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Japan

Toyama · Stadt

Takaoka

高岡市たかおかしTakaoka-shi

Die Stadt der Maeda – Bronze, Lack und Kaufleute

Takaoka ist die zweitgrößte Stadt der Präfektur Toyama, 1609 als Burgstadt der Familie Maeda gegründet und zu einem Zentrum des Bronzegusses geworden, das bis heute den Großteil der japanischen Tempelglocken herstellt. Bekannt ist sie für den Zen-Tempel Zuiryū-ji, einen Nationalschatz, zwei geschützte historische Viertel und das Mikurumayama-Fest am 1. Mai.

Überblick

Takaoka liegt am Westrand der Toyama-Ebene, wo sich Shō und Oyabe der Toyama-Bucht nähern. Lange vor der Stadtgründung war hier der Sitz der Provinzverwaltung von Etchū, in der im 8. Jahrhundert der Dichter Ōtomo no Yakamochi als Gouverneur amtierte; seine hier entstandenen Gedichte machen die Gegend zu einem wichtigen Ort der japanischen Literaturgeschichte.

Die Stadt selbst gründete 1609 Maeda Toshinaga, der zweite Fürst von Kaga, der sich hier im Ruhestand eine Burg baute. Als die Burg nach seinem Tod aufgegeben wurde, sicherte sein Nachfolger Maeda Toshitsune das Fortbestehen des Ortes, indem er ihn zum Handelsplatz machte und die Kaufleute sowie die von Toshinaga angeworbenen Gießer schützte. Daraus erwuchsen Bronzeguss und Lackkunst von Takaoka; die Gießereien liefern bis heute die allermeisten Tempelglocken Japans und viele seiner Statuen.

Takaoka ist zudem Geburtsort von Fujiko F. Fujio, dem Schöpfer von Doraemon – die Stadt erinnert daran mit Figuren und einer Themenstraßenbahn. Die Amaharashi-Küste, von der aus das Tateyama-Massiv jenseits des Meeres aufragt, bietet eine der bekanntesten Ansichten von Hokuriku.

Sehenswürdigkeiten

  • Zuiryū-ji

    瑞龍寺Zuiryū-ji

    Sōtō-Zen-Tempel zum Gedenken an Maeda Toshinaga; Tor, Buddha-Halle und Lehrhalle sind Nationalschätze.

  • Großer Buddha von Takaoka

    高岡大仏Takaoka Daibutsu

    Sitzender Bronze-Amida von 1933 aus den Werkstätten der Stadt, oft zu den drei großen Buddhas Japans gezählt.

  • Burgpark Takaoka Kojō

    高岡古城公園Takaoka Kojō Kōen

    Gelände der Burg Takaoka mit weitgehend erhaltenen Gräben; Nationale historische Stätte und Kirschblütenort.

  • Kanaya-machi

    金屋町Kanaya-machi

    Gießerviertel mit Gitterfassaden und Steinpflaster, als historisches Ensemble geschützt.

  • Yamachō-suji

    山町筋Yamachō-suji

    Kaufmannsstraße mit feuerfesten Lehmputzhäusern, erbaut nach einem Stadtbrand 1900.

  • Amaharashi-Küste

    雨晴海岸Amaharashi kaigan

    Felsufer mit dem Inselchen Onna-iwa; an klaren Wintermorgen steht das Tateyama-Massiv jenseits der Bucht.

  • Man'yō-Geschichtsmuseum

    高岡市万葉歴史館Takaoka-shi Man'yō Rekishikan

    Forschungsmuseum zum Man'yōshū und zu Yakamochi nahe der alten Provinzhauptstadt.

Stadtviertel

  • Kanaya-machi

    金屋町Kanaya-machi

    Historisches Gießerviertel westlich des Zentrums.

  • Yamachō-suji

    山町筋Yamachō-suji

    Der alte Kaufmannskern, Heimat der Viertel, denen die Festwagen gehören.

  • Fushiki

    伏木Fushiki

    Hafenviertel auf dem Gelände der antiken Provinzhauptstadt.

  • Fukuoka

    福岡Fukuoka

    Frühere Kleinstadt im Südwesten, bekannt für geflochtene Seggenhüte.

Geschichte

Seit dem 8. Jahrhundert lag die Provinzhauptstadt von Etchū bei Fushiki an der Küste. Ōtomo no Yakamochi war von 746 bis 751 Gouverneur und schrieb in dieser Zeit rund 220 Gedichte. Maeda Toshinaga gründete 1609 Burg und Stadt Takaoka, doch nach seinem Tod 1614 wurde die Burg gemäß der Regel des Shogunats „eine Burg pro Provinz“ aufgegeben.

Maeda Toshitsune ließ den Tempel Zuiryū-ji zum Gedenken an Toshinaga errichten und förderte die Stadt als Markt für Reis und Tuch und als Gießerzentrum. Fushiki wurde Anlaufhafen der Kitamaebune-Küstenschiffe. In der Moderne entstanden Chemie-, Papier- und Metallindustrie; der 1933 vollendete Große Buddha wurde zum Sinnbild der Gießertradition.

  1. 746

    Ōtomo no Yakamochi tritt sein Amt als Gouverneur von Etchū in der Provinzhauptstadt beim heutigen Fushiki an.

  2. 1609

    Maeda Toshinaga baut die Burg Takaoka und legt die Stadt an.

