Berge · Hokkaido
Yōtei
羊蹄山ようていざんYōtei-zanEzo-Fuji: Hokkaidos ebenmäßiger Vulkan über den Pulverschneehängen von Niseko.
Der Yōtei (羊蹄山, Yōtei-zan), 1.898 m, ist ein nahezu vollkommener Vulkankegel im Südwesten Hokkaidos, wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Fuji „Ezo-Fuji“ genannt. Einzeln über der Gegend von Niseko und Kutchan aufragend, ist er ein aktiver Vulkan, dessen poröse Hänge berühmte Quellen am Fuß speisen.
Überblick
Der Yōtei steht einzeln in der Region Shiribeshi westlich von Sapporo, ein symmetrischer Kegel, der zum Vergleich mit dem Fuji einlädt. Städte und Höfe umringen seinen Fuß – Kutchan, Niseko, Makkari, Kimobetsu und Kyōgoku –, und von den Skigebieten Nisekos jenseits des Tals beherrscht sein Umriss das Bild.
Der Berg ist ein klassisches Wanderziel: Vier steile Wege führen zum Rand eines großen Gipfelkraters, des Chichigama („Vaterkessel“), von dem der Blick über die Niseko-Kette, den Tōya-See und das Japanische Meer reicht. Im Winter locken seine Flanken Tourengeher.
Landschaft und Entstehung
Der Yōtei ist ein junger Schichtvulkan, der in den letzten Zehntausenden Jahren aus andesitischer und basaltischer Lava und Asche gewachsen ist. Sein Gipfelkrater misst rund 700 m im Durchmesser und ist 200 m tief, daneben liegen kleinere Krater. Aus historischer Zeit ist kein Ausbruch bekannt, doch die Japanische Wetterbehörde stuft den Vulkan als aktiv ein.
Der poröse Vulkankörper speichert gewaltige Wassermengen, die als kalte Quellen rund um den Fuß wieder austreten und Landwirtschaft wie Getränkeherstellung versorgen.
Höhepunkte
Chichigama
父釜ChichigamaDer Hauptkrater, umrundet von einem Randweg (etwa 1–1,5 Stunden) mit dem höchsten Punkt an der Westseite.
Fukidashi-Park
ふきだし公園Fukidashi kōenPark in Kyōgoku, in dem das Quellwasser des Yōtei in großen Mengen aus der Lava sprudelt.
Hangetsu-ko
半月湖Hangetsu-koKleiner halbmondförmiger Kratersee am Ausgangspunkt Kutchan.
Ökologie
Weil der Yōtei isoliert und weit im Norden liegt, verläuft die Baumgrenze bei etwa 1.500 m, und Alpenpflanzen wachsen bis nah an den Kraterrand. Die Flora umfasst Arten an ihrer Verbreitungsgrenze; die Gipfelwiesen blühen im Juli.
Flora
Ezo-kozakura
エゾコザクラezo-kozakuraRosa Primel der Kraterhänge.
Ermans Birke
ダケカンバdakekanbaBildet den verkrüppelten Waldsaum unterhalb der alpinen Stufe.
Fauna
Braunbär
ヒグマhigumaLebt in den Wäldern rund um den Berg.
Nördlicher Pfeifhase
エゾナキウサギezo-nakiusagiIn felsigen Bereichen der oberen Hänge.
Kultur
Der Ainu-Name Makkarinupuri bezieht sich auf den Berg am Fluss Makkari; die Ainu kannten ihn als heiligen Gipfel. Die Schriftzeichen 後方羊蹄 erscheinen im Nihon Shoki für einen Ort im Norden und gaben später der Region den Namen Shiribeshi. Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Fuji setzte sich unter den japanischen Siedlern der Name Ezo-Fuji durch.
Kutchan
倶知安町Kutchan-chōHauptort am Fuß, Ausgangspunkt für den Yōtei und die Skigebiete von Niseko.
Geschichte
7. Jh.
Das Nihon Shoki erwähnt Shiribeshi (後方羊蹄), später mit dem Berg verbunden.
1949
Ausweisung des Nationalparks Shikotsu-Tōya, zu dem der Yōtei gehört.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Schnee bedeckt den oberen Kegel bis in den Juni; Skitouren im Frühjahr sind beliebt.
Sommer
Wandersaison von Ende Juni bis Anfang Oktober; im Juli blühen die Alpenblumen am Krater.
Herbst
Laubfärbung Ende September und im Oktober; der erste Schnee fällt oft im Oktober.
Winter
Tiefer Pulverschnee und starker Wind; Abfahrten in den Krater und über die Flanken nur für erfahrene Tourengeher.
Routen und Wege
Makkari-Route
Von Südwesten, etwa 4,5–5 Stunden Aufstieg – die beliebteste und am wenigsten steile, aber dennoch lange Route.
Kutchan-Route (Hirafu)
Von Nordwesten nahe dem Hangetsu-ko, etwa 5 Stunden; steil, mit Blick über Niseko.
Kyōgoku-Route
Von Nordosten, etwa 5 Stunden – die steilste Route mit wenig Schatten.
Kimobetsu-Route
Von Südosten, etwa 5,5 Stunden – der längste und am wenigsten begangene Weg.
Praktische Hinweise
- Die Ausgangspunkte erreicht man mit Auto oder Taxi ab Kutchan, Makkari, Kyōgoku oder Kimobetsu; Kutchan liegt etwa zwei Stunden von Sapporo entfernt (Bahn oder Bus).
- Unterwegs gibt es kein Wasser – für einen ganzen Tag vorsorgen.
- Es gibt Braunbären; Glocke oder Spray mitführen.
- Der Yōtei wird von der Japanischen Wetterbehörde als aktiver Vulkan überwacht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Aufstieg?
Alle vier Wege überwinden von ihren Ausgangspunkten etwa 1.500–1.600 Höhenmeter. Der Aufstieg dauert 4,5–5,5 Stunden, der Abstieg etwa 3,5 Stunden – eine lange, anstrengende Tagestour.
Warum heißt er auch Shiribeshi-yama?
Der alte Name 後方羊蹄山 wird nach dem historischen Bezirksnamen Shiribeshi-yama gelesen; unter diesem Namen führte ihn Fukada Kyūya. Der heutige Name Yōtei-zan geht auf eine andere Lesung der letzten Schriftzeichen zurück.
Gibt es eine Hütte?
Nahe dem Gipfelkrater bietet die Yōtei-Hütte im Sommer eine einfache Unterkunft; Zustand und Betrieb vorab klären.
Woher kommt das Quellwasser am Fuß?
Regen und Schmelzwasser versickern im Vulkan und treten nach Jahren an Quellen rund um den Fuß wieder aus – am bekanntesten im Fukidashi-Park in Kyōgoku.
Weiterlesen
Quellen
- 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
- 2.支笏洞爺国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
- 3.火山登山者向けの情報提供ページ(羊蹄山) (öffnet in neuem Tab) — 気象庁 (Japan Meteorological Agency)
- 4.北海道庁ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 北海道 (Hokkaido Government)