Nationalparks · Tottori, Shimane, Okayama
Nationalpark Daisen-Oki
大山隠岐国立公園だいせんおきこくりつこうえんDaisen-Oki Kokuritsu KōenDer heilige Berg von Hōki und die Inseln der Verbannten
Der Nationalpark Daisen-Oki verbindet den Daisen, den höchsten Berg der Region Chūgoku, mit dem Hiruzen-Hochland, dem Sanbe, der Shimane-Halbinsel und den Oki-Inseln im Japanischen Meer. 1936 als Nationalpark Daisen ausgewiesen, erhielt er 1963 seine heutige Gestalt und seinen Namen.
Überblick
Der Nationalpark Daisen-Oki besteht aus mehreren Teilen, die durch die alten Provinzen Hōki, Izumo und Oki verbunden sind. Sein Mittelpunkt ist der Daisen, ein 1.729 m hoher Vulkan, der das westliche Tottori beherrscht und wegen seines ebenmäßigen Profils von Westen her „Hōki-Fuji“ heißt. Im Süden liegt an der Grenze zu Okayama das grasige Hiruzen-Hochland, im Westen der Sanbe im Inneren Shimanes und die schroffe Nordküste der Shimane-Halbinsel, draußen im Japanischen Meer, 40 bis 80 km vor der Küste, die Oki-Inseln.
Ausgewiesen wurde der Park am 1. Februar 1936 als Nationalpark Daisen. 1963 kamen die Oki-Inseln, die Shimane-Halbinsel und das Gebiet des Sanbe hinzu, und er erhielt den Namen Daisen-Oki. Mit den Erweiterungen gewann er eine Steilküste und eine Landschaft, die tief in der Mythologie von Izumo verwurzelt ist.
Die Oki-Inseln, deren Geologie und abgeschiedene Ökosysteme die Trennung Japans vom Festland dokumentieren, wurden 2009 japanischer Geopark und 2013 in das Globale Geopark-Netzwerk aufgenommen.
Landschaft und Entstehung
Der Daisen ist ein Stratovulkan, der in etwa der letzten Million Jahre aufgebaut wurde; seine letzten Ausbrüche, bei denen Lavadome im Gipfelbereich entstanden, liegen einige zehntausend Jahre zurück. Die Erosion hat Nord- und Südflanke seither in senkrechte, bröckelnde Wände verwandelt, während die Westflanke den glatten Kegel des Hōki-Fuji-Blicks bewahrt. Die Hiruzen-Gruppe im Süden ist älter und sanfter und erhebt sich über einem Hochplateau.
Der Sanbe ist ein jüngerer Vulkan mit zentralem Krater und einem Ring von Gipfeln; ein Ausbruch vor rund 4.000 Jahren begrub einen Zedernwald, der als „versunkener Wald von Sanbe“ freigelegt wurde. Die Oki-Inseln sind Reste von Vulkanen, die sich während der Öffnung des Japanischen Meeres bildeten: Die drei westlichen Inseln von Dōzen umrahmen eine Caldera, und die Brandung hat sie zu Klippen wie dem rund 250 m hohen Matengai geformt.
Höhepunkte
- 大山Daisen
Höchster Berg der Region Chūgoku; Wanderer steigen auf den Nebengipfel Misen (1.709 m), da der brüchige Hauptgipfel gesperrt ist.
Hiruzen-Hochland
蒜山高原Hiruzen KōgenGrasiges Hochland am Fuß der drei Hiruzen-Gipfel, bekannt für seine Jersey-Rinder.
Sanbe
三瓶山Sanbe-sanGipfelring um einen Krater mit dem Osanbe (1.126 m) als höchstem Punkt, Grashängen und dem versunkenen Wald.
Kuniga-Küste
国賀海岸Kuniga KaiganSteilküste auf Nishinoshima (Oki) mit der gewaltigen Wand des Matengai und dem Felsbogen Tsūtenkyō.
