Kagoshima · Kleinstadt
Yakushima
屋久島町やくしまちょうYakushima-chōInsel des Regens, des Mooses und der tausendjährigen Zedern
Yakushima ist eine Gemeinde der Präfektur Kagoshima, die die gleichnamige Insel und das benachbarte Kuchinoerabu-jima umfasst – eine gebirgige, regenreiche Insel mit uralten japanischen Zedern, die 1993 zu den ersten Weltnaturerbestätten Japans gehörte.
Überblick
Yakushima liegt rund 60 Kilometer südlich der Spitze der Ōsumi-Halbinsel: eine fast kreisrunde Granitinsel von etwa 500 Quadratkilometern, die steil aus dem Meer bis auf 1.936 Meter ansteigt – der Miyanoura-dake ist der höchste Gipfel Kyushus. Feuchtwarme Luft vom Kuroshio-Strom trifft auf diese Berge und bringt außergewöhnliche Niederschläge; ein der Schriftstellerin Hayashi Fumiko zugeschriebenes Wort besagt, hier regne es an 35 Tagen im Monat.
Die Vegetation wandelt sich mit der Höhe vom subtropischen Küstenwald über kühl-gemäßigten Wald bis zu Zwergbambus auf den Gipfeln – eine Abfolge, die man mit der gesamten Nord-Süd-Ausdehnung Japans verglichen hat. Oberhalb von etwa 600 Metern wachsen die Yakusugi, japanische Zedern von über tausend Jahren, die auf dem kargen Granit langsam zu dichten, harzreichen Riesen heranwachsen. Die berühmteste, der Jōmon Sugi, ist Ziel einer langen Tageswanderung. Das Inselinnere bildet den Nationalpark Yakushima und die Welterbestätte.
Die Gemeinde entstand 2007 aus dem Zusammenschluss von Kamiyaku und Yakushima. Die Orte – Miyanoura, Anbō, Onoaida, Kurio, Nagata, Issō – reihen sich entlang der Küstenstraße rund um die Insel; Fischerei, Zitrusanbau und Tourismus tragen die Wirtschaft.
Sehenswürdigkeiten
Jōmon Sugi
縄文杉Jōmon SugiGrößte bekannte Zeder der Insel mit über 16 Metern Stammumfang, erreichbar über eine lange Hin-und-Rück-Wanderung auf einer alten Waldbahntrasse und Bergpfaden.
Shiratani Unsuikyō
白谷雲水峡Shiratani UnsuikyōSchlucht mit bemoosten Felsen, Bächen und alten Zedern oberhalb von Miyanoura; Wege von einer Stunde bis zu einem ganzen Tag.
Yakusugi Land
ヤクスギランドYakusugi RandoWalderholungsgebiet oberhalb von Anbō mit Rundwegen unterschiedlicher Länge an uralten Zedern vorbei.
- 宮之浦岳Miyanoura-dake
Mit 1.936 Metern höchster Gipfel Kyushus, zwischen Granitfelsen und Bambusgraswiesen.
Ōko-Wasserfall
大川の滝Ōko-no-taki88 Meter hoher Wasserfall an der Westküste, der fast direkt neben der Küstenstraße herabstürzt.
Senpiro-Wasserfall
千尋の滝Senpiro-no-takiWasserfall neben einer gewaltigen Granitplatte oberhalb der Südostküste.
Nagata Inakahama
永田いなか浜Nagata InakahamaStrand an der Nordwestküste, einer der wichtigsten Eiablageplätze der Unechten Karettschildkröte im Nordpazifik; Beobachtungen nur nach örtlichen Regeln.
Yakusugi-Museum
屋久杉自然館Yakusugi ShizenkanMuseum bei Anbō über die Zedern, die Forstgeschichte und die Ökologie der Insel.
Stadtviertel
Miyanoura
宮之浦MiyanouraHaupthafen und größter Ort an der Nordostküste, Ausgangspunkt für Shiratani Unsuikyō.
