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Japan

Schluchten · Miyazaki

Takachiho-Schlucht

高千穂峡たかちほきょうTakachiho-kyō

Säulenklippen und Wasserfälle im Land der Götter

Die Takachiho-Schlucht (Takachiho-kyō) ist eine enge Schlucht des Gokase-Flusses im Norden der Präfektur Miyazaki, eingeschnitten in säulig geklüftetes Gestein früherer Aso-Ausbrüche. Ihre senkrechten Wände, der Manai-Wasserfall und die Ruderboote darunter bilden das Herz von Takachiho, einem Ort voller japanischer Schöpfungsmythen.

Überblick

Die Takachiho-Schlucht liegt in den Bergen des nördlichen Miyazaki nahe der Grenze zu Kumamoto und Oita, unmittelbar unterhalb des Ortes Takachiho. Auf rund sieben Kilometern fließt der Gokase zwischen senkrechten, bis etwa 100 Meter hohen Wänden, die stellenweise nur wenige Meter auseinanderliegen.

Berühmt ist vor allem ein kurzer Abschnitt, an dem der Manai-Wasserfall 17 Meter von der Kante in den grünen Fluss stürzt. Besucher rudern in kleinen Booten bis an den Fuß des Falls, und ein Weg führt vom Bootssteg oben an der Schlucht entlang.

Takachiho gilt als Ort, an dem der Enkel der Sonnengöttin Amaterasu zur Erde herabstieg; mehrere Schauplätze der Kojiki-Mythen liegen in der Nähe. Die nächtlichen Kagura-Tänze des Ortes zählen zu den bekanntesten Volkskünsten Japans.

Landschaft und Entstehung

Die Wände der Schlucht bestehen aus verschweißtem Tuff, abgelagert von gewaltigen pyroklastischen Strömen aus der rund 60 Kilometer nordwestlich gelegenen Aso-Caldera bei Ausbrüchen vor etwa 120.000 und 90.000 Jahren. Beim Abkühlen zog sich das Gestein zu vieleckigen Säulen zusammen. Der Gokase schnitt sich entlang dieser Klüfte ein und hinterließ glatte, gerillte Wände und Strudellöcher im Flussbett.

Höhepunkte

  • Manai-Wasserfall

    真名井の滝Manai no Taki

    17 m hoher Fall von der Schluchtkante, einer der 100 bedeutenden Wasserfälle Japans.

  • Ruderboote

    Am Steg unterhalb des Falls verliehene Boote erlauben einen nahen Blick auf die Säulenwände.

  • Sennin no Byōbu-iwa

    仙人の屏風岩Sennin no Byōbu-iwa

    „Paravent des Einsiedlers“, eine senkrechte, gefaltete Säulenwand am Weg.

  • Onokoro-Teich

    おのころ池Onokoro-ike

    Teich nahe dem Bootssteg, benannt nach der Schöpfungsinsel des Kojiki.

Ökologie

Immergrüne und laubabwerfende Bäume säumen die Schlucht und färben sich im November. Das kühle, feuchte Kleinklima lässt Farne und Moose an den Wänden gedeihen.

Flora

  • Ahorne und immergrüne Eichen

    Rahmen die Schlucht, mit Herbstfärbung von Anfang bis Ende November.

Fauna

  • Flussfische

    Karpfen und andere Fische sammeln sich im Becken unter dem Fall.

Kultur

Laut Kojiki und Nihon Shoki stieg Ninigi, der Enkel Amaterasus, in Takachiho vom Himmel herab, und die Sonnengöttin verbarg sich in einer Höhle, die die Überlieferung ins nahe Amano-Iwato verlegt. Das Takachiho-Yokagura, 33 nächtelange Kagura-Tänze, die im Winter in Dorfhäusern aufgeführt werden, ist Wichtiges immaterielles Volkskulturgut; Kurzfassungen werden jeden Abend am Takachiho-Schrein gezeigt.

  • Takachiho-Schrein

    高千穂神社Takachiho Jinja

    Schrein im Ortszentrum mit allabendlichen Kagura-Vorführungen und uralten Zedern.

  • Amano-Iwato-Schrein

    天岩戸神社Amano-Iwato Jinja

    Schrein gegenüber der Höhle, in der sich Amaterasu verborgen haben soll; nahebei die Grotte Amano-Yasukawara.

  • Takachiho-Yokagura

    高千穂の夜神楽Takachiho no yokagura

    Nächtliche Kagura-Tänze in den Dörfern zwischen November und Februar.

Geschichte

  1. vor ca. 90.000 Jahren

    Ein großer Aso-Ausbruch lagert das Gestein ab, in das die Schlucht geschnitten ist.

  2. 8. Jh.

    Kojiki und Nihon Shoki verbinden Takachiho mit dem Herabstieg Ninigis.

  3. 1978

    Das Takachiho-Yokagura wird Wichtiges immaterielles Volkskulturgut.

  4. 2015

    Takachiho-gō und Shiibayama werden als landwirtschaftliches Welterbe (GIAHS) anerkannt.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Frisches Grün und Azaleen an der Schlucht im April und Mai.

Sommer

Hochbetrieb bei den Booten; an Sommerabenden wird der Fall beleuchtet.

Herbst

Laubfärbung von Anfang bis Ende November; an kühlen Morgen Wolkenmeer vom Aussichtspunkt Kunimigaoka.

Winter

Zeit der Dorf-Yokagura; die Schlucht liegt still und neblig.

Routen und Wege

  • Schluchtweg

    Rund 1 km langer Weg am Rand von den Mihashi-Brücken zum Manai-Fall und zum Bootssteg.

  • Bootsfahrt

    Etwa 30 Minuten selbst gerudert auf dem ruhigen Abschnitt unter dem Fall; bei Hochwasser ruht der Betrieb.

Praktische Hinweise

  • Takachiho hat keinen Bahnanschluss; Busse fahren von Nobeoka (JR-Nippō-Linie) und von Kumamoto.
  • Die Boote sind in der Hauptsaison sehr gefragt; frühes Kommen hilft.
  • Der Weg an der Schlucht hat Stufen und ist nach Regen rutschig.

Häufige Fragen

Wie kommt man zur Takachiho-Schlucht?

Mit dem Bus von Nobeoka oder Kumamoto nach Takachiho, dann zu Fuß oder mit dem Taxi zur Schlucht.

Wie ist die Schlucht entstanden?

Der Gokase grub sich in verschweißten Tuff früherer Aso-Ausbrüche ein, dessen Säulenklüftung den Wänden ihre Form gibt.

Kann man in der Schlucht Boot fahren?

Ja, Ruderboote können gemietet werden, um bis zum Manai-Fall zu rudern, sofern der Wasserstand es zulässt.

Was ist Yokagura?

Heilige nächtliche Kagura-Tänze, die die Göttermythen erzählen – im Winter in den Dörfern Takachihos, in Kurzform jeden Abend am Takachiho-Schrein.

Quellen

  1. 1.高千穂町 (öffnet in neuem Tab) — 高千穂町
  2. 2.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁
  3. 3.宮崎県 (öffnet in neuem Tab) — 宮崎県

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