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Japan

Ibaraki · Hauptstadt · Kernstadt

Mito

水戸市みとしMito-shi

Pflaumenblüte, Gelehrsamkeit und die Tokugawa von Mito

Mito ist die Hauptstadt der Präfektur Ibaraki und die frühere Burgstadt der Mito-Linie der Tokugawa. Bekannt ist sie vor allem für den Kairakuen, einen der drei berühmtesten Landschaftsgärten Japans, für die Lehnsschule Kodokan und für Natto.

Überblick

Mito liegt auf einem schmalen Plateau zwischen dem Fluss Naka im Norden und dem Senba-See im Süden, etwa 100 km nordöstlich von Tokio. Von 1609 bis 1871 war die Stadt Sitz der Domäne Mito, eines der drei ranghöchsten Zweighäuser der Tokugawa. Seine Fürsten berieten den Shogun und meldeten sich im 19. Jahrhundert lautstark in der Landespolitik zu Wort.

Die geistige Tradition der Domäne – die Mito-Schule, angestoßen durch Tokugawa Mitsukunis Geschichtswerk und fortgeführt an der Akademie Kodokan – prägte die kaisertreue Ideologie, die der Meiji-Restauration vorausging. Ihr sichtbarstes Erbe ist der Kairakuen, den Tokugawa Nariaki 1842 zur Erholung auch der Stadtbevölkerung anlegen ließ. Zusammen mit dem Kenrokuen in Kanazawa und dem Korakuen in Okayama zählt er zu den drei großen Gärten Japans.

Die heutige Stadt ist Verwaltungs- und Handelszentrum Ibarakis, mit Präfekturregierung, Gerichten, Universität und dem Kulturzentrum Art Tower Mito. Da ein Luftangriff 1945 die Altstadt größtenteils zerstörte, lebt der historische Charakter vor allem im Burgbezirk, im Kodokan und in den Gärten am See fort.

Sehenswürdigkeiten

  • Kairakuen

    偕楽園Kairakuen

    Hanggarten mit rund 3.000 Pflaumenbäumen in etwa 100 Sorten, Bambushain, Zedernwald und Blick über den Senba-See.

  • Kobuntei

    好文亭Kōbuntei

    Dreistöckige Villa Nariakis im Kairakuen, nach 1945 rekonstruiert, mit bemalten Schiebetüren und Seeblick.

  • Kodokan

    弘道館Kōdōkan

    1841 gegründete Lehnsschule, an der auch der letzte Shogun Tokugawa Yoshinobu lernte; das Hauptgebäude ist Wichtiges Kulturgut.

  • Burgstätte Mito

    水戸城跡Mito-jō ato

    Erdwerk-Burg ohne Hauptturm; erhalten sind Trockengräben, das Yakuimon-Tor und das rekonstruierte Haupttor Otemon im Schulviertel Sannomaru.

  • Tokiwa-Schrein

    常磐神社Tokiwa Jinja

    Schrein am Kairakuen, Tokugawa Mitsukuni und Tokugawa Nariaki geweiht.

  • Tokugawa-Museum

    徳川ミュージアムTokugawa Myūjiamu

    Sammlung der Mito-Tokugawa: Rüstungen, Schwerter, Dokumente und die Manuskripte des Dai Nihonshi.

  • Art Tower Mito

    水戸芸術館Mito Geijutsukan

    Kulturzentrum von Arata Isozaki (1990) mit Galerie für Gegenwartskunst, Konzertsaal und Theater; Wahrzeichen ist der 100 m hohe, gedrehte Titanturm.

  • Senba-See

    千波湖Senba-ko

    See unterhalb des Kairakuen mit Uferweg, Schwänen und Kirschbäumen; mit dem Garten bildet er einen der größten Stadtparks der Welt.

Stadtviertel

  • Sannomaru

    三の丸Sannomaru

    Der frühere Burgbezirk mit Schulen, dem Kodokan und dem alten Präfekturgebäude.

  • Kairakuen und Senba

    千波Senba

    Der Grüngürtel westlich des Bahnhofs mit Garten, See, Tokiwa-Schrein und den Präfekturmuseen.

  • Bahnhofsviertel

    Das Geschäftszentrum an Nord- und Südausgang des Bahnhofs Mito mit Kaufhäusern und Busbahnhof.

  • Akatsuka

    赤塚Akatsuka

    Wohnviertel im Westen der Stadt mit eigenem Bahnhof an der Joban-Linie.

Geschichte

Auf dem Plateau stand seit dem späten 12. Jahrhundert eine Festung, zunächst im Besitz der Familie Baba, später der Familie Edo. 1590 eroberten die Satake, Herren über Hitachi, die Burg und machten sie zu ihrem Sitz, wurden aber 1602 nach Akita versetzt. Tokugawa Ieyasu übergab Mito seinen Söhnen; ab 1609 begründete Tokugawa Yorifusa die Linie der Mito-Tokugawa.

Unter Mitsukuni und später Nariaki wurde Mito zu einem Zentrum von Gelehrsamkeit und Reform. Die Politik der Domäne war aber auch gewaltsam: 1860 töteten Samurai aus Mito den Regenten Ii Naosuke, und der Aufstand der Tengu-Partei 1864 stürzte die Domäne in einen Bürgerkrieg. Nach 1871 wurde Mito Hauptstadt der Präfektur Ibaraki und erhielt 1889 als eine der ersten Gemeinden Japans das Stadtrecht.

  1. 1590

    Die Satake nehmen die Burg Mito ein und verlegen ihren Sitz von Ota hierher.

  2. 1609

    Tokugawa Yorifusa, elfter Sohn Ieyasus, wird Fürst von Mito.

  3. 1657

    Tokugawa Mitsukuni beginnt das Dai Nihonshi, eine Geschichte Japans, die erst 1906 vollendet wird.

  4. 1841

    Tokugawa Nariaki eröffnet den Kodokan, eine der größten Lehnsschulen der Edo-Zeit.

  5. 1842

    Eröffnung des Gartens Kairakuen, gedacht für Fürst und Bürger gleichermaßen.

  6. 1860

    Ehemalige Gefolgsleute aus Mito ermorden Ii Naosuke am Sakurada-Tor der Burg Edo.

  7. 1889

    Mito erhält mit der neuen Gemeindeordnung das Stadtrecht.

  8. 1945

    Ein Luftangriff am 2. August zerstört den größten Teil der Innenstadt.

  9. 2011

    Das Tōhoku-Erdbeben beschädigt Kodokan, Kairakuen und weite Teile der Stadt.

Kultur

Mitos Selbstverständnis ist eng mit den Tokugawa von Mito verknüpft, vor allem mit Mitsukuni, der als „Mito Komon“ – der inkognito reisende Altfürst einer langlebigen Fernsehserie – populär wurde. Den Jahreslauf bestimmen die Pflaumenblüte im Vorfrühling und der Buschklee im Kairakuen im Herbst. Mit dem Art Tower Mito und seinem Kammerorchester besitzt die Stadt zudem ein profiliertes Programm für Gegenwartskunst und Musik.

Feste

  • Pflaumenfest von Mito

    水戸の梅まつりMito no Ume Matsuri

    Von Mitte Februar bis in den März im Kairakuen und im Kodokan, mit Teezeremonien und „Pflaumenbotschafterinnen“.

  • Mito-Komon-Fest

    水戸黄門まつりMito Kōmon Matsuri

    Sommerfest Anfang August mit Umzügen, tragbaren Schreinen und Feuerwerk über dem Senba-See.

  • Buschkleefest

    水戸の萩まつりMito no Hagi Matsuri

    Im September, wenn im Kairakuen der Hagi (Buschklee) blüht.

Essen

  • Natto

    水戸納豆Mito nattō

    Natto aus kleinen Bohnen, traditionell in Reisstroh (Waratsuto) verpackt – das Mitbringsel aus Mito schlechthin.

  • Seeteufel-Eintopf

    あんこう鍋ankō-nabe

    Winterspezialität der Küste Ibarakis, in vielen Restaurants Mitos zu haben.

  • Mito no Ume

    水戸の梅Mito no Ume

    Klassische Süßigkeit: Bohnenmus, umhüllt von einem kandierten Shiso-Blatt.

  • Pflaumenprodukte

    梅干しumeboshi

    Salzpflaumen und Pflaumenwein als Erbe der Pflaumenkultur der Stadt.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Mito wird von Limited Express-Zügen der JR Joban-Linie aus Tokio und Ueno (etwa 70–80 Minuten) sowie von der JR Suigun-Linie Richtung Fukuroda bedient.
  • Die Oarai-Kashima-Linie der Kashima Rinkai Railway fährt von Mito an die Küste nach Oarai und weiter nach Kashima.
  • Zum Kairakuen gelangt man mit dem Bus oder in etwa 30 Minuten zu Fuß; während des Pflaumenfests hält die Joban-Linie an einem Saisonbahnhof direkt am Garten.
  • Busse verbinden Mito mit dem Flughafen Ibaraki und mit Tokio; die Stadt liegt an Joban- und Kita-Kanto-Autobahn.

Ausflüge

  • Fukuroda-Wasserfall

    袋田の滝Fukuroda-no-taki

    Vierstufiger Wasserfall im Tal von Okukuji, etwa eine Stunde mit der JR Suigun-Linie.

  • Hitachi Seaside Park

    国営ひたち海浜公園Kokuei Hitachi Kaihin Kōen

    Küstenpark in Hitachinaka, berühmt für blaue Nemophila im Frühjahr und rote Kochia im Herbst.

  • Oarai

    大洗Ōarai

    Hafenort mit dem Oarai-Isosaki-Schrein, dessen Torii auf einem Felsen in der Brandung steht, dazu Aquarium und Fischmärkte.

  • Kasama

    笠間Kasama

    Töpferstadt mit dem Kasama-Inari-Schrein, einem der drei großen Inari-Schreine Japans.

  • Tsukuba

    Wissenschaftsstadt und Berg Tsukuba, rund eine Autostunde südwestlich.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wann blühen die Pflaumen im Kairakuen?

Dank früher und später Sorten reicht die Blüte etwa von Mitte Februar bis Ende März; am schönsten ist sie meist Anfang März.

Gehört der Kairakuen zu den drei großen Gärten Japans?

Ja. Traditionell zählt er zusammen mit dem Kenrokuen in Kanazawa und dem Korakuen in Okayama zu den drei berühmtesten Gärten des Landes.

Warum ist Mito für Natto berühmt?

In der Gegend gedeihen kleine, für Natto ideale Sojabohnen, und seit dem späten 19. Jahrhundert wurde Natto am Bahnhof Mito an Reisende verkauft – so wurde es zum Markenzeichen der Stadt.

Wer war Mito Komon?

So nennt man volkstümlich Tokugawa Mitsukuni, den zweiten Fürsten von Mito. Legenden und eine jahrzehntelang laufende Fernsehserie zeigen ihn, wie er unerkannt durchs Land reist und Unrecht bestraft.

Lässt sich Mito als Tagesausflug von Tokio aus besuchen?

Ja. Mit dem Limited Express dauert die Fahrt etwa 70–80 Minuten; Kairakuen, Kodokan und Senba-See sind gut an einem Tag zu schaffen.

Quellen

  1. 1.水戸市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 水戸市 (Mito City)
  2. 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
  3. 3.茨城県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 茨城県 (Ibaraki Prefecture)
  4. 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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