Ibaraki · Stadt
Tsukuba
つくば市つくばしTsukuba-shiJapans Wissenschaftsstadt unter einem heiligen Berg
Tsukuba ist eine Planstadt im Süden der Präfektur Ibaraki, ab den 1960er-Jahren als nationales Zentrum für Forschung und Hochschulbildung angelegt. Hier sitzen Dutzende staatlicher Forschungsinstitute, die Universität Tsukuba und das Raumfahrtzentrum der JAXA – zu Füßen des alten heiligen Berges, der der Stadt ihren Namen gab.
Überblick
Tsukuba erstreckt sich vom Fuß des Berges Tsukuba nach Süden über eine flache Terrasse aus Ackerland und Kiefernwald zwischen den Flüssen Kokai und Sakura. 1963 wählte die Regierung dieses Gebiet, um Tokio zu entlasten: Staatliche Forschungsinstitute und eine nationale Universität sollten hierher umziehen. In den folgenden zwei Jahrzehnten entstand entlang einer Nord-Süd-Achse aus Parks und Fußwegen eine neue Stadt, deren Laborcampus im Grünen liegen.
Das Ergebnis ist eine der größten Forschungskonzentrationen Asiens: die Universität Tsukuba, das Nationale Institut für fortgeschrittene Industriewissenschaft und Technologie (AIST), das Beschleunigerzentrum KEK, das Nationale Institut für Materialwissenschaften, die japanische Landesvermessung GSI, Agrar- und Bauforschungsinstitute sowie das wichtigste Raumfahrtzentrum der JAXA. Mehrere Nobelpreisträger haben hier gearbeitet, und die Bevölkerung ist für japanische Verhältnisse ausgesprochen international.
Seit 2005 verbindet der Tsukuba Express die Stadt direkt mit Akihabara; entlang der Strecke wachsen neue Wohnviertel. Außerhalb des geplanten Kerns ist Tsukuba ländlich geblieben, mit alten Dorfzentren, Reisfeldern und im Norden dem Schrein und den Wanderwegen des Tsukuba.
Sehenswürdigkeiten
Berg Tsukuba und Tsukubasan-Schrein
筑波山神社Tsukubasan JinjaSchrein, dessen Gottheit der Berg selbst ist; Männer- und Frauengipfel (Nantai-san, Nyotai-san) sind über Wanderwege, Standseilbahn und Seilbahn erreichbar.
JAXA-Raumfahrtzentrum Tsukuba
筑波宇宙センターTsukuba Uchū SentāJapans wichtigstes Raumfahrtzentrum und Kontrollstelle des Kibo-Moduls der Internationalen Raumstation, mit öffentlicher Ausstellungshalle.
Geologisches Museum
地質標本館Chishitsu HyōhonkanMuseum des AIST zur Geologie des japanischen Archipels mit Gesteins-, Mineral- und Fossiliensammlung.
Museum für Karten und Vermessung
地図と測量の科学館Chizu to Sokuryō no KagakukanMuseum der Landesvermessung GSI mit begehbarer Reliefkarte Japans und historischen Messinstrumenten.
Botanischer Garten Tsukuba
筑波実験植物園Tsukuba Jikken ShokubutsuenForschungsgarten des Nationalmuseums für Natur und Wissenschaft, gegliedert nach den Vegetationszonen Japans.
Tsukuba Center Building
つくばセンタービルTsukuba Sentā BiruPostmoderner Bürgerkomplex mit Platz von Arata Isozaki (1983), ein Schlüsselwerk der japanischen Architektur jener Zeit.
Tsukuba Expo Center
つくばエキスポセンターTsukuba Ekisupo SentāWissenschaftsmuseum mit Planetarium aus der Zeit der Expo ’85; davor steht ein Modell der H-II-Rakete in Originalgröße.
Stadtviertel
Tsukuba Center
つくばセンターTsukuba SentāDas geplante Zentrum am Bahnhof Tsukuba mit Geschäften, Hotels, Busbahnhof und zentraler Parkachse.
Tennodai
天王台TennōdaiCampusviertel der Universität Tsukuba nördlich des Zentrums.
Hojo
北条HōjōAlter Marktflecken am Fuß des Tsukuba mit Speicher- und Kaufmannshäusern.
Gasthäuser, Läden und Schrein am Ausgangspunkt der Bergpfade und der Standseilbahn.
Kenkyu-gakuen
研究学園Kenkyū-gakuenNeues Viertel um den gleichnamigen Bahnhof des Tsukuba Express, mit dem Rathaus.
Geschichte
Der Tsukuba erscheint in der Gedichtsammlung Man’yōshū und im Hitachi no Kuni Fudoki, das die Utagaki beschreibt – Liederfeste an seinen Hängen, bei denen junge Männer und Frauen Gedichte austauschten. Über Jahrhunderte war der Berg ein Zentrum shintoistischer und buddhistischer Verehrung; der Marktflecken Hojo zu seinen Füßen versorgte Pilger und Bauern.
Die moderne Stadt ist ein Produkt staatlicher Planung. Nach dem Kabinettsbeschluss von 1963 wurde die Pädagogische Hochschule Tokio 1973 als Universität Tsukuba neu gegründet, bis 1980 waren die meisten vorgesehenen Institute umgezogen. Die Weltausstellung Expo ’85 machte den Namen international bekannt. Die Stadt Tsukuba entstand 1987 durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden; 2002 kam Kukizaki hinzu.
8. Jahrhundert
Berg Tsukuba und seine Liederfeste werden im Hitachi no Kuni Fudoki und im Man’yōshū festgehalten.
1864
Die kaisertreue Tengu-Partei aus Mito erhebt sich am Berg Tsukuba.
1963
Das Kabinett beschließt den Bau einer Forschungs- und Universitätsstadt am Fuß des Tsukuba.
1973
Eröffnung der Universität Tsukuba als Nachfolgerin der Pädagogischen Hochschule Tokio.
1980
Der Umzug der meisten staatlichen Forschungsinstitute ist abgeschlossen.
1985
Die Internationale Wissenschafts- und Technikausstellung (Expo ’85) findet in Tsukuba statt.
1987
Gründung der Stadt Tsukuba durch Gemeindefusion; 2002 kommt Kukizaki hinzu.
2005
Der Tsukuba Express zwischen Akihabara und Tsukuba wird eröffnet.
Kultur
Das kulturelle Leben Tsukubas prägen die Forschungscampus: Tage der offenen Tür, Wissenschaftsfeste, Vorträge und eine große internationale Gemeinschaft aus Forschenden und Studierenden. Die alte Bergkultur lebt am Tsukubasan-Schrein fort, und die Verkaufsrede des Krötenöl-Händlers (Gama no abura-uri) wird als lokale Vortragskunst gepflegt.
Feste
Ozagawari-Fest
御座替祭Ozagawari-saiAm 1. April und 1. November am Tsukubasan-Schrein: Die Gottheiten werden rituell zwischen Gipfel und unterem Schrein umgesetzt.
Matsuri Tsukuba
まつりつくばMatsuri TsukubaDas Sommerfest der Stadt Ende August mit Umzügen und einem Nebuta-Festwagen im Zentrum.
Pflaumenfest am Tsukuba
筑波山梅まつりTsukubasan Ume MatsuriVon Februar bis in den März im Pflaumenhain am Westhang des Berges.
Essen
Fukure-Mandarine
福来みかんfukure mikanWinzige, duftende Zitrusfrucht von den Hängen des Tsukuba, getrocknet als Zutat der Gewürzmischung Shichimi.
Hitachi-Aki-Soba
常陸秋そばHitachi aki sobaGeschätzte Buchweizensorte Ibarakis, serviert in den Soba-Lokalen am Bergfuß.
Internationale Küche
Dank der Forschergemeinde bietet Tsukuba für eine Stadt seiner Größe ungewöhnlich viele ausländische Restaurants.
Unterwegs vor Ort
- Der Tsukuba Express verbindet den Bahnhof Tsukuba im Rapid-Zug in etwa 45 Minuten mit Akihabara in Tokio.
- Der Busbahnhof Tsukuba Center ist Knoten für Stadtbusse, den Shuttle zum Berg Tsukuba und Fernbusse zum Bahnhof Tokio sowie zu den Flughäfen Narita und Haneda.
- Die Bahnhöfe Tsuchiura und Hitachino-Ushiku an der JR Joban-Linie sind per Bus mit dem Zentrum verbunden.
- Die Stadt ist weitläufig; zu Instituten und Berg gelangt man am besten per Fahrrad auf den eigenen Radwegen, mit dem Bus oder dem Auto.
Ausflüge
Aufstieg zu Fuß oder mit der Standseilbahn zu den Doppelgipfeln mit Blick über die Kanto-Ebene.
Kasumigaura und Tsuchiura
霞ヶ浦KasumigauraRadwege am Seeufer und die alte Burgstadt Tsuchiura.
Ushiku Daibutsu
牛久大仏Ushiku DaibutsuEine 120 m hohe Bronzestatue des Amida-Buddha im benachbarten Ushiku, eine der höchsten Statuen der Welt.
Garten Kairakuen und Kodokan in der Präfekturhauptstadt.
Direkt mit dem Tsukuba Express.
Weitere Städte der Präfektur
Häufige Fragen
Was ist die Wissenschaftsstadt Tsukuba?
Eine ab den 1960er-Jahren staatlich geplante Forschungs- und Universitätsstadt, in die Dutzende nationale Forschungsinstitute und die Universität Tsukuba aus Tokio verlegt wurden.
Wie kommt man von Tokio nach Tsukuba?
Mit dem Tsukuba Express ab Akihabara bis zum Bahnhof Tsukuba, im Rapid-Zug etwa 45 Minuten. Außerdem fahren Fernbusse ab dem Bahnhof Tokio.
Kann man das JAXA-Zentrum besichtigen?
Ja, die Ausstellungshalle mit Satelliten- und Raketenmodellen und einem Nachbau des Kibo-Moduls ist öffentlich zugänglich, dazu gibt es Führungen; die Bedingungen nennt die JAXA-Website.
Studieren viele Ausländer in Tsukuba?
Ja. Die Universität Tsukuba und die Institute ziehen viele internationale Studierende und Forschende an und viele Programme werden auf Englisch angeboten.
Wie lange dauert der Aufstieg auf den Tsukuba?
Die Hauptwege vom Schrein zu den Gipfeln dauern zu Fuß etwa 90 Minuten; alternativ fahren Standseilbahn und Seilbahn.
Weiterlesen
Quellen
- 1.つくば市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — つくば市 (Tsukuba City)
- 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
- 3.筑波宇宙センター (öffnet in neuem Tab) — 宇宙航空研究開発機構 (JAXA)
- 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO