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Japan

UNESCO · Naturerbe · 1993

Yakushima

屋久島やくしまYakushima

Uralte Zedern auf einer Insel aus Bergen und Regen

Yakushima ist eine runde, gebirgige Insel rund 60 km südlich von Kyushu in der Präfektur Kagoshima, deren höchster Gipfel, der Miyanoura-dake, 1.936 m erreicht. 1993 als eine der ersten Naturerbestätten Japans eingetragen, ist sie bekannt für ihre uralten Sicheltannen, die Yakusugi, und für eine auf engem Raum gestaffelte Vegetation von der subtropischen Küste bis zu subalpinen Gipfeln.

Eingetragen 1993Kriterien: vii, ixKagoshima

Überblick

Yakushima ist eine vom Meeresboden emporgehobene Granitinsel von rund 25 km Durchmesser, deren zentrale Berge die höchsten Gipfel Kyushus einschließen. Warme, feuchte Luft vom Kuroshio-Strom steigt an ihnen auf und fällt als einer der heftigsten Niederschläge Japans herab – an der Küste mehrere tausend Millimeter im Jahr, in den Bergen weit mehr. Nicht umsonst heißt es, auf Yakushima regne es fünfunddreißig Tage im Monat.

Auf kurzer Strecke wechselt die Vegetation von subtropischen Banyanbäumen und Küstenwald über immergrünen warmgemäßigten Laubwald zu kühlgemäßigtem Nadelwald und auf den Gipfeln zu Zwergbambus und Rhododendron. Diese in Japan einzigartige Höhenstufung liegt an der Nordgrenze vieler subtropischer und an der Südgrenze vieler nördlicher Arten.

Berühmteste Bewohner sind die Yakusugi, über tausend Jahre alte Sicheltannen (japanische Zedern), die auf nährstoffarmem Granit langsam wachsen und viel Harz bilden. Ab dem 17. Jahrhundert wurden viele für Dachschindeln gefällt; Baumstümpfe und nachgewachsener Wald zeugen davon. Das Welterbe umfasst etwa ein Fünftel der Insel, vor allem das zentrale Bergland und einen Waldkorridor bis zur Westküste, innerhalb des Nationalparks Yakushima.

Warum Welterbe

Yakushima wurde nach zwei Naturkriterien eingetragen. Der Wald aus riesigen, uralten Zedern, umgeben von moosbedecktem warmgemäßigtem Wald vor der Kulisse granitener Gipfel, ist ein Ort außergewöhnlicher Naturschönheit (Kriterium vii).

Die Insel ist ein herausragendes Beispiel fortlaufender ökologischer Prozesse: Die Höhenstufen der Vegetation vom subtropischen bis zum subalpinen Bereich auf weniger als 2.000 Höhenmetern veranschaulichen die Pflanzengeografie der Region, und ihre Wälder sind ein Rest des einst in Ostasien verbreiteten warmgemäßigten Waldes (Kriterium ix).

Bestandteile

  • Jomon-sugi

    縄文杉Jōmon-sugi

    Die größte bekannte Yakusugi, 1966 in rund 1.300 m Höhe entdeckt; ihr Alter ist umstritten, Schätzungen reichen von etwa 2.000 bis über 7.000 Jahre. Ein langer Tagesmarsch vom Ausgangspunkt Arakawa.

  • Wilsons Baumstumpf

    ウィルソン株Uiruson-kabu

    Der hohle Stumpf einer im späten 16. Jahrhundert gefällten Riesenzeder, benannt nach dem Botaniker Ernest Wilson, der ihn 1914 untersuchte; von innen bildet die Öffnung ein Herz.

  • Miyanoura-dake

    宮之浦岳Miyanoura-dake

    Mit 1.936 m der höchste Berg Kyushus, gekrönt von Granitfelsen und offenen Zwergbambushängen; oft zusammen mit Nagata-dake und Kuromi-dake bestiegen.

  • Shiratani Unsuikyo

    白谷雲水峡Shiratani Unsuikyō

    Eine Schlucht mit moosbedecktem Wald, Bächen und alten Zedern im Nordosten der Insel, angrenzend an das Welterbe im Nationalpark; der am leichtesten erreichbare Ort, um Yakusugi-Wald zu erleben.

  • Westlicher Waldkorridor

    西部林道Seibu Rindō

    Der einzige Teil des Welterbes, der die Küste erreicht: Eine schmale Straße führt durch durchgehenden Wald vom Ufer bis ins Gebirge, Lebensraum von Yakushima-Makaken und Sikahirschen.

Geschichte

  1. 17. Jh.

    Das Satsuma-Lehen beginnt mit dem großflächigen Einschlag von Yakusugi; Schindeln dienen als Steuerabgabe.

  2. 1914

    Ernest Wilson untersucht den großen Baumstumpf, der heute seinen Namen trägt.

  3. 1924

    Der Urwald der Insel wird zum Naturdenkmal erklärt.

  4. 1964

    Yakushima wird Teil des Nationalparks Kirishima-Yaku.

  5. 1966

    Entdeckung der Jomon-sugi.

  6. 1993

    Aufnahme in die Welterbeliste zusammen mit Shirakami-Sanchi als erste Naturerbestätten Japans.

  7. 2012

    Gründung des eigenständigen Nationalparks Yakushima.

Besuch

  • Yakushima erreicht man mit Tragflächenboot oder Fähre ab Kagoshima oder per Flugzeug ab Kagoshima und anderen Städten; Busse und Mietwagen umrunden die Insel auf der Küstenstraße.
  • Die Wanderung zur Jomon-sugi dauert fast einen ganzen Tag; in der Hauptsaison ist der Ausgangspunkt Arakawa nur per Shuttlebus erreichbar. Die jeweiligen Regelungen veröffentlicht die Gemeinde Yakushima.
  • Starker Regen ist jederzeit möglich, Flüsse schwellen schnell an; wasserfeste Ausrüstung ist unerlässlich, die Berghütten sind unbewirtschaftet.
  • Die Bergwege stehen unter Schutz: Wege und Stege nicht verlassen, Abfälle wieder mitnehmen und ausgewiesene Toiletten oder mobile Toilettensets nutzen.

Häufige Fragen

Wie alt ist die Jomon-sugi?

Die Schätzungen gehen weit auseinander, von etwa 2.000 bis über 7.000 Jahre. Da der Stamm innen hohl ist, lassen sich die Jahresringe nicht zählen.

Was ist eine Yakusugi?

Eine über tausend Jahre alte Sicheltanne (japanische Zeder) auf Yakushima; jüngere heißen Kosugi. Durch das langsame Wachstum auf Granit ist ihr Holz dicht und harzreich.

Diente Yakushima als Vorbild für „Prinzessin Mononoke“?

Die Mooswälder von Shiratani Unsuikyo gelten häufig als Inspiration für den Wald in Studio Ghiblis Film „Prinzessin Mononoke“.

Wann ist die beste Reisezeit für Yakushima?

Frühling und Herbst bieten das mildeste Wetter. In der Regenzeit im Frühsommer regnet es am stärksten, im Spätsommer können Taifune den Verkehr stören, und im Winter liegt auf den Gipfeln oft Schnee.

Quellen

  1. 1.Yakushima (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  2. 2.日本の世界自然遺産 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  3. 3.屋久島国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省

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