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Japan

Nationalparks · Kagoshima

Nationalpark Yakushima

屋久島国立公園やくしまこくりつこうえんYakushima Kokuritsu Kōen

Tausendjährige Zedern, Berge im Ozean und Regen ohne Ende

Der Nationalpark Yakushima schützt das gebirgige Innere und Küstenabschnitte von Yakushima, einer Insel uralter Zedern und extremer Niederschläge südlich von Kyushu, sowie die Vulkaninsel Kuchinoerabu-jima. Seit 1964 Teil des Nationalparks Kirishima-Yaku, ist sie seit 2012 ein eigener Nationalpark.

Höhe: 1.936 mFläche: 245,66 km²Nationalpark · 2012UNESCO-Welterbe · 1993Ramsar-Feuchtgebiet · 2005

Überblick

Yakushima ist eine fast kreisrunde Granitinsel rund 60 km südlich der Spitze der Ōsumi-Halbinsel, in deren Mitte sich Dutzende Gipfel über 1.000 m drängen. Der Miyanoura-dake (1.936 m) ist der höchste Berg Kyushus samt seiner Inseln, und die Insel wird oft „Alpen im Meer“ genannt. Feuchte Luft vom Kuroshio steigt an diesen Bergen auf und beschert Yakushima einige der höchsten Niederschläge Japans.

Die Wälder aus Yakusugi – Japanischen Zedern, die weit über tausend Jahre alt werden – und die lückenlose Abfolge der Vegetationsstufen von der subtropischen Küste bis zum subalpinen Gipfel führten 1993 zur Aufnahme in die Welterbeliste; zusammen mit Shirakami-Sanchi war Yakushima Japans erstes Weltnaturerbe. Der Nationalpark umfasst den gebirgigen Kern und Teile der Küste, darunter die Strände von Nagata, an denen Unechte Karettschildkröten nisten, und reicht bis zur aktiven Vulkaninsel Kuchinoerabu-jima im Westen.

1964 wurde Yakushima dem Nationalpark Kirishima angegliedert, der fortan Kirishima-Yaku hieß. Am 16. März 2012 wurde die Insel herausgelöst und als Nationalpark Yakushima ausgewiesen, zusammen mit dem neu einbezogenen Kuchinoerabu-jima.

Landschaft und Entstehung

Yakushima ist die Spitze eines Granitkörpers, der vor etwa 15 Millionen Jahren in ältere Sedimentgesteine eindrang und seither rasch gehoben wurde. Der Granit bildet auf den Gipfeln gerundete Kuppen, nackte Platten und riesige Blöcke; die umgebenden Sedimente bilden einen niedrigeren Saum an der Küste. Von den zentralen Gipfeln stürzen kurze, kraftvolle Flüsse mit zahlreichen Wasserfällen zum Meer.

Der Regen ist der zweite Bildhauer der Insel. An der Küste fallen jährlich rund 4.000 mm, in den Bergen weit mehr; die Schriftstellerin Hayashi Fumiko schrieb, auf Yakushima regne es „fünfunddreißig Tage im Monat“. Kuchinoerabu-jima ist dagegen eine junge Vulkaninsel, deren Krater Shindake 2015 explosiv ausbrach und die gesamte Bevölkerung für Monate zur Evakuierung zwang.

Höhepunkte

  • Miyanoura-dake

    宮之浦岳Miyanoura-dake

    Höchster Gipfel Kyushus (1.936 m), ein Granitgipfel über Bambusgras-Matten.

  • Jōmon-sugi

    縄文杉Jōmon-sugi

    Die größte bekannte Zeder der Insel mit rund 16 m Stammumfang; die Schätzungen ihres Alters reichen von etwa 2.000 bis über 7.000 Jahre.

  • Shiratani Unsuikyō

    白谷雲水峡Shiratani Unsuikyō

    Schlucht mit moosüberzogenen Felsblöcken und Zedern, oft mit dem Wald aus dem Film „Prinzessin Mononoke“ in Verbindung gebracht.

  • Yakusugi Land

    ヤクスギランドYakusugi Rando

    Erholungswald mit unterschiedlich langen Wegen zwischen alten Zedern.

  • Ōko-no-taki

    大川の滝Ōko no Taki

    88 m hoher Wasserfall an der Westküste, der fast unmittelbar zum Meer hin stürzt.

  • Nagata Inakahama

    永田いなか浜Nagata Inakahama

    Einer der größten Nistplätze der Unechten Karettschildkröte im Nordpazifik; Teil eines Ramsar-Gebiets.

  • Kuchinoerabu-jima

    口永良部島Kuchinoerabu-jima

    Aktive Vulkaninsel westlich von Yakushima mit heißen Quellen und dem Krater Shindake.

Natur

Ökologie

Kaum irgendwo liegen die Vegetationsstufen so dicht beieinander. Von Banyanbäumen und subtropischem Wald an der Küste steigen die Hänge durch warmgemäßigten Laubwald in die Zedernstufe und weiter in eine Zone aus Yakushima-Rhododendron und Bambusgras auf den Gipfeln – eine Abfolge, die sich sonst über die ganze Länge Japans verteilt. Rund 1.900 Pflanzenarten und -varietäten wachsen auf der Insel, viele davon endemisch, und der feuchte Wald ist mit Hunderten Moosarten überzogen. Hirsche und Makaken der Insel sind eigene, kleinere Unterarten.

Flora

  • Yakusugi

    屋久杉yakusugi

    Über tausendjährige Japanische Zedern Yakushimas, die auf dem nährstoffarmen Granit langsam wachsen und viel Harz bilden.

  • Yakushima-Rhododendron

    ヤクシマシャクナゲYakushima shakunage

    Endemischer Rhododendron, der Ende Mai und im Juni auf den Hochgraten rosa und weiß blüht.

  • Yakushima-Bambusgras

    ヤクザサyakuzasa

    Zwergbambus, der die Gipfelwiesen um den Miyanoura-dake bedeckt.

  • Banyan

    ガジュマルgajumaru

    Subtropische Feige mit Luftwurzeln an der warmen Küste der Insel.

Fauna

  • Yakushima-Sikahirsch

    ヤクシカyakushika

    Kleine Unterart des Sikahirschs, von der Küste bis zu den Gipfeln häufig.

  • Yakushima-Makak

    ヤクザルyakuzaru

    Unterart des Japanmakaken mit dunklerem, kürzerem Fell, oft an der Küstenstraße im Westen zu sehen.

  • Unechte Karettschildkröte

    アカウミガメakaumigame

    Kommt von Mai bis Juli zur Eiablage an die Strände von Nagata.

  • Erabu-Flughund

    エラブオオコウモリErabu ōkōmori

    Flughund von Kuchinoerabu-jima und den nördlichen Tokara-Inseln, als Naturdenkmal geschützt.

Kultur

Die Inselbewohner betrachteten die hohen Berge seit jeher als Wohnsitz der Götter und mieden es, die großen Zedern zu fällen. Der Brauch des take-mairi, bei dem Abgesandte jedes Dorfes zu den Gipfeln steigen, um zu beten und Opfergaben zurückzubringen, lebt bis heute fort. In der Edo-Zeit machte das Fürstentum Satsuma die Zedern zur Ressource: Yakusugi wurde zu Dachschindeln gespalten und als Abgabe entrichtet; die Stümpfe der vor Jahrhunderten gefällten Bäume stehen noch im Wald, überwachsen von neuen Zedern.

Der großflächige Holzeinschlag dauerte bis ins 20. Jahrhundert an und wurde über Waldbahnen abgewickelt; die einstige Holzfällersiedlung Kosugidani und die Waldbahn von Anbō, heute Beginn des Wegs zum Jōmon-sugi, zeugen davon. Die wachsende Bewegung zum Schutz des verbliebenen Urwalds mündete schließlich in die Welterbe-Eintragung.

  • Wilson-Stumpf

    ウィルソン株Wiruson-kabu

    Hohler Stumpf einer vor Jahrhunderten gefällten Riesenzeder, benannt nach dem Botaniker Ernest Wilson, der ihn 1914 vermaß und im Westen bekannt machte.

  • Take-mairi

    岳参りtake-mairi

    Bergwallfahrt, bei der Dorfbewohner zu den Gipfeln steigen, um die Berggottheiten zu verehren.

  • Waldbahn von Anbō

    安房森林軌道Anbō Shinrin Kidō

    Holzabfuhrbahn, deren Gleise den langen Zustieg zum Jōmon-sugi bilden.

  • Umweltkulturdorf-Zentrum

    屋久島環境文化村センターYakushima Kankyō Bunkamura Sentā

    Ausstellungszentrum in Miyanoura über Natur und Lebensweise der Insel.

Geschichte

  1. vor ca. 15 Mio. Jahren

    Granitmagma dringt unter der künftigen Insel ein; spätere Hebung formt daraus Berge.

  2. 1603–1868

    Das Fürstentum Satsuma lässt Yakusugi für Dachschindeln fällen, die als Abgabe dienen.

  3. 1914

    Ernest Wilson vermisst den später nach ihm benannten Riesenstumpf.

  4. 1964

    Yakushima wird Teil des Nationalparks Kirishima-Yaku.

  5. 1966

    Der Jōmon-sugi wird nach Berichten über seine Entdeckung weithin bekannt.

  6. 1993

    Yakushima wird mit Shirakami-Sanchi eines der ersten Weltnaturerbe Japans.

  7. 2005

    Nagata Inakahama wird Ramsar-Gebiet.

  8. 2012

    Ausweisung des Nationalparks Yakushima am 16. März, einschließlich Kuchinoerabu-jima.

  9. 2015

    Ein explosiver Ausbruch des Shindake erzwingt die Evakuierung von Kuchinoerabu-jima.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

An der Küste mild, auf den Gipfeln bis in den März Schnee; die Regenphasen beginnen, die Wasserfälle führen viel Wasser.

Sommer

Ab Ende Mai blüht der Yakushima-Rhododendron auf den Graten, danach folgt die Regenzeit; Juli und August sind heiß, auf dem Weg zum Jōmon-sugi herrscht Hochbetrieb. In Nagata nisten die Schildkröten.

Herbst

Im Spätsommer und Frühherbst ziehen Taifune durch; danach sorgt beständigeres Wetter für eine gute Gipfelsaison.

Winter

Die Küste bleibt mild, doch die Hochlagen erhalten Schnee und Eis; Gipfeltouren erfordern Winterausrüstung und Erfahrung.

Routen und Wege

  • Weg zum Jōmon-sugi

    Vom Ausgangspunkt Arakawa entlang der Waldbahn und durch Zedernwald hinauf zum Jōmon-sugi, hin und zurück rund zehn Stunden.

  • Miyanoura-dake ab Yodogawa

    Kürzester Weg auf den Inselgipfel, eine lange Tagestour über Hochmoore und Granitgrate.

  • Inselüberschreitung

    Zweitägige Durchquerung von Yodogawa über den Miyanoura-dake zum Jōmon-sugi und weiter nach Shiratani oder Arakawa, mit Übernachtung in unbewirtschafteten Hütten.

  • Wege in Shiratani Unsuikyō

    Mehrere unterschiedlich lange Runden durch den Mooswald, die längste bis zum Aussichtsfelsen Taiko-iwa.

Praktische Hinweise

  • Schnellboote und Fähren fahren von Kagoshima nach Miyanoura und Anbō; der Flughafen Yakushima ist mit Kagoshima und weiteren Städten verbunden.
  • Auf der Straße zum Ausgangspunkt Arakawa ist der Privatverkehr in der Hauptsaison beschränkt, es verkehren Shuttlebusse; aktuelle Regeln nennen die Gemeinde Yakushima und das Umweltministerium.
  • Von Wanderern im Bergbereich wird ein Naturschutzbeitrag erbeten; die Hütten sind unbewirtschaftet und Toiletten selten, daher Mobiltoiletten-Sets mitführen.
  • Das Wetter ist extrem wechselhaft; Starkregen kann Bäche binnen Stunden anschwellen lassen und Wege unpassierbar machen.

Häufige Fragen

Seit wann ist Yakushima ein eigener Nationalpark?

Seit dem 16. März 2012. Zuvor gehörte die Insel ab 1964 zum Nationalpark Kirishima-Yaku; mit der Neugründung kam auch Kuchinoerabu-jima hinzu.

Wie alt ist der Jōmon-sugi?

Die Schätzungen gehen weit auseinander, von rund 2.000 bis über 7.000 Jahre, da der Stamm innen hohl ist und sich nicht direkt datieren lässt.

Wie lange dauert die Wanderung zum Jōmon-sugi?

Hin und zurück ab Arakawa etwa zehn Stunden; die meisten brechen vor Sonnenaufgang auf.

Regnet es auf Yakushima wirklich so viel?

Ja. An der Küste fallen rund 4.000 mm im Jahr, in den Bergen deutlich mehr – das gehört zu den höchsten Werten in Japan.

Wie kommt man von Kagoshima nach Yakushima?

Mit dem Schnellboot in wenigen Stunden, mit der Autofähre etwas länger oder per Flugzeug in gut einer halben Stunde.

Quellen

  1. 1.環境省_屋久島国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
  2. 2.環境省_国立公園_国立公園一覧 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
  3. 3.Yakushima (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  4. 4.National Parks of Japan (öffnet in neuem Tab) — Ministry of the Environment, Government of Japan

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