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Japan

UNESCO · Kulturerbe · 2017

Heilige Insel Okinoshima und zugehörige Stätten in der Region Munakata

「神宿る島」宗像・沖ノ島と関連遺産群「かみやどるしま」むなかた・おきのしまとかんれんいさんぐんKami Yadoru Shima Munakata, Okinoshima to Kanren Isan-gun

Die Insel, auf der die Götter wohnen – seit tausend Jahren unberührt

Die Heilige Insel Okinoshima und zugehörige Stätten in der Region Munakata (Präfektur Fukuoka) umfassen eine rund 60 km vor der Küste Kyushus gelegene Insel, die als Gottheit verehrt wird und Kultplätze des 4. bis 9. Jahrhunderts bewahrt, dazu die drei Heiligtümer des Munakata Taisha und die Gräber des Munakata-Klans. Seit 2017 Welterbe, bleibt die Insel für Besucher gesperrt.

Eingetragen 2017Kriterien: ii, iiiPräfektur Fukuoka

Überblick

Okinoshima ist eine kleine, bewaldete Insel im Genkai-Meer, auf halbem Weg zwischen Kyushu und der Koreanischen Halbinsel an der alten Seeroute zum Festland. Vom späten 4. bis zum späten 9. Jahrhundert wurden hier zwischen riesigen Felsen Rituale für eine sichere Überfahrt vollzogen, und die Opfergaben blieben liegen, wo man sie niedergelegt hatte. Ausgrabungen ab 1954 förderten an 23 Kultplätzen rund 80.000 Gegenstände zutage – Bronzespiegel, eiserne Waffen, Schmuck, einen Goldring aus dem koreanischen Königreich Silla, chinesische Keramik und Scherben einer geschliffenen Glasschale aus Persien –, die sämtlich Nationalschätze sind.

Die Funde zeigen, wie sich die Rituale über fünf Jahrhunderte wandelten: zuerst auf den Felsen, dann in ihrem Schatten, danach halb im Freien und schließlich auf offenem Gelände. So dokumentieren sie die Entwicklung einer Verehrung, die später in den Shinto einging – von Gaben an Naturgebilden hin zu Riten an eigens bestimmten Orten.

Die Insel galt stets selbst als Gottheit. Nach altem Brauch dürfen Frauen sie nicht betreten, Männer mussten sich vor der Landung im Meer reinigen, nichts darf mitgenommen und über das Gesehene nicht gesprochen werden. Fortgeführt wird die Verehrung durch den Munakata Taisha, dessen drei Heiligtümer – Okitsu-miya auf Okinoshima, Nakatsu-miya auf der Insel Oshima und Hetsu-miya auf dem Festland – drei Göttinnen-Schwestern geweiht sind. Die Gräber von Shinbaru-Nuyama bezeugen den Munakata-Klan, der diese Rituale pflegte.

Warum Welterbe

Die UNESCO nennt zwei Kriterien. Okinoshima ist ein außergewöhnliches Zeugnis der Verehrung einer heiligen Insel, die vom 4. Jahrhundert bis heute fortbesteht; die ungestörten Kultplätze dokumentieren ihren Wandel über fünf Jahrhunderte (Kriterium iii).

Die Opfergaben, viele von der Koreanischen Halbinsel, aus China und bis aus Zentralasien und Persien, spiegeln den regen Austausch zwischen dem japanischen Archipel und dem Festland in einer prägenden Epoche, in der Kultpraxis und Vorstellung einer heiligen Insel Gestalt annahmen (Kriterium ii).

Die Tabus, die Okinoshima unberührt bewahrt haben, sind wesentlicher Teil seines Werts. Das Beratergremium ICOMOS hatte empfohlen, nur die Insel mit ihren Riffen einzutragen; das Welterbekomitee nahm auch Schreine und Gräber auf und würdigte damit die lebendige Tradition, die sie verbindet.

Bestandteile

  • Okinoshima

    沖ノ島Okinoshima

    Die heilige Insel selbst mit dem Schrein Okitsu-miya und 23 Kultplätzen zwischen den Felsen, bedeckt von Urwald. Ein einzelner Priester des Munakata Taisha versieht hier im Wechsel den Dienst.

