Wasserfälle · Wakayama
Nachi-Wasserfall
那智滝なちのたきNachi no TakiEin Wasserfall, der als Gott verehrt wird
Der Nachi-Wasserfall (Nachi no Taki) in der Präfektur Wakayama fällt 133 Meter in einem einzigen Sturz – so hoch wie kein anderer Fall Japans. Als eigenständige Gottheit verehrt, ist er das heilige Zentrum des Kumano-Nachi-Taisha und Teil des Welterbes im Kii-Gebirge.
Überblick
Der Nachi-Wasserfall liegt in den bewaldeten Hügeln über der Küste im Süden der Präfektur Wakayama, in der Gemeinde Nachikatsuura. Der Nachi-Fluss stürzt über eine Wand aus hartem Vulkangestein 133 Meter in die Tiefe – der höchste ununterbrochene Fall Japans und neben Kegon und Fukuroda einer der drei großen Wasserfälle des Landes.
Er ist der erste und größte der 48 Fälle der Nachi-Berge und wird seit alters als Kami verehrt. Der Hirō-Schrein an seinem Fuß besitzt keine Haupthalle: Der Wasserfall selbst ist das Verehrungsobjekt. Zusammen mit dem Kumano-Nachi-Taisha und dem buddhistischen Tempel Seiganto-ji am Hang darüber bildet er einen der drei großen Schreine von Kumano, Ziel der Kumano-Pilgerschaft.
Der Blick auf den Fall hinter der zinnoberroten dreistöckigen Pagode des Seiganto-ji ist eines der bekanntesten Bilder des sakralen Japan. Fall, Schrein, Tempel und Urwald gehören zum 2004 eingetragenen Welterbe „Heilige Stätten und Pilgerwege im Kii-Gebirge“.
Landschaft und Entstehung
Das Nachi-Gebiet besteht aus Granitporphyr und verwandten Gesteinen, die vor etwa 14 Millionen Jahren bei intensivem Vulkanismus entstanden, der in der Kumano-Region eine große Caldera schuf. Diese widerstandsfähigen Gesteine bilden die Wand, über die der Fall stürzt. Vom Pazifik her fallen sehr hohe Niederschläge, die den Fall und den dichten warmgemäßigten Wald ringsum speisen.
Höhepunkte
Hirō-Schrein
飛瀧神社Hirō JinjaSchrein am Fuß des Falls, in dem der Wasserfall selbst die Gottheit ist; eine Treppe führt zu einer Plattform nahe dem Tosbecken.
Kumano-Nachi-Taisha
熊野那智大社Kumano Nachi TaishaEiner der drei großen Schreine von Kumano, am Hang über dem Fall.
Seiganto-ji
青岸渡寺Seiganto-jiTendai-Tempel neben dem Schrein, erster Tempel der Saigoku-Kannon-Pilgerschaft; seine dreistöckige Pagode rahmt den Fall.
Daimonzaka
大門坂DaimonzakaMit Steinen gepflasterter Abschnitt des Kumano Kodō, gesäumt von uralten Zedern, hinauf zum Schrein.
Urwald von Nachi
那智原始林Nachi genshirinHeiliger Wald um den Fall, seit Jahrhunderten vom Holzeinschlag verschont und Naturdenkmal.
Ökologie
Als heiliger Boden geschützt, ist der Wald um den Fall einer der besterhaltenen warmgemäßigten immergrünen Wälder Japans, mit immergrünen Eichen, Kamelien und riesigen Zedern. Im feuchten Sprühbereich wachsen Farne und Moose an den Felsen.
Flora
Immergrüner Laubwald
Immergrüne Eichen, Machilus und andere Lorbeerwaldbäume im geschützten Urwald.
Zedern des Daimonzaka
Mehrere Jahrhunderte alte Japanische Zedern (Sugi) entlang der Pilgerstufen.
Fauna
Waldvögel
Arten des warmgemäßigten Waldes wie Zwergspechte und Meisen im Schreinwald.
