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Japan

Okinawa · Stadt

Ishigaki

石垣市いしがきしIshigaki-shi

Korallenmeer und Drehscheibe der Yaeyama-Inseln

Ishigaki ist die Stadt auf der gleichnamigen Insel, Zentrum der Yaeyama-Inseln rund 400 Kilometer südwestlich der Okinawa-Hauptinsel – bekannt für die Kabira-Bucht, ihre Korallenriffe und als Fährknoten für Taketomi, Iriomote und die übrigen Außeninseln.

Überblick

Die Insel Ishigaki liegt näher an Taiwan als an der Okinawa-Hauptinsel. Die Stadt an der Südküste ist Verwaltungs-, Handels- und Verkehrszentrum der Yaeyama-Inseln; vom Hafenterminal fahren Fähren nach Taketomi, Iriomote, Kohama, Kuroshima, Hateruma und weiteren Inseln. Große Teile des Nordens und Westens – das Bergland um den Omoto-dake, mit 526 Metern höchster Punkt der Präfektur, und die Kabira-Bucht – gehören zum Nationalpark Iriomote-Ishigaki.

Die Gewässer ringsum bergen einige der artenreichsten Korallenriffe Japans, darunter das Riff von Shiraho an der Ostküste mit großen Kolonien Blauer Koralle und die Sekisei-Lagune zwischen Ishigaki und Iriomote. Vor Kabira sammeln sich im Sommer Mantarochen. Im Inselinneren prägen Zuckerrohrfelder, Ananasplantagen und Rinderweiden die Ebenen; die hier aufgezogenen Kälber liefern die Marke Ishigaki-Rind und gehen an Mastbetriebe in ganz Japan.

Yaeyama besitzt selbst innerhalb Okinawas eine eigene Kultur mit eigener Sprache, eigenen Liedern, Erntefesten und den maskierten Angamā-Tänzen zu Obon. Die Stadt verwaltet zudem die unbewohnten Senkaku-Inseln, die Japan als Teil Ishigakis betrachtet und auf die auch China und Taiwan Anspruch erheben.

Sehenswürdigkeiten

  • Kabira-Bucht

    川平湾Kabira-wan

    Bucht mit türkisfarbenem Wasser und grünen Inselchen, staatlich geschützte Stätte landschaftlicher Schönheit, erkundet mit Glasbodenbooten; Baden ist wegen Strömungen und Bootsverkehr verboten.

  • Omoto-dake

    於茂登岳Omoto-dake

    Mit 526 Metern höchster Berg der Präfektur Okinawa, von subtropischem Wald bedeckt.

  • Miyara Dunchi

    宮良殿内Miyara Dunchi

    Residenz eines Yaeyama-Beamten von 1819 im Stil der Shuri-Samuraihäuser mit Steingarten; wichtiges Kulturgut.

  • Tōrin-ji

    桃林寺Tōrin-ji

    1614 gegründeter Rinzai-Zen-Tempel mit Wächterkönigsfiguren und dem benachbarten Gongen-dō-Schrein.

  • Riff von Shiraho

    白保サンゴ礁Shiraho sangoshō

    Saumriff an der Ostküste mit einem der weltweit größten Bestände Blauer Koralle, in den 1980er-Jahren vor einem Flughafenprojekt bewahrt.

  • Kap Hirakubo

    平久保崎Hirakubo-zaki

    Nordspitze der Insel mit weißem Leuchtturm über Korallenflachwasser.

  • Yaeyama-Museum

    石垣市立八重山博物館Ishigaki Shiritsu Yaeyama Hakubutsukan

    Museum zu Geschichte und Volkskultur Yaeyamas mit Textilien, Booten und Ritualgegenständen.

  • Palmenhain von Yonehara

    米原のヤエヤマヤシ群落Yonehara no Yaeyama-yashi gunraku

    Bestand der endemischen Yaeyama-Palme, nationales Naturdenkmal, nahe dem Strand von Yonehara.

