

  2. 1955

    Die Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte bauen erstmals Großskulpturen

  3. 1972

    Olympische Winterspiele in Sapporo

  4. 1974

    Erster Internationaler Schneeskulpturen-Wettbewerb

  5. 2005

    Letztes Fest auf dem Gelände in Makomanai

  6. 2009

    Tsudome wird dritter Festplatz

Häufige Fragen

Wann findet das Schneefest statt?

Jedes Jahr für etwa eine Woche Anfang Februar. Die genauen Tage legt das Veranstaltungskomitee jährlich fest.

Kostet das Fest Eintritt?

Nein. Die Festplätze Ōdōri und Susukino sind öffentliche Parks und Straßen und für alle zugänglich.

Wer baut die großen Skulpturen?

Die größten bauen Einheiten der Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte zusammen mit örtlichen Organisationen, mit Schnee, der von außerhalb der Stadt herangefahren wird.

Wie kalt wird es?

Anfang Februar bleibt es meist auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt, und die Wege sind vereist – warme Kleidung und rutschfeste Schuhe sind empfehlenswert.

Quellen

  1. 1.さっぽろ雪まつり 公式サイト (öffnet in neuem Tab) — さっぽろ雪まつり実行委員会
  2. 2.札幌市公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 札幌市
  3. 3.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

Redaktion · Veröffentlicht: