Zum Inhalt springen
Japan

Kagoshima · Stadt

Ibusuki

指宿市いぶすきしIbusuki-shi

Eingegraben in warmen Sand am Südende Kyushus

Ibusuki ist eine Thermalstadt an der Südspitze der Satsuma-Halbinsel in der Präfektur Kagoshima, berühmt für die Sandbäder (Sunamushi) am Strand und gelegen zwischen dem Ikeda-See und dem Vulkankegel des Kaimon-dake.

Überblick

Ibusuki liegt in der Südostecke der Satsuma-Halbinsel, wo sich die Kinkō-Bucht zum Pazifik öffnet. Die ganze Gegend ruht auf dem vulkanischen Ibusuki-Feld; heißes Wasser steigt so dicht unter die Oberfläche, dass es am Strand von Surigahama den Sand selbst erwärmt. Seit Jahrhunderten lassen sich Menschen hier bis zum Hals eingraben – das Sandbad Sunamushi ist zum Wahrzeichen Ibusukis geworden.

Auf engem Raum versammelt die Stadt eine vulkanische Landschaft: den Calderasee Ikeda-ko, größter See Kyushus; den kleinen Maarsee Unagi-ike, dessen Dampf zum Kochen genutzt wird; den fast vollkommenen Kegel des Kaimon-dake sowie die Kaps und den Fischerhafen Yamakawa, einen natürlichen Hafen in einem gefluteten Krater. Vieles davon gehört zum Nationalpark Kirishima-Kinkōwan.

In den 1960er- und 1970er-Jahren war Ibusuki eines der beliebtesten Hochzeitsreiseziele Japans, vermarktet als südliches Paradies. Heute ist es ein gelassener Kurort mit großen Strandhotels, subtropischen Pflanzen und einem landwirtschaftlichen Hinterland mit Okra, Süßkartoffeln und Blumen.

Sehenswürdigkeiten

  • Sandbäder von Surigahama

    摺ヶ浜の砂むしSurigahama no sunamushi

    Strand, an dem Badende im Yukata mit geothermisch erwärmtem Sand zugeschaufelt werden – das bekannteste Erlebnis des Ortes.

  • Ikeda-See

    池田湖Ikeda-ko

    Calderasee und größter See Kyushus, rund und tief, mit dem Kaimon-dake im Hintergrund und großen einheimischen Aalen.

  • Kaimon-dake

    開聞岳Kaimon-dake

    924 Meter hoher Vulkankegel an der Küste, der „Satsuma-Fuji“, auf einem spiralförmig um den Berg laufenden Pfad bestiegen.

  • Chiringashima

    知林ヶ島Chiringashima

    Unbewohnte Insel in der Kinkō-Bucht, die an geeigneten Tagen bei Niedrigwasser über eine Sandbank zu Fuß erreichbar ist.

  • Kap Nagasakibana

    長崎鼻Nagasakibana

    Felsiges Kap mit Leuchtturm und Blick über das Wasser zum Kaimon-dake, der Sage nach mit Urashima Tarō verbunden.

  • Bahnhof Nishi-Ōyama

    西大山駅Nishi-Ōyama-eki

    Südlichster Bahnhof der JR in Japan – ein kleiner Bahnsteig zwischen Feldern vor der Kulisse des Kaimon-dake.

  • Archäologisches Museum Ibusuki (Jiyūkan COCCO Hashimure)

    時遊館COCCOはしむれJiyūkan Kokko Hashimure

    Museum an der Fundstätte Hashimuregawa mit den Keramikfunden und Ascheschichten, die die Abfolge von Jōmon und Yayoi klärten.

Stadtviertel

  • Yunohama und Surigahama

    湯の浜Yunohama

    Das Kurviertel an der Uferfront mit den Sandbädern und den meisten großen Hotels.

  • Yamakawa

    山川Yamakawa

    Fischerhafen in einem gefluteten Krater, bekannt für Katsuobushi (getrockneten Bonito) und die Fähre über die Bucht nach Nejime.

  • Kaimon

    開聞Kaimon

    Ländlicher Ortsteil am Fuß des Kaimon-dake mit dem Hirasaki-Schrein, dem Ichinomiya der Provinz Satsuma.

  • Unagi

    鰻Unagi

    Kleines Thermaldorf am Maarsee Unagi-ike, wo in Dampföfen namens Sume mit Vulkandampf gekocht wird.

Geschichte

Die Gegend ist seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, und wiederholte Ausbrüche des Kaimon-dake hinterließen datierbare Ascheschichten. An der Fundstätte Hashimuregawa fanden Archäologen 1918 Jōmon-Keramik unter Yayoi-Keramik, getrennt durch Vulkanasche – der erste stratigrafische Beweis, dass die Jōmon- der Yayoi-Kultur vorausging. Ein großer Ausbruch des Kaimon-dake im Jahr 874 begrub Felder und Siedlungen.

Unter den Shimazu war der Hafen Yamakawa ein wichtiger Stützpunkt für den Schiffsverkehr mit dem Königreich Ryukyu. 1954 erhielt Ibusuki Stadtrecht und wuchs nach dem Krieg zum Ferienort. 2006 schloss es sich mit Yamakawa und Kaimon zusammen; damit kamen der Kaimon-dake und die südlichen Kaps zur Stadt.

  1. 874

    Ein schwerer Ausbruch des Kaimon-dake begräbt Felder und Siedlungen im Süden der Halbinsel.

