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Japan

Kansai · Präfektur · JP-30

Wakayama

和歌山県わかやまけんWakayama-ken

Heilige Berge und die warme Küste von Kii

Wakayama umfasst den Westen und Süden der Kii-Halbinsel, eine gebirgige Präfektur heiliger Stätten – Kōya-san und die drei Kumano-Schreine, verbunden durch den Kumano Kodō – und einer warmen Pazifikküste mit Thermalquellen, Zitrusfrüchten und Ume-Pflaumen.

Überblick

Mehr als drei Viertel Wakayamas sind Bergwald. Die Menschen leben vor allem im Tal des Kino im Norden, an dessen Mündung die Hauptstadt liegt, und in den Orten entlang der Küste von Arida und Gobō über Tanabe und Shirahama bis Kushimoto und Shingū. Der alte Name Kii wird oft als „Land der Bäume“ (Ki no kuni) gedeutet, und Forstwirtschaft und Holzkohle – vor allem die harte weiße Binchōtan – gehören bis heute zu seiner Identität.

Wakayama ist eine der großen religiösen Landschaften Japans. Der Kōya-san, 816 von Kūkai gegründetes Bergkloster, ist Hauptsitz des Shingon-Buddhismus; die Kumano Sanzan – Hongū, Hayatama und Nachi Taisha – waren Ziel von Wallfahrten abgedankter Kaiser wie einfacher Leute über den Kumano Kodō. Zusammen mit Yoshino und Ōmine in Nara und dem Iseji-Weg in Mie bilden sie das Welterbe Kii-Gebirge; neben dem Jakobsweg ist der Kumano Kodō eine der wenigen Pilgerrouten auf der Welterbeliste.

Die Küste ist warm, mit Thermalquellen in Shirahama, Katsuura und Kawayu, und an den Hängen wachsen Mandarinen, Ume, Kaki und Pfirsiche. Bei Mandarinen, Ume und Kaki zählt Wakayama zu den führenden Erzeugern Japans.

Name und Herkunft

Die Präfektur ist nach ihrer Hauptstadt benannt; der Name Wakayama kam auf, als Toyotomi Hideyoshi 1585 auf dem Hügel Torafusu-yama eine Burg errichten ließ. Oft wird er als Verbindung der besungenen Bucht Waka-no-ura mit „yama“ (Berg) gedeutet, doch seine genaue Herkunft ist ungeklärt. Das Lehen Kishū, eines der drei vornehmsten Nebenhäuser der Tokugawa, regierte von hier aus die Provinz Kii. Die Präfektur Wakayama entstand 1871; der Ostteil der Provinz Kii (Kitamuro und Minamimuro) kam 1876 an Mie.

Städte

Geografie

Der Kino fließt im Norden nach Westen und trennt das Izumi-Gebirge an der Grenze zu Osaka vom Kii-Gebirge. Südlich davon steigt das Land zu steilen, bewaldeten Ketten an, zerschnitten von Flüssen wie Arida, Hidaka, Tonda, Hiki und Kumano, der teils die Grenze zu Mie bildet. Das lange Kumano-Flusssystem entwässert Ōmine- und Hatenashi-Gebirge bis nach Shingū.

Die Küste misst über 600 Kilometer, von den Buchten Kada und Waka-no-ura im Norden über Kap Shionomisaki bei Kushimoto, den südlichsten Punkt Honshus, bis zu den Riasbuchten von Katsuura und Taiji. Der warme Kuroshio-Strom fließt nahe an der Südküste und bringt Korallengemeinschaften nach Kushimoto, das als Ramsar-Gebiet ausgewiesen ist.

Klima

Wakayama hat warmes, feuchtes Pazifikklima. Der Norden ist relativ trocken, der Süden erhält sehr viel Regen, besonders in den Bergen um Nachi und am Kumano; im Spätsommer treffen häufig Taifune auf die Halbinsel. Die Winter an der Südküste sind mild, auf dem rund 800 Meter hohen Kōya-san dagegen deutlich kälter und schneereich.

Landschaft

  • Kii-Gebirge

    紀伊山地Kii-sanchi

    Steiles, bewaldetes Bergland mit den Pilgerstätten Kōya-san und Kumano.

  • Nachi-Wasserfall

    那智の滝Nachi no Taki

    Mit 133 Metern Japans höchster Wasserfall mit einer einzigen Fallstufe, als Gottheit des Nachi Taisha verehrt.

  • Kap Shionomisaki

    潮岬Shionomisaki

    Südlichster Punkt Honshus in Kushimoto, mit Leuchtturm und weitem Blick über den Pazifik.

  • Doro-kyō

    瀞峡Doro-kyō

    Schlucht des Kitayama, wo Wakayama, Nara und Mie zusammentreffen, befahren mit Jetbooten.

  • Kino

    紀の川Kino-kawa

    Fluss im Norden Wakayamas (in Nara flussaufwärts Yoshino genannt), gesäumt von Obstgärten.

  • Waka-no-ura

    和歌の浦Waka-no-ura

    Gezeitenbucht südlich der Stadt Wakayama, im Man’yōshū besungen.

Natur in dieser Präfektur

Welterbe in dieser Präfektur

Geschichte

Kii war seit alters das Land des Kumano-Glaubens; vom späten 11. bis ins 13. Jahrhundert unternahmen abgedankte Kaiser Dutzende Wallfahrten nach Kumano. Kūkai gründete 816 den Kōya-san, der zu einer riesigen Klosterstadt heranwuchs. Die Kriegerverbände von Negoro-ji und Saika im Norden Kiis widersetzten sich Oda Nobunaga und wurden 1585 von Toyotomi Hideyoshi niedergeworfen, der danach die Burg Wakayama baute. Unter den Tokugawa brachte das Lehen Kishū zwei Shōgune hervor, darunter den Reformer Tokugawa Yoshimune. In der Moderne wurde Wakayama bekannt für seine Auswanderer – viele Fischer gingen nach Australien und Nordamerika – und für Zitrusanbau und Fischerei.

  1. 816

    Kūkai erhält die kaiserliche Erlaubnis, auf dem Kōya-san ein Kloster zu gründen.

  2. 1090

    Der abgedankte Kaiser Shirakawa unternimmt seine erste Wallfahrt nach Kumano.

  3. 1585

    Hideyoshi erobert Kii und beginnt mit dem Bau der Burg Wakayama.

  4. 1619

    Tokugawa Yorinobu wird erster Fürst des Kishū-Tokugawa-Hauses.

  5. 1716

    Tokugawa Yoshimune aus Kishū wird achter Shōgun.

  6. 1871

    Gründung der Präfektur Wakayama.

  7. 1890

    Die osmanische Fregatte Ertuğrul sinkt vor Kushimoto; Einheimische retten 69 Überlebende.

  8. 2004

    Die Pilgerstätten des Kii-Gebirges werden Welterbe.

  9. 2011

    Taifun Talas verursacht schwere Überschwemmungen in der Kumano-Region.

Kultur

Religiöse Traditionen prägen Wakayama: Tempelherbergen auf dem Kōya-san, asketische Übungen in den Kumano-Bergen und Feuerfeste in Nachi und Shingū. Den Kumano Kodō begehen heute Pilger aus aller Welt. An der Küste bewahrt Taiji Walfangtraditionen, die international umstritten sind, und Kushimoto ist durch die Rettung der Ertuğrul-Besatzung mit der Türkei verbunden.

Feste

  • Feuerfest von Nachi

    那智の扇祭りNachi no Ōgi Matsuri

    14. Juli: Zwölf große Fackeln reinigen den Weg für zwölf Tragschreine vor dem Nachi-Wasserfall.

  • Otō Matsuri

    御燈祭りOtō Matsuri

    6. Februar: Rund zweitausend weiß gekleidete Männer stürmen mit brennenden Fackeln die 538 Steinstufen des Kamikura-Schreins in Shingū hinab.

  • Waka Matsuri

    和歌祭Waka Matsuri

    Maifest in der Stadt Wakayama mit Kostümumzug, begründet vom Kishū-Tokugawa-Haus.

  • Kerzenfest auf dem Kōya-san

    萬燈供養会(ろうそく祭り)Mantō Kuyō-e (Rōsoku Matsuri)

    13. August: Zehntausende Kerzen säumen zum Obon-Fest den Weg nach Okunoin.

Traditionelles Handwerk

  • Kishū-Lackwaren

    紀州漆器Kishū shikki

    Kuroe-Lackwaren aus Kainan, einem der großen Lackzentren Japans.

  • Kishū-Binchōtan

    紀州備長炭Kishū binchōtan

    Sehr harte weiße Holzkohle aus Ubamegashi-Eiche, zum Grillen geschätzt.

  • Bambus-Angelruten aus Kishū

    紀州へら竿Kishū herazao

    Handgefertigte Bambusruten aus Hashimoto für das Karpfenangeln.

  • Kishū-Tansu

    紀州箪笥Kishū tansu

    Schubladenkommoden aus Paulownienholz aus der Stadt Wakayama.

  • Kōya-Papier

    高野紙Kōya-gami

    Handgeschöpftes Papier, einst für buddhistische Sutren auf dem Kōya-san verwendet.

Traditionen

  • Kumano-Wallfahrt

    熊野詣Kumano-mōde

    Die Pilgerreise zu den drei Kumano-Schreinen, im Mittelalter so überlaufen, dass man sie „Ameisenwallfahrt“ nannte.

  • Shukubō

    宿坊shukubō

    Tempelherbergen auf dem Kōya-san mit vegetarischen Mahlzeiten und Morgenandacht.

  • Kishū-Dialekt

    紀州弁Kishū-ben

    Kansai-Mundart, bekannt für das Verschmelzen von z- und d-Lauten und das Fehlen vieler Höflichkeitsformen.

Küche

Wakayamas Küche verbindet Berge, Obstgärten und Meer. Umeboshi aus Minabe und Tanabe, Mandarinen aus Arida, Kaki aus dem Kino-Tal und Sojasoße aus Yuasa – dem Geburtsort der japanischen Sojasoße – sind Grundpfeiler. Die Küste steuert Thunfisch aus Katsuura bei, einem der größten Anlandehäfen für frischen Thunfisch in Japan, dazu Traditionen um Wal und Bonito.

  • Umeboshi

    梅干しumeboshi

    Salzeingelegte Nankō-Pflaumen aus Minabe und Tanabe, die bekanntesten Ume Japans.

  • Wakayama-Ramen

    和歌山ラーメンWakayama rāmen

    Ramen in Schweineknochen-Soja-Brühe, oft mit Hayazushi (gepresstem Makrelen-Sushi) als Beilage.

  • Mehari-zushi

    めはり寿司mehari-zushi

    Reisbälle in eingelegten Takana-Blättern, das Mittagessen der Holzfäller von Kumano.

  • Thunfisch aus Katsuura

    勝浦まぐろKatsuura maguro

    Frischer, nie gefrorener Thunfisch aus Nachi-Katsuura.

  • Arida-Mandarinen

    有田みかんArida mikan

    Mandarinen von den Terrassengärten des Arida-Tals.

  • Sojasoße aus Yuasa

    湯浅醤油Yuasa shōyu

    Sojasoße aus Yuasa, wo die Würze aus dem Kinzanji-Miso entstanden sein soll.

Heiße Quellen

  • Shirahama Onsen

    白浜温泉Shirahama Onsen

    Eines der drei ältesten Thermalbäder Japans, am weißen Sandstrand Shirarahama.

  • Kawayu Onsen

    川湯温泉Kawayu Onsen

    Heißes Wasser steigt durch das Flussbett; im Winter wird im Fluss ein riesiges Freiluftbad (Sennin-buro) angelegt.

  • Yunomine Onsen

    湯の峰温泉Yunomine Onsen

    Uraltes Pilgerbad nahe Kumano Hongū mit Tsuboyu, dem einzigen öffentlichen Bad mit Welterbe-Status.

  • Nanki-Katsuura Onsen

    南紀勝浦温泉Nanki-Katsuura Onsen

    Thermalquellen rund um die Bucht von Katsuura, darunter Höhlenbäder mit Blick aufs Meer.

  • Ryūjin Onsen

    龍神温泉Ryūjin Onsen

    Bergbad am Hidaka-Fluss, zu Japans „drei Bädern der schönen Haut“ gezählt.

Wirtschaft

Wakayamas Wirtschaft stützt sich auf Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus, dazu Schwerindustrie an der Nordküste – Stahl in der Stadt Wakayama, Petrochemie in Arida und Kainan. Bei Mandarinen, Ume und Kaki zählt die Präfektur zu den führenden Erzeugern Japans, auch Pfirsiche und Sanshō-Pfeffer sind bedeutend. Der Tourismus konzentriert sich auf Kōya-san, den Kumano Kodō, Shirahama und Nachi-Katsuura.