  3. 1611

    Toshinaga siedelt Gießer in Kanaya-machi an – der Beginn des Takaoka-Bronzegusses.

  4. 1615

    Die Burg wird aufgegeben; Maeda Toshitsune macht Takaoka zur Kaufmannsstadt.

  5. 1663

    Der Zuiryū-ji wird als Gedenktempel für Toshinaga vollendet.

  6. 1889

    Takaoka erhält Stadtrecht.

  7. 1933

    Fertigstellung des bronzenen Großen Buddhas von Takaoka.

  8. 1997

    Die Hauptgebäude des Zuiryū-ji werden zum Nationalschatz erklärt.

  9. 2015

    Eröffnung des Bahnhofs Shin-Takaoka am Hokuriku-Shinkansen.

  10. 2016

    Das Mikurumayama-Fest wird als Teil der Yama-, Hoko- und Yatai-Feste immaterielles UNESCO-Kulturerbe.

Kultur

Takaoka verbindet das literarische Erbe des Man'yōshū mit dem Handwerk der edozeitlichen Kaufmannsstadt. Gießereien, von denen einige Besucher empfangen, fertigen Glocken, Vasen und modernes Tischgeschirr aus Messing und Zinn; Takaoka-Lack ist für Perlmutteinlagen bekannt. Die sieben Mikurumayama-Festwagen, von örtlichen Handwerkern mit Metall- und Lackarbeiten geschmückt, sollen auf einen Wagen zurückgehen, mit dem Hideyoshi den Kaiser empfing. Beim Hikiyama-Fest in Fushiki im Mai, auch „Kenka-yama“ genannt, lässt man die Festwagen nachts absichtlich zusammenprallen.

Feste

  • Mikurumayama-Fest

    高岡御車山祭Takaoka Mikurumayama Matsuri

    Am 1. Mai ziehen sieben prunkvolle Festwagen durch die alten Kaufmannsstraßen.

  • Hikiyama-Fest in Fushiki

    伏木曳山祭Fushiki Hikiyama Matsuri

    Auch „Kenka-yama“ genannt: Im Mai stoßen laternengeschmückte Festwagen nachts zusammen.

  • Tanabata in Takaoka

    高岡七夕まつりTakaoka Tanabata Matsuri

    Sommerliches Sternenfest mit Bambusschmuck in den Straßen am Bahnhof.

Essen

  • Kombu-Küche

    昆布料理konbu ryōri

    In Seetang gereifter Fisch und in Kombu gehüllte Reisbällchen – ein Erbe des Kitamaebune-Handels.

  • Takaoka-Kroketten

    高岡コロッケTakaoka korokke

    Kroketten, als lokale Spezialität beworben und in vielen Metzgereien und Läden verkauft.

  • Gelbschwanz aus Himi

    氷見寒ぶりHimi kan-buri

    Wintergelbschwanz aus dem benachbarten Fischerhafen Himi.

Unterwegs vor Ort

  • Shin-Takaoka liegt am Hokuriku-Shinkansen; der ältere Bahnhof Takaoka, eine Station entfernt an der JR-Johana-Linie, ist Knoten für Regionalzüge und Busse.
  • Die Straßenbahn Man'yō-sen fährt vom Bahnhof Takaoka durch die Stadt bis zum Hafen Shinminato in Imizu.
  • Die JR-Himi-Linie folgt der Küste über Amaharashi nach Himi, die JR-Johana-Linie führt südwärts nach Tonami und Johana.
  • Busse ab den Bahnhöfen Takaoka und Shin-Takaoka fahren nach Gokayama und Shirakawa-gō.

Ausflüge

  • Gokayama

    五箇山Gokayama

    Die Gasshō-zukuri-Dörfer Ainokura und Suganuma im Tal des Shō.

  • Himi

    氷見Himi

    Fischerhafen, berühmt für Wintergelbschwanz, mit lebhaftem Fischmarkt.

  • Inami

    井波Inami

    Tempelstädtchen der Holzschnitzer rund um den Zuisen-ji in Nanto.

  • Toyama

    富山市Toyama-shi

    Präfekturhauptstadt und Tor zur Alpenroute, 20 Minuten mit dem Zug.

  • Kanazawa

    金沢Kanazawa

    Burgstadt der Maeda mit dem Garten Kenroku-en, etwa 15 Minuten mit dem Shinkansen.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wofür ist Takaoka bekannt?

Für Bronze- und Kupferguss, den Zen-Tempel Zuiryū-ji (Nationalschatz), den Großen Buddha, die Mikurumayama-Festwagen – und als Heimatstadt des Doraemon-Schöpfers.

Welcher Bahnhof – Shin-Takaoka oder Takaoka?

Der Shinkansen hält in Shin-Takaoka; Altstadt, Straßenbahn und die meisten Regionallinien beginnen am Bahnhof Takaoka, eine Station weiter an der Johana-Linie.

Wo sieht man den Tateyama über dem Meer?

An der Amaharashi-Küste an der JR-Himi-Linie: An klaren Tagen, besonders im Winter, erscheint das 3.000 Meter hohe Massiv jenseits der Toyama-Bucht.

Kann man in Takaoka eine Gießerei besichtigen?

Mehrere Gießereibetriebe bieten Werksführungen oder Workshops an; im Viertel Kanaya-machi verkaufen Läden gegossene Metallarbeiten.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.高岡市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 高岡市
  3. 3.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁

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