Anbō
安房AnbōHafen an der Ostküste, Basis für den Arakawa-Zugang zum Jōmon Sugi und für Yakusugi Land.
Onoaida
尾之間OnoaidaDorf im Süden mit öffentlichem Thermalbad und milderem, subtropischem Klima.
Nagata
永田NagataDorf im Nordwesten mit den Schildkrötenstränden und langer Sandküste.
Kuchinoerabu-jima
口永良部島Kuchinoerabu-jimaVulkaninsel westlich von Yakushima, Teil der Gemeinde und des Nationalparks, per Gemeindefähre erreichbar.
Geschichte
Yakushima erscheint seit dem 7. Jahrhundert in japanischen Chroniken. In der Edo-Zeit entrichtete die Insel unter Satsuma ihre Abgaben in Zedernschindeln, und der großflächige Einschlag der Yakusugi begann; die Überlieferung schreibt dem Gelehrtenmönch Tomari Jochiku zu, ihn zur Linderung der Armut angeregt zu haben. Stümpfe aus jener Zeit stehen noch heute im Wald. 1708 landete der italienische Missionar Giovanni Battista Sidotti heimlich auf der Insel; er wurde verhaftet und nach Edo gebracht, wo seine Befragung durch Arai Hakuseki dessen Schriften über den Westen prägte.
Die moderne Forstwirtschaft dauerte bis ins 20. Jahrhundert, doch wachsende Sorge um die Urwälder führte zum Schutz als Naturdenkmal und später als Nationalpark. 1966 wurde der Jōmon Sugi bekannt gemacht und die Insel berühmt; 1993 folgte die Eintragung als Welterbe. Das zur Gemeinde gehörende Kuchinoerabu-jima ist ein aktiver Vulkan, dessen Ausbruch 2015 die Evakuierung aller Bewohner für mehrere Monate erzwang.
Edo-Zeit
Unter Satsuma wird der Zedernschlag ausgeweitet; Abgaben werden in Yakusugi-Schindeln entrichtet.
1708
Der Missionar Giovanni Battista Sidotti landet auf Yakushima und wird verhaftet.
1914
Der Botaniker Ernest Wilson erforscht den Wald; ein riesiger hohler Baumstumpf trägt später seinen Namen.
1964
Yakushima wird Teil des Nationalparks Kirishima-Yaku.
1966
Der Riesenbaum Jōmon Sugi wird bekannt gemacht.
1993
Eintragung als UNESCO-Weltnaturerbe.
2005
Der Schildkrötenstrand Nagata-hama wird Ramsar-Feuchtgebiet.
2007
Kamiyaku und Yakushima schließen sich zur Gemeinde Yakushima zusammen.
2012
Der Nationalpark Yakushima wird eigenständig.
2015
Ein Ausbruch auf Kuchinoerabu-jima führt zur Evakuierung aller Bewohner.
Kultur
Im Zentrum der Inselkultur steht die Bergverehrung. Beim Take-mairi (Bergpilgerfahrt) steigen Dorfbewohner im Frühjahr und Herbst zu den heiligen Gipfeln, beten an kleinen Schreinen und bringen Zweige von Rhododendron oder Bambusgras mit zurück; mehrere Orte haben den Brauch wiederbelebt. Jedes Dorf ist einem bestimmten Gipfel zugeordnet. Holz von umgestürzten oder längst abgestorbenen Yakusugi – lebende Bäume dürfen nicht gefällt werden – wird in Werkstätten auf der ganzen Insel zu Schalen, Tabletts und Schmuckstücken verarbeitet. Die endemischen Unterarten Yakushima-Makak und Yakushima-Sikahirsch sieht man häufig an der westlichen Waldstraße.
Feste
Take-mairi
岳参りTake-mairiBergpilgerfahrten von Dorfabordnungen zu den Gipfeln, traditionell im Frühjahr und im Herbst.
Sommerfest von Yakushima
Sommerfeste in den Hauptorten der Insel mit Tänzen und Feuerwerk.
