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Japan

Inseln · Okinawa

Taketomi-jima

竹富島たけとみじまTaketomi-jima

Rote Ziegel, Korallenmauern und weiße Sandwege

Taketomi-jima ist eine kleine, flache Koralleninsel, zehn Fährminuten von Ishigaki entfernt, in der Yaeyama-Gruppe der Präfektur Okinawa. Ihr Dorf aus Häusern mit roten Ziegeln, Mauern aus Korallenkalk und Wegen aus weißem Korallensand zählt zu den besterhaltenen traditionellen Ortsbildern der Ryūkyū.

Fläche: 5,4 km²Nationalpark

Überblick

Taketomi-jima liegt rund sechs Kilometer südwestlich von Ishigaki, jenseits einer Lagune voller Korallenriffe. Die Insel ist rund, flach und klein – etwa neun Kilometer Umfang – mit einem einzigen Dorf in der Mitte, das sich in drei Viertel gliedert.

Das Dorf hat seine traditionelle Gestalt bewahrt: eingeschossige Häuser mit roten Ryūkyū-Dachziegeln, die mit weißem Mörtel befestigt sind, Shīsā-Löwenfiguren auf den Dächern, Mauern aus geschichtetem Korallenkalk (Gushiku) und Wege aus weißem Korallensand, die jeden Morgen gefegt werden. 1987 wurde es als Wichtiges Schutzgebiet für Gruppen traditioneller Bauten ausgewiesen; die Bewohner folgen einer Charta, die Bauen und Landnutzung regelt.

Die Insel gibt der Gemeinde Taketomi ihren Namen, zu der auch Iriomote, Kohama und weitere Inseln gehören; das Gemeindeamt befindet sich allerdings auf Ishigaki.

Landschaft und Entstehung

Taketomi ist ein gehobenes Korallenriff; die höchste Stelle liegt nur rund 20 Meter über dem Meer. Die flache Lagune ringsum gehört zur Sekisei-Lagune, Japans größtem Korallenriff zwischen Ishigaki und Iriomote. Strände an der Westküste wie Kaiji sind für „Sternsand“ bekannt – die sternförmigen Gehäuse von Foraminiferen.

Höhepunkte

  • Dorf Taketomi

    竹富島の集落Taketomi-jima no shūraku

    Traditionelles Ryūkyū-Dorf mit Korallenmauern und rot gedeckten Häusern, zu Fuß, per Rad oder im Wasserbüffelkarren erkundbar.

  • Kondoi-Strand

    コンドイ浜Kondoi-hama

    Weißer Strand an der Westküste mit flachem, türkisem Wasser; bei Ebbe tauchen Sandbänke auf.

  • Kaiji-Strand

    カイジ浜Kaiji-hama

    Bekannt für Sternsand; wegen Strömungen wird vom Baden abgeraten.

  • Nishi Sanbashi

    西桟橋Nishi Sanbashi

    Alter Anleger an der Westküste, eingetragenes Kulturgut und beliebter Ort für den Sonnenuntergang.

Ökologie

Die Riffe um Taketomi gehören zur Sekisei-Lagune mit großer Vielfalt an Korallen und Rifffischen. Hibiskus und Bougainvillea säumen die Dorfwege, und um die Häuser gepflanzte Fukugi-Bäume dienen als Windschutz gegen Taifune.

Flora

  • Fukugi

    フクギfukugi

    Immergrüner Baum, der auf den gesamten Ryūkyū-Inseln als Windschutz um die Häuser gepflanzt wird.

  • Bougainvillea und Hibiskus

    Blühende Sträucher über den Korallensteinmauern, fast das ganze Jahr.

Fauna

  • Sternsand-Foraminiferen

    星砂hoshizuna

    Winzige Einzeller, deren sternförmige Gehäuse sich an den Stränden sammeln.

Kultur

Das Inselleben folgt einem Jahreslauf von Ritualen. Das größte ist Tanadui, ein mehrtägiges Saatfest im Herbst mit rund siebzig Tanz- und Theaterdarbietungen; es ist Wichtiges immaterielles Volkskulturgut. Minsā, ein Baumwollgewebe mit einem Muster aus fünf und vier Quadraten, ist ein traditionelles Handwerk von Taketomi und Yaeyama.

  • Tanadui

    種子取祭Tanadui

    Saatfest mit Gebeten und Aufführungen im Herbst, seit über 600 Jahren das wichtigste Fest der Insel.

  • Minsā-Weberei

    ミンサー織minsā-ori

    Baumwollgürtel und -stoffe mit einem Muster, das ewige Liebe ausdrücken soll.

Geschichte

  1. 14.–15. Jh.

    Der Überlieferung nach reicht das Tanadui-Fest über 600 Jahre zurück.

  2. 1972

    Okinawa kehrt unter japanische Verwaltung zurück; der Iriomote-Nationalpark wird gegründet.

  3. 1986

    Die Bewohner verabschieden die Taketomi-Charta zum Schutz von Dorf und Lebensweise.

  4. 1987

    Das Dorf wird Wichtiges Schutzgebiet für Gruppen traditioneller Bauten.

  5. 2007

    Der Park wird auf Ishigaki erweitert und in Nationalpark Iriomote-Ishigaki umbenannt.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Warm und klar vor der Regenzeit, die im Mai beginnt.

Sommer

Heiße Badesaison; von Juli bis Oktober können Taifune den Fährverkehr unterbrechen.

Herbst

Tanadui-Fest; das Meer bleibt bis in den November warm.

Winter

Mild, oft bewölkt und mit Nordwind; ruhig im Dorf.

Routen und Wege

  • Mit dem Rad um die Insel

    Rund 9 km über die Sandwege der Insel, mit Halt im Dorf und an den Weststränden.

  • Wasserbüffelkarren

    Gemächliche Fahrt durch die Dorfgassen, oft begleitet von Sanshin-Liedern.

Praktische Hinweise

  • Fähren fahren häufig vom Inselterminal in Ishigaki und brauchen etwa 10–15 Minuten.
  • Tagesgäste werden um einen Beitrag zum Inselschutz gebeten; Einzelheiten auf der Website der Gemeinde Taketomi.
  • Die Häuser im Dorf sind bewohnt – Privatsphäre respektieren.
  • Am Kaiji-Strand und an Teilen der Küste gibt es Strömungen; nur baden, wo Einheimische es empfehlen.

Häufige Fragen

Wie kommt man nach Taketomi-jima?

Mit der Fähre vom Hafen Ishigaki in etwa 10–15 Minuten; es gibt viele Abfahrten am Tag.

Reicht ein Tagesausflug?

Ein halber oder ganzer Tag genügt für eine Radtour durch Dorf und Strände; wer übernachtet, erlebt das Dorf nach Abreise der Tagesgäste.

Was ist Sternsand?

Winzige sternförmige Gehäuse von Foraminiferen, etwa am Kaiji-Strand; größere Mengen mitzunehmen ist unerwünscht.

Kann man auf Taketomi-jima baden?

Hauptbadestrand ist Kondoi; anderswo können die Strömungen stark sein.

Quellen

  1. 1.西表石垣国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  2. 2.竹富町 (öffnet in neuem Tab) — 竹富町
  3. 3.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁

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