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Japan

Reisen

Sicherheit und Notfälle in Japan

Wenig Kriminalität, viel Vorsorge: was man vor dem Ernstfall wissen sollte

Japan zählt für Reisende zu den sichersten Ländern der Welt, Gewaltkriminalität ist sehr selten. Die Hauptrisiken sind natürlicher Art: Erdbeben, Tsunami, Taifune, Starkregen und Sommerhitze. Die Notrufnummern lauten 110 für die Polizei und 119 für Feuerwehr und Rettungsdienst; die Japan Visitor Hotline hilft rund um die Uhr auf Englisch.

Kriminalität ist in Japan selten, verlorene Geldbörsen werden regelmäßig bei der Polizei abgegeben, und nachts durch die Städte zu gehen, ist im Allgemeinen sicher. Dieser Ruf ist verdient, kann Besucher aber gegenüber den tatsächlichen Risiken – überwiegend natürlichen – nachlässig machen. Japan liegt dort, wo vier tektonische Platten aufeinandertreffen, hat über hundert aktive Vulkane und wird regelmäßig von Taifunen überquert.

Zugleich ist das Land außergewöhnlich gut vorbereitet. Bauvorschriften, Frühwarnsysteme, klar markierte Fluchtwege und regelmäßige Übungen sorgen dafür, dass wenige Grundkenntnisse meist genügen, um sich im Notfall richtig zu verhalten.

Notrufnummern und Hilfe auf Englisch

Anrufe bei 110 (Polizei) und 119 (Feuerwehr und Rettungsdienst) sind von jedem Telefon kostenlos, auch vom Handy im Roaming. In Großstädten können die Leitstellen oft einen Dolmetscher zuschalten; hilfreich ist eine klare Ortsangabe mit nahem Wahrzeichen, Bahnhof oder der Hoteladresse.

Die Japan Visitor Hotline der Japanischen Fremdenverkehrszentrale (JNTO) antwortet rund um die Uhr auf Englisch, Chinesisch und Koreanisch und hilft bei Unfällen, Krankheit und Katastrophen ebenso wie bei allgemeinen Reisefragen. Die Nummer sollte man schon vor der Ankunft im Handy speichern.

  • Kōban

    交番kōban

    Kleine Polizeiposten in den Stadtvierteln, rund um die Uhr besetzt; helfen bei Wegbeschreibungen und Fundsachen.

  • Fundsachen

    Verlorenes landet meist bei Polizei oder Bahnhofspersonal; Fundbüros von Bahn und Polizei lassen sich kontaktieren.

Erdbeben

In Japan bebt die Erde häufig, meist ohne Schäden. Das Erdbebenfrühwarnsystem der Japanischen Wetterbehörde sendet Sekunden vor starken Erschütterungen Warnungen mit einem markanten Alarmton an Handys, Fernsehen und Radio.

Während des Bebens gilt: in Deckung unter einen stabilen Tisch, festhalten, von Fenstern und herabfallenden Gegenständen fernhalten; im Freien Abstand zu Gebäuden, Mauern und Automaten halten. Danach den Anweisungen von Personal und Durchsagen folgen. Hotels hängen Fluchtwegpläne in jedem Zimmer aus.

  • Kinkyū jishin sokuhō

    緊急地震速報kinkyū jishin sokuhō

    Erdbebenfrühwarnung über Handy, Fernsehen und Radio.

  • Shindo

    震度shindo

    Japans Skala der seismischen Intensität von 0 bis 7; beschreibt die Erschütterung an einem Ort, nicht die Magnitude.

Tsunami, Taifune und Vulkane

Nach einem starken Beben nahe der Küste können binnen Minuten Tsunamiwarnungen folgen. Wer sich an oder nahe der Küste befindet, sollte sofort höher gelegenes Gelände oder obere Stockwerke ausgewiesener hoher Gebäude aufsuchen, ohne auf die Welle zu warten; Schilder zeigen Fluchtwege und die Höhe über dem Meeresspiegel.

Taifune und Starkregen bringen Überschwemmungen und Erdrutsche, besonders in Bergregionen, und stören den Verkehr. Mehrere Vulkane sind aktiv; die Wetterbehörde gibt Vulkanwarnstufen heraus, bei denen Zugangswege oder Gipfelbereiche gesperrt werden können.

  • Hinanjo

    避難所hinanjo

    Ausgewiesene Notunterkunft, oft Schule oder Gemeindezentrum, mit grünen Schildern markiert.

  • Safety Tips

    Offizielle App mit mehrsprachigen Warnungen für Besucher.

Hitze und Risiken im Freien

Die Sommerhitze im Flachland ist ein ernstes Gesundheitsrisiko; an den heißesten Tagen werden Hitzschlagwarnungen ausgegeben. Regelmäßig trinken, im Schatten pausieren und anstrengende Aktivitäten zur Mittagszeit meiden ist unerlässlich. In den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen; Wanderer brauchen angemessene Ausrüstung, sollten Route und Bedingungen prüfen und, wo verlangt, einen Tourenplan einreichen.

In den Wäldern von Honshu und Hokkaido leben Bären; örtliche Warnungen vor Bärensichtungen sind auf Wanderwegen und in ländlichen Gegenden ernst zu nehmen.

Gesundheit und medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist hochwertig, doch nicht alle Krankenhäuser und Praxen haben englischsprachiges Personal, und die Behandlung wird in der Regel sofort bezahlt. Eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist dringend zu empfehlen; die JNTO veröffentlicht eine Liste von Einrichtungen, die ausländische Patienten aufnehmen.

Manche in Europa übliche Arzneimittel, darunter bestimmte Erkältungs- und Allergiemittel mit stimulierenden Wirkstoffen, sind in Japan verboten, und größere Mengen verschreibungspflichtiger Medikamente können eine vorherige Genehmigung erfordern.

Kriminalität und Fallen

Gewalt gegen Besucher ist sehr selten. Am häufigsten sind Schlepper und überhöhte Rechnungen in Vergnügungsvierteln wie Kabukichō in Shinjuku und Roppongi, wo Bars hohe Aufschläge berechnen oder Getränke manipuliert werden können; wer Angebote von Straßenwerbern ablehnt, vermeidet das meiste davon. Taschendiebstahl ist selten, kommt im Gedränge aber vor.

Japans Drogengesetze sind streng; schon der Besitz kleiner Mengen Cannabis führt zur Festnahme. Ausländische Besucher müssen ihren Reisepass stets bei sich tragen.

Häufige Fragen

Wie lautet die Notrufnummer in Japan?

110 für die Polizei, 119 für Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Anrufe sind kostenlos, in Großstädten kann oft ein Dolmetscher zugeschaltet werden.

Ist Japan für Alleinreisende sicher?

Ja, Japan gehört auch für alleinreisende Frauen zu den sichersten Ländern. In Vergnügungsvierteln ist die übliche Vorsicht angebracht.

Was tut man bei einem Erdbeben?

Unter einem stabilen Tisch Schutz suchen, von Fenstern und herabfallenden Gegenständen fernbleiben und den Anweisungen des Personals folgen. An der Küste bei Tsunamiwarnung sofort höher gelegenes Gelände aufsuchen.

Braucht man für Japan eine Reisekrankenversicherung?

Gesetzlich vorgeschrieben ist sie für Besucher nicht, aber dringend zu empfehlen: Die Behandlung zahlt der Patient selbst, und sie kann teuer werden. Die gesetzliche Krankenversicherung aus der Heimat deckt Japan in der Regel nicht ab.

Muss man in Japan den Reisepass mitführen?

Ja. Ausländische Kurzzeitbesucher sind gesetzlich verpflichtet, den Pass stets bei sich zu haben und ihn der Polizei auf Verlangen vorzuzeigen.

Quellen

  1. 1.Japan National Tourism Organization – Official travel guide (safety and Japan Visitor Hotline) (öffnet in neuem Tab) — JNTO
  2. 2.National Police Agency (öffnet in neuem Tab) — National Police Agency
  3. 3.Fire and Disaster Management Agency (öffnet in neuem Tab) — Fire and Disaster Management Agency
  4. 4.Earthquake Early Warnings, tsunami and volcanic warnings (öffnet in neuem Tab) — Japan Meteorological Agency

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