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Japan

Shizuoka · Stadt

Atami

熱海市あたみしAtami-shi

Tokios klassischer Thermalort zwischen Bergen und Meer

Atami ist eine Thermalstadt an der Sagami-Bucht im Nordosten der Izu-Halbinsel, etwa 40 Minuten mit dem Shinkansen von Tokio entfernt. Einst Kurort der Tokugawa-Shogune, später der Schriftsteller und Politiker Tokios, ist sie bekannt für ihre Onsen am Meer, das MOA-Kunstmuseum, den riesigen Kampferbaum des Kinomiya-Schreins und die frühe Pflaumen- und Kirschblüte.

Überblick

Atami liegt in einem steilen Amphitheater aus Hügeln, das zur Sagami-Bucht abfällt, dort, wo das Vulkangebiet von Hakone auf die Izu-Halbinsel trifft. Hotels und Villen ziehen sich die Hänge hinauf, darunter liegen ein kleiner Hafen und ein Strand; vor der Küste liegt die Insel Hatsushima. Das warme, geschützte Klima lässt die Pflaumen ab Januar und eine frühe Kirschsorte schon im Spätwinter blühen.

Atamis heiße Quellen sind seit über tausend Jahren berühmt. Tokugawa Ieyasu badete hier 1604, und seine Nachfolger ließen Atami-Wasser in Fässern zur Burg Edo tragen. In der Moderne machte die Eisenbahn Atami zum nächstgelegenen Seebad Tokios; Politiker, Schriftsteller und Industrielle bauten hier Villen, von denen einige erhalten sind. Ozaki Kōyōs Roman „Der goldene Dämon“ machte Atamis Strand zum Sinnbild verlorener Liebe.

Nach Jahrzehnten als Ziel von Betriebsausflügen und Hochzeitsreisen hat Atami sein Angebot mit Kunstmuseen, Cafés und renovierten Gasthäusern erweitert. Am 3. Juli 2021 zerstörte ein durch Starkregen ausgelöster Murgang im Viertel Izusan Dutzende Häuser und tötete mehr als zwanzig Menschen.

Sehenswürdigkeiten

  • MOA-Kunstmuseum

    MOA美術館MOA Bijutsukan

    Museum japanischer und asiatischer Kunst auf dem Hügel, darunter Ogata Kōrins Stellschirme „Rote und weiße Pflaumenblüten“ (Nationalschatz).

  • Kinomiya-Schrein

    來宮神社Kinomiya Jinja

    Schrein mit einem riesigen Kampferbaum, der über 2.000 Jahre alt sein soll, ein nationales Naturdenkmal.

  • Kiunkaku

    起雲閣Kiunkaku

    Villa von 1919 mit japanischen und westlichen Räumen und Garten, einst ein von Schriftstellern besuchtes Gasthaus.

  • Ehemalige Villa Hyūga

    旧日向別邸Kyū Hyūga Bettei

    Untergeschossräume, 1936 von Bruno Taut entworfen – sein einziges erhaltenes Bauwerk in Japan, Wichtiges Kulturgut.

  • Pflaumengarten Atami

    熱海梅園Atami Baien

    Garten mit mehreren Hundert Pflaumenbäumen, die ab Januar blühen – zu den frühesten in Japan.

  • Izusan-Schrein

    伊豆山神社Izusan Jinja

    Uralter Bergschrein über der Quelle Hashirimizu, die aus einer waagrechten Höhle fließt.

  • Hatsushima

    初島Hatsushima

    Kleine Insel, etwa 25 Minuten mit der Fähre, mit Fischerdorf und Küstenwegen.

Stadtviertel

  • Bahnhofsviertel

    熱海駅前Atami ekimae

    Einkaufsarkaden mit Snacks und Trockenfisch am Hang über der Stadt.

  • Uferviertel und Ginza

    熱海銀座Atami Ginza

    Altes Zentrum am Sun Beach und am Jachthafen mit Straßen und Cafés der Shōwa-Zeit.

  • Izusan

    伊豆山Izusan

    Nördliches Viertel mit dem alten Schrein und der Quelle Hashirimizu.

  • Ajiro

    網代Ajiro

    Fischerhafen im Süden, bekannt für Trockenfisch.

Geschichte

Der Legende nach sprudelte hier heißes Wasser aus dem Meer, tötete die Fische und gab dem Ort seinen Namen – „heißes Meer“. Der Izusan-Schrein über der Stadt war ein Zentrum der Bergverehrung; hier soll der junge Minamoto no Yoritomo Hōjō Masako begegnet sein. 1604 kurte Tokugawa Ieyasu in Atami, und der Ōyu-Geysir, damals einer der großen Geysire der Welt, wurde zum Wahrzeichen des Ortes.

1925 erreichte die Atami-Linie den Ort, und 1934 brachte der Tanna-Tunnel Atami an die Tōkaidō-Hauptlinie. 1937 erhielt Atami Stadtrecht. Der 1964 eröffnete Shinkansen-Bahnhof festigte seine Rolle als Kurort für Tokio.