Wichtige Branchen

  • Obstbau (Mandarinen, Ume, Kaki, Pfirsiche)
  • Stahl und Petrochemie
  • Fischerei (Thunfisch, Bonito)
  • Forstwirtschaft und Binchōtan-Kohle
  • Pilger- und Ferientourismus
  • Lebensmittelverarbeitung (Umeboshi, Sojasoße)

Bekannte Persönlichkeiten

  • Kūkai (774–835)

    空海

    Begründer des Shingon-Buddhismus und des Kōya-san, wo er nach dem Glauben seiner Anhänger in ewiger Meditation weilt.

  • Tokugawa Yoshimune (1684–1751)

    徳川吉宗

    Fürst von Kishū, der achter Shōgun wurde und die Kyōhō-Reformen durchführte.

  • Minakata Kumagusu (1867–1941)

    南方熊楠

    Naturforscher und Volkskundler, der Schleimpilze erforschte und gegen die Zerstörung der Schreinwälder kämpfte.

  • Matsushita Kōnosuke (1894–1989)

    松下幸之助

    Gründer von Panasonic, geboren in Wakayama.

  • Ariyoshi Sawako (1931–1984)

    有吉佐和子

    Schriftstellerin aus Wakayama, Autorin von „Der Fluss Ki“ und „Die Frau des Arztes“.

Anreise

  • Der Kansai International Airport liegt knapp nördlich der Präfekturgrenze; die Stadt Wakayama ist per Bahn oder Bus rund 40 Minuten entfernt.
  • Vom Flughafen Nanki-Shirahama gibt es Flüge nach Tokio-Haneda.
  • Die JR-Kisei-Hauptlinie (Kinokuni-Linie) führt von Osaka entlang der Küste nach Wakayama, Kii-Tanabe, Shirahama, Kushimoto und Shingū, bedient vom Express Kuroshio.
  • Nankai-Züge verbinden Namba mit der Stadt Wakayama und über die Kōya-Linie samt Standseilbahn mit dem Kōya-san.
  • Autobahnen: Hanwa- und Kisei-Autobahn führen von Osaka die Westküste hinunter.

Nachbarpräfekturen

Historische Provinzen

  • 紀伊国Kii no kuni

Präfektursymbole

Blume
梅ume
Baum
姥目樫ubamegashi
Vogel
目白mejiro

Häufige Fragen

Wie kommt man zum Kōya-san?

Ab Osaka-Namba mit der Nankai-Kōya-Linie nach Gokurakubashi, dann mit Standseilbahn und Bus in den Ort – insgesamt etwa zwei Stunden.

Was ist der Kumano Kodō?

Ein Netz alter Pilgerwege zu den drei Großschreinen von Kumano. Am beliebtesten ist der Nakahechi von Takijiri bei Tanabe nach Kumano Hongū Taisha, meist in zwei bis drei Tagen begangen.

Kann man auf dem Kōya-san im Tempel übernachten?

Ja. Rund fünfzig Tempel bieten Shukubō-Unterkünfte mit vegetarischer Shōjin-Küche und der Möglichkeit, an der Morgenandacht teilzunehmen.

Was verbindet Kushimoto mit der Türkei?

1890 sank vor Kashinozaki die osmanische Fregatte Ertuğrul; die Bewohner von Ōshima retteten und pflegten die Überlebenden. Ein Denkmal und ein Museum erinnern daran – bis heute ein Symbol japanisch-türkischer Freundschaft.

Ist der Kumano Kodō mit dem Jakobsweg vergleichbar?

Beide sind als Pilgerwege Welterbe und seit 1998 durch eine Partnerschaft verbunden; wer beide geht, kann sich als „Dual Pilgrim“ registrieren. Der Kumano Kodō ist allerdings kürzer, bergiger und führt zu Shintō-Schreinen und buddhistischen Tempeln zugleich.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.全国都道府県市区町村別面積調 (öffnet in neuem Tab) — Geospatial Information Authority of Japan
  3. 3.和歌山県ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 和歌山県
  4. 4.Sacred Sites and Pilgrimage Routes in the Kii Mountain Range (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  5. 5.高野山真言宗 総本山金剛峯寺 (öffnet in neuem Tab) — 金剛峯寺

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