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Japan

Nagano · Kleinstadt

Karuizawa

軽井沢町かるいざわまちKaruizawa-machi

Japans klassische Sommerfrische unter dem Asama

Karuizawa ist eine Hochlandgemeinde auf rund 1.000 Metern im Osten der Präfektur Nagano, am Fuß des aktiven Vulkans Asama. Einst Poststation an der Nakasendō, wurde es zur bekanntesten Sommerfrische Japans, nachdem westliche Missionare im späten 19. Jahrhundert Ferienhäuser bauten – und ist der einzige Ort, der Wettbewerbe sowohl Olympischer Sommer- als auch Winterspiele ausgerichtet hat.

Überblick

Karuizawa liegt auf einem Plateau in rund 900 bis 1.000 Metern Höhe zwischen dem Asama im Norden und dem Usui-Pass im Osten an der Grenze zu Gunma. Die kühlen, nebligen Sommer, Lärchen- und Birkenwälder und klaren Bäche bilden einen Kontrast zur Hitze der Kantō-Ebene, die mit dem Shinkansen nur eine Stunde entfernt ist.

In der Edo-Zeit versorgten drei Poststationen an der Nakasendō – Karuizawa, Kutsukake und Oiwake – die Reisenden über den Usui-Pass. Als die Straße in der Meiji-Zeit ihren Verkehr verlor, baute der kanadische Missionar Alexander Croft Shaw hier 1888 ein Sommerhaus; Missionare, Diplomaten und später japanische Politiker, Schriftsteller und Industrielle folgten. So entstand eine eigene Kultur der Villen im Wald, der Kirchen und Tennisplätze.

Karuizawa war 1964 Austragungsort der Reitwettbewerbe der Olympischen Spiele von Tokio und 1998 des Curlings der Winterspiele von Nagano. Bis heute ist es ein Ort der Zweitwohnsitze und Ferienhotels, mit Einkaufszentren am Bahnhof und ruhigeren Gegenden wie Kyū-Karuizawa, Naka-Karuizawa und Oiwake.

Sehenswürdigkeiten

  • Shaw-Gedächtniskapelle

    軽井沢ショー記念礼拝堂Karuizawa Shō Kinen Reihaidō

    Anglikanische Holzkapelle von 1895, die älteste Kirche Karuizawas, neben einem Nachbau von Shaws Haus.

  • Katholische Kirche St. Paul

    聖パウロカトリック教会Sei Pauro Katorikku Kyōkai

    Holzkirche von 1935 nach Entwurf von Antonin Raymond.

  • Ehemaliges Mikasa-Hotel

    旧三笠ホテルKyū Mikasa Hoteru

    Hölzernes Hotel im westlichen Stil von 1906, ein Wichtiges Kulturgut.

  • Kyū-Karuizawa Ginza

    旧軽井沢銀座通りKyū-Karuizawa Ginza-dōri

    Einkaufsstraße auf der Trasse der alten Poststation, mit Bäckereien und Marmeladenläden.

  • Kumoba-Teich

    雲場池Kumoba-ike

    Quellgespeister Teich im Wald, berühmt für seine Herbstfärbung.

  • Steinkirche

    石の教会 内村鑑三記念堂Ishi no Kyōkai Uchimura Kanzō Kinendō

    Organische Kapelle aus Stein und Glas von Kendrick Kellogg zum Gedenken an den christlichen Denker Uchimura Kanzō.

  • Oiwake-juku

    追分宿Oiwake-juku

    Frühere Poststation an der Gabelung von Nakasendō und Hokkoku Kaidō, mit Heimatmuseum.

Stadtviertel

  • Kyū-Karuizawa

    旧軽井沢Kyū-Karuizawa

    Die ursprüngliche Poststation und das Villenviertel mit Kirchen und der Einkaufsstraße Ginza.

  • Bahnhof und Minami-Karuizawa

    南軽井沢Minami-Karuizawa

    Einkaufszentrum südlich des Bahnhofs, weiter südlich Hotels, Golfplätze und Museen.

  • Naka-Karuizawa

    中軽井沢Naka-Karuizawa

    Frühere Poststation Kutsukake mit den Hoshino-Thermalquellen und der Harunire Terrace.

  • Oiwake

    追分Oiwake

    Ruhiger Westteil, verbunden mit Schriftstellern wie Hori Tatsuo.

Geschichte

Die Nakasendō erreichte über den Usui-Pass bei Karuizawa die Provinz Shinano, und der Ort lebte bis in die Meiji-Zeit von Reisenden und Fürstenzügen. Der Ausbruch des Asama 1783 verwüstete die Region. 1886 kam Shaw erstmals hierher; sein Sommerhaus von 1888 gilt meist als erstes Ferienhaus, die Shaw-Gedächtniskapelle von 1895 steht gleich daneben.

1893 überquerte die Shin'etsu-Hauptlinie den Usui-Pass als Zahnradbahn und brachte Besucher aus Tokio. 1906 eröffnete das Mikasa-Hotel. Im 20. Jahrhundert wurde Karuizawa zum Rückzugsort der japanischen Elite und von Ausländern, von denen manche im Zweiten Weltkrieg hier interniert waren. Der 1997 eröffnete Nagano-Shinkansen verkürzte die Fahrt von Tokio auf rund eine Stunde.

  1. 1783

    Der Tenmei-Ausbruch des Asama verwüstet die Umgebung.

  2. 1886

    Alexander Croft Shaw besucht Karuizawa und verbringt fortan die Sommer hier.

  3. 1893

    Die Zahnradbahn über den Usui-Pass verbindet Karuizawa mit Tokio.

  4. 1895

    Bau der Shaw-Gedächtniskapelle.

  5. 1906

    Das westliche Ferienhotel Mikasa eröffnet.

  6. 1923

    Karuizawa wird Kleinstadt (Machi).

  7. 1964

    Die Reitwettbewerbe der Olympischen Spiele von Tokio finden in Karuizawa statt.

  8. 1997

    Eröffnung des Nagano-Shinkansen; die Bahnstrecke über den Usui-Pass wird stillgelegt.

  9. 1998

    Karuizawa richtet das Curling der Winterspiele von Nagano aus.

Kultur

Karuizawas Kultur ist die eines weltoffenen Rückzugsorts. Missionare brachten Kirchen, Tennis und die Sonntagsruhe; Schriftsteller wie Hori Tatsuo und Murō Saisei verbrachten hier ihre Sommer, und der Ort pflegt seit Langem strenge Regeln zum Landschaftsschutz, mit niedrigen, im Wald verborgenen Villen. Zahlreiche Galerien und kleine Museen haben sich in den Wäldern angesiedelt, und im Winter wendet sich der Ort dem Eislaufen und Curling zu.

Feste

  • Shaw-Fest

    ショー祭Shō Matsuri

    Gedenkfeier am 1. August an der Shaw-Gedächtniskapelle zu Ehren des Gründers der Sommerfrische.

  • Winterfestival Karuizawa

    軽井沢ウインターフェスティバルKaruizawa Uintā Fesutibaru

    Winterliche Lichtinstallationen und Veranstaltungen im ganzen Ort vom Spätherbst bis zum Frühjahr.

Essen

  • Marmelade und Eingemachtes

    ジャムjamu

    Fruchtaufstriche, eine Spezialität, die die ausländischen Sommergäste einführten.

  • Bäckereien

    パンpan

    Bäckereien westlicher Art, die seit dem frühen 20. Jahrhundert die Villengemeinde versorgen.

  • Shinshū-Soba

    信州そばShinshū soba

    Buchweizennudeln aus dem Hochland Ost-Naganos.

  • Hochlandgemüse

    高原野菜kōgen yasai

    Salat, Kohl und Zuckermais von den Plateaufeldern im Sommer.

Unterwegs vor Ort

  • Der Bahnhof Karuizawa liegt am Hokuriku-Shinkansen, etwa eine Stunde von Tokio und 30 Minuten von Nagano; die Shinano-Bahn fährt westwärts nach Naka-Karuizawa, Shinano-Oiwake, Komoro und Ueda.
  • Ortsbusse verbinden den Bahnhof mit Kyū-Karuizawa und Naka-Karuizawa; auf dem flachen Plateau ist das Fahrrad beliebt.
  • Busse fahren nordwärts über das Hochland nach Kusatsu Onsen in Gunma und zum Lavafeld Onioshidashi am Asama.

Ausflüge

  • Asama und Onioshidashi

    鬼押出しOnioshidashi

    Lavafeld des Ausbruchs von 1783 an der Nordseite des Vulkans in Gunma.

  • Kusatsu Onsen

    草津温泉Kusatsu onsen

    Einer der berühmtesten Thermalorte Japans, etwa 80 Minuten mit dem Bus.

  • Komoro

    小諸Komoro

    Burgruinenpark Kaikoen, verewigt in einem Gedicht von Shimazaki Tōson.

  • Seidenspinnerei Tomioka

    富岡製糸場Tomioka Seishijō

    Welterbe-Seidenfabrik in Gunma, erreichbar über Takasaki.

  • Nagano

    長野市Nagano-shi

    Tempelstadt des Zenkō-ji, 30 Minuten mit dem Shinkansen.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Warum ist Karuizawa ein so berühmter Ferienort?

Die kühlen Sommer auf rund 1.000 Metern und die Nähe zu Tokio zogen ab den 1880er-Jahren westliche Missionare an; später wurde Karuizawa zur bevorzugten Sommerfrische von Diplomaten, Hofkreisen, Politikern und Schriftstellern.

Wie lange fährt man von Tokio nach Karuizawa?

Etwa eine Stunde mit dem Hokuriku-Shinkansen ab Tokio oder Ueno.

Lohnt sich Karuizawa im Winter?

Die Winter sind kalt und trocken, im Ort selbst fällt wenig Schnee. Es gibt ein Skigebiet am Bahnhof, Eislauf- und Curlinganlagen sowie stille Wälder und Kirchen.

Ist der Asama gefährlich?

Der Asama gehört zu den aktivsten Vulkanen Japans; der Zugang zum Gipfelbereich wird je nach der von der Japanischen Wetterbehörde ausgegebenen Vulkanwarnstufe beschränkt.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.軽井沢町公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 軽井沢町
  3. 3.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — Japan National Tourism Organization

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