Rōsokujima
ローソク島RōsokujimaKerzenförmiger Brandungspfeiler vor Dōgo; bei Sonnenuntergang scheint die Sonne vom Boot aus gesehen wie eine Flamme auf seiner Spitze zu sitzen.
Hinomisaki
日御碕HinomisakiKap an der Westspitze der Shimane-Halbinsel mit hohem weißem Steinleuchtturm und dem Schrein Hinomisaki Jinja.
Natur
Ökologie
Am Daisen wächst einer der größten Buchenwälder Westjapans; darüber folgt nahe dem Gipfel eine Zone niederliegender Eiben, die als besonderes Naturdenkmal geschützt ist. Die Grasländer von Hiruzen und Sanbe sind halbnatürlich und werden durch Beweidung und Abbrennen offengehalten. Auf den Oki-Inseln wachsen Pflanzen nördlicher und südlicher, alpiner und küstennaher Herkunft in geringer Höhe nebeneinander, und in der Abgeschiedenheit haben sich endemische Tierarten entwickelt.
Flora
Daisen-Zwergeibe
ダイセンキャラボクDaisen kyarabokuKriechende Form der Japanischen Eibe, die nahe dem Gipfel Reinbestände bildet; besonderes Naturdenkmal.
Japanische Buche
ブナbunaDer Buchenwald der mittleren Daisen-Hänge, einer der schönsten Westjapans.
Oki-Rhododendron
オキシャクナゲoki shakunageRegionale Rhododendron-Form der Oki-Inseln, die auf Dōgo ungewöhnlich tief wächst und im Frühling blüht.
Fauna
Oki-Winkelzahnmolch
オキサンショウウオOki sanshōuoKleiner Schwanzlurch, der nur auf der Insel Dōgo vorkommt.
Weißgesicht-Sturmtaucher
オオミズナギドリōmizunagidoriSeevogel, der auf kleinen Inseln der Oki-Gruppe in Erdhöhlen brütet.
Kragenbär
ツキノワグマtsukinowagumaDie Population des westlichen Chūgoku streift bis in die Wälder von Daisen und Hiruzen.
Kultur
Der Daisen war ein heiliger Berg, lange bevor er Wanderziel wurde. Der der Überlieferung nach 718 gegründete Tempel Daisen-ji wuchs zu einem der großen Zentren des Tendai-Buddhismus und der Bergaskese in Westjapan; zum Schrein Ōgamiyama Jinja Okunomiya führt ein langer, mit Steinen gepflasterter Weg. Der Kunibiki-Mythos im Izumo Fudoki von 733 erzählt, wie ein Gott Land über das Meer heranzog, um Izumo zu vergrößern, und es mit Seilen an Daisen und Sanbe festband.
Die Oki-Inseln waren Verbannungsort der Unterlegenen: Der abgedankte Kaiser Go-Toba wurde nach dem Jōkyū-Krieg von 1221 hierher verbannt und starb auf Nakanoshima; Kaiser Go-Daigo floh 1333 von Oki und stürzte das Kamakura-Shogunat. Die Inseln bewahren eigene Bräuche wie das Stierringen (ushi-zumō) auf Dōgo.
Daisen-ji
大山寺Daisen-jiHistorischer Tempel an der Nordflanke des Daisen, Ausgangspunkt des Hauptwegs zum Gipfel.
Ōgamiyama Jinja Okunomiya
大神山神社奥宮Ōgamiyama Jinja OkunomiyaGroße Schreinhalle im Wald oberhalb des Daisen-ji, erreichbar über einen langen gepflasterten Weg.
Oki-Schrein
隠岐神社Oki JinjaSchrein auf Nakanoshima zu Ehren Kaiser Go-Tobas, nahe dem Ort seines Exils.
- 出雲大社Izumo Ōyashiro
Einer der ältesten und bedeutendsten Schreine Japans, am Westende der Shimane-Halbinsel nahe Hinomisaki.
Geschichte
718
Überliefertes Gründungsjahr des Tempels Daisen-ji.
733
Das Izumo Fudoki verzeichnet den Kunibiki-Mythos mit Daisen und Sanbe als Pfosten der Göttertaue.
1221
Der abgedankte Kaiser Go-Toba wird nach dem Jōkyū-Krieg auf die Oki-Inseln verbannt.
1333
Kaiser Go-Daigo entkommt aus dem Exil auf Oki.
1936
Ausweisung des Nationalparks Daisen am 1. Februar.
1963
Oki-Inseln, Shimane-Halbinsel und Sanbe kommen hinzu; Umbenennung in Daisen-Oki.
2013
Die Oki-Inseln werden ins Globale Geopark-Netzwerk aufgenommen, später UNESCO-Geopark.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Am Daisen liegt bis in den April Schnee, während der untere Buchenwald im Mai frisch ergrünt; auf Oki blüht der Rhododendron.
Sommer
Hauptbergsaison am Daisen; kühles Grasland auf Hiruzen und ruhige See für Bootstouren um Oki.
Herbst
Ab Mitte Oktober färben sich Buchen und Ahorne am Daisen, schöner Blick vom Kagikake-Pass; Pampasgras am Sanbe.
Winter
Der Daisen trägt viel Schnee, an seiner Nordflanke liegen Skigebiete; die Überfahrt nach Oki ist oft stürmisch.
Routen und Wege
Natsuyama-Weg auf den Daisen
Normalweg vom Daisen-ji durch Buchenwald zum Misen, etwa drei Stunden Aufstieg; im Gipfelbereich führt ein Bohlenweg durch die Zwergeiben.
Die drei Gipfel von Hiruzen
Gratwanderung über Kami-, Naka- und Shimo-Hiruzen mit weitem Blick zum Daisen.
Rund um den Osanbe
Wege um und über den Gipfelring des Sanbe, durch Grasland und Wald.
Küstenweg von Kuniga
Grasiger Klippenpfad auf Nishinoshima vom Matengai zum Felsbogen Tsūtenkyō, vorbei an weidenden Pferden und Rindern.
Praktische Hinweise
- Ausgangspunkt für den Daisen ist Yonago mit Flughafen und der JR-Hakubi-Linie von Okayama; Busse fahren hinauf zum Daisen-ji.
- Fähren und Schnellboote verbinden Shichirui und Sakaiminato mit den Oki-Inseln; auf Dōgo gibt es zudem einen Flughafen.
- Das Wetter am Daisen schlägt schnell um, die Grate sind exponiert; auf markierten Wegen bleiben, der brüchige Gipfelgrat ist gesperrt.
- Im Winter fallen Überfahrten nach Oki bei schlechtem Wetter häufig aus.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Daisen?
Sein höchster Punkt, der Kengamine, liegt auf 1.729 m – damit ist er der höchste Berg der Region Chūgoku. Wanderer enden meist auf dem Misen (1.709 m).
Warum heißt der Daisen „Hōki-Fuji“?
Von Westen, etwa aus Yonago, wirkt sein Kegel so ebenmäßig wie der Fuji; Hōki ist der alte Provinzname des westlichen Tottori.
Gehören die Oki-Inseln zum Nationalpark?
Ja, seit 1963, als der Park in Daisen-Oki umbenannt wurde. Sie sind außerdem UNESCO-Geopark.
Welche Kaiser wurden nach Oki verbannt?
Der abgedankte Kaiser Go-Toba nach 1221, der dort starb, und Kaiser Go-Daigo 1332, der im Jahr darauf entkam.
Weiterlesen
Quellen
- 1.環境省_大山隠岐国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
- 2.環境省_国立公園_国立公園一覧 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
- 3.日本ジオパークネットワーク (öffnet in neuem Tab) — 日本ジオパークネットワーク (Japanese Geoparks Network)
- 4.National Parks of Japan (öffnet in neuem Tab) — Ministry of the Environment, Government of Japan