Zum Inhalt springen
Japan

UNESCO · Naturerbe · 2021

Amami-Oshima, Tokunoshima, der Norden der Insel Okinawa und Iriomote

奄美大島、徳之島、沖縄島北部及び西表島あまみおおしま、とくのしま、おきなわじまほくぶおよびいりおもてじまAmami-Ōshima, Tokunoshima, Okinawa-jima Hokubu oyobi Iriomote-jima

Inselregenwälder mit Kaninchen, Rallen und Wildkatzen, die es nur hier gibt

Amami-Oshima, Tokunoshima, der Norden der Insel Okinawa und Iriomote bilden ein Naturerbe aus subtropischem Regenwald auf vier Inseln der Ryukyu-Kette in den Präfekturen Kagoshima und Okinawa. Seit 2021 eingetragen, schützt es zahlreiche endemische und bedrohte Arten, die sich in Isolation entwickelten, etwa das Amami-Kaninchen, die Okinawa-Ralle und die Iriomote-Katze.

Eingetragen 2021Kriterien: xKagoshimaOkinawa

Überblick

Die Ryukyu-Inseln bilden einen rund 1.200 km langen Bogen zwischen Kyushu und Taiwan. Über Jahrmillionen, mit schwankendem Meeresspiegel und der Öffnung des Okinawa-Trogs, waren die Inseln wiederholt mit dem eurasischen Festland und untereinander verbunden und wieder getrennt. Tiere und Pflanzen, die sie erreichten, entwickelten sich isoliert weiter, während ihre Verwandten auf dem Festland ausstarben – zurück blieben Arten, die zugleich uralte Relikte und auf einzelne Inseln beschränkt sind.

Das Welterbe schützt die am besten erhaltenen subtropischen immergrünen Wälder auf vier dieser Inseln: Amami-Oshima und Tokunoshima in der Präfektur Kagoshima, den als Yambaru bekannten Norden der Insel Okinawa und Iriomote im äußersten Südwesten der Präfektur Okinawa. Die von Scheinkastanien (Castanopsis) geprägten Wälder bedecken steile, regenreiche Hügel mit klaren Bächen; auf Iriomote reichen sie bis zu ausgedehnten Mangroven an den Flüssen.

Zur Tierwelt gehören das Amami-Kaninchen, ein „lebendes Fossil“ mit kurzen Ohren und Beinen, die flugunfähige, erst 1981 beschriebene Okinawa-Ralle, der Okinawa-Specht und die 1965 entdeckte Iriomote-Katze, die nur auf Iriomote lebt. Viele dieser Arten sind gefährdet. Eingeschleppte Mungos, verwilderte Katzen, Verkehrsunfälle und Bebauung waren die Hauptbedrohungen; Ausrottungsprogramme, Tempolimits und Wildtierunterführungen sollen gegensteuern.

Warum Welterbe

Das Gut wurde allein nach Kriterium (x) eingetragen. Es umfasst die wichtigsten natürlichen Lebensräume für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der zentralen und westlichen Ryukyu-Inseln, darunter viele weltweit bedrohte und einen hohen Anteil endemischer Arten, von denen manche alten Linien ohne nahe lebende Verwandte angehören.

Die Artenvielfalt – von endemischen Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien bis zu Süßwasserfischen und Insekten – spiegelt die lange Isolation der Inseln. Bei der Eintragung forderte das Welterbekomitee Japan auf, die Besucherzahlen auf Iriomote zu steuern, Verkehrsopfer seltener Arten zu verringern, Flüsse zu renaturieren und invasive Arten weiter zu bekämpfen.

Bestandteile

  • Amami-Oshima

    奄美大島Amami-Ōshima

    Die größte Insel der Amami-Gruppe mit Regenwald um den Berg Yuwan und das Waldgebiet Kinsakubaru; Heimat des Amami-Kaninchens und des Prachthähers. Ein langjähriges Programm zur Beseitigung eingeschleppter Mungos wurde 2024 für erfolgreich abgeschlossen erklärt.

  • Tokunoshima

    徳之島Tokunoshima

    Insel südlich von Amami-Oshima mit zwei Waldgebieten im nördlichen und mittleren Bergland, zweiter Lebensraum des Amami-Kaninchens und Heimat der Tokunoshima-Stachelratte.

  • Yambaru (Nord-Okinawa)

    やんばるYanbaru

    Die bewaldeten Hügel der drei nördlichen Dörfer der Insel Okinawa, Lebensraum von Okinawa-Ralle und Okinawa-Specht; ein Teil wurde 2016 aus einem Übungsgebiet des US-Militärs zurückgegeben.

  • Iriomote

    西表島Iriomote-jima

    Gebirgige Insel nahe Taiwan, fast vollständig von Wald und Mangroven an den Flüssen Urauchi und Nakama bedeckt; einziger Lebensraum der Iriomote-Katze.

  • Amami-Kaninchen

    アマミノクロウサギAmami no Kuro-usagi

    Ein urtümliches, dunkel behaartes Kaninchen, das nur auf Amami-Oshima und Tokunoshima vorkommt und als besonderes Naturdenkmal geschützt ist.

  • Iriomote-Katze

    イリオモテヤマネコIriomote Yamaneko

    Eine kleine Wildkatze, die nur auf Iriomote lebt, mit einem Bestand von etwa hundert Tieren; Verkehrsunfälle gehören zu den größten Gefahren für ihr Überleben.

Geschichte

  1. 1965

    Entdeckung der Iriomote-Katze.

  2. 1972

    Ausweisung des Nationalparks Iriomote, später zum Nationalpark Iriomote-Ishigaki erweitert.

  3. 1981

    Die Okinawa-Ralle wird als neue Art beschrieben.

  4. 2016

    Ausweisung des Nationalparks Yambaru; ein Teil des US-Übungsgebiets Northern Training Area wird zurückgegeben.

  5. 2017

    Ausweisung des Nationalparks Amami-Gunto.

  6. 2018

    Japan zieht die erste Nominierung zurück, nachdem das Beratergremium IUCN eine Zurückstellung empfohlen hat.

  7. 2021

    Aufnahme in die Welterbeliste nach überarbeiteter Nominierung.

Besuch

  • Amami-Oshima und Tokunoshima erreicht man per Flugzeug ab Kagoshima und anderen Städten oder per Fähre; Yambaru liegt etwa zwei Autostunden nördlich von Naha; nach Iriomote fahren Fähren ab Ishigaki.
  • Nächtliche Fahrten auf ausgewiesenen Waldstraßen bieten die Chance, Amami-Kaninchen zu sehen; zertifizierte Führer werden empfohlen, einige Straßen unterliegen Zufahrtsbeschränkungen zum Schutz der Tiere.
  • Autofahrer müssen niedrige Tempolimits einhalten und besonders nachts auf querende Rallen, Kaninchen und Wildkatzen achten.
  • Auf Iriomote gelten an einigen beliebten Orten Besucherobergrenzen und Führerpflicht; Auskunft geben das Umweltministerium und die Gemeinde Taketomi.
  • In den Wäldern von Amami, Tokunoshima und Okinawa leben Habu-Giftschlangen; auf den Wegen bleiben und nachts eine Lampe mitführen.

Häufige Fragen

Warum wurde das Gut nur nach Kriterium (x) eingetragen?

Sein herausragender Wert liegt in der Artenvielfalt: Die Wälder sind entscheidender Lebensraum für viele endemische und bedrohte Arten, nicht in Landschaftsbild oder Geologie.

Kann man eine Iriomote-Katze sehen?

Sichtungen sind selten. Die Katze ist nachtaktiv und scheu, es gibt nur etwa hundert Tiere, und Besucher werden gebeten, sie weder zu suchen noch sich ihr zu nähern.

Gehören Okinawas Strände zum Welterbe?

Nein. Eingetragen sind Wälder im Inneren von vier Inseln; Strände, Korallenriffe und die übrigen Ryukyu-Inseln gehören nicht dazu.

Warum wurde die erste Nominierung zurückgezogen?

Die IUCN bemängelte 2018 zu stark zersplitterte Flächen und das Fehlen wichtiger Lebensräume im Norden Okinawas; die überarbeitete Nominierung nahm das zurückgegebene US-Übungsgelände auf und fasste die Grenzen zusammen.

Quellen

  1. 1.Amami-Oshima Island, Tokunoshima Island, Northern part of Okinawa Island, and Iriomote Island (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  2. 2.日本の世界自然遺産 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  3. 3.奄美群島国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省

Redaktion · Veröffentlicht: