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Japan

Seen · Hokkaido

Akan-See

阿寒湖あかんこAkan-ko

Der See der Marimo zwischen zwei Vulkanen

Der Akan-See (Akan-ko) ist ein Calderasee auf dem Gebiet der Stadt Kushiro im Osten Hokkaidos, bekannt vor allem für seine Marimo – kugelförmige Grünalgen, die als Besonderes Naturdenkmal geschützt sind. Im Thermalort am Ufer liegt Akanko Ainu Kotan, die größte Ainu-Siedlung Hokkaidos.

Höhe: 420 mFläche: 13,3 km²Maximale Tiefe: 45 mNationalpark · 1934Besonderes Naturdenkmal · 1952Ramsar-Feuchtgebiet · 2005

Überblick

Der Akan-See liegt in der Akan-Caldera im Westteil des Nationalparks Akan-Mashu, zwischen dem aktiven Vulkan Meakan-dake im Südwesten und dem Kegel des Oakan-dake im Osten. Vier bewaldete Inseln ragen aus dem Wasser, und der Akan-Fluss entwässert den See nach Süden zum Pazifik bei Kushiro.

Berühmt ist der See für seine Marimo: samtige Kugeln aus Grünalgen, die in den nördlichen Buchten bis zu etwa 30 Zentimeter Durchmesser erreichen – zu den größten weltweit. Sie sind als Besonderes Naturdenkmal geschützt und Anlass eines jährlichen Ainu-Festes.

Am Südufer verbindet Akanko Onsen einen Thermalkurort mit Akanko Ainu Kotan, einem Ainu-Dorf mit Kunsthandwerksläden, einem Theater für traditionellen Tanz und einem Zeremonienplatz.

Landschaft und Entstehung

Die etwa 24 mal 13 Kilometer große Akan-Caldera entstand durch eine lange Folge großer Ausbrüche, die vor mehr als 150.000 Jahren endete. Jüngere Vulkane in der Caldera – Oakan-dake und die Meakan-Gruppe – stauten die Entwässerung und formten den heutigen See, der einst größer war und durch das Wachsen des Oakan-dake geteilt wurde. Die kleinen Nachbarseen Penketo und Panketo wurden auf dieselbe Weise abgetrennt. Der Meakan-dake wird als aktiver Vulkan überwacht.

Höhepunkte

  • Marimo auf der Insel Chūrui

    チュウルイ島Chūrui-tō

    Insel mit Beobachtungszentrum, in dessen Becken Marimo zu sehen sind; Rundfahrtboote legen hier an.

  • Akanko Ainu Kotan

    阿寒湖アイヌコタンAkanko Ainu Kotan

    Ainu-Dorf am Südufer mit Holzschnitzereien und dem Theater Ikor für traditionellen Tanz.

  • Bokke

    ボッケbokke

    Blubbernde Schlammtöpfe am Ufer, über einen Naturpfad vom Thermalort erreichbar; der Ainu-Name bedeutet „siedender Ort“.

  • Oakan-dake

    雄阿寒岳Oakan-dake

    1.370 m hoher Vulkan, der sich unmittelbar am Ostufer erhebt.

  • Meakan-dake

    雌阿寒岳Meakan-dake

    Aktiver Vulkan (1.499 m) südwestlich des Sees, Aufstieg von Onneto oder Meakan Onsen.

Ökologie

Marimo kommen weltweit nur in wenigen Seen vor, und die großen Kugeln des Akan-Sees sind die bekanntesten. Im 20. Jahrhundert gingen ihre Bestände durch Wasserkraftnutzung am Abfluss, Holzeinschlag und Sammler zurück; seither stehen sie unter strengem Schutz. Der umgebende Wald ist ein Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen, Lebensraum von Sikahirsch und Braunbär.

Flora

  • Marimo

    マリモmarimo

    Kugelform der Grünalge Aegagropila linnaei, von den Wellen über den sandigen Grund der Nordbuchten gerollt.

  • Sachalin-Tanne und Ajan-Fichte

    Vorherrschende Nadelbäume in den Wäldern um den See.

Fauna

  • Kokanee-Lachs

    ヒメマスhimemasu

    Der Akan-See ist eine von nur zwei ursprünglichen Heimaten des Kokanee in Japan; von hier wurde er in viele andere Seen gebracht.

  • Ezo-Braunbär

    Lebt in den Wäldern des Nationalparks; an den Wegen wird vor Bären gewarnt.

Kultur

Das Akan-Gebiet ist altes Ainu-Land, und die Kotan in Akanko Onsen ist heute ein Zentrum der Ainu-Kunst. Beim seit 1950 jeden Oktober gefeierten Marimo-Fest werden Marimo in einer Ainu-Zeremonie in den See zurückgebracht. Der Naturschützer Maeda Masana und seine Stiftung bewahrten seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Wälder rund um den See.

  • Marimo-Fest

    まりも祭りMarimo Matsuri

    Herbstfest mit einer Ainu-Zeremonie, in der die Marimo empfangen und zurückgegeben werden.

  • Ainu-Theater Ikor

    アイヌシアター イコロAinu Shiatā Ikoro

    Theater in der Kotan für traditionellen Tanz, der zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt, und für moderne Bühnenwerke.

Geschichte

  1. 1897

    Der Botaniker Kawakami Takiya beschreibt erstmals die Marimo des Akan-Sees.

  2. 1934

    Ausweisung des Akan-Nationalparks als einer der ersten Nationalparks Japans.

  3. 1950

    Erstes Marimo-Fest.

  4. 1952

    Die Marimo des Akan-Sees werden Besonderes Naturdenkmal.

  5. 2005

    Aufnahme als Ramsar-Feuchtgebiet.

  6. 2017

    Umbenennung in Nationalpark Akan-Mashu.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Im April oder Mai bricht das Eis auf; auf dem Meakan-dake liegt noch Schnee.

Sommer

Bootsfahrten zur Insel Chūrui, Kanutouren und Wanderungen auf die Vulkane.

Herbst

Die Laubfärbung erreicht Anfang bis Mitte Oktober ihren Höhepunkt – zur Zeit des Marimo-Festes.

Winter

Der See friert fest zu; Eisangeln auf Stinte, Schneemobile und ein Winterfest auf dem Eis.

Routen und Wege

  • Bootsrundfahrt

    Boote ab dem Thermalort umrunden den See und legen am Marimo-Zentrum der Insel Chūrui an.

  • Naturpfad Bokke

    Kurzer Waldspaziergang vom Ort zu den Schlammtöpfen am Ostufer.

  • Aufstieg auf den Meakan-dake

    Halbtagestour zum aktiven Krater mit Blick auf den blauen Teich Onneto; bei erhöhter Aktivität kann der Zugang eingeschränkt sein.

Praktische Hinweise

  • Überlandbusse verbinden Akanko Onsen in etwa zwei Stunden mit Kushiro und dem Flughafen Kushiro.
  • Vor einer Besteigung des Meakan-dake die Warnstufe der Japanischen Wetterbehörde prüfen.
  • Die Winter sind sehr kalt; Aktivitäten auf dem Eis nur nach örtlichen Vorgaben.

Häufige Fragen

Was sind Marimo?

Kugeln aus Grünalgen, die entstehen, wenn Wellen die Alge über den Seegrund rollen; im Akan-See werden sie bis zu etwa 30 cm groß und sind als Besonderes Naturdenkmal geschützt.

Kann man Marimo am Akan-See sehen?

Ja, im Beobachtungszentrum auf der Insel Chūrui, die bei der Bootsrundfahrt angefahren wird, sowie im Öko-Museum des Thermalorts.

Was ist Akanko Ainu Kotan?

Die größte Ainu-Siedlung Hokkaidos am Südufer des Sees, mit Kunsthandwerk, Theater und Zeremonien.

Wie erreicht man den Akan-See?

Mit Bus oder Auto in etwa zwei Stunden von Kushiro; der nächstgelegene Flughafen ist Kushiro.

Quellen

  1. 1.統計FAQ 日本の湖沼の面積 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局
  2. 2.阿寒摩周国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  3. 3.Ramsar Sites Information Service (öffnet in neuem Tab) — Ramsar Convention Secretariat
  4. 4.釧路市 (öffnet in neuem Tab) — 釧路市

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