Kultur
Nachi war ein Zentrum des Shugendō, und Asketen übten unter seinen Fällen; der abgedankte Kaiser Kazan soll hier im 10. Jahrhundert eine tausendtägige Klausur gehalten haben. Die Kamakura-zeitliche Hängerolle „Nachi-Wasserfall“ im Nezu-Museum, ein Nationalschatz, zeigt den Fall als Gottheit. Das Nachi-Feuerfest am 14. Juli, bei dem zwölf tragbare Schreine, die den Fall verkörpern, auf der Treppe unterhalb auf riesige Fackeln treffen, ist Wichtiges immaterielles Volkskulturgut.
Nachi-Feuerfest
那智の扇祭りNachi no Ōgi MatsuriFest am 14. Juli, bei dem riesige Kiefernfackeln den Weg der Gottheiten zum Fall reinigen.
Gemälde des Nachi-Falls
那智滝図Nachi no Taki-zuKamakura-zeitliches Gemälde des Falls als Shintō-Gottheit, Nationalschatz.
Geschichte
Frühzeit
Der Fall wird als Kami verehrt; um ihn entwickelt sich der Kumano-Kult.
10. Jh.
Der abgedankte Kaiser Kazan soll in Nachi Askese geübt haben.
1936
Ausweisung des Nationalparks Yoshino-Kumano.
2004
Eintragung als Teil des Welterbes im Kii-Gebirge.
2011
Taifun Talas verursacht schwere Überschwemmungen und Erdrutsche um Nachi; das Gebiet am Fall wird später wiederhergestellt.
Im Lauf der Jahreszeiten
Frühling
Frisches Grün im Wald; mildes Wetter für den Aufstieg über den Daimonzaka.
Sommer
Stärkster Abfluss in der Regenzeit; Feuerfest am 14. Juli.
Herbst
Klare, angenehme Tage für Wanderungen auf dem Kumano Kodō.
Winter
Mild in Küstennähe; der Fall hebt sich deutlich vom dunklen Wald ab.
Routen und Wege
Daimonzaka nach Nachi
Etwa 30–40 Minuten über den gepflasterten Pilgerweg hinauf zu Schrein, Tempel und Fall.
Kumano Kodō Ōkumo-tori
Anspruchsvolle Tageswanderung über die Berge von Nachi nach Koguchi Richtung Kumano Hongū Taisha, ein klassischer Abschnitt der Nakahechi-Route.
Praktische Hinweise
- Ausgangspunkt ist der Bahnhof Kii-Katsuura an der JR-Kisei-Linie; Busse fahren in etwa 25 Minuten zum Fall und zum Daimonzaka.
- Schreingelände und Fall sind Kultstätten; angemessene Kleidung und respektvolles Verhalten sind geboten.
- Starkregen kann Wege sperren; nach Unwettern örtliche Hinweise beachten.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Nachi-Wasserfall?
133 Meter in einem einzigen Sturz – der höchste ununterbrochene Wasserfall Japans.
Warum ist der Nachi-Fall heilig?
Er wird seit alters als Kami verehrt; im Hirō-Schrein an seinem Fuß ist der Wasserfall selbst das Verehrungsobjekt.
Gehört der Nachi-Fall zum Kumano Kodō?
Ja. Er liegt beim Kumano-Nachi-Taisha, einem der drei großen Schreine, zu denen die Kumano-Pilgerwege führen.
Wie kommt man zum Nachi-Wasserfall?
Mit der JR-Kisei-Linie bis Kii-Katsuura, dann mit dem Bus zum Fall; viele gehen das letzte Stück über den Daimonzaka.
Weiterlesen
Quellen
- 1.Sacred Sites and Pilgrimage Routes in the Kii Mountain Range (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
- 2.吉野熊野国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省
- 3.那智勝浦町 (öffnet in neuem Tab) — 那智勝浦町
- 4.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