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Japan

Berge · Ibaraki

Tsukuba

筑波山つくばさんTsukuba-san

Der heilige Doppelgipfel der Kantō-Ebene, besungen seit dem Man'yōshū.

Der Tsukuba (筑波山, Tsukuba-san) ist ein Doppelgipfel in der Präfektur Ibaraki, dessen höhere Kuppe, der Nyotai-san, 877 m erreicht – der niedrigste der 100 berühmten Berge Japans. Einzeln aus der Kantō-Ebene aufragend, ist er seit dem Man'yōshū heiliger Berg und Motiv der Dichtung; das Sprichwort sagt: „Im Westen der Fuji, im Osten der Tsukuba.“

Höhe: 877 mQuasi-Nationalpark · 1959Japanischer Geopark · 2016100 berühmte BergeHeiliger Ort

Überblick

Der Tsukuba erhebt sich unvermittelt aus den flachen Reisfeldern Ibarakis, rund 60 km nordöstlich von Tokio; sein Doppelgipfel ist von weiten Teilen der Kantō-Ebene aus zu sehen, an klaren Wintertagen sogar aus dem Zentrum Tokios. Obwohl keine 900 m hoch, genießt er ein Ansehen weit über seine Höhe hinaus: Fukada Kyūya nahm ihn wegen seiner Geschichte, nicht wegen seiner Höhe unter die 100 berühmten Berge auf.

Der Berg selbst ist Verehrungsobjekt des Tsukubasan-Schreins, dessen Haupthalle auf halber Höhe am Südhang steht und dessen innere Schreine die beiden Gipfel krönen. Standseilbahn und Seilbahn erreichen den Gipfelgrat, und ein Wegenetz durch alten Wald und Felsformationen macht den Tsukuba zu einem der beliebtesten Wanderberge bei Tokio.

Landschaft und Entstehung

Der Tsukuba besteht überwiegend aus Gabbro, der den Gipfelbereich bildet, umgeben von Granit an den unteren Hängen. Beides sind Tiefengesteine, die vor rund 75 Millionen Jahren mehrere Kilometer unter der Oberfläche entstanden; Hebung und die Abtragung des weicheren Umgebungsgesteins ließen sie über die Ebene aufragen. Verwitterter Granit liefert die sandigen Böden der Vorberge, und Granit aus der Gegend wird seit Jahrhunderten abgebaut.

Am Gipfelgrat ist der Gabbro zu großen Blöcken verwittert, die Namen aus Legenden tragen, etwa der Benkei Nanamodori.

Höhepunkte

  • Nyotai-san

    女体山Nyotai-san

    Der höhere Gipfel, 877 m, ein Felsvorsprung mit dem inneren Schrein der Izanami und weitem Blick über den Kasumigaura-See.

  • Nantai-san

    男体山Nantai-san

    Der Westgipfel, 871 m, mit dem inneren Schrein des Izanagi und einer Wetterstation.

  • Benkei Nanamodori

    弁慶七戻りBenkei nanamodori

    Ein über dem Weg balancierender Felsblock – selbst der Kriegermönch Benkei soll siebenmal gezögert haben, darunter hindurchzugehen.

  • Gama-ishi

    ガマ石Gama-ishi

    Ein krötenförmiger Fels, der an die berühmten Krötenölverkäufer des Tsukuba erinnert.

Ökologie

Weil der Berg direkt aus der Ebene aufsteigt, wechselt die Vegetation von immergrünen Eichen am Fuß zu Buchen nahe dem Gipfel – für Kantō eine ungewöhnlich geringe Höhe für Buchenwald. Die Schreinwälder sind seit Jahrhunderten geschützt.

Flora

  • Buche

    ブナbuna

    Ein Reliktbestand an der Nordseite des Gipfelgrats.

  • Katakuri

    カタクリkatakuri

    Japanischer Hundszahn überzieht im April die Hänge nahe dem Gipfel.

  • Japanische Aprikose (Ume)

    ウメume

    Der Pflaumengarten am Südhang blüht im Februar und März.

Fauna

  • Japanische Kröte

    ニホンヒキガエルnihon-hikigaeru

    Das Tier hinter der Krötenöl-Folklore des Tsukuba.

  • Japanisches Eichhörnchen

    ニホンリスnihon-risu

    Lebt in den Schreinwäldern.

Kultur

Das Hitachi Fudoki (frühes 8. Jahrhundert) erzählt, wie der Tsukuba eine wandernde Ahnengottheit gastfreundlich aufnahm, die der Fuji abgewiesen hatte – deshalb blieb der Tsukuba grün und belebt, während der Fuji mit ewigem Schnee gestraft wurde. Im Man'yōshū finden sich Gedichte über das kagai (utagaki), festliche Zusammenkünfte auf dem Berg, bei denen junge Männer und Frauen Lieder austauschten. In der Edo-Zeit priesen Krötenölverkäufer (gama-no-abura) aus Tsukuba ihre Ware auf Jahrmärkten an; die Darbietung lebt als lokale Vortragskunst fort.

  • Tsukubasan Jinja

    筑波山神社Tsukubasan Jinja

    Der Schrein, dessen heiliger Körper der Berg ist; Haupthalle am Südhang, innere Schreine auf beiden Gipfeln.

  • Krötenöl-Vortrag

    ガマの油売り口上gama no abura-uri kōjō

    Die Verkaufsrede der Edo-zeitlichen Hausierer mit Schwert und Salbe, gepflegt von einem örtlichen Verein.

Geschichte

  1. frühes 8. Jh.

    Das Hitachi Fudoki überliefert die Sage von Tsukuba und Fuji.

  2. 8. Jh.

    Gedichte über die Liederfeste am Tsukuba gehen ins Man'yōshū ein.

  3. 1925

    Eröffnung der Standseilbahn.

  4. 1959

    Ausweisung des Quasi-Nationalparks Suigō-Tsukuba.

  5. 2016

    Das Tsukuba-Gebiet wird als japanischer Geopark anerkannt.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Pflaumenblüte im Februar und März, im April folgen Katakuri und Kirschblüte.

Sommer

Schwül und diesig; die Waldwege sind schattig, auf dem Gipfel weht eine kühlere Brise.

Herbst

Laubfärbung ab Mitte November; gegen Ende der Saison kehrt die klare Fernsicht zurück.

Winter

Trockene, klare Tage mit Blick zum Fuji und nach Tokio – der beste Winteraussichtspunkt der Kantō-Ebene.

Routen und Wege

  • Miyukigahara-Weg

    Vom Tsukubasan-Schrein entlang der Standseilbahn zum Nantai-san, etwa 90 Minuten; steil, aber leicht.

  • Shirakumobashi-Weg

    Vom Schrein an Felsformationen vorbei zum Nyotai-san, etwa 90 Minuten – der landschaftlich schönste Weg.

  • Otatsuishi-Weg

    Von der Seilbahnstation Tsutsujigaoka an Felsblöcken vorbei zum Nyotai-san, etwa 60 Minuten.

  • Standseilbahn und Seilbahn

    Die Standseilbahn erreicht den Sattel am Nantai-san, die Seilbahn den Nyotai-san; dazwischen ein kurzer Gratweg.

Praktische Hinweise

  • Der Tsukuba Express verbindet Akihabara mit Tsukuba; Shuttlebusse fahren vom Bahnhof zum Schrein und nach Tsutsujigaoka.
  • An Wochenenden und Feiertagen, besonders im Herbst, ist viel Betrieb; die Wege eignen sich für Einsteiger und Familien.
  • Nach Regen sind Granitsand und Wurzeln rutschig.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Aufstieg?

Vom Tsukubasan-Schrein über den Miyukigahara-Weg zum Nantai-san etwa 90 Minuten, über den Shirakumobashi-Weg zum Nyotai-san ähnlich lange. Die beiden Gipfel liegen eine Viertelstunde auseinander.

Ist der Tsukuba ein Vulkan?

Nein. Trotz seiner Form besteht er aus Gabbro und Granit, die vor rund 75 Millionen Jahren tief im Untergrund erstarrten und später durch Erosion freigelegt wurden.

Warum heißen die Gipfel „männlich“ und „weiblich“?

Nantai-san („männlicher Körper“) und Nyotai-san („weiblicher Körper“) werden als das Schöpferpaar Izanagi und Izanami verehrt; der Berg gilt als Symbol für Ehe und Eintracht.

Wie kommt man von Tokio hin?

Mit dem Tsukuba Express von Akihabara in etwa 45 Minuten nach Tsukuba, dann mit dem Shuttlebus zum Schrein oder zur Seilbahnstation.

Quellen

  1. 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
  2. 2.日本ジオパークネットワーク (öffnet in neuem Tab) — 日本ジオパークネットワーク (Japanese Geoparks Network)
  3. 3.茨城県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 茨城県 (Ibaraki Prefecture)

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