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Japan

Essen & Trinken

Soba und Udon

蕎麦・饂飩そば・うどんsoba, udon

Buchweizen im Osten, Weizen im Westen

Soba sind dünne Nudeln vorwiegend aus Buchweizenmehl, Udon dicke, weiche Nudeln aus Weizenmehl. Beide werden heiß in Dashi-Brühe oder kalt mit Dip-Sauce gegessen und haben ausgeprägte regionale Traditionen, von Sanuki-Udon in Kagawa bis zu den Soba aus Shinshū.

Buchweizen gedeiht auf kühlen, kargen Bergböden, auf denen Reis kaum wächst, und wurde lange als Brei oder Klößchen gegessen. Das Schneiden zu Nudeln, Soba-kiri, verbreitete sich etwa ab dem 16. und 17. Jahrhundert; in Edo wurden Soba-Lokale und -Stände so alltäglich wie Sushi und Tempura. Udon aus Weizen gehen vermutlich auf chinesische Nudel- und Teigtechniken zurück, die Mönche mitbrachten; Hakata wie Kagawa beanspruchen dabei eine frühe Rolle.

Traditionell ist Ostjapan mit Tokio als Zentrum Soba-Land, während der Westen um Osaka und auf Shikoku Udon bevorzugt. Beides ist Alltagsessen – schnell verzehrt an Bahnhofstresen, in Ruhe genossen in Spezialitätenlokalen.

Soba

Reine Buchweizennudeln (Jūwari soba) sind brüchig, deshalb enthalten die meisten Soba ein Bindemittel, meist Weizenmehl. Das klassische Verhältnis heißt Nihachi soba: zwei Teile Weizen auf acht Teile Buchweizen. Der Ausmahlgrad bestimmt Farbe und Geschmack, von heller Sarashina-Soba aus dem inneren Korn bis zu dunkler, rustikaler Inaka-Soba mit Schale.

Soba isst man kalt auf einem Bambusgitter mit Dip-Sauce oder heiß in Brühe mit Belag. Nach kalten Soba wird das Kochwasser (Soba-yu) in die restliche Sauce gegossen und getrunken. An Silvester essen viele Familien Toshikoshi soba, „Jahresübergangsnudeln“: Dass sie leicht reißen, steht für den Abschied von den Mühen des alten Jahres.

  • Mori- und Zaru-Soba

    ざるそばzaru soba

    Kalte Soba auf einem Bambusgitter mit Dip-Sauce; Zaru traditionell mit Nori-Streifen.

  • Kake-Soba

    かけそばkake soba

    Heiße Soba in Brühe mit Frühlingszwiebel.

  • Soba-yu

    蕎麦湯soba-yu

    Das stärkehaltige Kochwasser, zum Schluss mit der restlichen Sauce getrunken.

  • Toshikoshi soba

    年越しそばtoshikoshi soba

    Soba an Silvester, für ein langes Leben und einen klaren Schnitt mit dem alten Jahr.

Udon

Udon entstehen aus Weizenmehl, Salz und Wasser; der Teig wird geknetet, oft mit den Füßen, und ruht, bis er elastisch ist. Stärke und Konsistenz unterscheiden sich regional, von den festen, bissfesten Nudeln Kagawas bis zu den sehr weichen Udon in Fukuoka und Ise. Die Brühe ist in Westjapan hell und auf Kombu-Basis, in Tokio dunkler.

Beliebt sind frittierter Tofu, Tempura und rohes Ei als Belag. Die Namen wechseln von Region zu Region: In Osaka trägt Kitsune-Udon süß geschmorten frittierten Tofu, in Kyoto bezeichnet „Tanuki“ eine gebundene Brühe mit frittiertem Tofu, in Tokio dagegen einen Belag aus Tempura-Krümeln.

  • Kitsune-Udon

    きつねうどんkitsune udon

    Udon mit einer süß geschmorten Scheibe frittierten Tofus, der Lieblingsspeise des Fuchses; ein Klassiker aus Osaka.

  • Kake-Udon

    かけうどんkake udon

    Schlichte heiße Udon in Brühe, die Grundform in Kagawas Selbstbedienungslokalen.

  • Kamaage-Udon

    釜揚げうどんkamaage udon

    Udon direkt aus dem Kochtopf, in heißem Wasser serviert, mit Dip-Sauce.

  • Curry-Udon

    カレーうどんkarē udon

    Udon in japanischer Currysauce auf Dashi-Basis, ein Favorit des 20. Jahrhunderts.

Regionale Soba

Die gebirgige Präfektur Nagano, die alte Provinz Shinano (Shinshū), ist die bekannteste Soba-Region. Drei Stile gelten oft als die „drei großen Soba“ Japans: Wanko soba aus Iwate, Izumo soba aus Shimane und Togakushi soba aus Nagano.

  • Togakushi-Soba

    戸隠そばTogakushi soba

    Soba aus dem Hochland von Togakushi bei Nagano, in hufeisenförmigen Portionen auf einem runden Korb serviert.

  • Wanko soba

    わんこそばwanko soba

    Mundgerechte Portionen, die so lange in die Schale nachgeworfen werden, bis der Gast den Deckel schließt; Tradition aus Morioka.

  • Izumo-Soba

    出雲そばIzumo soba

    Dunkle, mit Schale vermahlene Soba in gestapelten runden Lackschalen (Warigo), mit Sauce übergossen.

  • Izushi-Sara-Soba

    出石皿そばIzushi sara soba

    Soba auf mehreren kleinen weißen Porzellantellern aus der Burgstadt Izushi, heute Teil von Toyooka.

Regionale Udon

Die Präfektur Kagawa, die frühere Provinz Sanuki, nennt sich selbst „Udon-Präfektur“. Die örtliche Überlieferung schreibt dem in Sanuki geborenen Mönch Kūkai zu, die Udon-Herstellung aus China mitgebracht zu haben, belegen lässt sich das nicht. Das trockene Klima begünstigte Weizenanbau und Salzgewinnung; Hunderte Udon-Lokale reichen von Selbstbedienungstresen bis zu Bauernhaus-Gaststätten.

  • Sanuki-Udon

    讃岐うどんSanuki udon

    Kantig geschnittene, feste und elastische Udon aus Kagawa, oft schlicht mit Sojasauce oder leichter Brühe.

  • Inaniwa-Udon

    稲庭うどんInaniwa udon

    Dünne, glatte, von Hand gezogene und getrocknete Udon aus dem Süden der Präfektur Akita.

  • Kishimen

    きしめんkishimen

    Flache, bandförmige Weizennudeln, typisch für Nagoya.

  • Ise-Udon

    伊勢うどんIse udon

    Sehr dicke, weiche Udon mit dunkler, süßer Sojasauce ohne Brühe – das Essen der Pilger zum Ise-Schrein.

  • Hakata-Udon

    博多うどんHakata udon

    Weiche Udon in leichter Brühe, oft mit Klettenwurzel-Tempura; Fukuokas Alltagsnudel.

  • Mizusawa-Udon

    水沢うどんMizusawa udon

    Durchscheinende, feste Udon, kalt serviert, vom Tempelweg zum Mizusawa-Tempel in der Präfektur Gunma.

Wie man Nudeln isst

Nudeln werden mit Stäbchen gehoben und geschlürft; das Geräusch ist normal, es kühlt heiße Nudeln und trägt bei kalten das Aroma. Kalte Soba taucht man portionsweise nur kurz und teilweise in die Sauce, damit der Buchweizengeschmack nicht untergeht. Wasabi und Frühlingszwiebel gibt man nach und nach in die Sauce.

Die Schale mit heißen Nudeln darf man anheben, um die Brühe zu trinken. Stehtresen für Soba (Tachigui soba) an Bahnhöfen servieren binnen einer Minute – eine der schnellsten Mahlzeiten Japans.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Soba und Udon?

Soba sind dünne, graubraune Nudeln vorwiegend aus Buchweizen mit nussigem Geschmack. Udon sind dicke, weiße, bissfeste Nudeln aus Weizenmehl. Beide gibt es heiß und kalt.

Sind Soba glutenfrei?

Nur Jūwari soba aus reinem Buchweizen enthält keinen Weizen. Die meisten Soba enthalten Weizenmehl, und die Sauce enthält weizenhaltige Sojasauce. Buchweizen ist zudem ein häufiges Allergen.

Was macht man mit Soba-yu?

Am Ende einer Mahlzeit mit kalten Soba gießt man das Kochwasser in die restliche Dip-Sauce und trinkt es wie eine leichte Suppe.

Warum heißt Kagawa „Udon-Präfektur“?

Kagawa, das frühere Sanuki, hat eine lange Udon-Tradition und für seine Größe besonders viele Udon-Lokale. Die Präfektur nutzt „Udon-Präfektur“ als touristischen Slogan.

Warum isst man an Silvester Soba?

Toshikoshi soba stehen für ein langes Leben, symbolisiert durch die langen Nudeln, und für den Abschied vom Unglück des alten Jahres, weil Soba leicht reißen.

Quellen

  1. 1.和食文化の保護・継承 (öffnet in neuem Tab) — 農林水産省 (Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries)
  2. 2.うどん県旅ネット (öffnet in neuem Tab) — 香川県観光協会 (Kagawa Prefecture Tourism Association)
  3. 3.Japan National Tourism Organization – Official travel guide (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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