Stadtviertel

  • Stadtzentrum

    Kompakte Stadt um den Hafen mit überdachten Passagen, öffentlichem Markt und dem Fährterminal für die Außeninseln.

  • Kabira

    川平Kabira

    Dorf an der Nordwestküste an der Kabira-Bucht, mit alten Steinmauern und Zuchtbetrieben für schwarze Perlen.

  • Shiraho

    白保Shiraho

    Dorf an der Ostküste mit Korallensteinmauern und rot gedeckten Häusern nahe dem Riff.

  • Hirakubo-Halbinsel

    平久保半島Hirakubo-hantō

    Der lange, dünn besiedelte Inselnorden mit Weiden, Kaps und ruhigen Stränden.

Geschichte

Die Yaeyama-Inseln wurden von lokalen Häuptlingen regiert, bis das Königreich in Shuri seine Herrschaft ausdehnte. 1500 erhob sich der Anführer Oyake Akahachi aus Ishigaki gegen Shuri und unterlag einem von Miyako unterstützten Feldzug. Nach Satsumas Eroberung Ryukyus wurde Miyako und Yaeyama 1637 eine drückende Kopfsteuer auferlegt, die bis 1903 galt. 1771 tötete der Große Meiwa-Tsunami, einer der verheerendsten der japanischen Geschichte, allein in Yaeyama rund 9.000 Menschen.

Im 20. Jahrhundert erschlossen Siedler von der Hauptinsel und aus Taiwan neues Ackerland; nach dem Krieg erhielt Ishigaki 1947 Stadtrecht. Mit der Eröffnung des neuen Flughafens 2013, der größere Maschinen abfertigen kann, stieg der Tourismus stark an.

  1. 1500

    Der Aufstand Oyake Akahachis gegen die Regierung in Shuri wird niedergeschlagen.

  2. 1614

    Gründung des Tōrin-ji, des ältesten buddhistischen Tempels der Yaeyama-Inseln.

  3. 1637

    Einführung der Kopfsteuer auf Yaeyama und Miyako, die bis 1903 besteht.

  4. 1771

    Der Große Meiwa-Tsunami verwüstet die Ost- und Südküste Ishigakis.

  5. 1819

    Bau der Beamtenresidenz Miyara Dunchi.

  6. 1947

    Ishigaki erhält Stadtrecht.

  7. 1964

    Eingemeindung von Ōhama; die ganze Insel bildet nun eine Gemeinde.

  8. 2007

    Der Nationalpark wird um Teile Ishigakis erweitert und in Iriomote-Ishigaki umbenannt.

  9. 2013

    Eröffnung des neuen Flughafens (Painushima Ishigaki Airport).

Kultur

Yaeyama gilt in Okinawa als Land der Lieder: Die zur Sanshin gesungenen Volkslieder bilden ein eigenes, großes Repertoire, und viele Sängerinnen und Sänger von der Insel sind landesweit bekannt. Im Sommer feiern die Dörfer Erntefeste mit Tauziehen, Umzügen und in manchen Orten dem Erscheinen maskierter Gottheiten. Beim Angamā zu Obon besuchen ein maskiertes Greisenpaar, Ushumai und Nmī, mit einer Tanzgruppe die Häuser und beantworten im Falsett die Fragen der Lebenden. Die Yaeyama-Sprache gilt der UNESCO als ernsthaft gefährdet.

Feste

  • Hōnensai

    豊年祭Hōnensai

    Erntefeste der Dörfer im Sommer, zum Dank für die Ernte und als Bitte um ein gutes nächstes Jahr.

  • Angamā

    アンガマangamā

    Obon-Ritual, bei dem maskierte Ahnenfiguren mit Tänzern die Häuser besuchen – humorvoll und feierlich zugleich.

  • Ishigaki-Inselfest

    石垣島まつりIshigaki-jima Matsuri

    Herbstfest der Stadt Anfang November mit Umzügen, Eisā und traditionellen Darbietungen.

  • Ishigaki-Inselmarathon

    石垣島マラソンIshigaki-jima Marason

    Marathon Ende Januar durch Felder und an den Küsten der Insel entlang.

Essen

  • Ishigaki-Rind

    石垣牛Ishigaki-gyū

    Auf der Insel gemästetes Wagyu, gegrillt, als Sushi oder als Hamburger.

  • Yaeyama-Soba

    八重山そばYaeyama soba

    Dünne, runde Weizennudeln mit Streifen von Schweinefleisch und Fischkuchen, mit Inselpfeffer gewürzt.

  • Pipātsu

    ピパーツpipātsu

    Insel-Langpfeffer mit süßlich-scharfem Aroma, für Soba und lokale Gerichte.

  • Tropische Früchte

    Ananas im Frühsommer und Mangos im Hochsommer von den Farmen der Insel.

  • Awamori

    泡盛awamori

    Mehrere Brennereien auf der Insel, dazu der hochprozentige Hanazake der Nachbarinsel Yonaguni.

Unterwegs vor Ort

  • Der neue Flughafen Ishigaki an der Ostküste wird von Naha in etwa einer Stunde sowie direkt von Tokio, Osaka und weiteren Städten angeflogen; Busse erreichen das Zentrum in etwa 30 bis 45 Minuten.
  • Das Fährterminal für die Außeninseln im Hafen Ishigaki ist Drehscheibe für Fähren nach Taketomi (etwa 15 Minuten), Iriomote, Kohama, Kuroshima und Hateruma; der Betrieb hängt vom Seegang ab.
  • Linienbusse verbinden die Stadt mit Kabira, Shiraho und dem Norden, doch die meisten Besucher mieten Auto oder Roller.

Ausflüge

  • Taketomi-jima

    竹富島Taketomi-jima

    Kleine Insel mit Korallensteinmauern, rot gedeckten Häusern und Sandwegen, eine kurze Fährfahrt entfernt.

  • Iriomote

    西表島Iriomote-jima

    Dschungelinsel mit Mangrovenflüssen, Wasserfällen und der Iriomote-Katze, Teil des Welterbes.

  • Hateruma

    波照間島Hateruma-jima

    Südlichste bewohnte Insel Japans, bekannt für klares Wasser und Sternenhimmel.

  • Kohama und Kuroshima

    小浜島Kohama-jima

    Ruhige Bauerninseln mit Zuckerrohr und Rindern, per kurzer Fährfahrt erreichbar.

  • Welterbe Amami-Okinawa

    Iriomote ist einer der vier Bestandteile des 2021 eingetragenen Weltnaturerbes.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wie kommt man nach Ishigaki?

Per Flugzeug: von Naha in etwa einer Stunde oder direkt von Tokio, Osaka und anderen Städten. Passagierfähren von der Okinawa-Hauptinsel gibt es nicht.

Darf man in der Kabira-Bucht baden?

Nein. Wegen starker Strömungen, Bootsverkehr und Perlenzucht ist Baden verboten; die Bucht erlebt man vom Glasbodenboot und von Aussichtspunkten, gebadet wird an Stränden in der Nähe.

Welche Inseln lassen sich als Tagesausflug besuchen?

Taketomi, Iriomote, Kohama, Kuroshima und Hateruma werden vom Fährterminal aus angefahren, je nach Wetterlage.

Wann ist die beste Reisezeit?

Bade- und Tauchsaison ist etwa von April bis Oktober; Mantas sieht man am häufigsten im Sommer und Frühherbst. Die Winter sind mild, aber windig, und von Sommer bis Herbst können Taifune auftreten.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 沖縄県企画部統計課
  2. 2.石垣市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 石垣市
  3. 3.西表石垣国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  4. 4.Okinawa (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

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