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Japan

Seen · Hokkaido

Shikotsu-See

支笏湖しこつこShikotsu-ko

Ein tiefer, klarer Calderasee, der nie zufriert

Der Shikotsu-See (Shikotsu-ko) ist ein Calderasee auf dem Gebiet der Stadt Chitose, etwa eine Stunde von Sapporo entfernt, und mit 360 Metern der zweittiefste See Japans. Seine gewaltige Wassermenge verhindert das Zufrieren – er ist der nördlichste eisfreie See des Landes.

Höhe: 248 mFläche: 78,5 km²Maximale Tiefe: 360 mNationalpark · 1949

Überblick

Der Shikotsu-See liegt südwestlich von Sapporo und westlich des Flughafens Neu-Chitose, in der Caldera eines Vulkans, der vor rund 40.000 Jahren einstürzte. Nach dem Kussharo-See ist er der zweitgrößte Calderasee Japans und mit etwa 360 Metern nach dem Tazawa-See der zweittiefste. Die mittlere Tiefe von über 250 Metern verleiht ihm ein enormes Wasservolumen, das genug Wärme speichert, um ihn außer in Ausnahmewintern eisfrei zu halten.

Auf dem Calderarand stehen drei Vulkane: der Eniwa-dake im Norden, der Fuppushi-dake und der aktive Tarumae-zan im Süden. Bei den Wasserqualitätsmessungen des Umweltministeriums zählt der See regelmäßig zu den klarsten Japans; sein Blau wird vor Ort „Shikotsu-Blau“ genannt.

Hauptstützpunkt ist die kleine Siedlung Shikotsuko Onsen am Ostufer, wo der Chitose-Fluss den See verlässt; weitere Thermalhotels liegen in Marukoma und Okotan direkt am Ufer.

Landschaft und Entstehung

Die Shikotsu-Caldera entstand bei einem gewaltigen Ausbruch vor etwa 40.000 Jahren, dessen pyroklastische Ströme große Teile der Ishikari-Ebene bedeckten – auch den Boden, auf dem heute Sapporo und Chitose stehen. Auf dem Rand wuchsen jüngere Vulkane: Eniwa-dake (1.320 m), Fuppushi-dake (1.102 m) und Tarumae-zan (1.041 m), dessen Lavadom 1909 entstand und der zu den aktiven Vulkanen Hokkaidos zählt.

Höhepunkte

  • Tarumae-zan

    樽前山Tarumae-zan

    Aktiver Vulkan mit markantem Lavadom, beliebte Halbtageswanderung ab der siebten Station.

  • Eniwa-dake

    恵庭岳Eniwa-dake

    Steiler Vulkan am Nordufer, Schauplatz der Abfahrtsläufe der Olympischen Winterspiele 1972 in Sapporo.

  • Koke no Dōmon

    苔の洞門Koke no Dōmon

    Enge, moosbewachsene Schlucht nahe dem Südufer; nach Felsstürzen ist der Zugang eingeschränkt.

  • Yamasen-Eisenbahnbrücke

    山線鉄橋Yamasen Tekkyō

    Alte stählerne Eisenbahnbrücke am Seeabfluss in Shikotsuko Onsen, heute Fußgängerbrücke.

  • Marukoma Onsen

    丸駒温泉Marukoma Onsen

    Thermalquelle am Nordwestufer mit Naturbecken auf Höhe des Seespiegels.

Ökologie

Im kalten, nährstoffarmen Wasser leben eingesetzte Kokanee-Lachse, hier Chippu genannt. Der umgebende Wald ist subarktischer Mischwald; große Teile wurden 1954 von einem Taifun niedergeworfen und sind seither nachgewachsen.

Flora

  • Mischwald

    Sachalin-Tanne, Ajan-Fichte, Birke und Ahorn an den Calderawänden.

Fauna

  • Kokanee-Lachs

    チップchippu

    Örtlicher Name für den Kokanee (Himemasu), 1894 aus dem Akan-See eingesetzt; Angelsaison ist im Frühsommer.

  • Ezo-Braunbär

    Kommt in den Wäldern des Nationalparks vor.

Kultur

Der Name stammt vom Ainu-Wort shikot, „große Senke“, ursprünglich der Name des heutigen Chitose-Flusses. Der See ist Naherholungsgebiet der Region Sapporo; sein Eisfest mit Skulpturen aus aufgesprühtem Seewasser gehört zu den bekanntesten Veranstaltungen des Winters auf Hokkaido.

  • Eisfest Chitose-Shikotsu-See

    千歳・支笏湖氷濤まつりChitose-Shikotsuko Hyōtō Matsuri

    Winterfest von Ende Januar bis in den Februar mit Eisbauten, die das Seewasser bläulich färbt.

Geschichte

  1. vor ca. 40.000 Jahren

    Ein gewaltiger Ausbruch lässt die Shikotsu-Caldera entstehen.

  2. 1894

    Kokanee-Lachse werden aus dem Akan-See eingesetzt.

  3. 1909

    Bei einem Ausbruch bildet sich der Lavadom des Tarumae-zan.

  4. 1949

    Ausweisung des Nationalparks Shikotsu-Toya.

  5. 1972

    Auf dem Eniwa-dake finden die Abfahrtsläufe der Olympischen Winterspiele von Sapporo statt.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Auf den Vulkanen liegt Schnee bis in den Mai; im Frühsommer beginnt die Angelsaison auf Kokanee.

Sommer

Kanufahren, Tauchen und Glasbodenboote auf dem klaren Wasser; Wanderungen auf den Tarumae-zan.

Herbst

Herbstlaub im Oktober am Calderarand und entlang des Chitose-Flusses.

Winter

Der See bleibt eisfrei; ab Ende Januar lockt das Eisfest.

Routen und Wege

  • Tarumae-zan ab der siebten Station

    Rund dreistündige Tour zum äußeren Kraterrand mit Blick auf See und Pazifik.

  • Eniwa-dake

    Steiler Aufstieg vom Nordufer; der letzte Abschnitt führt über loses Vulkangestein.

  • Bootsfahrt

    Boote mit Unterwasserfenstern ab Shikotsuko Onsen zeigen die überfluteten Calderawände.

Praktische Hinweise

  • Busse fahren vom Flughafen Neu-Chitose und vom Bahnhof Chitose in weniger als einer Stunde nach Shikotsuko Onsen.
  • Vor Wanderungen die Vulkanwarnstufe des Tarumae-zan prüfen.
  • Das Wasser ist ganzjährig kalt und schon nahe am Ufer tief.

Häufige Fragen

Friert der Shikotsu-See zu?

Fast nie. Das große Volumen an Tiefenwasser speichert genug Wärme; er ist der nördlichste nicht zufrierende See Japans.

Wie weit ist der Shikotsu-See von Sapporo entfernt?

Etwa eine Stunde mit dem Auto; vom Flughafen Neu-Chitose sind es rund 40 Minuten.

Wie tief ist der Shikotsu-See?

Rund 360 Meter – in Japan nur vom Tazawa-See übertroffen.

Was ist Chippu?

Der örtliche Name für den Kokanee-Lachs des Shikotsu-Sees, der im Frühsommer als Sashimi oder gegrillt gegessen wird.

Quellen

  1. 1.統計FAQ 日本の湖沼の面積 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局
  2. 2.支笏洞爺国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
  3. 3.千歳市 (öffnet in neuem Tab) — 千歳市

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