  1. 1604

    Tokugawa Ieyasu kurt in den Thermalquellen von Atami.

  2. 1897

    Ozaki Kōyō beginnt „Der goldene Dämon“, dessen berühmteste Szene am Strand von Atami spielt.

  3. 1919

    Bau der Villa, die später als Kiunkaku bekannt wird.

  4. 1925

    Die Eisenbahn erreicht Atami.

  5. 1934

    Der Tanna-Tunnel wird eröffnet; Atami liegt nun an der Tōkaidō-Hauptlinie.

  6. 1937

    Atami erhält Stadtrecht.

  7. 1964

    Eröffnung des Bahnhofs Atami am Tōkaidō-Shinkansen.

  8. 1982

    Das MOA-Kunstmuseum öffnet auf dem Hügel über der Stadt.

  9. 2021

    Ein Murgang im Viertel Izusan fordert am 3. Juli mehr als zwanzig Todesopfer.

Kultur

Atamis Kultur ist die eines von Tokio geprägten Kurorts. Schriftsteller von Tsubouchi Shōyō bis Tanizaki Jun'ichirō und Dazai Osamu wohnten oder arbeiteten hier, und die Statue von Kan'ichi und Omiya am Strand erinnert an „Der goldene Dämon“. Die Geisha-Tradition lebt im Kenban, dem Geisha-Verband, fort, der regelmäßig Tanzvorführungen gibt. Sommer und Winter werden von Feuerwerken über der Bucht begleitet, eine Tradition seit den 1950er-Jahren.

Feste

  • Feuerwerk über der Bucht

    熱海海上花火大会Atami Kaijō Hanabi Taikai

    Feuerwerke über der Bucht an vielen Abenden im Jahr, verstärkt durch das Amphitheater der Hügel.

  • Pflaumenfest

    熱海梅園梅まつりAtami Baien Ume Matsuri

    Von Januar bis Anfang März im Pflaumengarten.

  • Kogashi-Fest

    こがし祭りKogashi Matsuri

    Sommerfest des Kinomiya-Schreins Mitte Juli mit Tragschreinen und Festwagen.

Essen

  • Himono

    干物himono

    Aufgeklappte, getrocknete Stöcker und andere Fische, überall im Ort verkauft.

  • Kinmedai

    金目鯛kinmedai

    Kaiserbarsch aus den Gewässern um Izu, in Sojasauce geschmort.

  • Onsen-Manjū

    温泉まんじゅうonsen manjū

    Gedämpfte Brötchen mit süßer Bohnenpaste, ein Klassiker der Badeorte.

  • Meeresfrüchte-Schalen

    海鮮丼kaisen-don

    Reisschalen mit heimischem Fisch in den Lokalen am Hafen.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Atami liegt am Tōkaidō-Shinkansen, etwa 40 Minuten von Tokio, sowie an der JR-Tōkaidō- und der Itō-Linie; Odoriko-Züge fahren weiter nach Itō und Shimoda.
  • Ortsbusse erklimmen die steilen Straßen zum MOA-Museum, zum Pflaumengarten und nach Izusan; das Zentrum liegt einen kurzen Fußweg bergab vom Bahnhof.
  • Vom Hafen Atami fahren Fähren nach Hatsushima.

Ausflüge

  • Hakone

    箱根Hakone

    Thermalquellen, Ashi-See und Fuji-Blick jenseits der Berge im Nordwesten.

  • Flammofen von Nirayama

    韮山反射炉Nirayama hansharo

    Ofen zum Kanonenguss aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, Teil eines Welterbes.

  • Itō und Jōgasaki

    城ヶ崎海岸Jōgasaki kaigan

    Lavaklippen, eine Hängebrücke und der Vulkan Ōmuro-yama an der Ostküste Izus.

  • Mishima

    三島Mishima

    Mishima-Taisha-Schrein und quellgespeiste Bäche mit Fuji-Wasser, eine Station mit dem Shinkansen.

  • Shimoda

    下田Shimoda

    Hafen, in dem Perrys Schwarze Schiffe ankerten, an der Südspitze Izus.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wie weit ist Atami von Tokio entfernt?

Etwa 40 Minuten mit dem Tōkaidō-Shinkansen oder rund anderthalb Stunden mit der JR-Tōkaidō-Linie.

Eignet sich Atami für einen Tagesausflug?

Ja. Ein Tag reicht für das MOA-Kunstmuseum, den Kinomiya-Schrein und ein Bad in einem der Tages-Onsen; mit Übernachtung kommen die Abendstimmung und an manchen Abenden ein Feuerwerk hinzu.

Wann ist die beste Reisezeit für Atami?

Der Spätwinter für Pflaumen- und frühe Kirschblüte, der Sommer für Strand und Feuerwerk und der Winter für heiße Quellen bei mildem Wetter.

Was geschah 2021 in Atami?

Am 3. Juli 2021 löste Starkregen im Viertel Izusan einen Murgang durch ein Tal aus, der Häuser zerstörte und mehr als zwanzig Menschen tötete.

Quellen

  1. 1.熱海市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 熱海市
  2. 2.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁
  3. 3.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

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