  • Koyabizejima, Mikadobashira und Tenguiwa

    小屋島・御門柱・天狗岩Koyabizejima, Mikadobashira, Tenguiwa

    Drei Riffe um Okinoshima, die als Teil der heiligen Insel gelten; Mikadobashira und Tenguiwa werden als Torpfeiler des Schreins gedeutet.

  • Okitsu-miya Yohaisho

    宗像大社沖津宮遙拝所Munakata Taisha Okitsu-miya Yōhaisho

    Andachtsstätte an der Nordküste von Oshima, von der aus Okinoshima bei klarem Wetter über das Meer hinweg verehrt wird.

  • Munakata Taisha Nakatsu-miya

    宗像大社中津宮Munakata Taisha Nakatsu-miya

    Das mittlere Heiligtum auf Oshima, der Göttin Tagitsuhime geweiht, mit einem Kultplatz am Fuß des Mitake.

  • Munakata Taisha Hetsu-miya

    宗像大社辺津宮Munakata Taisha Hetsu-miya

    Der Hauptschrein auf dem Festland in Munakata, Ichikishimahime geweiht, mit dem Kultplatz Takamiya; sein Schatzhaus zeigt die Funde von Okinoshima.

  • Kofun-Gruppe Shinbaru-Nuyama

    新原・奴山古墳群Shinbaru-Nuyama Kofun-gun

    Einundvierzig Hügelgräber des 5. und 6. Jahrhunderts auf einer Terrasse in Fukutsu mit Blick aufs Meer Richtung Oshima und Okinoshima – Grabstätten des Munakata-Klans.

Geschichte

  1. spätes 4. Jh.

    Auf den Felsen von Okinoshima beginnen Opferrituale.

  2. 7.–8. Jh.

    Die Rituale verlagern sich ins Freie; staatliche Riten spiegeln das Interesse des Yamato-Hofs an der Seeroute.

  3. spätes 9. Jh.

    Nach dem Ende der offiziellen Gesandtschaften ins Tang-Reich enden die großen Rituale auf Okinoshima.

  4. 1954–1971

    Drei Grabungskampagnen fördern rund 80.000 Kultgegenstände zutage.

  5. 2017

    Aufnahme in die Welterbeliste mit allen acht Bestandteilen.

  6. 2018

    Der Munakata Taisha beendet die jährliche Landung von Laien; die Insel ist seither nur noch den Priestern zugänglich.

Besuch

  • Okinoshima kann nicht besucht werden; außer den Priestern des Munakata Taisha darf niemand die Insel betreten.
  • Der Hetsu-miya mit dem Schatzhaus der Okinoshima-Funde ist per Bus vom Bahnhof Togo an der JR Kagoshima-Linie zwischen Fukuoka und Kitakyushu erreichbar.
  • Nach Oshima mit Nakatsu-miya und Okitsu-miya Yohaisho fährt eine Fähre ab dem Hafen Konominato in etwa 25 Minuten; vom Norden der Insel ist Okinoshima bei klarer Sicht zu sehen.
  • Das Miare-sai am 1. Oktober eröffnet das Herbstfest des Schreins mit einer Prozession geschmückter Fischerboote, die die Gottheiten von Oshima zum Festland geleiten.

Häufige Fragen

Kann man Okinoshima besuchen?

Nein. Die Insel gilt als Gottheit und ist gesperrt; seit 2018 findet auch die jährliche Landung einer kleinen Gruppe von Männern nicht mehr statt.

Warum dürfen Frauen Okinoshima nicht betreten?

Das Verbot ist ein altes religiöses Tabu der Inselverehrung. Praktisch spielt es heute kaum eine Rolle, da die Insel unabhängig vom Geschlecht für alle Besucher gesperrt ist.

Wo sind die Schätze von Okinoshima zu sehen?

Viele der als Nationalschatz geschützten Funde zeigt das Schatzhaus Shinpokan des Hetsu-miya auf dem Festland.

Wer sind die Göttinnen von Munakata?

Drei Schwestern – Tagorihime, Tagitsuhime und Ichikishimahime –, die in Okitsu-miya, Nakatsu-miya und Hetsu-miya als Schutzgottheiten der Seefahrt verehrt werden.

Quellen

  1. 1.Sacred Island of Okinoshima and Associated Sites in the Munakata Region (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  2. 2.日本の世界遺産一覧 (öffnet in neuem Tab) — 文化庁
  3. 3.宗像大社 (öffnet in neuem Tab) — 宗像大社

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