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Japan

Berge · Yamagata, Akita

Chōkai

鳥海山ちょうかいさんChōkai-san

Der Dewa-Fuji: ein heiliger Vulkan, der direkt aus dem Japanischen Meer aufsteigt.

Der Chōkai (鳥海山, Chōkai-san), 2.236 m, ist ein aktiver Schichtvulkan an der Grenze der Präfekturen Yamagata und Akita, der sich unmittelbar von der Küste des Japanischen Meeres erhebt. Als „Dewa-Fuji“ ist er der heilige Berg des Ōmonoimi-Schreins; sein Gipfeldom Shinzan entstand bei einem Ausbruch 1801.

Höhe: 2.236 mAktiver VulkanQuasi-Nationalpark · 1963Japanischer Geopark · 2016100 berühmte BergeHeiliger Ort

Überblick

Der Chōkai ist der zweithöchste Berg Tōhokus und das markanteste Wahrzeichen der Küste am Japanischen Meer – 2.236 m hoch, keine 15 km vom Ufer entfernt. Sein breiter Kegel beherrscht die Shōnai-Ebene in Yamagata und den Bezirk Yuri in Akita, der Gipfel ist weit draußen auf See zu sehen.

Der Berg ist ein heiliger Gipfel der Region Dewa, der Körper der Gottheit des Ōmonoimi-Schreins, des Hauptschreins (ichinomiya) der alten Provinz Dewa, mit einem inneren Schrein auf dem Gipfel. Starker Schnee speist Schneefelder, Quellen und Wasserfälle an seinen Flanken – darunter die Quellfälle von Mototaki und Grundwasser, das erst vor der Küste austritt.

Landschaft und Entstehung

Der Chōkai besteht aus zwei Hauptvulkanen: einem älteren westlichen und einem jüngeren östlichen Kegel, dessen hufeisenförmiger Krater sich nach einem großen Bergsturz vor rund 2.500 Jahren nach Norden öffnet. Die Schuttlawine erreichte das Meer und schuf die inselreiche Lagune von Kisakata, die das Erdbeben von 1804 über den Meeresspiegel hob – jene Landschaft, die Bashō 1689 beschrieb.

Der heutige Gipfel, der Shinzan, ist ein Lavadom aus dem Ausbruch von 1801. Das poröse Gestein speichert Schmelzwasser, das an der Küste als kalte Quellen austritt.

Höhepunkte

  • Shinzan

    新山Shinzan

    Der Lavadom von 1801, höchster Punkt des Berges, über ein Blockchaos erreichbar.

  • Chōkai-See

    鳥海湖Chōkai-ko

    Kratersee am Westkegel, an der Hokodate-Route gelegen.

  • Mototaki

    元滝伏流水Mototaki fukuryūsui

    Quellwasser, das bei Nikaho auf der Akita-Seite aus bemoosten Felsen sprudelt, gespeist vom Schmelzwasser des Chōkai.

  • Kisakata

    象潟Kisakata

    Ehemalige Laguneninseln, die heute in Reisfeldern stehen; Naturdenkmal und Station auf Bashōs Reise.

Ökologie

Die isolierte Lage des Chōkai hat eine endemische Flora hervorgebracht; an den oberen Hängen gedeihen Alpenwiesen und Schneetälchenpflanzen, die unteren Flanken bedeckt Buchenwald.

Flora

  • Chōkai-fusuma

    チョウカイフスマchōkai-fusuma

    Kleine weiße Miere, endemisch auf dem Gipfelschotter des Chōkai.

  • Nikkō-kisuge

    ニッコウキスゲnikkō-kisuge

    Gelbe Taglilien färben im Juli die Wiesen.

  • Buche

    ブナbuna

    Ausgedehnte Wälder an den mittleren Hängen, etwa bei Nakajima-dai.

Fauna

  • Steinadler

    イヌワシinuwashi

    Brütet in den Schluchten des Vulkans.

  • Kragenbär

    ツキノワグマtsukinowaguma

    In den Buchenwäldern häufig.

Kultur

Der Chōkai galt als Wohnsitz der Gottheit Ōmonoimi-no-kami, die das Reich gegen die Völker des Nordens schützte; ihr Schrein erhielt in der Heian-Zeit hohen Hofrang. Shugendō-Anhänger stiegen von mehreren Basen auf, darunter Fukura und Warabioka auf der Yamagata-Seite sowie Yashima und Kisakata auf der Akita-Seite. Bashō besuchte Kisakata 1689 und verglich es mit Matsushima.

  • Ōmonoimi Jinja

    大物忌神社Ōmonoimi Jinja

    Hauptschrein von Dewa mit dem Gipfelheiligtum und Talschreinen in Fukura und Warabioka.

  • Kanmanji

    蚶満寺Kanmanji

    Tempel in Kisakata, verbunden mit Bashōs Besuch.

Geschichte

  1. vor ca. 2.500 Jahren

    Ein Flankenkollaps schafft den Nordkrater und die Inseln von Kisakata.

  2. 1689

    Bashō besucht Kisakata auf seiner Reise in den tiefen Norden.

  3. 1801

    Ein Ausbruch bildet den Lavadom Shinzan.

  4. 1804

    Ein Erdbeben hebt die Lagune von Kisakata trocken.

  5. 1963

    Ausweisung des Quasi-Nationalparks Chōkai.

  6. 1974

    Kleiner phreatischer Ausbruch.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Bis Juni verschneit; die Panoramastraße Chōkai Blue Line öffnet um Ende April mit hohen Schneewänden, Frühjahrsskilauf ist beliebt.

Sommer

Bergsaison von Juli bis September; auf den Wegen liegen noch Schneefelder, im Juli blühen die Blumen.

Herbst

Laubfärbung an den oberen Hängen Ende September und Anfang Oktober.

Winter

Sehr starker Schneefall und Sturm; hoch hinauf nur erfahrene Skibergsteiger.

Routen und Wege

  • Hokodate-Route (Akita-Seite)

    Von Hokodate in etwa 1.150 m an der Blue Line über den Chōkai-See und den Shichigosan zum Shinzan, 4,5–5 Stunden; lang, im Frühsommer mit Schneefeldern.

  • Yunodai-Route (Yamagata-Seite)

    Von Yunodai über die Hütte Taki-no-koya und das Schneefeld Kōsen-dai, etwa 4 Stunden zum Shinzan; kürzer, aber steiler und mit langen Schneepassagen.

  • Fukiura-Route ab Ōdaira

    Von Ōdaira am Yamagata-Abschnitt der Blue Line durch Blumenwiesen am Chōkai-See vorbei, 4,5–5 Stunden – der historische Pilgerzugang von Fukiura.

Praktische Hinweise

  • Den Ausgangspunkt Hokodate erreicht man über die Chōkai Blue Line, die von Frühjahr bis Herbst geöffnet ist; Busse fahren selten, die meisten kommen mit dem Auto.
  • Schneefelder können morgens vereist sein; leichte Steigeisen sind bis Juli nützlich.
  • Plötzlicher Nebel ist häufig – in den oberen Blockfeldern sorgfältig den Markierungen folgen.
  • Der Chōkai wird von der Japanischen Wetterbehörde als aktiver Vulkan überwacht.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Besteigung?

Von Hokodate auf der Akita-Seite etwa 4,5–5 Stunden zum Shinzan, vorbei am Chōkai-See und über den Sotorin-Grat; hin und zurück ein voller Tag von 8–9 Stunden.

Warum hält sich der Schnee so lange?

Der Berg fängt die starken Schneefälle vom Japanischen Meer ab; große Schneefelder bleiben bis in den Spätsommer liegen, Frühjahrsskilauf ist bis in den Juni möglich.

Ist der Chōkai aktiv?

Ja. Der Lavadom Shinzan entstand 1801, 1974 gab es einen kleinen phreatischen Ausbruch. Die Japanische Wetterbehörde überwacht den Vulkan.

Wo sieht man ihn am schönsten?

Im Frühjahr von den Reisfeldern der Shōnai-Ebene, wenn sich der verschneite Gipfel in den gefluteten Feldern spiegelt, und aus der Gegend von Kisakata an der Küste Akitas.

Quellen

  1. 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
  2. 2.火山登山者向けの情報提供ページ(鳥海山) (öffnet in neuem Tab) — 気象庁 (Japan Meteorological Agency)
  3. 3.日本ジオパークネットワーク (öffnet in neuem Tab) — 日本ジオパークネットワーク (Japanese Geoparks Network)
  4. 4.山形県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 山形県 (Yamagata Prefecture)

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