  2. Edo-Zeit

    Yamakawa dient Satsuma als Hafen für den Schiffsverkehr mit dem Königreich Ryukyu.

  3. 1918

    Grabungen in Hashimuregawa belegen, dass Jōmon-Keramik älter ist als Yayoi-Keramik.

  4. 1954

    Ibusuki erhält Stadtrecht.

  5. 1960er–1970er

    Ibusuki wird zu einem der führenden Hochzeitsreiseziele Japans.

  6. 2006

    Zusammenschluss mit Yamakawa und Kaimon zur heutigen Stadt.

  7. 2011

    Der Ausflugs-Expresszug Ibusuki no Tamatebako nimmt den Betrieb ab Kagoshima-Chūō auf.

Kultur

Ibusuki pflegt ein südländisch-lockeres Image: In den warmen Monaten tragen Stadtverwaltung und Hotelpersonal Hawaiihemden, und subtropische Bäume säumen die Uferpromenade. Im Ortsteil Kaimon steht der Hirasaki-Schrein, der bedeutendste Schrein der alten Provinz Satsuma; die Fundstätte Hashimuregawa sichert der Stadt einen Platz in der Geschichte der japanischen Archäologie. Im Januar blüht rund um den Ikeda-See bereits der Raps – kaum irgendwo in Japan beginnt der Frühling früher.

Feste

  • Ibusuki-Nanohana-Marathon

    いぶすき菜の花マラソンIbusuki Nanohana Marason

    Beliebter Marathon am zweiten Januarsonntag durch gelb blühende Rapsfelder rund um den Ikeda-See.

  • Ibusuki-Onsen-Fest

    指宿温泉祭Ibusuki Onsen-sai

    Sommerfest des Kurorts mit Straßentänzen und Feuerwerk über der Bucht.

Essen

  • Katsuobushi aus Yamakawa

    山川の鰹節Yamakawa no katsuobushi

    Geräucherter, getrockneter Bonito, darunter die harte, schimmelgereifte Qualität Honkarebushi.

  • Kreisende Sōmen

    回転そうめんkaiten sōmen

    Kalte Nudeln, die in runden Tischbecken mit Quellwasser kreisen – serviert in der Schlucht Tōsenkyō.

  • Okra aus Ibusuki

    オクラokura

    Die Stadt ist eines der wichtigsten Okra-Anbaugebiete Japans.

  • Thermalgedämpftes Gemüse und Eier

    温泉蒸しonsen-mushi

    Über Vulkandampf gegarte Speisen, eine Spezialität am Unagi-See.

  • Kurobuta

    黒豚kurobuta

    Schwarzes Kagoshima-Schwein, in den Kurhotels oft als Shabu-Shabu.

Unterwegs vor Ort

  • Die JR-Ibusuki-Makurazaki-Linie fährt entlang der Bucht von Kagoshima-Chūō in rund einer Stunde nach Ibusuki, auch mit dem Ausflugszug Ibusuki no Tamatebako; hinter Ibusuki führt sie über Nishi-Ōyama bis Makurazaki.
  • Busse verbinden den Bahnhof mit den Sandbädern, dem Ikeda-See und Kaimon; mit Auto oder Leihrad lassen sich die verstreuten Ziele leichter verbinden.
  • Eine Autofähre quert die Mündung der Kinkō-Bucht von Yamakawa nach Nejime auf der Ōsumi-Halbinsel.

Ausflüge

  • Chiran

    知覧Chiran

    Samuraiviertel und Friedensmuseum in Minamikyūshū, westlich von Ibusuki.

  • Kaimon-dake

    開聞岳Kaimon-dake

    Bergtour von einem halben Tag oder mehr, bei klarer Sicht mit Blick übers Meer bis Yakushima.

  • Makurazaki

    枕崎Makurazaki

    Bonito-Fischereihafen am Ende der Bahnlinie.

  • Stadt Kagoshima

    鹿児島市Kagoshima-shi

    Die Präfekturhauptstadt, etwa eine Zugstunde nördlich.

  • Sakurajima

    桜島Sakurajima

    Jenseits der Bucht sichtbar; über die Stadt Kagoshima erreichbar.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wie läuft ein Sandbad in Ibusuki ab?

Im Baumwoll-Yukata legt man sich an den Strand, Personal schaufelt natürlich erwärmten Sand bis zum Hals darüber; nach einer kurzen Weile spült man sich im Thermalbad ab.

Wie kommt man von Kagoshima nach Ibusuki?

Mit der JR-Ibusuki-Makurazaki-Linie in etwa einer Stunde, alternativ mit Bus oder Auto entlang der Bucht.

Kann man nach Chiringashima laufen?

Nur wenn bei Niedrigwasser die Sandbank freiliegt – an bestimmten Tagen, meist zwischen Frühjahr und Herbst. Die Stadt veröffentlicht die Gezeiten; rechtzeitige Rückkehr vor der Flut ist wichtig.

Lebt im Ikeda-See ein Seeungeheuer?

Die Legende kennt „Isshī“, ein Ende der 1970er-Jahre gemeldetes Seewesen; tatsächlich bekannt ist der See für seine großen einheimischen Aale.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 人口等基本集計 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局
  2. 2.指宿市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 指宿市
  3. 3.霧島錦江湾国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  4. 4.Kagoshima (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

Redaktion · Veröffentlicht: