Nagano · Dorf
Hakuba
白馬村はくばむらHakuba-muraOlympische Pisten und Alpengipfel in den nördlichen Japanischen Alpen
Hakuba ist ein Dorf im Norden der Präfektur Nagano am Fuß der Hakuba-Sanzan-Gipfel am Nordende der Japanischen Alpen; es war Austragungsort der alpinen Skirennen und des Skispringens der Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano und ist das Zentrum von Hakuba Valley, einer der größten Skiregionen Japans.
Überblick
Hakuba liegt in einem Hochtal am Oberlauf des Himekawa im Nordwesten der Präfektur Nagano, direkt unter der Ostflanke des Hida-Gebirges, der Nordalpen. Im Westen ragen die drei Hakuba-Gipfel auf – Shiroumadake (2.932 m), Shakushidake und Hakuba Yarigatake – dazu Goryūdake und Karamatsudake. Reichlich Winterschnee vom Japanischen Meer und lange, steile Hänge machen das Tal zu einem der führenden Skigebiete Japans.
Der Name des Dorfes stammt vom Shiroumadake: Im Frühjahr bildet dunkler Fels im schmelzenden Schnee die Gestalt eines Pferdes, des shiro-uma oder „Reisfeldpferdes“, das den Bauern anzeigte, dass es Zeit war, die Felder vorzubereiten. Später schrieb man die Zeichen als 白馬, „weißes Pferd“, gelesen Hakuba. Das heutige Dorf entstand 1956 aus dem Zusammenschluss zweier Dörfer.
Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano fanden die Abfahrt und andere alpine Rennen am Happō-one statt, das Skispringen in der Hakuba-Schanzenanlage und die Langlaufrennen im Snow Harp. Seitdem werden die Skigebiete von Hakuba und den Nachbargemeinden Ōmachi und Otari gemeinsam als Hakuba Valley vermarktet und ziehen viele internationale Skifahrer an. Im Sommer ist das Tal Ausgangspunkt für Hochtouren, die Schneeschlucht Hakuba Daisekkei und die Berghütten der Nordalpen, die im Nationalpark Chūbu-Sangaku liegen.
Sehenswürdigkeiten
- 白馬三山Shirouma Sanzan
Die drei Gipfel Shiroumadake, Shakushidake und Hakuba Yarigatake, eine klassische mehrtägige Überschreitung der Nordalpen.
Hakuba Daisekkei
白馬大雪渓Hakuba DaisekkeiEine den ganzen Sommer über schneegefüllte Schlucht am Shiroumadake, eine der drei großen Schneeschluchten Japans; der Aufstieg erfordert Steigeisen und Vorsicht wegen Steinschlags.
Happō-one
八方尾根Happō-oneDas größte Skigebiet des Tals und olympische Abfahrtsstrecke von 1998; im Sommer führen Lifte zu Wegen zum Happō-Teich und zum Karamatsudake.
Hakuba-Schanzenanlage
白馬ジャンプ競技場Hakuba Janpu KyōgijōDie olympischen Sprungschanzen, mit einem Lift für Besucher bis zum Anlauf der Großschanze.
Happō-Teich
八方池Happō-ikeKleiner Hochgebirgsteich am Happō-Grat, in dem sich bei Windstille die Hakuba-Gipfel spiegeln.
Ōide-Park
大出公園Ōide KōenHängebrücke und strohgedecktes Bauernhaus am Himekawa mit dem klassischen Blick auf die Hakuba-Gipfel.
Stadtviertel
Happō
八方HappōDer belebteste Teil des Dorfes mit Hotels, Restaurants und heißen Quellen am Fuß des Happō-one.
Echoland
エコーランドEkōrandoViertel mit Lodges und Restaurants zwischen Happō und dem Skigebiet Iwatake.
Kamishiro
神城KamishiroSüdteil des Tals mit den Skigebieten Goryū und Hakuba 47 sowie der Langlaufanlage Snow Harp.
Iwatake
岩岳IwatakeSki- und Sommerberggebiet im Norden des Dorfes mit weitem Alpenblick.
Geschichte
Das Tal war Bauernland an der Chikuni Kaidō, der „Salzstraße“, auf der Salz und Meeresprodukte von Itoigawa am Japanischen Meer nach Matsumoto getragen wurden. Das in der Meiji-Zeit von Walter Weston und japanischen Bergsteigern geförderte Bergsteigen in den Nordalpen machte den Shiroumadake zu einem beliebten Gipfel, und im frühen 20. Jahrhundert kam der Skilauf ins Tal.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Skigebiete am Happō-one und anderswo, 1956 wurde das Dorf Hakuba gegründet. Die Winterspiele 1998 veränderten Infrastruktur und internationales Ansehen des Dorfes, und ab den 2000er-Jahren machten immer mehr Skifahrer aus Australien, Asien und Europa Hakuba wie Niseko auf Hokkaido zu einem der internationalsten Bergferienorte Japans.
Edo-Zeit
Die Salzstraße Chikuni Kaidō verbindet durch das Tal Itoigawa und Matsumoto.
Meiji-Zeit
Das moderne Bergsteigen in den Nordalpen macht den Shiroumadake zu einem beliebten Gipfel.
1956
Das Dorf Hakuba entsteht aus dem Zusammenschluss zweier Dörfer.
1998
Hakuba ist Austragungsort alpiner Skirennen, des Skispringens und des Langlaufs der Winterspiele von Nagano.
2000er
Die Skigebiete von Hakuba, Ōmachi und Otari beginnen als Hakuba Valley zusammenzuarbeiten.
Kultur
Hakuba lebt in beiden Jahreszeiten von den Bergen: Ski und Snowboard im Winter, Wandern, Klettern und Rafting in Sommer und Herbst. Viele Skilehrer, Bergführer und Gastronomen aus dem Ausland haben sich im Tal niedergelassen, und im Winter sind Happō und Echoland stark international geprägt. Ältere Traditionen leben in den Bauernweilern, in Schreinfesten und in der Erinnerung an die Salzstraße fort, die jedes Frühjahr bei einer Gedenkwanderung begangen wird. Skitouren abseits der Pisten unter den Alpen bergen erhebliche Lawinengefahr und unterliegen örtlichen Regeln für die Zugangstore.
Feste
Shio-no-Michi-Fest
塩の道祭りShio no Michi MatsuriAnfang Mai wandern Teilnehmer in Kostümen der Edo-Zeit Abschnitte der alten Salzstraße durch das Tal.
Eröffnung der Bergsaison
山開きyamabirakiZeremonien im Frühsommer markieren den Beginn der Klettersaison an den Hakuba-Gipfeln.
Essen
- 信州そばShinshū soba
Buchweizennudeln aus dem Hochland von Nagano, ein Grundnahrungsmittel in den Lokalen des Tals.
Oyaki
おやきoyakiGefüllte Teigtaschen aus Weizen- oder Buchweizenmehl mit Gemüse oder süßem Bohnenmus, eine Spezialität Naganos.
- 野沢菜漬けnozawana-zuke
Eingelegter Blattsenf, das klassische Wintergemüse des nördlichen Nagano.
- 信州りんごShinshū ringo
Äpfel aus den Tälern Naganos und Sake aus den Brauereien der Region, gebraut mit Schmelzwasser aus den Alpen.
Unterwegs vor Ort
- Expressbusse verbinden den Bahnhof Nagano an der Hokuriku-Shinkansen-Linie in gut einer Stunde mit Hakuba; direkte Busse fahren auch ab Tokio.
- Der Bahnhof Hakuba liegt an der JR-Ōito-Linie ab Matsumoto, etwa anderthalb Stunden mit dem Nahverkehrszug; im Winter und Sommer fahren einzelne Limited Express ab Shinjuku.
- Im Winter verbinden Shuttlebusse die Skigebiete und Orte von Hakuba Valley.
Ausflüge
Der Tempel Zenkō-ji und der Shinkansen-Bahnhof, etwa eine Stunde mit dem Bus.
Die Stadt der schwarzen Burg, mit der Ōito-Linie erreichbar.
Die Nordalpen, darunter die Tateyama-Kurobe-Alpenroute ab Ōmachi.
Die Schneeaffen von Yamanouchi, über Nagano erreichbar.
Weitere Städte der Präfektur
Häufige Fragen
Wann ist in Hakuba Skisaison?
Meist von Dezember bis Anfang Mai, mit dem verlässlichsten Pulverschnee im Januar und Februar; höher gelegene Gebiete öffnen je nach Schneelage früher oder schließen später.
Wie spricht man Hakuba und Shiroumadake aus?
Das Dorf heißt Hakuba; der Berg mit denselben Schriftzeichen wird traditionell Shiroumadake gelesen – nach dem „Reisfeldpferd“ aus Schnee, das ihm den Namen gab.
Lohnt sich Hakuba im Sommer?
Ja. Sommer und Herbst bieten Wanderungen zum Happō-Teich, Besteigungen der Hakuba-Gipfel, die Schneeschlucht Daisekkei, Rafting und Mountainbiken.
Was ist Hakuba Valley?
Der gemeinsame Name für rund zehn Skigebiete im Dorf Hakuba und in den Nachbargemeinden Ōmachi und Otari.
Weiterlesen
Quellen
- 1.白馬村公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 白馬村 (Hakuba Village)
- 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
- 3.HAKUBA VALLEY (öffnet in neuem Tab) — HAKUBA VALLEY
- 4.中部山岳国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)