Essen
Kubiore Saba
首折れサバkubiore sabaMakrele, der gleich nach dem Fang das Genick gebrochen wird, damit sie frisch genug für Sashimi bleibt.
Fliegender Fisch
トビウオtobiuoYakushima ist ein bedeutender Hafen für Fliegende Fische – ganz frittiert, als Sashimi oder als Fischkuchen.
Tankan
たんかんtankanSüße Winterzitrusfrucht, eine Tangor-Kreuzung, von den unteren Hängen der Insel.
Mitake-Shōchū
三岳MitakeSüßkartoffel-Shōchū, auf der Insel mit weichem Bergwasser gebrannt und nach den drei heiligen Gipfeln benannt.
Yakushima-Tee
屋久島茶Yakushima-chaDank des warmen Klimas früh geernteter Grüntee, großenteils biologisch angebaut.
Unterwegs vor Ort
- Tragflügelboote von Kagoshima erreichen Miyanoura oder Anbō in etwa zwei bis drei Stunden, die Autofähre braucht rund vier Stunden; auch nach Tanegashima bestehen Verbindungen.
- Der Flughafen Yakushima an der Nordostküste wird von Kagoshima (Flugzeit deutlich unter einer Stunde) sowie von Fukuoka und Osaka angeflogen.
- Eine einzige Küstenstraße umrundet die Insel; Linienbusse bedienen den größten Teil, Mietwagen sind verbreitet. Zufahrten zu Wanderausgangspunkten wie Arakawa sind saisonal für Privatautos gesperrt und werden dann per Shuttlebus bedient – Details auf den offiziellen Seiten der Gemeinde.
- Für den Zugang zu den Berggebieten, auch zum Jōmon Sugi und zu den Gipfelrouten, wird ein Naturschutzbeitrag erhoben; für längere Touren ist ein Bergmeldeformular üblich, Führer sind vielerorts buchbar.
Ausflüge
- 屋久島国立公園Yakushima Kokuritsu Kōen
Die geschützten Berge und Wälder des Inselinneren, mit mehrtägigen Routen über den Gipfelgrat.
- 屋久島Yakushima
Die UNESCO-Stätte umfasst rund ein Fünftel der Insel.
Kuchinoerabu-jima
口永良部島Kuchinoerabu-jimaRuhige Vulkaninsel mit Thermalquellen, per Gemeindefähre erreichbar; der Zugang hängt von der vulkanischen Aktivität ab.
Tanegashima
種子島TanegashimaNachbarinsel mit dem Raumfahrtzentrum Tanegashima und der Geschichte der ersten Feuerwaffen Japans, per Fähre verbunden.
Weitere Städte der Präfektur
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Wanderung zum Jōmon Sugi?
In der Regel etwa zehn Stunden hin und zurück ab dem Ausgangspunkt Arakawa, großenteils auf einer alten Waldbahntrasse; man startet meist vor Sonnenaufgang.
Regnet es auf Yakushima wirklich so viel?
Ja. Schon die Küste ist sehr nass, die Berge noch weit mehr – sie gehören zu den niederschlagsreichsten Orten Japans. Regenkleidung ist zu jeder Jahreszeit nötig.
Ist Yakushima der Wald aus „Prinzessin Mononoke“?
Shiratani Unsuikyō gilt häufig als Inspiration für die Waldszenen des Films, und die Insel wird allgemein damit verbunden.
Wie viele Tage sollte man einplanen?
Mindestens zwei Übernachtungen für eine lange Wanderung und eine Inselrundfahrt; drei oder mehr lassen Spielraum für schlechtes Wetter.
Gibt es auf Yakushima Bären?
Nein. Häufig sind dagegen die endemischen Unterarten von Makak und Sikahirsch; füttern ist verboten.
Weiterlesen
Quellen
- 1.令和2年国勢調査 人口等基本集計 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局
- 2.屋久島町ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 屋久島町
- 3.Yakushima (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
- 4.屋久島国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
- 5.Kagoshima (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization